Adventskalender meiner kurzen Nebensächlichkeiten – 13. Türchen

Für das Hochdeutsche, Unterabteilung Fußballhochdeutsch, ist es nebensächlich, dass in der Schweiz die Boulevardjournalisten vom Blick im März 2011 sprachschöpferische Kraft entwickelten. Weniger nebensächlich in dem Zusammenhang ist es, dass der ehemalige Stürmer des MSV Klemen Lavrič sie dazu anregte. Gleich drei Blick-Journalisten machten sich Gedanken über das Gewicht des Schweizer Schiedsrichters Daniel Wermelinger und das des damals beim FC St. Gallen spielenden Klemen Lavrič, den sie fortan sprachkreativ „Pummel-Profi“ nannten. Seine Grundschnelligkeit, vor allem während seiner letzten Saison beim MSV Duisburg 2007/2008, schien also eine vorauseilende Anpassung an sein späteres Gewicht gewesen zu sein. Sein Aussehen beim MSV wies darauf nämlich nicht hin. Mehr noch, vielleicht war seine Zeit beim MSV fast die einzige, in der die Fußballwelt ihn als ranken Stürmer erleben konnte.

Klemen Lavric, Screenshot von Youtube-Video, das im März 2018 hochgeladen wurde. Im Text verlinkt.

Klemen Lavrič beim MSV und ich, da gab es am Anfang eine so große Zuneigung, dass ich ihm sogar seinen zeitweiligen Stürmertrab nachsehen wollte. Lange dachte ich bei dem Namen immer als erstes, zwischen ihm und mir hätte es  eine feine Freundschaft zweier schon etwas älter gewordener Herren geben können. Sein Stürmertrab, der Hintern raus, sein rückwärts gehaltener Klammerarm und das Fallen lassen, wenn der Ball nach der Annahme dann doch versprang, das alles deutete ich als Zeichen eines reifen Spiels. Und jedes Mal, wenn ich später von ihm las, überraschte es mich immer wieder von Neuem, dass er noch spielte. Bei seinem Abschied in Duisburg glaubte ich, er müsste mindestens Ende 30 sein, der 1981 geborene. Ich konnte ihm nie böse sein, dem späteren Pummel-Profi, der heute Pummel-Interviewte ist, wie das im März dieses Jahres hochgeladene Video zeigt. Wer zu youtube weiterklickt muss schon des Slowenischen mächtig sein, wenn man mehr verstehen will als „EMESVAU Duisburg“.

Aus seiner Zeit beim MSV habe ich im Bewegtbild nur ein einziges Tor gefunden, jenes zum 3:2-Sieg in der Verlängerung des Pokalspiels in der Saison 2006/2007 gegen Bayer Leverkusen. Ab Minute 3.20. Die deutschen Boulevardjournalisten haben dann 2017 beim Gebrauch des Wortes „Pummel-Profi“ nachgezogen. Kevin Pannewitz heißt der Klemen Lavric Deutschlands.

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