Flüchtige Gedanken zu Umbruch und Drittliga-Konkurrenz

Gut, dass ich gerade so gut wie keine Zeit habe, mir um den MSV Gedanken zu machen. Der Termin für die Manuskriptabgabe vom neuen Buch rückt näher, und ich bin tief in Dortmunds Wirklichkeit versunken – die der Stadt. Der BVB kommt nur in kleinen Häppchen vor.  So gehen die Ereignisse an mir vorbei. Nachrichten, die mich gestern noch im Vorbeirauschen irritierten werden überlagert von den guten Nachrichten heute.

So hat sich mein Grummeln um die Personalie Hajri schon wieder gelegt. Mit dem Abstieg war das Projekt, eine Mannschaft kontinuierlich zu entwickeln erst einmal zu Ende. Mal wieder werden wir viele neue Gesichter sehen und müssen darauf hoffen, dass sich in kurzer Zeit, die unterschiedlichen Typen zur Einheit finden. Was diese neue Mannschaft auszeichnen soll, ist nun nicht so überraschend. Einsatzwille sowie Anpacken und das möglichst kostengünstig. Darauf lässt sich Ivo Grlics Anforderungsprofil an neue Spieler zusammenfassen. Wie sagte er: „Wir wollen ein Team sehen, das mit Hingabe das umsetzt, was unsere Stadt auszeichnet: Harte Arbeit, Bereitschaft zum Kampf, unbedingter Siegeswille“.

Allerdings wirkt es etwas unglücklich, wenn fast im selben Moment die Spieler verkündet werden, die den Verein verlassen und Enis Hajri mit auf der Liste steht. Dummerweise ist gerade er derjenige, der solche Werte in der letzten Saison verkörpert hat. Da hätte es die ein oder andere zusätzliche Erklärung gebraucht, wie das zusammenpasst. Die Erklärung liegt natürlich auf der Hand. Vorhandene Schnelligkeit, Technik und die deshalb immer möglichen Fehler im Spiel, kurzum die erwartete Leistung für die Lieberknechtsche Spielvorstellung, aber diese Erklärung, natürlich in schönem Zeugnisdeutsch, hätte von Ivo Grlic kommen müssen. So schafft man Vertrauen in die eigene Arbeit. Denn dass Bereitschaft zum Kampf und harte Arbeit, zur Berufsauffassung eines Profifußballers gehören sollten, scheint mir nicht weiter erwähnenswert. Das sind schöne Worte für die Öffentlichkeit, die natürlich gesagt werden dürfen, weil die Fußballwelt ist, wie sie ist. Substanz erhalten sie aber erst, wenn Entscheidungen erklärt werden.

Wie gesagt, gut dass das Schnee von gestern ist und die Nachricht von der „Formsache“ Lizenz längst die wichtigere Meldung war. Nun mache ich mir nur noch Gedanken darüber, ob „aufsteigen“ und „oben mitmischen“ dasselbe bedeuten. Der Geschäftsführer der Stadionprojektgesellschaft, Dirk Broska, betonte am Tag der Entscheidung des Rats über den Zuschuss von einer Millionen Euro jedenfalls sehr, dass der MSV in der kommenden Saison aufsteigen müsse. Das „oben mitmischen“ von Vereinsseite klingt nach weniger Druck und offenem Ausgang. Was wahrscheinlich eine gute Strategie ist, eine Variante des good cop, bad cop-Spiels gegenüber der Öffentlichkeit.

Denn ihr und ich, wir wissen, der direkte Wiederaufstieg wird nicht nur wegen des Umbruchs schwer. Wieviele der Drittligamannschaften müssen auf jeden Fall sofort aufsteigen, weil sonst das Schlimmste droht, die Insolvenz? Jetzt ist auch Ingolstadt in der Liga mit ganz anderen finanziellen Mitteln als der MSV. Ein Krösus der 3. Liga gar und deshalb ohne den großen Umbruch? Ich habe keine Zeit mich drum zu kümmern, ich weiß aber die Konkurrenz ist groß. Wie Kaiserslautern und Braunschweig als Zweitligaabsteiger mit ähnlichem Kaderumbruch die letzte Drittligasaison bewältigt haben, müsen wir zudem sofort wieder vergessen. Für den MSV wird bestimmt alles ganz anderes sein. Für weitere Gedanken habe ich auch keine Zeit.

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