Welch wichtiger Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern

Gestern habe ich es nach dem Sieg gegen Chemnitz wieder gewagt, mir ein Spiel des MSV komplett anzusehen. Letztlich ausschlaggebend war die Schwächengleichheit in zweiten Halbzeiten, von der ich morgens durch die PK der Kaiserslauterner erfahren habe und die mich zum Werbespot für das Wundermittel 90plus inspierte. Zugegeben, der Spielverlauf stellte mein körpereigenes Alarmsystem  nicht auf die härteste Prüfung, aber einige wenige Aufregungen waren ja doch zu überstehen. Doch grundsätzlich habe ich dieses Spiel recht entspannt erleben können. Was natürlich das höchste Gütesiegel für die Leistung des MSV ist. Denn mein Alarmsystem ist sehr fein eingestellt. Ich reagiere noch bei einer 3:0-Führung angesichts von Torgefahr des Gegners mit Puls und Bluthochdruck, wenn die drei Tore reine Zufallsprodukte waren.

Dieser Sieg des MSV wurde trotz des kurzzeitigen Ausgleichs sehr kontrolliert und kühl herausgespielt. Dieser Sieg war überaus wichtig für den weiteren Verlauf der Saison. Von der ersten bis zur letzten Spielminute schaffte es die Mannschaft, den Unterschied im Tabellenstand durch Selbstbewusstsein und Spielkontrolle sichtbar zu machen. Zwar ließ sich nicht jeder Versuch der Kaiserslauterner, gefährlich vor das Duisburger Tor zu kommen, unterbinden, doch diese Versuche irritierten die Zebras nicht. Selbst der Ausgleich brachte kein Gleichgewicht zwischen den Mannschaften. Im Ansatz wirkte das Spiel der Zebras reifer und überlegener. Die Mannschaft kombinierte besser als der FCK, auch wenn sie aus dem Spiel heraus nur wenige Chancen schuf und zwei der drei Tore nach Eckbällen erzielt wurden.

Lange mussten die Zebras das Gefühl vermissen, zurecht an der Tabellenspitze zu stehen. Es schien mehr dem Zufall zu verdanken als dem eigenen Können. Daraus entsteht kein Selbstbewusstsein. Deshalb ist dieser Sieg zu dem Zeitpunkt so überaus wichtig. Die Mannschaft hat sich selbst den Nachweis erbracht, dass die Worte ihres Trainers über das mannschaftliche Können keine Durchhalteparolen sind.

Der Qualitätsunterschied zwischen beiden Mannschaften zeigte sich in zwei typischen Spielsituationen. Die Balleroberung von Vincent Vermeij vor dem Führungstor warf ein Spotlicht auf sein unentwegtes Arbeiten in der ersten Linie der Defensive. So eine Balleroberung gelingt nicht oft, sonst erschwert er eben fast ausschließlich den Spielaufbau des Gegners. Umso wertvoller ist sein Attackieren, weil es sonst so wenig von einem persönlichen Erfolgserlebnis gekrönt werden kann. Dieses Führungstor gehört mindestens zur Hälfte ihm und wird von seiner Laufarbeit während der gesamten Saison getragen.

Die zweite Spielsituation, an die ich denke, gehört Moritz Stoppelkamp, wobei sie sich mehrmals wiederholte. In diesem Spiel zeigten sich seine überdurchschnittlichen spielerischen Möglichkeiten in Liga 3 sehr deutlich. Wie oft er zwei, drei Gegenspieler durch Dribbling oder schnellen Pass ins Leere laufen ließ, kann ich gar nicht sagen. So zeigte sich ein Klassenunterschied, der nicht nur einen Spieler des Gegners zermürben kann. Das war großartig.

Der Kommentator ging mir übrigens von der ersten Minute an auf die Nerven. Schon sein Sprechduktus hat mich aufgeregt, als er sich aber auch noch innerlich auf die Seite der Kaiserslauterner schlug, war es ganz vorbei. Hatte der so ein Underdogfaible oder war das mehr so die grundsätzliche Rote-Teufel-Sympathie? Der hatte Glück, dass ich das Spiel so entspannt sehen konnte und statt mich aufzuregen, an möglichen Enttäuschungen freuen konnte. Wie war das mit der Schadenfreude?

Um die Chance auf ein viertes Tor fürs bessere Torverhältnis sind wir natürlich betrogen worden. Dieser Kontakt des Kaiserslauterner Abwehrspielers unterschied sich von Gembalies Kontakt überhaupt nicht. Das war dieselbe Situation, für die der FCK den Elfmeter bekommen hat. Mit diesem Spielverlauf werde ich es nun auch wagen, mir das Spiel gegen Würzburg anzusehen. Selbstbewusstsein durch den Sieg gegen Kaiserslautern statt des kaum mehr vorhandenen Heimvorteils bildet in meinen Augen eine gute Voraussetzung.

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