Der Einfluss des Kunsthandwerks der 70er auf die Fußballtaktik

Ganz sicher bin ich mir bei der zeitlichen Einordnung nicht. Aber ich meine, es waren die frührer 1970er Jahre, als eine frühe Form kreativen Ausdrucks ihren kulturellen Höhepunkt erreichte. Auf eine schwarz gestrichene Pressspanplatte wurde mit kleinen Nägeln eine beliebige geometrische Figur gesetzt. Das waren Kreise, Quadrate oder Rechtecke. Anschließend wurden bunte Fäden um die Nägel geführt, so dass der Raum zwischen den Nägeln sich zu unterschiedlichen geometrischen Formen verdichtete. Der individuelle Ausdruck zeigte sich in der Anordnung der durch die Fäden entstehenden farbigen Flächen. Das konnten dann übereinander gelagerte Dreiecke sein mit Quadraten als Rahmung. Oder ein buntes Wirrwarr. Was weiß ich. So etwas hing als Dekoration meist an den Wänden in Partykellern, Fluren oder Kinderzimmern.

Je nach Talent des ausführenden Kunsthandwerkers besaßen die Fäden eine unterschiedliche Spannung. Auf manchen Holzplatten hingen viele Fäden schnell schlaff herum. Ich kannte sogar damals Freunde in Duisburg, wo solch Fädenbilder angefangen und nie zum Ende gebracht wurden. Da fehlten dann oft noch Nägel, um Formen zu vervollständigen. Bei Bekannten allerdings hing so ein Bild zum Stolz der Eltern im Wohnzimmer über der Couch. Den Bekannten hatte ich im Urlaub kennengelernt. Er wohnte in Wiesbaden.

Gestern hat der MSV übrigens 2:0 zu Hause verloren. Gegen den SV Wehen Wiesbaden. Was für ein Zufall. Ich meine der Bekannte hieß nämlich Rüdiger Rehm, und wenn mich nicht alles täuscht, waren meine Freunde weitläufig mit Pavel Dotchev verwandt. Sie hatten jedenfalls einmal erzählt, wie auch Bulgarien an internationalen Kunsthandwerksmoden den Anschluss suchte. Der Dotchev-Familie wollten sie jedenfalls einige ihrer unvollendeten Werke als Beispiel gegeben haben.

Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wenn die Beschäftigung der Kindheit im erwachsenen Alter wieder fruchtbar gemacht werden kann. Taktiktafeln mit Spielzügen sind im Grunde soche Nägelbilder in den Anfängen. Wenn man Spielzüge eines Spiels alle übereinander legen würde, entstände ein kunstvolles Gespinst. Schade, dass die unterschiedliche Qualität der 70er-Jahre-Bilder in den beiden Städten bis in die Gegenwart hineingewirkt hat. Für den weiteren Verlauf der Saison bin ich gespannt, ob nun der Salzteig-Trend von Anfang der 80er seine Wirkung entfaltet. Wenn ich mich an den Meidericher Kunsthandwerksmarkt erinnere, überwogen dort die groben Formen.

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