In Siegen nach der Spieltagspressekonferenz nur ans Siegen denken

Auf der Pressekonferenz vor dem heutigen Spiel gegen den FC St. Pauli unterstrich Gerrit Nauber, dass in den Spielen der 2. Liga Kleinigkeiten ein Spiel entscheiden. Da diese Kleinigkeiten nicht alle kontrollierbar sind, habe ich einmal mehr die eigene Psyche gestärkt. Ich habe gestern einen Ausflug nach Siegen gemacht, um gar keine negativen Gedanken aufkommen zu lassen, die womöglich wirken könnten. Schon mehrmals habe ich hier über die Hürden auf dem Weg zum Erfolg geschrieben. Das sind nicht nur äußere Einflüsse. Es sind auch bildhafte Vorstellung von einem möglichen Misserfolg, die einen auf dem Weg zum Erfolg hemmen.

In Siegen ist es schwer, an etwas anderes zu denken als an Siegen. Für mich gehört in diese Stadt eigentlich ein  Trainingszentrum des deutschen Sports, das dieser Stadt zudem großen wirtschaftlichen Aufschwung bringen könnte. Aber auf mich hört ja keiner.

Sehr zufrieden bin ich übrigens damit, dass die Spieltags-Pressekonferenzen des MSV wieder komplett online gestellt werden. So erhalten alle am MSV Interessierten die Möglichkeit, selbst zu sehen, wie tief Thorsten Lieberknecht über Spiele und Mannschaft nachdenkt. Auf dem Weg in die Printmedien wird solches Denken zu oft doch sehr verkürzt. Es ist interessant, was er zu sagen hat und wie er es sagt. Ihr kennt mein Bedauern über die Entlassung von Ilia Gruev.  Und ja, das Leben geht weiter. Thorsten Lieberknecht passt nicht nur durch seine Persönlichkeit zum MSV. Was ich von ihm höre, macht mir Hoffnung, dass die Kontinuität der Arbeit tatsächlich als Struktur im Verein wirksam wird. Sie darf nicht an einzelnen Personen hängen, auch wenn das schwer zu verwirklichken ist. Das ist dann gelebte Kultur.

Interessant ist auch, dass die Fragen aus der Journalistenrunde an Gerrit Nauber im Grunde die Antworten vorwegnehmen. Was zwischen Spielern und Journalisten meist geschieht ist ein Ritual. Bei Fragen an Spieler geht es mehr als beim Trainer um Gefühle der Spieler. Darauf kurz, aber mit Substanz zu antworten ist kaum möglich. In dem Teil unterscheidet sich die längere Pressekonferenz nicht von den kurzen Spieltagsclips der letzten Jahre.

Eins hätte ich mir allerdings als klare Aussage auch noch von Gerrit Nauber gewünscht. Ein Journalist leitete nämlich seine Frage mit der Feststellung ein, ein neuer Trainer komme und dann sei alles ganz anders. Der Journalist sprach noch länger weiter, so dass dieses Statement wahrscheinlich aus dem Blick geriet. Meinen Wunsch gab es, weil der Satz als so umfassendes Urteil nicht stimmt. Kevin Wolze hat in einem langen Interview auf die Arbeit Ilia Gruevs als Grundlage für die Arbeit von Thorsten Lieberknecht hingewiesen. Thorsten Lieberknecht selbst betont auch in dieser Pressekonferenz, auf welchem guten Stand die Mannschaft sich befindet. Er meint damit nicht nur Zusammenhalt und Mentalität. Auch die von vielen Anhängern bezweifelte Ausdauerleistung etwa sieht er als sehr gut an. Teile der Arbeit sind anders geworden, andere Teile blieben gleich.

 

 

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