Der Stakeholder zieht ein in die Sportsprache

Vor ein paar Wochen habe ich für meinen Basketballverein, den Deutzer TV, regionale Rahmenpläne erstellt. Mit diesen Plänen wird Zeitnahme und Anschreiben in meinem Verein für die Saison 2018/2019 organisiert. Jede am Spielbetrieb teilnehmende Mannschaft muss dieses Kampfgericht bei den anderen Mannschaften in einer Saison etwa elf bis zwölfmal stellen.

Stellt euch vor, Vertreter aller Mannschaften meines Vereins träfen sich regelmäßig, um sich über die Entwicklung im Verein und im Basketball auszutauschen. Dann wäre Anschreiben sicher auch ein Thema. Denn das ist eine manchmal lästige Angelegenheit. Anschreibetermine kollidieren oft mit Trainingseinheiten. Manchmal müssen einen Tag nach einem Punktespiel Mannschaftsmitglieder schon wieder in anderer Funktion ran. Aber ob ein Sprecher dieser Mannschaften mir jemals öffentlich sagen würde: „Die Mannschaften müssen die Schlüsselfiguren bei der Ausarbeitung des neuen regionalen Kampfgerichtskalenders sein, da sie die einzigen Stakeholder des Vereins sind, die das das sportliche Risiko tragen.“ Das wiederum kann ich mir nicht vorstellen.

Stakeholder unterscheidet sich vom Steakholder lautlich übrigens nicht. Beiden Holdern geht es eben um das, was reinkommt. Im Fußball braucht man keine Fantasie mehr, wenn Interessenvertreter sprechen. Eine andere Sprache als die des Sports gibt es längst, wenn es um Interessen der Vereine gegenüber der UEFA geht. Die Sprache des Fußballs braucht das betriebswirtschaftliche Wortgeklingel inzwischen wie die Sportreporterklischees. Andrea Agnelli, der Vorsitzende der ECA, der European Club Association meinte neulich:

Die Vereine müssen die Schlüsselfiguren bei der Ausarbeitung des neuen internationalen Rahmenterminkalenders sein, da sie die einzigen Stakeholder der Industrie sind, die das das unternehmerische und sportliche Risiko tragen.

Stakeholder! Industrie! Sport, der mich interessiert, spricht öffentlich eine andere Sprache.

 

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