MSV-Gefühle in der Sommerpause

Wie schön, dass uns in diesem Sommer sogar der derzeitige EM-Fußball prächtige MSV-Gefühle gibt. Die deutsche Nationalmannschaft hatte im Spiel gegen Frankreich vieles aus den letzten Jahren beim MSV abgeschaut. Natürlich waren die Einzelspieler besser, aber ich habe mich ziemlich schnell wie oft auf meinem Stehplatz im Stadion gefühlt.

Du siehst eine hilflose Mannschaft, die das Spiel zu kontrollieren versucht und deshalb nach der Balleroberung kaum einmal schnell in die Spitzen spielt. Dort angekommen bleibt es meist statisch. Immer rum um den Strafraum. Über dem Spielfeld schwebt unausgesprochen die Frage, wie kommen wir da nur rein? Sobald der Gegner den Ball hat, bist du im Alarmzustand und hoffst, dass nur möglichst viele eigene Spieler schnell genug nach hinten vor den Spieler mit den Ball kommen. Der Sprint zurück zum eigenen Tor mit derselben Anzahl Spieler verspricht mit Sicherheit Torgefahr des Gegners.

Wie gesagt, damit war ich vertraut. Ihr ja auch. Und wir wussten schon früh, in diesem Spiel wird nur mit Glück der Ausgleich fallen. Die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass der Gegner ein Tor erzielt. Manchmal hilft es zur Gelassenheit, Fan des MSV zu sein.

Die anderen MSV-Gefühle sind in diesen Tagen für mich oft nostalgischer Art. Tina Halberschmidt und ich, also der Martin Wedau in mir, sind gerade auf den letzten Metern unseres MSV-Buchs, das im Oktober erscheint. Was wir da alles gelesen und erinnert haben. Viel zu viel für dieses Buch.

So lasst mich mit euch einmal seufzen, dass wir die großen Missverständnisse bei Neuverpflichtungen nicht mit aufnehmen können. Vor allem in den 1990ern war die Fallhöhe hoch, da der Erfolg des MSV unter Friedhelm Funkel den Blick der Verantwortlichen auf andere Bereiche des Spielermarkts hat richten lassen.

Das ist wie beim Essen. Wer vorher immer nur in die Pommesbude ging und dann allmählich mal die Restaurants besucht, wird der Pommesbude nicht abschwören, aber gutes Essen besser schätzen können. So jemand nimmt sich dann plötzlich auch andere Lokale vor.

Für den MSV war eines dieser anderen Restaurants zum Beispiel im Jahr 1998 Erik Bo Andersen als Neuzugang. Viel Geld wurde für ihn bezahlt. Der Mann hatte 1996 zum Kader Dänemarks bei der EM gehört. Zwar hatte er kaum gespielt, aber er gehörte zum Land der Überraschungseuropameister 1992. Und nun war er ein Zebra und bald verletzt. Danach hat er den Anschluss nicht mehr wirklich gefunden. Die Ersatzbank war sein Aufenthaltsort meist bei Spielen. Was habe ich bei seinen Einwechslungen immer wieder gehofft, er könne das Versprechen auf Tore einlösen. Denn meiner Erinnerung nach kam er immer nur dann, wenn es etwas aufzuholen gab.

Im Grunde ging es mir damals bei seinen Einwechslungen so wie heute auch oft. Ich dachte immer, irgendwas muss sich ändern im Spiel, sonst wird das nichts mehr für den MSV. Wir Gemeindemitglieder der Fußballkirche rufen dann gerne, Mensch, das Spiel braucht einen Impuls von außen. Erik Bo Andersen hat damals wenig impulst. So ist das mit den Missverständnissen. Im nostalgischen Blick auf die Vergangenheit wird daraus aber ein schönes MSV-Gefühl. Dafür hat sich das Ärgern in der Vergangenheit doch gelohnt. Von den anderen Missverständnissen erzähle ich später.

2 Responses to “MSV-Gefühle in der Sommerpause”


  1. 1 jovan 18. Juni 2021 um 17:49

    neinneinnein, diesen nationalauswahlquatsch machst Du mir damit auch nicht schmackhaft.
    will wieder richtigen fußball. punkt.

    aber auf das buch freue ich mich ganz außerordentlich. 😘

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