Als Mario Basler finster blickte, sprach gerade Karl Lauterbach

Gestern bin ich im Türrahmen bei meiner Mutter etwas länger gestehen geblieben als geplant. Eigentlich hatte ich zu Ostern aus der Ferne kurz guten Tag sagen wollen, doch im Hintergrund lief die sonntägliche Fußballquatschrunde Doppelpass und ich sah in Großaufnahme ein finsteres Gesicht, das mich an Mario Basler erinnnerte.

Vielleicht schaut er immer so grimmig aus, wenn er konzentriert zuhört. Wahrscheinlicher scheint mir die Vermutung, ihm gefiel  nicht, was der SPD-Politiker Karl Lauterbach gerade sagte. Die Botschaft des SPD-Gesundheitspolitikers lautete, das wird nichts mit den Geisterspielen der Fußballbundesligen ab Mai. Wer es ausführlicher und mit der nachvollziehbaren Begründung wissen möchte, lese das bei den Ruhrbaronen nach.

Mir geht es nämlich um die 3. Liga, in der der MSV zu den Vereinen gehört, die Geisterspiele nicht sonderlich attraktiv finden. Das hat mit den TV-Geldern zu tun, die in der 3. Liga sehr viel geringer sind als in den zwei oberen Ligen. Diese TV-Gelder wiegen die Kosten für den MSV nicht auf, falls es zu Geisterspielen käme. Deshalb sind die Entscheidungskriterien der Vereine in Liga 3 andere als in Liga 1 und 2.

Dennoch richtet sich die Botschaft Karl Lauterbachs eben auch an die 3. Liga und dort eher an die 13 Vereine, die sich dafür ausgesprochen haben. Beim MSV könnten seine Worte zu einer vorsichtigen Beruhigung führen. Aber was weiß ich von den Entscheidungsstrukturen bei DFB und DFL. Wieviel Hoffnung macht man sich dort auf Erfolg durch hartnäckige Lobby-Arbeit bei Politikern, die aus welchen Gründen auch immer andere Interessen im Blick haben als Karl Lauterbach? Der erklärte allerdings stellvertretend die Leitlinien der derzeitigen Politik auf Bundesebene. Dessen Worte haben deshalb großes Gewicht.

Die unterschiedliche sportliche und wirtschaftliche Perspektive von Vereinen bedingt gerade in Liga 3 die Uneinigkeit. Welche Wahl haben aber DFL und DFB angesichts von Insolvenzgefahr auf der einen Seite und Missachtung von gesundheitlichen Leitlinien einer Pandemie, wozu auch die Verteilungsfrage von Schutzausstattung und Tests gehören? Sind die von der Insolvenz bedrohten Vereine zu retten? In den Sportarten mit weniger Zuschauerzuspruch gibt es bereits die ersten Abschiede von etablierten Vereinen aus den jeweiligen Ersten Ligen. Wir stehen vor solchen Fragen und hoffen für den MSV. Denn der Fußball beim Stadionbesuch wird bestehen bleiben. Das ist sicher. Nur wie es mit den Finanzen des Unterhaltungsbetriebs Fußball dann aussehen wird, kann niemand beantworten.

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