Tabellensprung und ein Arzt im Lienen-Podcast

Der MSV hat an diesem Spieltag nicht gespielt und sich in der Tabelle um einen Platz verbessert. Der Abstieg ist kein Thema mehr. Sicher bin ich mir nicht, ob diese Form des Erfolgs mir dauerhaft gefallen würde. Andererseits wären viele Probleme für den MSV einfacher zu lösen, wenn die Mannschaft ohne zu spielen langfristig den Aufstieg schaffen könnte. Bis dahin wäre ich schon auch geduldig, wenn ich danach dann wieder zu Spielen eines wirtschaftlich gefestigten Vereins ins Stadion könnte.

Wie in der letzten Saison bin ich schon wieder weniger mit dem Sport als mit der wirtschaftlichen Not des MSV Duisburg beschäftigt. Der Fußball selbst hat sich für mich zu einem Mittel für den wirtschaftlichen Zweck verwandelt. Natürlich ist das auch sonst immer der Fall, aber momentan kriege ich die immer notwendige Verdrängung der Widersprüchlichkeiten dieses Fußballsystems nicht mehr hin. Spaß macht das nicht.

Die Voraussetzungen für Erfolg sind nun mal die finanziellen Möglichkeiten des Vereins. Diese Bedingungen am laufenden Spieltag immer wieder auszublenden gehört zu den Widersprüchen eines Zuschauerlebens. Wie gesagt, dieses Ausblenden gelingt mir gerade nicht gut. Zumal ich mal wieder gelesen habe, wieviele hoch spezialisierte unterschiedliche Funktionsstellen beim FC Bayern München in den letzten zehn Jahren geschaffen wurden, um sportlichen Erfolg zu festigen. So ein Trainerteam ist ja nur das eine. Dahinter steht ein fest angestellter Stab von mehreren Video- und Datenanalysten. Dieser riesige Verwaltungsapparat. Dann arbeiten natürlich unzählige Physiotherapeuten zu bis hin zur Ärzteschaft.

Ein Arzt aber half mir schließlich bei der Ablenkung. Ewald Lienen und Michael Born machen schon seit längerem zusammen den Podcast Der Sechszehnerhier bei Facebook. Meist sprechen sie zunächst zu zweit über das aktuelle Geschehen. Dann kommt nach etwa einer halben Stunde ein Gast dazu. In der letzten Folge war das der Sportmediziner Prof. Dr. Hauke Mommsen. Momentan ist er Mannschaftsarzt der U21. Zuvor war er im Handball beim THW Kiel und in Flensburg Mannschaftsartz. Mit Ewald Lienen hat er beim FC St. Pauli zusammengearbeitet.

Das Gespräch mit ihm beginnt ab Minute 33’29. In dem Gespräch erfährt man, welche komplexen Ursachen Sportverletzungen haben. Wieso Fußballer heute sehr viel individueller trainieren müssten, um Sportverletzungen vorzubeugen und wie das mit Interessen eines Trainers kollidieren kann. Oder wie die Verletzung eines Spielers die Verletzung eines anderen derselben Mannschaft wahrscheinlicher macht. Ein sehr interessantes Gespräch.

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