Wenn montags schon das Wochenende ruft

An manchen Montagen beginnst du mit deiner Arbeit, und es könnte sofort schon wieder Freitag sein. Du weißt, besser als am Morgen auf dem Weg zur Arbeit wird es in dieser Woche nicht mehr werden. Denn an einem solchen Montag merkst du schon beim ersten Zupacken, das läuft nicht rund. Ihr kennt diese langwierigen Aufgaben, bei denen sich nicht ein einziges Mal zwischendurch ein Erfolgserlebnis einstellt? Aufgaben, für die du neulich extra auf eine Fortbildung geschickt worden bist. Natürlich fällt dir gerade an diesem Montag auf, dass einiges von dem nicht gelingt, was du im Grunde gut verstanden hast. Du hast es bei der Fortbildung immer wieder problemlos bewältigt, was dir vom Seminarleiter aufgetragen wurde.  Und nun brauchst du drei Anläufe, ehe nur ein Teil von dem klappt, was deine ganze Aufgabe ist. Wäre doch endlich wieder Wochenende.

Glaubt nur nicht, dass ich von den Spielern des MSV schreibe. Ich schreibe von mir. Was war das Spiel vom MSV bei Dynamo Dresden eine zähe Angelegenheit. Es war eine anstrengende Aufgabe das Spiel anzusehen, und am meisten Spaß hatte ich in Leipzig einen Tag vor dem Spiel und auf dem Weg ins Stadion, weil das Gelb der Dresdener im Pulk bei der Abendsonne ein schönes Bild abgab.

Aber vielleicht ist es den Spielern auf dem Rasen ja ähnlich ergangen nach dem Anpfiff und zwar nicht nur den Spielern des MSV. Zwei Mannschaften standen auf dem Platz, die ihren Erfolg mit einem neuen Spielsystem versuchten. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie auf keinen Fall bei dieser Systemchoreografie patzen wollten. Wenn der MSV versuchte kein Risiko einzugehen, so versuchten die Dresdner, so gut wie kein Risiko einzugehen.

Beide Mannschaften ließen in der ersten Halbzeit aber Chancen des Gegners zu, die sich nicht aus dem Spielaufbau des Gegners entwickelten, sondern schlichtweg dadurch entstanden, dass die Mannschaften jeweils zu viel Vertrauen in die Spielkontrolle durch das eigene System besaßen. Die Außenbahnen waren für die Dresdner eine wunde Stelle in der ersten Halbzeit. Der MSV war etwas mehr in der Mitte anfällig. Chancen ergaben sich deshalb plötzlich aus vermeintlich ruhigen Spielsituationen heraus.

Es war nicht abzusehen, dass ein Tor durch kontinuierlichen Druckaufbau entstand, weder auf Dresdner noch auf Zebra-Seite. Allerdings gab es einen Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Schnelligkeit im Spiel entstand beim MSV meist durch Einzelaktionen. Wenn sich die Gelegenheit zu schnellem Umschalten bot, wurden die Angriffe abgebrochen, fehlten überraschende Laufwege in Angriffsdrittel. Der spielerische Ansatz der Dresdner sah auch Schnelligkeit im Mannschaftsverband vor und das auch bei ruhenden Bällen.

Ein schnell ausgeführter Freistoß hatte zuvor schon für Gefahr gesorgt, der schnelle Einwurf führte dann in der ersten Halbzeit zum 1:0. In der zweiten Halbzeit hatte der MSV sogar die Chance zum Ausgleich. Einen Freistoß von Kevin Wolze wehrte der Dresdner Torwart glänzend ab, und ein Zufallsschuss von John Verhoek ging an die Latte. Das Spiel des MSV blieb allerdings Stückwerk. Um lange Bälle in die vorderste Reihe mühten sich zunächst Boris Tashchy, dann Stanislav Iljutcenko und John Verhoek meist vergeblich. Für kontrollierten Spielaufbau fehlte fast immer der Raum. Alles konzentrierte sich in der Mitte. Flügelspiel gab es so gut wie nicht mehr. Wenn dennoch geflankt wurde, geeschah das meist aus dem Halbfeld ins Nirgendwo.

Dennoch hatte der MSV bis zum Schlusspfiff die Chance auf den Ausgleich. Denn die Dresdner schlossen ihre Konter nicht genau genug ab und hielten die Zebras im Spiel. Schon einmal habe ich geschrieben, wie laut dieses Stadion auch bei ganz gewöhnlichen Punktespielen wird. Diese Lautstärke war zu Beginn des Spiels zu hören. Kurz vor Ende sollte der Schalldruck wohl den Ball den Dresdner in die Füße treiben. Das gelang, und die zähe Veranstaltung endete mit der Niederlage für die Zebras. Gut, dass das nächste Spiel an einem Samstag stattfindet. Zumindest die Wochenendlaune lässt mich auf ein besseres Ergebnis gegen Bochum hoffen.

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2 Responses to “Wenn montags schon das Wochenende ruft”


  1. 1 Frank Hildebrandt-Waslowski 7. August 2018 um 11:26

    Zu DSF und Sport1 Montagsspiel Zeiten wurde ab und an immer folgendes Statement von den Kameralinsen eingefangen, auf mehr oder minder interessant gestalteten Bannern war zu lesen: „Montags könnt ich kotzen“. Das triftt es eigentlich ganz gut. Als leidensfähiges Zweitliga Publikum, in Kombi mit dem Stigma des Zebra Fan, ziehen wir das aber durch. Allerdings war diese Selbstbeschränkung durch das auferlegte Spielsystem extrem anstrengend. Man hofft und leidet und tatsächlich zwischen Minute 70 u. 75. waren die Chancen da, zumindest einen Punkt mitzunehmen. War ja aber nix am Ende. Und ehrlich: „Was will man mit drei Punkten zum Zweitliga Auftakt?“ Wir könnten nicht endlos diskutieren über Trainer, Taktik, einzelne Spieler, die Hitze, das kommende Derby…etc.
    Und ausserdem: Samstag wird alles besser…oder?

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    • 2 Kees Jaratz 8. August 2018 um 08:49

      Genau, Frank, Samstag gegen Bochum wird es besser, muss es besser werden, denn so eine Spiele wird nur durchgehen, wenn die Mannschaft erfolgreich ist. Niederlagen müssen die Ausnahme sein, wenn Gruev so weiterspielen lässt. Dann kannst du eigentlich schon den Aufstieg hochrechnen ;-). Das ist so unattraktiv. Eine Niederlage ist dann nur schwer zu verzeihen.

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