Die Lehre aus dem Niedergang vom 1. FC Kaiserslautern – Eine Dokumentation

Wahrscheinlich müsst ihr euch den Beitrag hier später noch einmal vornehmen, weil ich auf eine knapp 45-minütige Dokumentation hinweise. Zwar geht es in der Dokumentation um den Niedergang des 1. FC Kaiserslautern, doch das Wirtschaften in diesem Fußballverein spielt dabei keine kleine Rolle. Was uns in Duisburg erhellende Einsichten gibt. Auch wenn der 1. FC Kaiserslautern erfolgreicher als der MSV war und die Konkurrenz in der Region überschaubar ist, liegen strukturelle Ähnlichkeiten auf der Hand. Worauf im Übrigen auch die bei uns oder in Bochum bekannten Gesichter wie Milan Sasic oder Stefan Kuntz hinweisen.

Der 1. FC Kaiserslautern ist in die 3. Liga abgestiegen, und wir in Duisburg wissen, was einem Verein dieser Größenordnung in der 3. Liga droht. Vereine mit der Größe und dem Anspruch eines MSV Duisburg oder eines 1. FC Kaiserslautern brauchen die Zweite Liga, um finanziell über die Runden zu kommen. Denn die schnelle Anpassung der Kostenstruktur bei gleichzeitigem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit ist unmöglich, besonders dann wenn Schulden aus der Vergangenheit das Wirtschaften in der Gegenwart belasten. In der 3. Liga wachsen die Schulden.

Der SWR hat in der Dokumentation „Stirb Langsam – 1. FC Kaiserslautern“ Ursachenforschung zum Niedergang des Vereins betrieben. Für die Macher der Dokumentation nahm alles mit der Meisterschaft in der Saison 1997/1998 seinen Anfang. Von da an begannen die mit dem gewachsenen Anspruch entstehenden Kosten die vorhandenen finanziellen Möglichkeiten zu übersteigen. Damit wird ein Grund für wachsende Schulden genannt. Was lässt sich aber als strukturelle Ursache für die ungebremste Geldausgabe im Verein erkennen?

Die Dokumentation macht ein Grundproblem offensichtlich: Es gab keine Möglichkeit, das Arbeiten der Entscheider kritisch zu begleiten. In den unterschiedlichen Phasen der sporlichen Entwicklung übernahm stets ein mächtiger Entscheider, der seinen Weg ging und an den finanziellen Möglichkeiten scheiterte. Auch der zwischenzeitliche Retter Stefan Kuntz ging irgendwann zu hohe Risiken für den unberechenbaren Erfolg im Fußball. Lässt sich diese Struktur einer mangelnden Kritikfähigkeit aufbrechen?

Beim MSV Duisburg haben sich hoffentlich Möglichkeiten der internen Kritik entwickelt. Abhängigkeiten des Vereins sind ja vorhanden. Gerade wenn alle nur das Beste wollen, ist ein regelmäßiges Überprüfen von einzelnen Entscheidungen auf diesem Weg zum Besten unbedingt notwendig. Der Niedergang des 1. FC Kaiserslautern verweist jedenfalls auf diese eine gewichtige strukturelle Ursache, Korrektive verlieren sich im Erfolgsfall, weil der Erfolgreiche aus nachvollziehbaren Gründen bei der ihm zugewiesenen Verantwortung auch die Hoheit über immer mehr Entscheidungen beansprucht. In der Folge können Sachfragen schnell zu Machtfragen werden, die die Einheit eines Vereins sprengen. Das Bewältigen von Krisen wird dann immer schwieriger.

 

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1 Response to “Die Lehre aus dem Niedergang vom 1. FC Kaiserslautern – Eine Dokumentation”


  1. 1 ballblog 18. Juni 2018 um 14:08

    Die Doku hatte ich auch gesehen. Wirklich ein Lehrstück, wie es bergab gehen kann, dazu schonunglos im Off- Kommentar, obwohl der Autor dem Verein wirklich wohlgesonnen ist.

    Gefällt mir


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