Ohne Schiri habt ihr keine Chance

Es ist konstruktiv und zugleich nobel von den Spielern des MSV Duisburg, die Gründe für die 2:0-Niederlage der Zebras gegen den VfL Bochum nicht beim Schiedsrichter zu suchen. Die Wahrheit dieses Spiels bleibt dann jedoch unausgesprochen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich in diesen zehn Jahren Zebrastreifenblog für das Zustandekommen einer Niederlage schon einmal den Schiedsrichter allein verantwortlich gemacht habe. Einmal ist immer das erste Mal. Also, der VfL Bochum hat das Spiel deshalb gewonnen, weil der Schiedsrichter einen unberechtigten Freistoß an der Strafraumgrenze gepfiffen hat. Ich kann diese Meinung gut begründen.

Nach dem Gerangel beider Mannschaften um die Spielhoheit in den Anfangsminuten bestimmte der MSV das Geschehen. Die Bochumer hatten mehr und mehr Respekt vor den Angriffen des MSV bekommen. Klare Chancen ergaben sich für Stürmer des MSV allerdings nicht. Alleine Lukas Fröde hatte mit einer Direktabnahme im Strafraum jene freie Schussbahn, die ein Tor wahrscheinlich macht. Für den erfolgreichen Abschluss muss man aber auf das Tor zielen und nicht drüber. Es roch nach torlosem Unentschieden.

Denn eines wurde offensichtlich. Der Strafraum des MSV war gut geschützt. Von den Bochumern ging keine Torgefahr aus. Der MSV wollte den Abschluss meist innerhalb des Bochumer Strafraums, variabel vorbereitet durch Flanken oder durch Kombinationen aus dem Halbfeld heraus. Nun war der Strafraum des VfL Bochum zwar nicht so gut geschützt, doch immer mit sehr vielen Spielern besetzt. Den Stürmern blieb eben nicht eine Sekunde Zeit, um den Ball zu verarbeiten. So ergaben sich in der ersten Halbzeit und auch nach dem Rückstand nur Halbchancen. Entweder standen die Spieler nie so gut, dass sie direkt hätten den Ball aufs Tor bringen können oder der letzte Pass konnte nur unpräzise gespielt werden.

Zu Beginn dieser Saison wirkt die Defensivarbeit der Mannschaften noch einmal perfektionierter. In diesem Fall brauchte es zusätzliche Einflussgrößen, um Torgefahr hervorzurufen. Manchmal ist das der Zufall in Form der unkontrollierten Bewegung des Balles zwischen mehreren Spielern. Manchmal ist es der Schiedsrichter, der den Bochumern zu einem Freistoß an der Strafraumgrenze verhilft. Ohne diesen unberechtigten Freistoß hätte eine der Mannschaften vielleicht ein Tor aus genau diesem gerade genannten Zufall geschossen. Der Zufall für den MSV wäre aber viel wahrscheinlicher gewesen. Das zweite Tor sehe ich nur als Folge des offensiveren Denkens der Zebras und damit als Folge des Schiedsrichterpfiffs.

Ich kann das in dieser Deutlichkeit schreiben, weil die Spieler selbst wisssen, dass sie präziser im Abschluss werden müssen. Sie wissen, dass der Ausgleich deshalb nicht fiel, weil die wenigen Momente eines freien Schusses gar nicht erst hatten geschaffen werden können. Der MSV konnte eben auch keine Spielsituationen schaffen, in denen ein Tor sehr wahrscheinlich hätte werden können. Und nur etwas wahrscheinlicher nutzt nichts, wenn dem Gegner schon ein Tor geschenkt wurde. Ohne Schiri hatte der VfL keine Chance. Was Zuversicht für die weitere Saison gibt, für das eine Spiel aber auch nicht wirklich tröstet.

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2 Responses to “Ohne Schiri habt ihr keine Chance”


  1. 1 Frank Hildebrandt-Waslowski 14. August 2018 um 12:10

    Ja, der Schiri, habe ich auch drauf geschimpft…weil eigentlich war alles unter Kontrolle und man plätscherte so dahin mit seiner Erwartung das vielleicht doch ein Ball, durch eine, wie auch immer sich ergebende, Gelegenheit im Bochumer Tor landet.
    Wäre ja auch verdient gewesen, siehe Ballbesitz, Torschüsse, Anzahl der Eckbälle etc,
    Sollte nicht sein und deshalb ist mein Ansatz ein etwas anderer:
    Spiele gewinnt man mit einer Kombination aus Fähigkeit, sprich fußballerischem Können und ja, Glück.
    Ich bin so frei und hebe auf die zweite Komponente ab, auch wenn einige meiner Nebenleute im Block die mangelnde Technik der Stürmer bemängelten. Aber das mal beiseite.
    Spielglück, also, da wollte ich hin: erarbeitet man sich, erzwingt man. Haben Sie ja auch gemacht die Zebras, sie waren aktiver und dominanter. Also soweit alles richtig gemacht und die Wahrscheinlichkeit das sich das ganze Tun und Machen auch zählbar niederschlägt war hoch.
    …und dann gibt es sie die Spiele in denen das Tor trotzdem nicht fällt, hatten wir auch letzte Saison schon einige Male, alles Erarbeiten und Erzwingen zum Trotz.
    In den letzten Spielminuten hatte man dann eh den Eindruck da kann noch eine Stunde gespielt werden und der Ball ginge nicht ins Bochumer Tor.
    Was bleibt uns als Erkenntnis: das Team sollte dieses proaktive Spiel beibehalten, weiter draufgehen, gegen den Ball arbeiten, mehr mit dem Ball arbeiten als der Gegner und dann wird auch wieder was Zählbares dabei rausspringen.

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    • 2 Kees Jaratz 14. August 2018 um 15:20

      Das Spielglück ist die andere Perspektive, unter der das Spiel auch erzählt werden kann. Genau. Hoffe ich auch drauf.
      Nach Selbstbewusstsein stärken im Pokal, wo es ja auch nicht leicht ist wegen nur Siegerwartung.

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