Wir haben nichts zu verschenken, lieber TSV 1860 München!

Die gestrigen Spiele in Liga 3 haben schon gezeigt, dass mein frommer Wunsch vor dem Neustart wahrscheinlich nicht für alle der Vereine wirklich wird, denen er gegolten hat. Ich halte es allerdings immer noch für einen schönen Gedanken, wenn am Ende der Saison jene Befürworter des Saisonabbruchs, die die Tabelle vor dem Neustart anführten, den Aufstieg feiern könnten und jene die am Tabellenende standen, den heute noch unwahrscheinlichen Klassenerhalt schafften. Wie sich die anderen Vereine der Fortsetzungsbefürworter dann auf die unteren Plätze verteilen, könnten die ruhig unter sich ausmachen.

Vielleicht muss ich mich bei meinem Wunsch besser auf den Verein konzentrieren, der mir am nächsten ist. So geschieht es ja momentan wohl auch grundsätzlich in dieser Gesellschaft in Sachen Corona. Einer Umfrage gemäß hat sich allmählich das solidarische Leben unter 80 Millionen etwas verausgabt. Wenn Beschränkungen dann bitte nur noch für die anderen, heißt es. Irgendwann muss man auch mal sehen, wie man wieder für sich selbst ein bisschen Normalität hinbekommt. Ich schaue ja auch, wie ich wieder Lesungen bestreite. Ist einfach schwierig Interessen von Millionen Menschen unter einen Hut zu bringen. Abstand halten, könnte allerdings eine Möglichkeit sein.

Wenn Fußballer in 90 Minuten ihre Defensivreihen kontinuierlich dem Spielgeschehen anpassen und dabei die Abstände zu den Mitspielern im Blick haben, sollte das doch beim viel langsameren Geschehen unter Freunden und Bekannten auch möglich sein.

Ich hoffe ja, dass der MSV in der Hinsicht heute Mittag ein gutes Vorbild ist. Mir gefiele es nämlich sehr, wenn gerade 1860 München den Neustart-Auftakt verlieren würde. Die Verantwortlichen und Sascha Mölders hatten sich beim Verfolgen der eigenen Interessen doch gegenüber den anderen Vereinen sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Belehrt mich eines besseren, aber gab es irgendeinen Verantwortlichen der Abbruchbefürworter, der beim Argumentieren den Befürwortern des Weiterspielens Vorwürfe machte? Ich kann mich an keine erinnern. Zu hören waren Argumente. Wenn die von harten Worten begleitet wurden, richteten die sich gegen den DFB. Das war in München anders. Da wurde doch sehr gegen die Abbruch-Befürworter geschossen. Als ob diese Position moralisch verwerflich war. Das hat mir gar nicht gefallen.

Nicht nur deshalb wollte ich ganz persönlich 1860 München auch nichts schenken. Dieser Verein aus München soll mal schön zu seinem nervigen Investor gehen. Von mir gibt es kein Geld für nicht erbrachte Leistung. Das will ich zurück. Soll ich etwa Konkurrenten der Zebras auch noch selbstlos stärken? Da ist mir das Duisburger Hemd aber deutlich näher als die Jacke münchner Herkunft. Da ist das Hemd im Grunde Haut, aus der ich nicht komme. Und drei Punkte gibt es stattdessen auch nicht. Eine während der ersten vier Bundesligaspieltage erkennbare Tendenz könnte dabei helfen. Im nächsten Spiel wird das für die Zebras natürlich wieder anders. Es gab so viel mehr Auswärtssiege als sonst – zumindest in meiner Wahrnehmung. Auf geht’s Zebras, zeigt lahmen Löwen eure Hufe!

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