Herzlichen Glückwunsch zum Siebzigsten, Ennatz!

Ohne Bernard Dietz, ohne Ennatz, wie er gerufen wurde, gäbe es den Namen Kees Jaratz nicht. Er war einer meiner drei Helden des MSV in den 1970er Jahren, aus deren Namen ich mein Alter Ego für den Zebrastreifenblog vor zehn Jahren zusammensetzte. Seine Bedeutung für die Zebras kann man gar nicht hoch genug ansehen. Als er zum Stammspieler der Nationalmannschaft wurde, hatte er diesen persönlichen sportlichen Erfolg auch für die Anhänger des MSV und für die Duisburger. Einer von uns hatte es gegen alle Widrigkeiten geschafft. Nach Duisburg blickten ein Trainer der Nationalmannschaft doch eigentlich nicht. Aber Ennatz spielte einfach zu gut. Es wäre fahrlässig gewesen, solch einen Verteidiger mit dieser Offensivstärke nicht für Deutschland spielen zu lassen. Das meinten erst Helmut Schön und dann Jupp Derwall.

Den Werdegang von Bernard Dietz, die Anekdoten über ihn, all das lässt sich bei den Kollegen nachlesen. Ich habe für den Zebrastreifenblog nach Bewegtbildern von Bernard Dietz geschaut. Es ist bezeichnend für seine Persönlichkeit, für seine Bescheidenheit, dass es davon nicht allzu viele gibt. Hinzu kommt wahrscheinlich noch der Status des MSV Duisburg in der Medienlandschaft jener Zeit. Sicher sind Interviews aus der jüngsten Vergangenheit zu finden, aber die klassischen Fußballerinterviews, die Erinnerung an bewegende Spiele, all das ist den Mitspielern seiner Generation vorbehalten. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren von Lesern mit Archivzugriffen außerhalb von youtube.

Die ältesten von mir gefundenen Bewegtbilder von Bernard Dietz zeigen ihn im Spiel des MSV gegen Borussia Mönchengladbach in der Saison 1972/73. Auch in diesem Spiel sehen wir ihn nicht bei einer Defensivaktion sondern zweimal in der Offensive. Auf dem Flügel setzt er sich jeweils durch einmal im eins gegen eins, ab Minute 0.29, und zum zweiten Mal als Vorbereiter des Ausgleichtores im Kurzpassspiel mit Michael Bella ab 1.49. Wenn Bernard Dietz in Strafraumnähe war, herrschte Torgefahr.

 

 

Wer übrigens bei Torgefahr und Ennatz nicht sofort in unseren Sehnsuchtschor einfällt, der macht fünf Linienpendel. Was für ein Spiel von Ennatz gegen die Bayern 1977 im November, als er sie beim 6:3 des MSV mit vier Toren fast im Alleingang besiegte. Und alle noch einmal: Was für ein Spiel von Ennatz…

Die einzigen Portrait-Bilder aus der aktiven Zeit von Ennatz stammen aus dem argentinischen Archivo DiFilm. Offensichtlich sollte mit diesem Clip Ennatz anlässlich der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien durch Szenen aus Spielen sowie bei der Arbeit in seinem Sportartikelgeschäft vorgestellt werden. Welchem Publikum wird nicht ersichtlich. Vielleicht war es das argentinische TV-Publikum? Sicher ist das jedoch nicht, weil DiFilm auch auf Quellen außerhalb Argentiniens zugreift. Das Archiv enstand – so weit ich das mit rudimentären Spanischkenntnissen verstehe – aus einer privaten Sammlung und wird weiterhin privat geführt. Die eigentliche Quelle des Clips ist auf der Archivseite nicht angeführt.

Zwei Jahre später war Ennatz bei der Europameisterschaft Kapitän der Nationalmannschaft, die im Finale Belgien besiegte und Europameister wurde. Ein schärferes Bild vom Überreichen des Europapokals als im verlinkten Clip habe ich leider nicht gefunden. Außerdem lässt sich der Clip nur bei Youtube ansehen. Ihr müsst also einmal klicken.

Der Jubel von damals soll Ennatz heute auch gelten. Herzlichen Glückwunsch, Ennatz! Vom Guten nur das Beste. Wir sehen uns beim MSV.

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