Archive for the 'Saison 2010/2011' Category



Programmhinweis: Milan Sasic im Portrait von Marc Schlömer bei Sport Inside

Trainer Baade gab weiter unten in den Kommentaren zu einem älteren Beitrag schon den Hinweis auf Marco Schlömers Portrait von Milan Sasic in der WDR-Sendung Sport Inside. Der Hinweis ist dort etwas versteckt, deshalb hier noch einmal das Ganze gesondert erwähnt. Der WDR stellt das Portrait nicht als ganzes Video ins Netz. Allerdings gibt es hier das Manuskript zusammen mit mehreren kleinen Clips.

Leser fragen – Kees Jaratz antwortet: Das DFB-Pokalfinale

Die beliebte Ratgeber-Rubrik dieser Seite „Leser fragen – Kees Jaratz antwortet“ widmet sich bis zum Pokalfinale am Samstag natürlich nur einem: dem Pokalfinale. Im Moment führen über Google täglich Fragen zu diesem Spiel hierher und, wie schon einmal gesagt, wer hier landet, soll nicht vergeblich gekommen sein. Ich weise gerne auch noch einmal darauf hin: Wer seine Fragen lieber genauer stellen möchte, als es die Google-Gepflogenheiten erlauben, kann auch direkt Kontakt mit mir aufnehmen.

Anonymer Google-Nutzer (Alter unbekannt): In welchem Trikot spielt der MSV am 21. Mai 2011?

Lieber anonymer Google-Nutzer, die Mannschaft vom MSV Duisburg wird in den blau-weiß gestreiften Zebra-Trikots auflaufen, das heißt in den Heimspieltrikots. Was sich übrigens keineswegs zwangsläufig daraus ergab, dass der MSV Duisburg schon bald nach den Halbfinalergebnissen vom DFB durch Losentscheid zur Heimmannschaft bestimmt wurde. Dieser erste Losentscheid hatte nur den Zweck, die Spielpaarung des Finales in einheitlicher  Form kommunizieren zu können. Die sich normalerweise aus dem Status der Heimmannschaften ergebenden Rechte wurden mit einem zweiten Losentscheid am 16. März beim „DFB-Pokal-Finalisten-Meeting“ in Berlin vergeben. Hierbei gewann der MSV Duisburg den Losentscheid und wählte daraufhin das Trikot sowie die Umkleidekabine. Nach dieser zweifachen Wahl wurde die Entscheidung für die Aufteilung der Fans innerhalb des Stadions dem FC Schalke 04 überlassen. Der MSV Duisburg informierte über die zweite Auslosung hier.

Verschiedene anonyme Google-Nutzer (Alter unbekannt): Welcher Spieler des MSV Duisburg hat schon einmal den DFB-Pokal gewonnen?

Ivica Banović weiß, wie man sich als Pokalsieger fühlt. Als Werder Bremen in der Saison 2003/2004 das Endspiel gegen den Zweitligisten Alemannia Aachen gewann, gehörte Ivica Banović zum Kader des Vereins. Eingesetzt wurde er allerdings nur in den Pokalspielen der 1. Runde und des Achtelfinales. In der Saison 2006/2007 spielte er beim 1. FC Nürnberg und wurde im DFB-Pokalfinale in der 115. Minute eingewechselt. Der 1. FC Nürnberg siegte gegen den VfB Stuttgart nach Verlängerung mit 3:2.

Filip Trojan gehörte zum Spielerkader vom FC Schalke 04 in der Saison 2001/2002, als der FC Schalke 04 den DFB-Pokal mit einen 4:2-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen gewann. Allerdings wurde er in keinem Spiel der Saison eingesetzt und gehörte nicht zum 18er-Kader des Pokalspiels.

Auch Ivica Grlic kennt die Atmosphäre in Berlin, auch wenn er bislang noch nicht als Pokalsieger vom Platz ging. Für jene Aachener Mannschaft, die in der Saison 2003/2004 das Pokalfinale verlor, stand Ivo auf dem Platz. Wenn mich zudem nicht alles täuscht, ist auch der Pressesprecher des MSV Duisburg Martin Haltermann darin geübt, den Medienandrang nach Pokalsiegen abzuarbeiten. Als der 1. FC Nürnberg Pokalsieger wurde, arbeitete er dort in gleicher Funktion wie nun beim MSV.

Außerdem gibt es im derzeitigen Kader drei Spieler des MSV Duisburg, die bei Pokalsiegern anderer Nationen gespielt haben. Branimir Bajić spielte von 2000 bis 2007 mit einer kurzen Ausleih-Unterbrechung für FK Partizan Belgrad und gewann mit dem Verein den serbischen Pokalwettbewerb in der Saison 2000/2001. Ebenfalls in dem Verein spielte Srdjan Baljak schon ab 1996 als Jugendspieler. Er erlebte somit nicht nur den Pokalerfolg 2001/2001 mit, sondern auch den Pokalerfolg der Vorsaison 1999/2000.

Auch wenn Mihai Tararache für den MSV Duisburg sehr wahrscheinlich nicht mehr spielen wird – wer weiß, wer sich noch verletzt -, zum Kader des Vereins gehört er dennoch, und es soll nicht vergessen werden, dass auch er in der Saison 2004/2005 mit dem FC Zürich Sieger im Schweizer Cup wurde.

Anonymer Google-Nutzer (Alter unbekannt); sehr wahrscheinlich vermutlich ein Mitarbeiter der Geschäftsstelle vom FC Schalke 04 im Auftrag von Vorstandsmitglied Horst Heldt (41), der neben seinen Aufgaben im sportlichen Bereich mal kurz Aufgaben im Unternehmensfeld Kommunikation abarbeitete: Wie schreibe ich eine vorübergehende Schließung wegen Trauerfall?

Lieber Horst Heldt, ich kenne Sie als Mann wohlfeiler Worte und nehme an, so unglücklich drücken Sie sich nicht aus, wenn Sie sich für den Ernstfall rüsten wollen. Es wird einer Ihrer Mitarbeiter gewesen sein. Die junge Generation braucht manchmal noch ein wenig Übung beim Ausformulieren längerer Sätze. Ich glaube aber Sie richtig zu verstehen. Der Schock in der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 wird bei einer Niederlage der Mannschaft des Vereins im Pokalfinale zu groß sein, um die anfallende Tagesarbeit zu bewältigen. Sie werden in sich gehen müssen und Zeit und Ruhe zum Trauern brauchen. Womöglich werden Ihnen erste Gedanken kommen, wo Geld einzusparen ist, da der Verein an keinem europäischen Wettbewerb teilnehmen kann. Ich schlage deshalb vor, sogleich am kommenden Montag mit dem Sparen zu beginnen. Ihre Frage geht doch dahin, wie Sie die Öffentlichkeit darüber informieren sollen, dass die Geschäftsstelle wegen des Trauerfalls „Niederlage im Pokalfinale“ geschlossen bleibt? Ich empfehle ein einfaches, handbeschriebenes Pappschild an die Tür zu kleben: „Wegen Trauerfall geschlossen“.  So einfach ist das und so kostengünstig. Vielleicht lässt sich der eine oder andere Schalker Spieler ja sogar ermuntern, die Worte niederzuschreiben.  So ein selbst verfertigtes Zeugnis mit der Originalschrift eines echten Vizepokalsiegers könnte alle zu Herzen rühren, die vor der verschlossenen Tür der Geschäftsstelle stehen. Der erste Ärger wäre gelindert, und kein Krakeler würde ihre Gedanken stören, wie es weitergehen wird mit Gazprom, Schulden, Rangnick, Raúl, dem Torwart ohne Namen und was Ihnen sonst noch alles auf der Seele lastet.

Immer wieder aufstehen!

Wisst ihr was, ihr Fußballgötter? Kein Blick mehr von mir in den Himmel. Ihr macht euren Kram ab jetzt alleine. Doppelter Bänderriss bei Benjamin Kern! Wisst ihr was, ihr heimlichen Mission-Cup-Drehbuchautoren?  Wenn ihr diesen Blockbustern noch hinbekommt, die Wendung am Samstagabend, nachdem ihr einen nach dem anderen Hauptdarsteller rausgeschrieben habt, wenn ihr das hinbekommt, so ein Happy End für die, an die kein neutraler Zuschauer mehr so richtig glauben kann. Dann habt ihr es echt drauf, ihr Drehbuchautoren. Ihr seid auf dem Weg Klassiker zu werden. Was für ein Bild ist da möglich. Ein Krankenlager tanzt auf Krücken rund um jubelnde Pokalhelden. Krücken, Verbände, was weiß ich für medizinische Hilfsmittel. Und vergesst mir nicht das Theaterblut aus Duisburg mitzunehmen für die Special Effects. Für Benjamin Kern. Für Jürgen Säumel. Für Srdjan Baljak. Für Stefan Maierhofer. Für Julian Koch. Habe ich jemanden vergessen?

Ich warte nur auf Nachrichten über Benjamin Kern

So, nun ist auch generalgeprobt. Auch wenn die Meinungen über das Spiel etwas geteilt sind, ich habe den Eindruck, die Mannschaft ist für das Finale im DFB-Pokal gewappnet. Ich habe nur die Spielzusammenfassung gesehen, kurz was aus Marco Röhlings Mund gehört und ein paar Dinge gelesen. Wenn ich mir aus all dem ein Bild mache, so spielt die Mannschaft auf dem Niveau der letzten Wochen mit bekannten Schwächen in Defensive und Offensive. Diese Schwächen kommen manchmal zum tragen und manchmal eben nicht. Manchmal schiesst ein Verein die Tore gegen den MSV Duisburg, wenn den Gegenspielern im Strafraum einen Moment zu viel Platz gelassen wird. So war es dieses Mal beim VfL Bochum. Manchmal fallen die Tore vom MSV Duisburg und manchmal wirkt sich die Abschlussschwäche eben deutlicher aus. Erschwerend kam hinzu, dass der Schiedsrichter den Spielfluss durch keinen Elfmeterpfiff hemmen wollte. Olcay Sahan hatte es in dieser Saison schon öfter schwer im Strafraum.

Bleibt für mich als einzige Frage, wie geht es Benjamin Kern? Fast sieht es in der Lokalpresse so aus, als wolle niemand der Verkünder schlechter Nachrichten sein. Benjamin Kern ist kein Thema. An anderen Stellen aber lese ich von einem „bösen“ Umknicken. Er wurde danach ausgewechselt. Als Vorsichtsmaßnahme? Zwar habe ich gestern flapsig geschrieben, wenn gegen den VfL Bochum nicht mehr als einer der wichtigen Spieler sich verletzt, haben wir im Finale eine Chance gegen den FC Schalke 04. Aber das muss doch nicht sein. Der MSV Duisburg braucht keine weitere Opfergabe mehr zur Vorbereitung auf das Finale im DFB-Pokal. Da hat die Mannschaft für welche Götter im Fußballhimmel auch immer bereits ihre Schuldigkeit getan. So Fußballgötter sollten jetzt endlich mal zufrieden sein mit dem, was sie schon an verletzten Spielern gereicht bekommen haben.

Gute Stimmung stetig besser

„Wir hatten es uns hier in Köln anders vorgestellt – sowohl was die Leistung, als auch was das Ergebnis betrifft. Die erste Halbzeit war schlecht, wir haben überhaupt nicht aggressiv gespielt. In der zweiten Halbzeit war dann die letzte halbe Stunde in Ordnung, da hat die Mannschaft noch alles versucht. Aber es fehlt ihr auch das Selbstvertrauen. Nur wenn wir so spielen wie in der letzten halben Stunde, haben wir gute Chancen, das Pokalfinale zu gewinnen.“
Ralf Rangnick, Trainer, FC Schalke 04

Zitiert nach Der Westen – 14.5.2011

„Entscheidend ist, dass wir mit einer positiven Grundstimmung nach Berlin fahren. Wir müssen den Schwung aus den letzten Minuten hier in Köln natürlich mitnehmen und im Training weiterhin hart arbeiten.“
Benedikt Höwedes, Innenverteidiger, FC Schalke 04

www.schalke04.de – 14.5.2011

„Wir haben mehrmals Latte oder Pfosten getroffen, das war vielleicht ein bisschen unglücklich. Aber wir haben schlecht angefangen, und dann kriegt man auch kein Glück. In der zweiten Halbzeit waren wir besser und haben auch Chancen bekommen. Wir nehmen kein gutes Gefühl aus diesem Spiel mit, aber das Pokalfinale wird ein anderes Spiel. Wir müssen versuchen, den Pokal zu holen. Das ist wichtig. Für uns und für die Fans.“
Klaas-Jan Huntelaar, Stürmer, FC Schalke 04

„Am nächsten Samstag aber müssen wir gewinnen!“
Julian Draxler, Mittelfeldspieler, FC Schalke 04

Zitiert nach Der Westen – 14.5.2011

„Ich habe recht wenig gesehen – von beiden Mannschaften.“

„Ich habe das Vertrauen in die Spieler, dass sie den Schalter umlegen können. Ich habe das als Spieler nie so gekonnt. Die Leistungen der vergangenen beiden Spiele werden nicht reichen, um das Pokalfinale zu gewinnen.“

„Wir müssen den Pott holen“.
Horst Heldt, Vorstand Sport/Spielbetrieb/Kommunikation, FC Schalke 04

Zitiert nach Der Westen – 14.5.2011


Die Zeichen dieser Zeit brauchen Chinesisch Einfach als Zeichensatz

Nachdem die Verpflichtung von Jiayi Shao durch den MSV Duisburg bekannt gegeben wurde, gab es im Umfeld vom FC Energie Cottbus keine so große Enttäuschung wie nach dem Verlust von Emil Jula. Wenn ich das richtig verstehe, sehen die Shao-Kritiker in Cottbus vor allem die mangelnde Laufbereitschaft als sein großes Manko.  Ich vertraue da ganz auf die sportliche Leitung des Vereins meiner großen Pokalfinalspielhoffnung. Sie werden für den Mann entsprechend seiner Qualitäten in den Spielen der kommenden Saison schon einsetzen.

Für uns, die wir die Geschicke des MSV Duisburg dank des Internets weltweit in jedem noch so entfernten Medium verfolgen, ergeben sich nun völlig neue Aufgaben. Wir werden immer wieder in den Eingeweiden unserer Browser zwischen den Zeichensätzen hin- und herwechseln müssen. Statt „Unicode“ oder „Westlich“ brauchen wir „Chinesisch einfach“, sonst können wir unsere Kinder gar nicht erst zur Hilfe holen. Endlich wissen wir nämlich, warum seit einiger Zeit in so vielen Schulen Chinesisch gelernt wird. Wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sichern? So ein Quatsch! Shao-Infos übersetzen helfen. Das sind die Zeichen der Zeit, und die müssen unsere Browser erstmal erkennen können. Sonst sieht das nämlich so aus:

Selbstvertrauen durch guten Sommerfußball

Besser kann die Vorbereitungszeit auf ein wichtiges Spiel einer Saison nicht verlaufen. Unter Wettbewerbsbedinungen wird gegen die Gegner gesiegt. Die Mannschaft merkt, sie kann sehenswert Fußball spielen und festigt sich weiter als Einheit. Weil außerdem die Gegner nicht ganz ohne Ehrgeiz antreten, werden die Schwachstellen der Mannschaft offenbart und können im Training noch einmal gesondert angegangen werden. Während die Spieler der Mannschaft also Selbstvertrauen gewinnen, wird in der gleichen Zeit die Stimmung beim Gegner durch Niederlagen immer schlechter.  Das klingt wirklich gut. Rund um den FC Schalke 04 kitzeln Angst und Sorge die Seelen, während rund um den MSV Duisburg eine leistungssteigernde Atmosphäre aus Lampenfieber, Freude durch Erfolgserlebnisse und Zuspruch immer spürbarer wird.

Flow heißt das Zauberwort, das die Psychologie als den erstrebenswertesten Zustand bei einer Tätigkeit beschreibt, und so wie die Mannschaft im Moment spielt, scheint beim MSV Duisburg so etwas wie ein Gruppenflow vorhanden zu sein. Da gelingt die Konzentration auf die anstehende Aufgabe. Da stabilisiert sich das Gefühl, die Kontrolle über die eigenen Fähigkeiten zu besitzen. Und vor allem durchdringen sich Handlung und Bewusstsein während eines Spiel gegenseitig. Keinen Spieler hemmt sein Denken. Der MSV Duisburg befindet sich im Flow! Es deutet vieles darauf hin, dass dieser Flow bis ins Finale anhält. Was dort dann mit und dank dieses Flows passiert, werden wir sehen.

Wie  sehr kann nämlich das Denken zum falschen Zeitpunkt im Sport den Erfolg verhindern. Ich glaube, bei Manuel Schäffler zeigt sich das im Moment. Allerdings kommt die Spielanlage des MSV Duisburg ohne Stefan Maierhofer wahrscheinlich auch den spielerischen Qualitäten von Manuel Schäffler sehr entgegen. Er braucht anscheinend den Ball mit schnellem Kombinationsspiel, flach vorgetragen. Welche Selbstsicherheit hat er gestern gezeigt. Da läuft er in der zweiten Halbzeit nach einem Zuspiel auf ihn auf vier Gegenspieler zu, hat keine Abspielmöglichkeit und läuft in hohem Tempo einfach weiter. Irgendwie gelingt es ihm dann, diese vier Paderborner zu überspielen. Er zieht den Ball unter dem Fuß des Gegners durch, spielt zwischen die Beine des nächsten Verteidigers oder nimmt den Ball beim Vorbeigehen einfach mit. Am Abschlus nach so einer Aktion muss er noch arbeiten. Schon das Tor zum 2:0 ließ dieses Selbstbewusstsein erkennen. Elegant schiebt er den Ball rechts am Verteidiger vorbei, um selbst an dessen linker Seite vorbeizusprinten, um dann in fließender Bewegung von links neben dem Tor in die Mitte zu ziehen und souverän abzuschließen. Natürlich war es hilfreich, dass ein Verteidiger der Paderborner leicht ausrutschte, aber das schmälert die Leistung von Manuel Schäffler in keiner Weise. Das ist so wichtig in diesen Spielen. Es erzielen die richtigen Spieler der Mannschaft die Tore. Manuel Schäffler brauchte das Gefühl so sehr, dass er alles das kann, weshalb er vom MSV Duisburg ausgeliehen wurde.

Den Führungstreffer erzielte Ivo Grlic, der sich seiner Fähigkeiten natürlich eigentlich sicher ist. Aber nach einer langen Pause verbessern solche individuellen Erfolgserlebnisse das Ankommen eines Spielers im sportlichen Wettbewerb dann doch auch sehr wahrscheinlich. Und schließlich führte zudem die erfolgreiche Freistoßvariante der Hinrunde zum Erfolg. Den von Benjamin Kern geschlagenen Ball köpfte Goran Sukalo ins Tor. In den Spielen vor Frankfurt war es für mich die Hauptfrage, wer erzielt nach dem Ausfall von Srdjan Baljak und Stefan Maierhofer die Tore für den MSV Duisburg. Die Mannschaft hat gezeigt, wie sie dieses Problem lösen will.

Die Schwächen zeigten sich gestern dagegen bei ein paar Momenten des Spiels in der Defensive. Direkt am Anfang wirkte der SC Paderborn für kurze Zeit wacher, und auch direkt nach Halbzeitpause war der Anschlusstreffer keine wirkliche Überraschung. Der MSV Duisburg hatte sich zu weit zurückgezogen, und es gelang der Mannschaft nicht, in dieser defensiveren Grundhaltung genügend Druck auf die angreifenden Paderborner auszuüben. Dazu musste der Sieg erst einmal als gefährdet erscheinen. Bei Eckstößen bereitete mir außerdem die Zuordnung am jeweils hinteren Pfosten ein paar Sorgen. Da kamen  zwei Paderborner Spieler nach zwei Ecken jeweils frei zum Kopfball. Dagegen scheint Daniel Reiche sich gefangen zu haben, und David Yelldell bewies auf der Linie weiterhin seine Stärke.

Jetzt folgt die Generalprobe beim VfL Bochum, der gewinnen muss, um mit Sicherheit den dritten Tabellenplatz zu behalten. Ein Sieg des MSV Duisburg könnte den fünften Tabellenplatz zur Folge haben. An meiner Hoffnung auf den Erfolg im Pokalfinale wird das Ergebnis in Bochum aber nichts mehr ändern. Lebensweisheiten  unterstützen mich bei dieser Haltung. Wir wissen nämlich alle, verpatzten Generalproben, folgen gelungene Premieren. Und wenn ich daran denke, dass schon bei der Generalprobe fast alles klappt, dann kann bei der Premiere eigentlich nichts mehr schief gehen.

Kardiologe für Blau-Weiß-Insuffizienz des Herzens gesucht

Das letzte Heimspiel der Saison steht an. Wahrscheinlich war es das Gefühl für für diesen Teil der Saisonanforderungen vor dem Ende zu stehen, warum sich Milan Sasic während der Pressekonferenz vor dem Spiel auf die Frage nach einem Höhepunkt dieser Saison einließ und einen Satz sagte, der als Bonmot in die Vereinshistorie des MSV Duisburg eingehen könnte. Zunächst einmal ist festzuhalten, wie präsent der Verlauf der Saison und die einzelnen Spiele für Milan Sasic ist. Es fällt ihm deshalb schwer, aus den vielen guten Spielen mit ihren Eigentümlichkeiten und eigenen Werten eines besonders hervorzuheben. Wenn er anfängt, sich zu erinnern, fällt ihm immer noch ein weiteres Spiel ein, in dem die Mannschaft auf eine besondere Weise gut gewesen ist. So reiht sich Spiel an Spiel, bis ihm auch das Halbfinalspiel im DFB-Pokal gegen den FC Energie  Cottbus durch den Kopf geht und er diesen einen Satz für den Zitatenschaft des MSV Duisburg sagt:

… die Kulisse, diese Choreografie, endlich die volle Bude gegen…gegen…Cottbus…ja, wenn dann…wenn dann eröffnet nicht Herz, wenn dann nicht Herz ist weiß-blau, dann tut mir Leid, dann muss er irgendwo allerbeste Kardiologe suchen, das irgendwo zu korrigieren.

Zum ersten Teil der Pressekonferenz geht es hier entlang.

Teil 2 der Pressekonferenz fällt wieder in die Rubrik Milan Sasic besser kennenlernen. Wir erleben erfolgreiche Strategien im Umgang mit Journalisten. Mit Ironie und dem steten Wechsel zwischen Distanz und Nähe behält er die Deutungshoheit über das Geschehen beim MSV Duisburg. Und als er jene Fragen abwehrt, die er offensichtlich als unpassend empfindet, nämlich die nach Kontakten mit dem 1. FC Köln, erhält man auch eine Ahnung von seiner Strenge und wie bestimmend er sein kann.

Ein weiterer Schlag mit dem Schmetterlingsflügel

Mit Blick auf das DFB-Pokalfinale schwäche ich den FC Schalke 04, wannimmer ich kann. Schmetterlingsflügelschlage stärken nämlich nicht nur meinen Verein, sie wirken beim Gegner auch umgekehrt. Wenn es sein muss stelle ich hier sogar einen Clip ein, in dem Adidas als Hersteller der neuen Auswärtstrikots vom FC Schalke 04 die eigene unglaublich kreative Leistung und Schalkes einstige Größe mit entsprechend gewichtigen Worten in die Welt bringen will.

So ein neues Trikot ist nicht nur eine Sportbekleidung. Die Menschen, die sowas entwerfen, denken sich ja allerlei beim „Design“, und zu Marketingzwecken erzählen sie das danach in schönstem Deutungssgeschwurbel mit bombastischer Musik unterlegt in eine Werbefilmchenkamera. O-Ton:  „Das Besondere am Design ist die Nadelstreifenoptik.  Sie erinnert an eins der beliebtesten Trikots aus den frühen achtziger Jahren. Spieler und Fans sollen dadurch auch motiviert werden, an alte Erfolge von früher anzuknüpfen.“

Die für uns so wichtige und feine Pointe hat der Spielbeobachter bereits vermerkt. Ihm gilt auch der Dank für den Fund dieses Clips. Wenn er in seinem Kommentar zum Clip an Schalkes Bundesligaabstiege in den 80ern erinnert, spottet er über die „Marketingfuzzis von Adidas“. Wir aber erkennen sofort die magische Wirkung dieser Trikots und sehen eine Kraft wirken, die Niederlagen herbeiführt. Schalke spielt im Pokalfinale zwar noch nicht in diesem Trikot, aber in einem ebenfalls neu entworfenen AUSWÄRTStrikot. Ich müsste mich doch sehr täuschen, wenn nicht auch darin Schalkes „Erfolge“ der 80er Jahre hingewebt wurden. Ich glaube bis auf weiteres an die magischen Wirkung von Oberbekleidung und halte weiter Ausschau nach mehr schmetterlingshaften Flügelschlägen.

Gute Stimmung

„Wir müssen zusehen, dass wir in der Bundesliga noch das eine oder andere Erfolgserlebnis bekommen“.
Ralf Rangnick, Trainer, FC Schalke 04

„Wir dürfen uns die Saison jetzt nicht durch eine Niederlage im Pokalfinale kaputt machen lassen.“
Horst Heldt, Vorstand Sport/Spielbetrieb/Kommunikation, FC Schalke 04

„Das Gefühl der Negativ-Serie darf nicht überhand nehmen.“
Christoph Metzelder, Innenverteidiger, FC Schalke 04

„Wir müssen wieder wissen, wie das gewinnen geht.“
Manuel Neuer, Torwart, FC Schalke 04

„Wir müssen die Enttäuschung aus den Köpfen kriegen und uns wieder in eine Verfassung bringen, in der wir unserer Favoritenrolle im Pokalfinale gerecht werden können.“
Ralf Rangnick, Trainer, FC Schalke 04

„Es geht darum, wieder aufzustehen – das ist jedoch nicht so leicht umzusetzen. Die Mannschaft hat es verdient, für ihre Leistungen in der Champions League gefeiert zu werden, doch Fußball ist ein Tagesgeschäft und sehr schnelllebig. Wir haben in Berlin viel zu verlieren, aber das sollte nicht passieren.“
„Man kann nicht einfach den Hebel umlegen und sagen: So, jetzt gewinnen wir das Pokalfinale.“
Horst Heldt, Vorstand Sport/Spielbetrieb/Kommunikation, FC Schalke 04


Zitiert nach Süddeutsche Zeitung, Printausgabe vom 6.5.2011, und Der Westen, online vom 5.5.2011( Ralf  Rangnick und hier Horst Heldt)


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