Search Results for 'stadionmiete'

Stadionmiete – ein Blick nach Köln

Da die Sorgen um den sportlichen Erfolg des MSV Duisburg momentan immer kleiner werden und der Mensch ein wenig Spannung im Alltag gut vertragen kann, geht der Blick allmählich wieder zu den Vereinsstrukturen und den schwierigen Finanzverhältnissen. Die Termine der Jahreshauptversammlung und der Info-Veranstaltung zu den anstehenden Satzungsänderungen wurden verkündet, ein erster Artikel im Reviersport nimmt das auf.

Ich will es mal neutral formulieren: Erste Pflöcke zur gedanklichen Orientierung für die MSV-Mitglieder werden am Ende des Artikels gesetzt: „Wenn die Mitglieder im Mai für die neue Ausrichtung stimmen, wäre die erste Hürde auf dem Weg zur Sanierung genommen. Denn die Stadionprojektgesellschafter werden der existenziell wichtigen Mietminderung für die SLR-Arena nur zustimmen, wenn es klare Strukturen gibt.“

„Klare Strukturen“, das hört sich sachlich und einsichtig an. Klare Strukturen können aber so und so aussehen. Sprich, letztlich geht es um die Kontrolle der Geschäftsführung des Unternehmens MSV, der KGaA, und um die Besetzung des Aufsichtsrates dieser KGaA durch Mitglieder des Vereins. Wenn ein Vereinsmitglied also Fragen zu diesen klaren Strukturen hat, ist das nicht verwerflich, sondern normales demokratisches Prozedere. Das schon mal vorweg, weil im Dezember letzten Jahres kurzzeitig in der Berichterstattung über diese neu zu ordnenden Strukturen der Eindruck entstand, diese Fragen alleine seien schon verwerflich.

Im Zusammenhang mit der Senkung der Stadionmiete ist ein Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger vom letzten Samstag interessant, in dem über Anstrengungen des 1. FC Köln, die Stadionmiete zu senken, berichtet wird. Wir sprechen von 3,2 Millionen Euro Miete, die der 1. FC Köln in der Zweiten Liga zahlt.  In der Bundesliga wäre die doppelte Miete fällig. Selbst angesichts dieser im Vergleich zur Mietzahlung des MSV Duisburg schon geringeren Summe, begründet der FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle die erhoffte weitere Reduzierung damit, dass der FC Luft zum Atmen brauche.

Natürlich ergibt sich daraus kein direktes Argument für die Diskussion um die Satzungsänderung. Die Lage des 1. FC Köln mit einer gestaffelten Miete je nach Liga-Zugehörigkeit wirft nur ein weiteres Licht auf das Wirtschaften in der Vergangenheit beim MSV Duisburg, das ja in der Auseinandersetzung um die Strukturen im Verein und damit um die Macht und deren Kontrolle so gar keine Rolle  spielen soll.

Und das noch: Vertragslaufzeiten damals und heute

16 Jahre sind eine lange Zeit. Diese 16 Jahre hat es gedauert, um die Folgen einer Entscheidung vom damaligen Vorstand des MSV Duisburg zu bewältigen. 1999 befand sich die Führung des MSV Duisburg in einer Übergangszeit. Dr. Hans Spick war noch Vorsitzender des MSV und der heutige DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock wusste wahrscheinlich schon, dass er im Frühjahr 2000 dessen Nachfolge antreten würde. 1999 war das Jahr, in dem der Vorstand des MSV Duisburg dem damaligen sportlichen Leiter des Vereins, Gerd Merheim, keinen langfristigen Vertrag anbot.

Geschichtsschreibung ist immer auch die Suche nach den Verbindungen der Gegenwart mit der Vergangenheit, und Geschichtsschreibung ist immer auch Deutung. In meiner Geschichte des MSV Duisburg gibt es diese Entscheidung des Vorstands vom MSV Duisburg, die den sportlichen Erfolg in den drei Spielzeiten nach dem Bundesligaaufstieg 1996 ans Ende brachte. Gerd Merheim verließ 1999 den MSV Duisburg. Mit ihm verlor der Verein jene Kompetenz, mit der bis dahin die Zusammenstellung erfolgreicher Mannschaften gelang.

Der MSV stieg wieder ab. Mehr als Mittelmaß in der 2. Liga schien nicht mehr möglich zu sein. Finanzielle Schwierigkeiten wurden größer. Walter Hellmich betrat als vermeintlicher Retter und Erneuerer des Vereins die Bühne. Zwei Aufstiege waren Zwischenhochs, die das mit der Finanzierung des neuen Stadions und des Fußballbetriebs einhergehende hohe Risiko vergessen machten. Dann war die 2. Liga doch wieder da. Die finanzielle Katastrophe rückte immer näher. Der Rest der Geschichte liegt noch nicht so lange zurück. Dem Zwangsabstieg folgte im Mai die  Rückkehr in die 2. Liga, die nun nicht mehr Bedrohung sondern Möglichkeit zur Konsolidierung ist nach Schuldenschnitt und Stadionmietenlösung samt neuer Stadiongesellschafterstruktur. Meine Geschichte des MSV Duisburg hat eine  zugespitzte Perspektive.

Diese Zuspitzung unterstreicht die Bedeutung, die der Verlängerung des Vertrags vom MSV Duisburg mit Ivo Grlic zukommt. Bis 2020 erhält er als Sportdirektor die Möglichkeit, seine Vorstellungen umzusetzen und Mannschaften zu entwickeln. Weil sich der Fußball so sehr verändert hat, ist diese lange Vertragslaufzeit heute wohl mehr ein Anliegen des Vereins als von Ivo Grlic. Er hat seine Arbeit so gut gemacht und die Geschichte des MSV Duisburg hat so viel überregionales Interesse erregt, dass sein Name mit Sicherheit von einigen Funktionären in Fußballdeutschland vorsichtshalber notiert wurde. Die Kontinuität nun ist ein Wert an sich. Entwicklung braucht Zeit. Entwicklung ist notwendig für sportlichen Erfolg. Für das Erkennen, wie wichtig längere Vertragslaufzeiten sind, brauchte es 16 Jahre. Ivo Grlic bisherige Arbeit gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Entwicklung hin zu weiterem sportlichen Erfolg dann doch weniger Zeit in Anspruch nimmt.

Von den Finanzen hin zum ablenkenden Sport

Nach dem gestrigen Pressemitteilungs-hin-und-her zwischen dem für den Sport zuständigen Duisburger SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Bischoff und dem MSV Duisburg fällt es mir schwer, mich den sportlichen Notwendigkeiten des anstehenden Spieltags zu widmen. Was den MSV angeht, neige ich eigentlich zu jedem unbegründeten Optimismus. Ich glaube an den guten Ausgang eines Spiels meist bis kurz vor Abpfiff. Nach dieser Stellungnahme gestern aber fällt es mir schwer, mir einen erfolgreichen Schuldenschnitt vorzustellen. Im Grunde hat Rainer Bischoff stellvertretend für die entscheidenden NRW- und Stadtpolitiker den Gläubigern den Rücken gestärkt. Die entscheidenden Gläubiger sind, nach allem, was zu lesen ist, Walter Hellmich und das IBB, das Internationale Bankhaus Bodensee.

Für Bischoffs Stellungnahme sehe ich nur zwei Gründe, zum einen weist er mit ihr gegenüber der Öffentlichkeit darauf hin, die Politik trage für alles, was kommt, keine Verantwortung; mehr noch, sie habe sich sehr angestrengt zur Lösung des Problems beizutragen. Zum anderen wirkt diese Stellungnahme auf mich als Aufforderung an den MSV endlich die Bedingungen der Gläubiger zu akzeptieren. Schließlich wird auch Rainer Bischoff wissen, dass die Verantwortlichen beim MSV Duisburg nicht aus spielerischer Spekulationsgier Abschlüsse verhindern, die dem MSV Duisburg eigentlich zu Gute kommen.

Es gibt also Forderungen auf Gläubigerseite, die vom MSV Duisburg bislang als unannehmbar angesehen werden. Was annehmbar wäre wissen wir, Schuldenschnitt und Anpassung der Stadionmiete an die Einnahmesituation des MSV in den jeweiligen Ligen. Nehme ich nun im besten Fall an, Walter Hellmich und die Bank denken mit ihren Forderungen zugleich an ein Konzept für die Zukunft des MSV Duisburg, heißt das sofort auch, bei den Verhandlungen geht es um den zukünftigen Einfluss von Walter Hellmich und der IBB auf Entscheidungen beim MSV Duisburg. Indirekt scheint Rainer Bischoff die Verantwortlichen beim MSV Duisburg aufgefordert haben, in diesen sauren Apfel zukünftiger Einflussnahme zu beißen. Sollte es auf diese Weise tatsächlich noch zu einem Schuldenschnitt kommen, liegen natürlich sofort sehr viele andere Fragen auf dem Tisch. An der Stelle will ich heute erst mal nicht weiter denken. Zu viel Spekulation über zu viele Probleme, die ich augenblicklich erkenne!

Ablenkung durch den Sport ist nicht das Schlechteste. Viel muss ich zum Spiel des MSV Duisburg gegen RB Leipzig aber nicht mehr schreiben. Alles Wichtige hat der Rotebrauseblogger schon zusammengefasst. Er begleitet RB Leipzig mit seinem informativem und anspruchsvollem Ein-Mann-Online-Journalismus. Über das am Samstag anstehende Spiel vom MSV Duisburg gegen den Verein seines Interesses hat er einen informativen, sachlichen Vorbericht geschrieben, dem ich nichts hinzuzufügen weiß. Abgesehen von meiner Hoffnung auf den Ausgang des Spiels, die sich von seiner wenn auch nur zart angedeuteten Hoffnung klar unterscheidet.

Und noch einen Klickhinweis habe ich. Der Kolumnist vom Tagesspiegel Frank Willmann war am letzten Samstag beim Heimspiel von RB Leipzig gegen Wacker Burghausen dabei. Mit launigen, oft ironischen Worten greift er die Wirklichkeit in Stadion und Umfeld des Vereins auf. Ein Text zum Schmunzeln über Fußball als familienfreundliches Unterhaltungsangebot.

Als Ablenkung von den Finanzproblemen langte mir das Lesen fremder Texte nicht. Erst ein paar Bewegtbilder aus der Vergangenheit haben mir endgültig aus der bedrückten Stimmung geholfen, obgleich ich zunächst die Gefahr zu großer Melancholie scheute. Der bin ich dann entgangen, als ich mir den alten RTL  Sportschau-Bericht über das Bundesligaspiel vom MSV Duisburg beim VfB Leipzig aus der Saison 1993/94 ansah.  Beide Mannschaften standen sich damals als Aufsteiger gegenüber. In dem Spiel ist exemplarisch zu sehen, mit welch schnellem Umschaltspiel Ewald Lienen damals den Zebras zu einer überraschend erfolgreichen Saison verhalf. Am Ende der Saison stand der 9. Tabellenplatz zu Buche.

Wer sich Aufstellung und Spieldaten ansehen möchte, klickt weiter zum Kicker.

Für morgen gilt Zuversicht trotz der weiter fehlenden Stammspieler. Schließlich sind wenigstens Kevin Wolze und Deniz Aycicek wieder einsatzbereit. Humba nach dem Abpfiff wie beim Hinspiel ließe ich mir gefallen.

Die Finanzen – Verdrängen und hoffen

Der Januar ist fast vorbei. Ein Monat bleibt nun noch den Verantwortlichen des MSV Duisburg Zeit, die Finanzen grundlegend neu zu regeln. Am 1. März müssen die Lizenzunterlagen beim DFB eingereicht werden. Was vorher notwendig ist, sollte allgemein bekannt sein. Der Schuldenschnitt ist das eine, die dauerhafte Senkung der Stadionmiete das andere. Sinnvoller Weise gibt es von Vereinsseite ohne wirklich neue Fakten keine offiziellen Stellungnahmen mehr. Hin und wieder sprechen Verantwortliche – sei es Udo Kirmse, Jürgen Marbach oder Bernd Maas – beruhigende Worte über die Kontinuität der schweren Arbeit.

Nun muss ich seit eben ein paar Sorgen mehr verdrängen. Bei xtranews wird nämlich Duisburgs SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Bischoff zitiert, die Ungeduld wachse. Stadt und Land hätten sich als kooperative Gesprächspartner bewiesen. Der Ball liege nun im Feld des MSV und große Eile sei dringend geboten. Meine Sorge wurde deshalb größer, weil die Verantwortlichen beim MSV Duisburg natürlich auch ohne die Hinweise von Rainer Bischoff wissen, wie wenig Zeit sie für die Lösung der Probleme haben. Rainer Bischoff wollte keine Ratschläge geben, er wollte vorsorgen, falls alles schief gehen sollte. Rainer Bischoff weiß, dass die am MSV interessierte Öffentlichkeit in größter Not versuchen wird, auch wieder die Politik in die Pflicht zu nehmen. Dem will er vorbeugen, und schon jetzt Verantwortung eindeutig bestimmen.

Das ist der zweite Teil, der mir die größte Sorge bereitet. Die wenigen Informationen über die Lage  legen nahe, dass die Verantwortlichen beim MSV Duisburg nicht allzu viel Spielraum in den Verhandlungen mit den Gläubigern haben. Ob das nun Walter Hellmich ist oder die Bodenseebank IBB, beide zentralen Verhandlungspartner für die grundlegende Lösung gehen meinem Eindruck gemäß entspannter in die Verhandlungen als der MSV. Vielleicht tatsächlich, weil auf der einen Seite nur Geld verloren wird, die andere Seite aber, der MSV, alles zu verlieren hat, seine Existenz. Und nun kommt Rainer Bischoff und erhöht den Druck alleine auf Seiten des MSV. Dieser MSV hat nun den schwarzen Peter, obwohl Rainer Bischoff eigentlich wissen müsste, wenn etwa Walter Hellmich und die Bodenseebank nicht wollen, geschieht gar nichts. Im Sommer hatte ich gehofft, die Politik werde Einfluss bei der Lösung des Finanzproblems nehmen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich dachte eher an Hintergrundgespräche mit den Gläubigern. Nun also wieder, verdrängen und weiter hoffen.

Update:

Und schon flattert eine Pressemitteilung vom MSV ins Haus. Rainer Bischoffs Botschaft ist angekommen. Meine gerade erfolgreich verdrängten Sorgen machen sich sofort wieder bemerkbar.

Stellungnahme MSV Duisburg

Der MSV Duisburg hat in den vergangenen sieben Monaten mehrfach und offen verdeutlicht, dass die Verantwortung für einen erfolgreichen Schuldenschnitt und damit einer Zukunft für den Verein allein beim MSV und seinem Verhandlungsgeschick liegt. „Wir wissen, dass alle Partner und Fans, Mitglieder und Freunde des MSV in dieser schwierigen und komplexen Situation viel Geduld zeigen müssen“, erklärte Jürgen Marbach, Aufsichtsratsvorsitzender des MSV.

Der MSV betont, dass er auf dem Weg zur Lösung der Situation weitestgehend positive Ergebnisse erzielt hat. „Es gibt für eine solche Situation kein Patentrezept. Und so haben eben noch nicht alle Verhandlungspartner zugestimmt. Wir werden allerdings auch wie bislang weiterhin keine Zwischenstände kommentieren, sondern am Ende ein Gesamtergebnis präsentieren“, betont MSV-Präsident Udo Kirmse.

Seit Ende Juni 2013, nach der Lizenzverweigerung für die 2. Bundesliga durch die Deutsche Fußball Liga, arbeiten die „neuen“ Verantwortlichen des Traditionsvereins aus Meiderich intensiv daran, die enormen, aus der Vergangenheit stammenden finanziellen Probleme im Konsens mit allen unmittelbar Beteiligten zu berichtigen.

„Für die Umsetzung des von uns erarbeiteten zukunftsfähigen Konzeptes benötigen wir unbedingt den Kapitalschnitt“, macht Marbach noch einmal deutlich. Ein im November durch den MSV vorgelegter Kompromiss mit einer niedrigeren als zunächst im Sommer 2013 veranschlagten Quote für den Schuldenschnitt fand leider nicht die Zustimmung aller Gläubiger.

„Die konstruktiven Gespräche mit Politik und Wirtschaft in Duisburg und der Region waren und sind Triebfeder für uns, all‘ unsere Kraft weiterhin in das Bemühen um den Fortbestand des MSV zu stecken“, bekräftigt Kirmse. „Dass der 1. März 2014 dabei als Stichtag für die einzureichenden Lizenzierungsunterlagen steht, ist uns bewusst.“

Wann stimmt Walter Hellmich dem Schuldenschnitt zu?

Dafür dass es wieder ums Ganze geht, ist die Stimmung sehr ruhig. Am 31. Oktober möchte der DFB eine grundsätzliche Lösung für die Finanzschwierigkeiten des MSV Duisburg. Ohne die Einigung mit Walter Hellmich über den Schuldenschnitt wird es diese Lösung nicht geben. Was der MSV Duisburg von Walter Hellmich braucht, ist also klar. Was Walter Hellmich vom MSV Duisburg möchte, wissen wir nicht genau.

Eines scheint mir aber sicher zu sein. Momentan fühlt sich Walter Hellmich gegenüber dem MSV Duisburg in einer besseren Verhandlungsposition. Das Warum spielt erst einmal keine Rolle. Mir geht es um das Einschätzen der Verhandlungsdynamik. Dieses Gefühl hatte Walter Hellmich schon immer. Das letzte Mal führte dieses Gefühl dazu, dass dem MSV Duisburg die Lizenz für die Zweite Liga entzogen wurde. Um das noch einmal deutlich zu sagen, sein Agieren als notwendiger Entscheider im seinerzeitigen Finanzkonstrukt führte erst zu dem Zeitdruck, unter dem die Lizenzunterlagen zusammengestellt wurden. Dieser Zeitdruck gehörte zu seinem Kalkül in der Verhandlung. Bislang war das ein probates Mittel, weil es vermeintlich immer nur um den Nachweis der notwendigen Liquidität ging. Walter Hellmich war im Mai so liquide, um das fehlende Geld dem MSV Duisburg zur Verfügung zu stellen. Mit der Verpflichtung zur Rückzahlung wohlgemerkt. So wollte er den größt möglichen Einfluss wahren.

Damals beschäftigte sich Walter Hellmich gar nicht erst mit dem Thema, um das es jetzt geht. Dieses Mal ist es also komplizierter, weil es nicht damit getan ist, mal eben Geld auf das Konto des MSV Duisburg zu überweisen. Der DFB verlangt vom MSV Duisburg grundsätzliche Lösungen in den Finanzfragen. Dieses Mal geht es um den Schuldenschnitt und in Folge um den Nachweis, dass die Stadionmiete dem Budget des MSV Duisburg entspricht. Wieder aber scheint Walter Hellmich den MSV Duisburg nicht als  Verhandlungspartner anzusehen, mit dem eine für beide Parteien best mögliche Lösung zu erreichen ist. Vielmehr sieht es so aus, als befänden sich zwei Verhandlungsparteien im Streit. Beide Parteien sind aber aufeinander angewiesen, um den Schaden jeweils möglichst gering zu halten. Da beide Parteien bei Nichteinigung verlieren werden, sollten eigentlich rationale Lösungen möglich sein. Nun führen Konflikte oft zu irrationalem Verhalten, egal ob es um Ehen geht oder um Geschäftsbeziehungen, ganz zu schweigen von denen im Fußball.

Die Ehe erwähne ich deshalb, weil viel von dem, was mir über Walter Hellmichs Position in den Verhandlungen berichtet wird, mich an einen enttäuschten Beziehungspartner erinnert. So jemand beschwert sich bei anderen, dass  ihm böse mitgespielt wurde und weil das im Reviersport auf offene Ohren trifft, steht das dann sogar in der Zeitung.  Thorsten Richter stellt als Tatsache dar, dass ehemalige und aktuelle Funktionäre des MSV Duisburg Walter Hellmich an den Pranger gestellt hätten. Ich kann mich beim besten Willen daran nicht erinnern. Zumal mir für die Erinnerung auch noch der HInweis fehlt, womit er denn konkret an den Pranger gestellt wurde. Und vor allem, wo befand sich der Pranger? In dem Zusammenhang sei WAZ/NRZ ausdrücklich gelobt, die keineswegs wie die Reviersport die Dauer der Verhandlung dem MSV Duisburg anlasten.

Ressentiments sind es also, die die Verhandlungen erschweren. Um welche sachlichen Fragen es Walter Hellmich überhaupt geht, das lese ich nirgendwo. Das ist mir völlig unklar und wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch unklar bleiben. Dagegen steht eines für mich fest. Egal wer auch immer für den MSV Duisburg verhandelt, ob Jürgen Marbach, Udo Kirmse oder Bernd Maas, sie könnten nachdrückliche Hilfe von Seiten der Politik gut gebrauchen. Wenn sie nicht schon hinter den Kulissen dabei sind, sollten Sören Link, und beizeiten auch Ralf Jäger, Walter Hellmich zuerst daran erinnern, dass sein anfänglicher Einsatz für den MSV Duisburg ein paar Folgen für die Auftragslage seines Unternehmens gehabt hat. Ich kenne genügend Menschen, die sich nur für den Fußball des MSV Duisburg interessieren und dennoch  genau wissen, ab wann in Duisburg überall mit einem Mal die Fahnen des Bauunternehmens Hellmich wehten. Danach könnten sie ihn auch daran erinnern, dass dieser MSV Duisburg nicht nur ein Wirtschaftsunternehmen ist. Im Sommer wurde deutlich, wie wichtig der MSV Duisburg für die Menschen dieser Stadt ist. Im Sommer noch wirkte es so, als müsse auch Walter Hellmich unter dem Druck der vereinten Kräfte für die Rettung des MSV bei seinem Handeln den ideellen Wert dieses Vereins berücksichtigen. Der Sommer ist für Walter Hellmich offensichtlich schon lange her.

Nun dürfen auch schlechte Nachrichten über Walter Hellmich berichtet werden

Manchmal erinnert mich Walter Hellmich an einen Politiker im freien Fall. Seitdem der MSV Duisburg durch die DFL keine Lizenz für die Zweite Liga erhalten hat, darf über ihn alles geschrieben werden, was schon lange bekannt ist und noch mehr. Das ist der klassische Verlauf eines Polit-Skandals. Politiker werden nicht durch Fehler angreifbar, sondern dann wenn sie in der eigenen Partei ihre Machtbasis verlieren. Es ist lange her, dass ich einen Text gelesen habe über genau diese Strukturen der Politik. Ich weiß nicht mal mehr, ob nicht sogar eine wissenschaftliche Arbeit die Grundlage für den Text war. Nun kommt er mir wieder in den Sinn.

Seit Jahren wurde die Rolle von Walter Hellmich beim MSV Duisburg von vielen Menschen kritisch gesehen. Der erste Beitrag im MSVPortal in dem damals – so erinnere ich mich – verschobenen Thread zur wirtschaftlichen Lage des MSV Duisburg datiert vom 11. 6. 2009. Schon zuvor hatte die Diskussion aber in einem anderen, schon länger bestehenden Thread Fahrt aufgenommen. Ich stelle das einfach nur fest als einen Beleg dafür, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Öffentlich bekannt wurde davon nämlich so gut wie nichts, geschweige denn dass diese Kritik an der Geschäftsführung von Walter Hellmich beim MSV Duisburg Konsequenzen hatte. Nun ist alles anders geworden. Ich vermute, immer mehr Entscheider in Duisburg waren von Walter Hellmich abgerückt. Immer mehr Fäden im lokalen Machtnetz von Walter Hellmich müssen in den letzten Wochen zerrissen  sein. In den hektischen Tagen vor der Abgabe der Bilanzunterlagen hat er wahrscheinlich mit der Ablehnung einer grundsätzlichen Lösung für die zu hohe Stadionmiete den Bogen überspannt.

Vor der Bekanntgabe der DFL-Entscheidung war dieser Fall von Walter Hellmich noch nicht absehbar.  Noch war nicht klar, wie die Zukunft aussehen würde, deshalb war auch nicht ganz eindeutig zu sagen, wer welches Interesse daran hatte, den von Walter Hellmich an Roland Kentsch adressierten Brief in die Öffentlichkeit zu bringen. Dieser Brief erschien am 25.5. zunächst in der Reviersport. Er zeigte Walter Hellmich als wütenden Menschen, der die Realität sehr verzerrt wahrnimmt. Der Inhalt widersprach der Beschreibung jenes Geschehens beim MSV Duisburg in den letzten Monaten, das von immer mehr Menschen als wahr angesehen wurde. Dennoch konnte immer noch spekuliert werden, ob hinter der Veröffentlichung nicht doch Walter Hellmich selbst stecken könnte. Die begleitende Berichterstattung in der Reviersport blieb nämlich neutral bis wohlwollend. Deshalb war es einen Tag lang unklar, wem die Veröffentlichung nutzen würde.

Dirk Retzlaff bezog am 26. Mai aber für die WAZ/NRZ eine eindeutige Position gegen den neuerlichen Machtzuwachs von Walter Hellmich beim MSV Duisburg. Der breiteren Öffentlichkeit wurde so eine starke Stimme contra Hellmich angeboten. Von nun an wurden immer mehr Details aus den Verhandlungen vor dem Abgabetermin bekannt. Heute wird bei WAZ/NRZ sogar der Hellmich-Kredit vom Dezember als eine Art Vergabe durch Knebelvertrag enthüllt. Ohne seine Zustimmung keine andere Besetzung des Geschäftsführers. Frage ich mich natürlich, war das eine Geheimklausel oder hat das die DFL seinerzeit durchgewunken. Und sind die zusätzlichen zwei Aufsichtsratssitze, die Walter Hellmich für seinen gegenwärtigen Kredit als Gegenleistung wollte, nun zwei Tropfen, die ein Fass zum Überlaufen brachten? Und ich erinnere mich, wie sehr wurde über genau diese Frage, der Besetzung des Aufsichtsrats, diskutiert, als es um die Änderung der Vereinssatzung ging. Damals hieß das Argument,es sei eine legitime Forderung von Investoren mitbestimmen zu wollen. Ich seufze.

Ich weiß gar nicht genau, warum ich das alles aufschreibe. Das hat natürlich mit der Beschreibung der historischen Wahrheit zu tun. Das stimmt mich zufriedener, denn es geht auch um das Bearbeiten von unangenehmen Gefühlen.Von der Zebra-Herde gibt es übrigens  eine zusammenfassende Darstellung des Geschehens rund um den MSV Duisburg – Mit einem Klick weiter hier. Auch dort wird versucht, historische Wahrheit festzuhalten. Menschen gehen sehr unterschiedlich mit den traurigen Erfahrungen in ihrem Leben um. Mich würde es zerreißen, mir über die Entscheidung des Schiedsgerichts Gedanken zu machen. Ich habe keinen Einfluss auf diese Entscheidung, also will ich nur die Nachricht hören. Ich entwerfe aber Bilder für mich, wie es im schlechtesten Fall weitergehen kann.  So halte ich das Warten aus. Dazu gehört so ein Schreiben über nicht wirklich neue Dinge, so ein Festhalten, so ein Erinnern, ach, so war das und dann erst lässt sich das vergessen. Dann sehe ich nach vorne. Dann sehe ich diese so beeindruckende Gemeinschaftlichkeit, die der MSV Duisburg bewirkt. Dann sehe ich darin die Chance auf einen Neuanfang, wenn dann doch die Nachricht kommt, die sehr wahrscheinlich ist. Dann weiß ich als Realist, so eine Stimmung wird sich nicht immer halten ohne sportlichen Erfolg. Wir Fans legen dafür aber gerade eine gute Grundlage.

Die alte Macht ist frisch und jung

Brechen wir das Geschehen des gestrigen Tages mal auf plakative Begriffe runter. Die Idealisten gehen, die Machtpolitiker mit finanziellen Interessen bleiben. Damit ist noch nichts über den möglichen Erfolg von unterschiedlichen Konzepten gesagt. Gleichwohl gibt es Hinweise. Denn noch immer fehlt in jedem Artikel über die Zukunft des MSV Duisburg irgendeine Aussage zu konkreten Vorhaben, das strukturelle Problem zu hoher Kosten durch die Stadionmiete anzugehen.

Die Idealisten gehen, die Machtpolitiker bleiben. Der Konflikt im Verein reduziert sich auf die Namen Hellmich und Schauinsland-Reisen. Es geht nicht um Personen, die im Verein offizielle Ämter bekleiden. Es geht um Personen, die für Geldzu- und abflüsse sorgen. Ich glaube aber kaum, dass Walter Hellmich ohne Unterstützung in diesem Konflikt als Gewinner hervorgeht. Mir ist völlig unersichtlich, wieso Walter Hellmich – als natürlich großer Anteilseigner der MSV Duisburg Stadionprojekt GmbH & Co. KG – so dasteht, als bestimme er alleine das Geschäft der Stadionbetreiber. Er ist doch nicht Mehrheitseigner, oder irre ich mich? Wieso kann in der Stadt Duisburg niemand so viel Druck auf ihn ausüben, dass er sich einem gemeisamen Weg mit einem Sponsor und Unterstützer des MSV Duisburg nicht verschließt, der sich bislang als sehr guter Partner erwiesen hat? Da habe ich keine Erklärung. Anscheinend kann Walter Hellmich eines auch sehr gut, Netzwerke organisieren und  Personen für sich gewinnen. Er scheint ein guter Machtpolitiker zu sein.

Es ist bezeichnend für die Situation, dass Walter Hellmich, der nach eigenen Worten laut RP ja für kein offizielles Amt im Verein zur Verfügung steht, gestern dennoch wie offiziell auch immer sich als Sprachrohr des MSV Duisburg verstand. Er war es, der verkündete, die Lizenz für die nächste Saison sei gesichert. Weder Roland Kentsch als Geschäftsführer der KGaA noch Udo Kirmse als Vereinsvorsitzender mussten etwas sagen. Das alles entnehme ich der Rheinischen Post, die das Geschehen des gestrigen Tages so umfassend wie möglich und in sachlichem Ton umreißt. Bezeichnend auch, wie schwammig sich Walter Hellmich zur Stadionmiete äußert. Miete werde gestundet oder es werde auf sie verzichtet. Ein Unterschied, der die Zukunft des MSV Duisburg bestimmt. Walter Hellmich jedenfalls ist endgültig ganz zurück.

Was geschah fünf Monate lang?

Gestern habe ich die Worte von Roland Kentsch nicht wirklich ernst genommen. Offenbar hatte ich ihn nicht richtig verstanden. Das führt nun dazu, dass ich heute etwas anderes noch weniger verstehe. Gestern schien mir die Aufgeregtheit um die mögliche Insolvenz des MSV Duisburg einfach nur die Nebenwirkung des taktischen Handelns von Roland Kentsch zu sein. Heute lese ich bei WAZ/NRZ von Gedankenspielen zum Arena-Erwerb durch die Stadt Duisburg, genauer durch eine Tochter-Gesellschaft der Stadt. Unabhängig davon, ob so eine Lösung überhaupt machbar ist, muss ich erkennen, die Lage scheint  doch recht ernst zu sein.

Ich verstehe deshalb nicht mehr, was nach dem letzten Bedrohungsszenario in den letzten fünf Monaten geschehen ist. War diese Zeit zu knapp, um eine Grundstruktur zur Lösung des Problems zu finden, dass die Stadionmiete viel zu hoch ist. Erinnere ich mich falsch, dass damals die Rettung des MSV Duisburg verkündet wurde und die Zuversicht vorhanden war, eine niedrigere Stadionmiete zu ermöglichen? Wieso gibt es jetzt wieder solch einen Zeitdruck? Folgt das Handeln beim MSV Duisburg dem anthropologischen Grundprinzip, Probleme nur dann richtig anzupacken, wenn die Gefahr am größten ist?  Manchmal gibt es Tage, da möchte ich im vergangenen Alltag dabei gewesen sein. Einfach nur, um zu verstehen, was mir unerklärlich ist.

Was ist nun die Neuigkeit in Sachen Finanzen?

Gestern nun war die Jahreshauptversammlung des MSV Duisburg. Bei dem, was im Live-Ticker des Reviersport und im MSVportal zu lesen ist, wurde die neue Satzung Paragraf für Paragraf verabschiedet.  Sehr umstritten war alleine § 19 der Satzung, der den Einfluss des Vereinsvorstands bei Tochtergesellschaften regelt. In diesem Paragrafen geht es darum, wie weit wird möglichen Investoren ein Mitspracherecht im operativen Geschäft des Wirtschaftsbetriebs MSV Duisburg eingeräumt. Der ursprüngliche Vorschlag des Vorstands erreichte nicht die nötige Zweidrittel-Mehrheit. So weit ich das verstehe, schien der Einflussverlust des Vereins für einige der anwesenden Mitglieder zu groß zu sein. Ohne die Änderung diesese Paragrafs wäre aber nach Ansicht des jetzigen Vorstands der MSV Duisburg auf Dauer nicht überlebensfähig. Denn der Wirtschaftsbetrieb MSV Duisburg braucht neue Investoren. Es wurde ein Kompromiss formuliert, dessen genauen Wortlaut ich noch nicht kenne und der mit der notwendigen Zweidrittel-Mehrheit angenommen wurde. Ob nun also die Rahmenbedingungen so sind, dass neue Investoren demnächst beim MSV Duisburg Schlange stehen? Da stecke ich nicht tief genug im Thema, um das zu bewerten.

Aber sobald es um die Finanzen geht, werde ich auch bei nur halbwegs regelmäßigem Blick auf die Berichterstattung rund um den MSV Duisburg misstrauisch. Fast immer habe ich bei den Aussagen von Verantwortlichen des MSV Duisburg dann das Gefühl, es steckt mehr dahinter, als das was gesagt wird. „Kentsch warnt vor der Insolvenz des MSV Duisburg“, titelt WAZ/NRZ. Bis Donnerstag müsse eine Finanzierungslücke von 2,5 Millionen bis 3 Millionen Euro geschlossen werden. Liest man den Artikel, geht es um nichts Neues. Die Geschichte wandelt sich aber beim Weitererzählen in der Medienlandschaft. Es wirkt mit einem Mal so, als ob nach der Insolvenzgefahr Ende letzten Jahres nun eine weitere neue Schwierigkeit aufgetreten ist. Schon damals aber hieß es, ohne die Senkung der Stadionmiete ist der MSV Duisburg nicht überlebensfähig. An wen richtete sich also die implizite Botschaft in Roland Kentschs Warnung? Sollten die Mitglieder des MSV Duisburg zum Durchwinken der Satzungsänderung überzeugt werden? Oder richtete sie sich an die Stadionbetreibergesellschaft? Druck über die Öffentlichkeit ausüben, um zur Mietsenkung zu gelangen? Fragen über Fragen. Früher ging es mal nur um Sport.

Der ganz schnelle Nachtkommentar zum Rücktritt von Andreas Rüttgers

Nach dem dienstäglichen Basketball spät abends nach Hause kommen und dann die Nachricht lesen, Andreas Rüttgers sei zurückgetreten, so etwas möchte ich nicht.  „Über die weitere Ausrichtung des MSV gibt es zu unterschiedliche Auffassungen“, so heißt es auf der Seite des MSV Duisburg. Die Auffassung von Andreas Rüttgers kennen wir. Das Beunruhigende für mich: Die andere Auffassung kennen wir nicht. So war es schon einmal. Das beunruhigt mich noch etwas mehr.

Ein Machtkampf ist da zu Ende gegangen, und der transparente Weg ist nun erst einmal zu Ende. Vielleicht hat Transparenz im Fußballgeschäft auf kurze Frist nicht unbedingt etwas mit Solidität zu tun. Auf lange Frist zahlt sie sich für Vereine wie den MSV Duisburg aus. Mein großer Respekt gilt Andreas Rüttgers für seinen Versuch, diesem Verein eine andere Basis zu geben als sie in den letzten Jahren vorhanden war. Man muss sich das wirklich einmal ausmalen, dass da ein Mensch mit Idealismus sehr viel Arbeit geleistet hat und dennoch häufig in Schnellschuss-Manier kritisiert und angegangen wurde. Ohne Substanz konnte jeder irgendetwas über ihn daherreden und macht es jetzt angesichts des Rücktritts noch immer. Wer so etwas auf sich nimmt ohne irgendein finanzielles Interesse, dem geht es um diesen Verein, dem geht es um den MSV Duisburg, um das Fortbestehen von etwas, was für so viele Menschen sehr wichtig ist. Dafür gilt mein Dank ihm, und ich hoffe sehr, dass sehr viel mehr Anhänger dieses Vereins den gleichen Gedanken im Kopf haben.

Angesicht dieses Rücktritts kommt mir Hajo Sommers, der Präsident von Rot-Weiß Oberhausen, in den Sinn, mit dem ich vor ein paar Monaten über seine Erfahrungen als Fußballfunktionär sprach. Als Fan wurde er Präsident seines Vereins zu einer Zeit, als Rot-Weiß Oberhausen auf dem Weg zum Amateurverein war. Damals trat er mit der Illusion an, er könne diesen Verein so führen, dass all die am Verein Interessierten entspannt mal mit dem Erfolg, mal ohne Erfolg einfach Spaß mit dem Verein haben. Das, so musste er erfahren, klappte nur in eine Richtung. Sportlicher Erfolg war das, was alles andere unwichtig machte. Fußball ist anscheinend zu wichtig geworden in unserer Gesellschaft. Emotional und wirtschaftlich.

Im Moment scheint es so, als fuße der Unterschied in der Ausrichtung des MSV Duisburg allein auf wirtschaftlichen Interessen, die beteiligte Akteure mit dem MSV Duisburg verbinden. Wer bei der Stadionmiete nachgibt, möchte Einfluss auf das operative Geschäft, so heißt es in der WAZ, und gleichzeitig wird die Zukunft mit einem Konzept von GEBAG-Sanierer Utz Brömmekamp rosig ausgemalt. Ein Fragezeichen ist dabei leicht zu übersehen. Letztlich wird dieses Geschehen heute niemanden mehr interessieren, wenn der MSV Duisburg tatsächlich dauerhaft sportlich erfolgreich wäre. Ob der Verein dann solide geführt wäre? Wir wissen es nicht, und wir werden es wahrscheinlich auch nicht erfahren. Denn der Mann, der als Präsident das Amt auf diese transparente Weise führen wollte, ist nun zurückgetreten. Wir wissen nur noch, es geht ums Geld, das Investoren des einstigen Stadionbaus verlieren könnten. Nämlich dann, wenn die wirtschaftliche Lage dieses Vereins so schlecht würde, dass Punkte abgezogen werden könnten und  die 3. Liga drohte.

Also, der Kommentar zur Nachricht in dieser Nacht:


JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 8,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Sponsored

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: