Discofoot – Eine Fußballverirrung aus Frankreich

Die Fußball-WM ist nah. Zeit für Verirrungen, wenn die Kunst sich des Fußballs annimmt. Discofoot heißt der Unsinn, und er kommt aus Frankreich. Zur EM vor zwei Jahren hatte das Projekt des CCN Ballet de Lorraine seine Premiere. Nun ist es wieder hervorgekramt worden.

Wenn Tänzerinnen und Tänzer neben ihren tänzerischen Möglichkeiten kein anderes sportliches Talent haben, kommt mir sofort der Sportunterricht in unteren Klassen während der 1970er Jahre in den Sinn. Wenn es hieß, was machen wir heute?, hieß die Antwort, Fußball spielen. Das war dann für viele, egal ob Mädchen oder Jungen, ein Wir-tun-so-als-ob. Zu sehen waren komische Tritte in die Luft, mit dem Ball rennen, der immer wegspringt, irritierende Ausweichbewegungen aus Angst vor Ball und Mitspielern. Trotz aller Gender-Debatten der Gegenwart muss ich auch das noch sagen: ausschließlich die Mädchen versuchten beim Einwurf den Ball auf eine merkwürdige Weise von hinter dem Kopf direkt vor die eigene Füße zu werfen. Ball und Körper waren sich überall immer wieder fremd. Nur goldene Sporthosen hatten wir damals noch nicht.

So erinnert mich der Clip unten an meine Schulzeit. Aber Discofoot hat ja einen künstlerischen Anspruch. Das hat sich der  kürzlich verstorbene Klaus Quinkert sicher nicht gedacht. Der Fußballtrainer war gar kein Sportlehrer am Meidericher Max-Planck-Gymnasium. Er war ein Choreograf und bereitete seine Schüler langfristig auf die Karriere im künstlerisch hervorgehobenen Modesport der Zukunft vor, dem Discofoot.

Hier erklärt der Macher vor zwei Jahren im Interview das Projekt. FSK 0, aber Bewegtbild im franzöischen Original.

Im offiziellen Video des Balletts wirkt das Ganze wegen der schnellen Schnitte weniger deplatziert.

DISCOFOOT from CCN Ballet de Lorraine on Vimeo.

9 Antworten to “Discofoot – Eine Fußballverirrung aus Frankreich”


  1. 1 do not mention the war 12. Juni 2018 um 09:46

    Nein, nein und nochmals nein!

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    • 2 Kees Jaratz 12. Juni 2018 um 08:48

      Lust und Zeit, das auch zu begründen?

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      • 3 do not mention the war 13. Juni 2018 um 06:33

        Du sagst es ja selber in der Überschrift: Eine Fußballverirrung. Dabei ist das Land jetzt einmal vollkommen nebensächlich. Die tänzerische Bewegung ist ja schön, nur hier in den Videos erscheint es als überzogen, überkandidelt. Es passt nicht zusammen. Ganz einfach.

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      • 4 Kees Jaratz 13. Juni 2018 um 09:01

        Ah, dann hatte ich dich missverstanden. Dann sind wir ja einer Meinung. Ich dachte, dein nein bezog sich auf meine Meinung, dass das Ganze vollkommen misslungen ist.
        Es passt nicht zusammen. Genau. Der Ball hat eben eine Eigenbewegung, auf die die Tänzer nicht bezogen sind. Ganz davon abgesehen, dass die Ballkontakte selbst so wenig mit Fussball zu tun haben.

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      • 5 do not mention the war 13. Juni 2018 um 09:42

        Genau, die Tanzbewegungen sind vollkommen losgelöst von der Bewegung des Balles, dadurch entsteht eine unrunde Bewegung der Tänzer, die dieses Spiel erscheinen lässt als wären zwei Spiele kollidiert oder übereinandergelegt worden.

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  2. 6 rejekblog 12. Juni 2018 um 18:27

    Ich find´s witzig. Musste lachen. Für ein paar Minuten nett anzusehen, aber 90 Minuten ? Oh weh. 🙂
    Herzliche Grüße

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  3. 8 Andreas Quinkert 9. Mai 2022 um 01:26

    „Das hat sich der kürzlich verstorbene Klaus Quinkert sicher nicht gedacht. Der Fußballtrainer war gar kein Sportlehrer am Meidericher Max-Planck-Gymnasium. Er war ein Choreograf und bereitete seine Schüler langfristig auf die Karriere im künstlerisch hervorgehobenen Modesport der Zukunft vor, dem Discofoot.“

    Discofoot??? Was soll dieser komplette Blödsinn über meinen Vater? Wenn das Satire sein soll, ist sie vollends misslungen.

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    • 9 Kees Jaratz 9. Mai 2022 um 06:39

      Es liegt mir völlig fern, Ihren Vater in einen satirischen Zusammenhang zu bringen. Ich vermute, Sie haben die Worte missverstanden.

      Ich halte dieses Discofoot für eine Verirrung und nahm meine Erinnerung an unseren Sportunterricht als Abrundung. Mehr nicht, nämlich dass ihr Vater nicht davon wusste, dass er uns mit dem Fußball, den er uns hat spielen lassen, auf etwas ganz anderes hat vorbereitet. Etwas, was man kaum für möglich hält.

      Natürlich tut es mir leid, wenn Sie das so missverstanden haben.

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