Archive for the 'Saison 2012/2013' Category

Die schönsten Fußballtorten der Welt – XXV – Borussia Dortmund. Der zweite Teil

Mit freundlicher Unterstützung von „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ präsentiert der Zebrastreifenblog in loser Reihe die schönsten Fußballtorten der Welt.

Beginnen wir den Alltag 2015 im Zebrastreifenblog mit einem richtigen Publikumskracher. Machen wir es wie die Kinofilmproduzenten. Lassen wir den BVB-Torten I, dem in zwei Jahren meistgeklickten Beitrag dieses Blogs hier, diesem ungeheuren Zuschauerhit endlich einen zweiten Teil folgen. In die BVB-Torten II sind die Farben der Torten noch schwarz-gelber, hauen einen die special effects aus den Socken und atemberaubende Bilder von einem Alpen-Hot-Spot der internationalen Konditorenszene lassen die Zeit wie im Flug vergehen.

Beginnen will ich mit vier Tortenkünstlerinnen, die Marzipan und Fondant als Materialien der Gestaltung virtuos zu nutzen wissen.  Viktoria77 hat die folgende Torte beim Torten-Talk eingestellt.

https://i0.wp.com/files.homepagemodules.de/b66756/f9t54854p10573056n2.jpg

Wenn man  die Tortenkunstwerke von Stefanie Noé  auf ihrer Seite Crazy BackNoé sieht, weiß man, ihre BVB-Torte gehört zu jenen Kuchen, bei denen sie weniger mit Marzipan als mit Fondant gearbeitet hat und klare Formen bevorzugte. Rezept und Backanleitung gibt es von ihr einen Klick weiter.

 

Bei Nanas Kuchenwerke findet sich diese „BVB-Torte für einen jungen Fan“. Zwar hat sie kein Rezept auf ihrer Seite online gestellt, aber Momentaufnahmen der verschiedenen Entstehensstufen.

Bei cookzilla + friends findet sich folgender origineller zur Kleinskulptur gewordener Kuchen. Die Blogbetreiberin lässt uns an zwei Entstehensstufen des Kuchens teil haben. Ihre Schwester Tanja hat ihn geschaffen. Das fertige Konditiorenkunstwerk findet sich neben vielen anderen beeindruckenden Motivtorten auch auf ihrer Seite Designkrümel.

https://cookzillaafriends.files.wordpress.com/2013/01/cake11.jpg

Über eine BVB-Torte wurde 2013 sogar eine bunte Geschichte im Bewegtbild erzählt. Es ist nicht klar erkennbar, ob die auf youtube veröffentlichende lokale Marketingabteilung Kitzbüheler Alpen Brixental für diesen Bericht verantwortlich ist oder ein TV-Sender. Eine offene Frage, die uns gleichzeitig viel über die Qualität des gegenwärtigen Magazinjournalismus am Vorabend verrät, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat. Davon ab backte hier ein Konditor und BVB-Fan vor Ort in den Alpen. Entstanden ist der Kuchen zum Ende des Trainingslagers von Borussia Dortmund in den Kitzbühler Alpen.

Sämtliche Folgen von Die schönsten Fußballtorten der Welt findet ihr mit einem Klick weiter.

Klinsmann könnte niemals gegen Münster gewinnen

Nach der WM-Auslosung gestern stelle ich zu meiner Erleichterung heute morgen fest, gut, dass Jürgen Klinsmann kein Trainer des MSV Duisburg ist. Wie Karsten Baumann auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Preußen Münster feststellt, wird das Team heute gewinnen, dass weniger Fehler macht. Jürgen Klinsmann aber macht schon jetzt einen einzigen großen Fehler im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2014, und so wird die Nationalmannschaft der USA ihr Gruppenspiel niemals gegen die deutsche Nationalmannschaft gewinnen. Ich wage sogar zu sagen, dass er kein einziges Spiel mit dieser Taktik gewinnen würde. „Löws Elf spielt gegen Klinsmann“ titelt nämlich heute der Kölner-Stadt Anzeiger. Einer gegen elf. Ein Wahnsinn!

Karsten Baumann wird diesen so entscheidenden Fehler nicht machen. Er maßt sich weder  an, noch einmal selbst auf den Platz zu gehen, geschweige denn, dass er nicht elf gegen elf Spieler antreten lässt. Mit den Fehlern ist das übrigens so eine Sache. Man kann unentwegt irgendwelche Fehler begehen. Schließlich muss es zudem noch jemanden auf der anderen Seite geben, der sich einen Fehler zunutze machen kann. Hoffen wir also erst auf Karsten Baumanns Zuversicht und ziehen zudem noch in Betracht, dass bei Preußen Münster niemand vorhanden ist, der mit einem Fehler auf der anderen Seite etwas anfangen kann. Auf geht´s! Abfahrt.

Ach ja, die Pressekonferenz

Eine Geburtstagsfeieranekdote – Tradition sticht Zeitgeist in den 1970ern

Auf größeren Geburtstagsfeiern gibt es nicht selten das Hallo beim Wiedersehen nach längerer Zeit. Meist bringt man sich dann kurz auf den Stand der jeweiligen Geschichte, um später irgendwann auch mal die geteilten Erinnerungen hervorzuholen. Beim Geburtstagsfeiern des Vereins unserer Zuneigung will ich es heute nicht anders halten. Kollege Zeindler hat das folgende wunderbare Stück aus dem Archiv des Aktuellen Sportstudios hervorgeholt. Der ein oder andere wird es vielleicht kennen, aber wie das mit schönen Erinnerungen ist, sie tauchen immer wieder auf.

Nicht oft gibt es den Zeitgeist der 1970er Jahre nämlich derart vielschichtig in so kurzer Zeit zu fassen. Die Gesellschaft verändern, hieß es, überall, selbst in einem der konservativsten Bereiche dieser Gesellschaft, dem Fußball. In so einem Fall nahm man sich zunächst Äußerlichkeiten vor und begleitete das dennoch mit großem Gestus des Guten und Schönen. So will der Farbdesigner desingermäßig klug daherreden. In seinen Stichworten klingt er aber leider nur warenhausverkäuferhaft. Was dennoch die Richtung der Veränderung weist. Günter Netzer bringt es anschließend auf den Punkt: Service für den Zuschauer. Da steckt die ganze Veränderung des Fußballs ab Anfang der 90er Jahre in einem Satz. Hinzu kommen die Bewegungen der Tänzer und Tänzerinnen. So leicht und locker wollen sie sein, und so bemüht wirken sie zuweilen. Selbstverständliche Leichtigkeit in Zeiten des Wandels ist nicht einfach. Nun aber genug erzählt. Seht selbst, der Vorschlag für den MSV ist ab Minute 1.30 zu sehen. Man sollte sich den ganzen Clip aber nicht entgehen lassen. Nicht oft haben die Beharrungskräfte einer Gesellschaft derart leichtes Spiel. Tradition sticht Zeitgeist problemlos. Herzlichen Glückwunsch, MSV Duisburg!

Darauf kann Duisburg stolz sein – Überregional erzählt

Ob Wolfgang seine Meinung nun ändert? Nachdem, was der Fußball in Duisburg bewegt hat. Ich kenne Wolfgang nicht näher. Im Grunde kenne ich nur seinen Namen und seine Botschaft, die er vor einiger Zeit im Kleinanzeigenteil der  Süddeutschen Zeitung unter der Rubrik „Verschiedenes“ als flammenden und zugleich gereimten Appell veröffentlichte:

Bleibt zu Hause

Fußball, Terror
Bombenleger
das sind alles Welterreger
Sport und Spiele
sind nichts wert
über alle
kommt das Schwert
Bleibt zu Hause
werdet still
Unser Gott tut
was ER will.

Dass wir tatsächlich SEINEM Handeln derart willenlos ausgeliefert sind, ist zum einen nicht meine Meinung, zum anderen wirkt Wolfgang  mir bei aller möglichen Kritik an der öffentlichen Aufmerksamkeit für den Fußball in seiner rhetorischen Figur der Reihung  zu Beginn seiner Worte etwas überreizt. Wahrscheinlich denke nicht nur ich so.

Stellt euch vor, alle Anhänger des MSV Duisburg hätten seine Stimme erhört. Gerade die Unterlassung des Handelns wäre das moralisch Verwerfliche gewesen, weil es das Gute in Duisburg nicht zum Ausdruck gebracht hätte. Gerade weil die Anhänger des MSV Duisburg nicht zu Hause blieben und handelten, zeigten sie was Sport und Spiel wert sein können. Es geschah etwas Gutes und zwar nicht allein auf den Fußball, im speziellen den MSV Duisburg, hin bezogen. Was geschah, wirkte auf das Selbstbild Duisburgs. Es zeigte Duisburg, was möglich ist.

Wären die Anhänger des MSV Duisburg zu Hause geblieben, hätte ich zudem nicht die Gelegenheit erhalten, über dieses vorbildhafte Geschehen für die Süddeutsche Zeitung in einem Interview zu erzählen. Das ist die Pointe an der Geschichte. Wolfgang hatte Mittwoch als Leser der Süddeutschen Zeitung eine Möglichkeit, sein überreiztes Urteil zu korrigieren. Es ist doch immer wieder gut, nicht darauf zu warten, dass ER es für einen richtet.

2013-07-10_SZ_Interview_c

Man kann das Geschehen der letzten Wochen übrigens auch in einem anderen, düsteren Ton erzählen wie bei Jungle World geschehen. Darüber darf man sich nicht ärgern. Vielmehr gilt es jene Geschichte, die der Stimmung in Duisburg viel mehr entspricht, einfach öfter weiter zu erzählen. Mit jener freundlichen Entschlossenheit und Energie, wie sie in den letzten Wochen in Duisburg vor dem Stadion zu spüren war.

Wie sehr verändert sich die Stimmung?

Ihr kennt  doch „Fach“-Literatur, die rund um kommerziell erfolgreiche fiktive Welten entsteht? Für Star Wars, Harry Potter  oder Terry Pratchetts „Scheibenwelt“ gibt es solche Werke und für viele andere erfundene Wirklichkeiten mehr. Solche Bücher werden auch verkauft, weil  Leser alle Informationen aus der jeweiligen fiktiven Welt in kompakter Form besitzen möchten. Der eine hat erst spät den speziellen Kosmos kennengelernt, ein anderer kann sich schlecht Namen der handelnden Figuren merken und wieder ein anderer möchte lebensgeschichtliche Erklärungen, wieso die eine Hauptfigur so ein unerklärliches Verhalten in bestimmten Situationen zeigt. So ein Lexikon hat dann biographische Artikel. Es gibt Artikel zu Sachthemen und häufig gibt es Graphiken, weil komplizierte Handlungszusammenhänge und Figurenbeziehungen derart aufbereitet besser verständlich sind.

Ohne Frage lässt sich über den MSV Duisburg für die Zeit seit dem Amtsantritt von Walter Hellmich ein Kompendium erstellen, das solchen Werken über fiktive Welten gleicht. Was  in dem Verein in den letzten Jahren auf der Verwaltungsebene geschah, besitzt alle Merkmale einer Langzeitserie rund um die klassischen Motive Geld, Macht und Erfolg. Das Geschehen hat so viele Wendungen genommen, dass jemand, der sich nur für den Fußball interessiert, kaum mehr durchblickt. Auch darin gleicht das Geschehen einer Langzeitserie. Man erkennt zwar das zentrale Motiv, warum aber wer wie handelt, erschließt sich nicht sofort, ganz zu schweigen davon, wem man die Sympathien geben soll. Lange Zeit wurde zudem das zentrale Motiv im Geschehen beim MSV Duisburg, die Finanzen, als ein verdecktes Motiv geführt. Nur sehr gute Kenner des Subgenres wussten damals schon, worauf es heute hinausgelaufen ist.

Deshalb macht jeder neue Artikel zur finanziellen Lage viele am MSV Duisburg interessierte Menschen ratlos. Höre ich mich um, bemerke ich hin und wieder sogar Verdrossenheit. Oft steht nur noch der Streit im Vordergrund, und andauernder Streit nervt. Dann geht es nicht mehr um einzelne handelnde Personen, sondern um DIE, die immer alle gleich sind, und DIE, die immer doch nur irgendwas tun, ohne wirklich Ahnung zu haben. Solche Stimmungen werden verstärkt, wenn im Reviersport zu lesen ist: „Der Kampf um Pöstchen und Einflussnahme scheint wichtiger zu sein“. Ein Klischee, das nicht mal der Wahrheit entspricht. Niemand kämpft derzeit um Pöstchen. Um Einflussnahme geht es sehr wohl, denn mit der Einflussnahme sind inhaltliche Positionen verbunden. Da wird es dann kompliziert, anscheinend zu kompliziert für die Berichterstattung.

Lese ich den Artikel im Reviersport, denke ich also mal wieder, her mit einer Seite, auf der zunächst die grundlegenden Informationen zur Organisation des MSV Duisburg auf einen Blick sichtbar werden. Denn wo MSV Duisburg drauf steht, ist der MSV Duisburg machmal nur in sehr, sehr kleinen Teilen drin. Her aber auch mit einer Chronologie des Geschehens, damit Aussagen wie die von Walter Hellmich in seinem neulich öffentlich gewordenen Brief schnell mit der Wirklichkeit verglichen werden können. Mit der Sammlung begonnen habe ich schon. Vielleicht ist so eine Arbeit abzuschließen aber auch gar nicht mehr nötig. Denn nun gab es in WAZ/NRZ einen Kommentar, dessen Kernaussagen ich so und ähnlich schon öfter selbst irgendwo geschrieben habe, wenn Walter Hellmichs Verantwortung für die Gegenwart des MSV Duisburg nicht wahrgenommen wurde. In diesem Kommentar weist Dirk Retzlaff auf die Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten durch die Ära Hellmich und stärkt dem derzeitigen MSV-Vorsitzenden Udo Kirmse den Rücken.

Vielleicht entsteht gerade jene Dynamik, die es ermöglicht, eine langfristige Lösung für die finanziellen Schwierigkeiten durchzusetzen. Denn Entscheidungen folgen meist nicht einem Abwägen von Argumenten. Je komplexer ein Geschehen, desto wichtiger sind Stimmungen. Und im Moment sieht es so aus, als mache es der Brief von Walter Hellmich immer schwieriger seine Position zu stützen. Vielleicht ist eine Chronologie der Ereignisse bald nur noch für Lokal- und Fußballhistoriker interessant. Für Autoren von Langzeitserien ohnehin.

Den Tag beginnen mit einer guten Nachricht, in der es vordergründig nicht um Geld geht

Bei all den Sorgen der letzten zwei Tage zur Finanzlage des MSV Duisburg ist der Spielbetrieb und eine andere offene Frage völlig aus dem Blick geraten. Nach dem letzten Spiel des MSV gegen den SC Paderborn suchte die lokale Presse ja nach einer schönen Geschichte, um ihre am MSV interessierten Leser bei Laune und Zeitung zu halten. Diese Geschichte fand sie mit den Vereinen der Bundesliga und Zweiten Liga, die ihre Trainer für die kommende Saison suchten. In so einer Situation passte es gut, dass Kosta Runjaic als der entscheidende Mann für den Erfolg des MSV Duisburg in dieser Saison gilt. So einem Trainer darf man doch wohl auch andere Aufgaben zutrauen. Es war auch nicht weiter wichtig, ob das stimmte oder nicht. Wichtig war, ein bedrohliches Szenario ist allemal eine Geschichte für mehrere Tage. Mir fiel das vor allem beim letzten Satz des oben verlinkten WAZ/NRZ-Artikels auf. Die Geschicke des 1. FC Köln verfolge ich ja vor Ort, und in der hiesigen lokalen Presse habe ich nichts von Kosta Runjaic als möglichem Trainer-Kandidaten des FC gelesen. Ich glaube, ich habe überhaupt keinen Namen gelesen. Die Kontakte der Pott-Presse in die Domstadt müssen verdammt gut gewesen sein, um in diesem namenlosen Kandidatenkreis den Trainer des MSV Duisburg zu finden.

Auf einer Äußerung von Kosta Runjaic konnte sich die Lokalpresse allerdings berufen.Er hatte betont, dass er mit seinen Co-Trainern Ilja Gruev und Sven Beuckert unbedingt weiter arbeiten wollte. Was zunächst auch einfach Ausdruck seiner Wertschätzung hat sein können. Schließlich liefen die Verträge beider Co-Trainer aus. Aber so ein Ausdruck von Wertschätzung lässt sich natürlich in ein Bedrohungsszenario problemlos einbauen.  Doch dann kam die Finanzkrise des MSV Duisburg als die noch viel bessere Geschichte dazwischen. So geht das Happy End für das Bedrohungsszenario „Trainer geht“ unter am Morgen nach der wieder einmal hoffentlich gesicherten Zweitliga-Lizenz. „Ilja Gruev bleibt beim MSV Duisburg“, titelt die Rheinische Post. Was im Bedrohungsszenario eine entscheidende dramaturgische Funktion hatte. Entweder wollten andere Vereine den Co-Trainer verpflichten oder der MSV Duisburg wollte nicht auf seine Vertragsvorstellungen eingehen. Nun arbeitet er also beim MSV weiter, und wir können darauf zählen, Kosta Runjaic wird es zufrieden mitbekommen haben. Er wird beim MSV Duisburg bleiben. Bis sich die nächste Geschichte mit seiner Person anbietet.

Die alte Macht ist frisch und jung

Brechen wir das Geschehen des gestrigen Tages mal auf plakative Begriffe runter. Die Idealisten gehen, die Machtpolitiker mit finanziellen Interessen bleiben. Damit ist noch nichts über den möglichen Erfolg von unterschiedlichen Konzepten gesagt. Gleichwohl gibt es Hinweise. Denn noch immer fehlt in jedem Artikel über die Zukunft des MSV Duisburg irgendeine Aussage zu konkreten Vorhaben, das strukturelle Problem zu hoher Kosten durch die Stadionmiete anzugehen.

Die Idealisten gehen, die Machtpolitiker bleiben. Der Konflikt im Verein reduziert sich auf die Namen Hellmich und Schauinsland-Reisen. Es geht nicht um Personen, die im Verein offizielle Ämter bekleiden. Es geht um Personen, die für Geldzu- und abflüsse sorgen. Ich glaube aber kaum, dass Walter Hellmich ohne Unterstützung in diesem Konflikt als Gewinner hervorgeht. Mir ist völlig unersichtlich, wieso Walter Hellmich – als natürlich großer Anteilseigner der MSV Duisburg Stadionprojekt GmbH & Co. KG – so dasteht, als bestimme er alleine das Geschäft der Stadionbetreiber. Er ist doch nicht Mehrheitseigner, oder irre ich mich? Wieso kann in der Stadt Duisburg niemand so viel Druck auf ihn ausüben, dass er sich einem gemeisamen Weg mit einem Sponsor und Unterstützer des MSV Duisburg nicht verschließt, der sich bislang als sehr guter Partner erwiesen hat? Da habe ich keine Erklärung. Anscheinend kann Walter Hellmich eines auch sehr gut, Netzwerke organisieren und  Personen für sich gewinnen. Er scheint ein guter Machtpolitiker zu sein.

Es ist bezeichnend für die Situation, dass Walter Hellmich, der nach eigenen Worten laut RP ja für kein offizielles Amt im Verein zur Verfügung steht, gestern dennoch wie offiziell auch immer sich als Sprachrohr des MSV Duisburg verstand. Er war es, der verkündete, die Lizenz für die nächste Saison sei gesichert. Weder Roland Kentsch als Geschäftsführer der KGaA noch Udo Kirmse als Vereinsvorsitzender mussten etwas sagen. Das alles entnehme ich der Rheinischen Post, die das Geschehen des gestrigen Tages so umfassend wie möglich und in sachlichem Ton umreißt. Bezeichnend auch, wie schwammig sich Walter Hellmich zur Stadionmiete äußert. Miete werde gestundet oder es werde auf sie verzichtet. Ein Unterschied, der die Zukunft des MSV Duisburg bestimmt. Walter Hellmich jedenfalls ist endgültig ganz zurück.

Kosta auf den Zaun

So hat sich Branimir Bajic seinen Anteil am 3:2-Sieg des MSV Duisburg gegen den SC Paderborn mit Sicherheit nicht vorgestellt. Er hätte wahrscheinlich gerne den wie üblich souverän geschossenen Elfmeter erwähnt wissen wollen. Eine rote Karte aber als selbstloses Opfer für eine bessere Mannschaftsleistung? Das stand bestimmt nicht auf dem Plan. Als er vom Spielfeld ging, überwog noch der Ärger über die Schiedsrichterentscheidung. Da war noch nicht abzusehen, wie sehr sich die Mannschaft vom MSV Duisburg die weitere Spielzeit von knapp 20 Minuten steigerte. Es wurde noch einmal intensiv um jeden offenen Ball gekämpft. Meter um Meter wurden gelaufen. Kombinationen gelangen. Es war all das zu sehen, was zu Beginn der zweiten Halbzeit sich mehr und mehr andeutete und in der ersten Halbzeit kaum vorhanden war.

Es war ein unterhaltsames letztes Spiel der Saison, in dem der SC Paderborn sich zunächst als die kombinationssicherere Mannschaft erwies und sehr früh den Spielaufbau des MSV Duisburg zu stören begann. Wenn fast die gesamte Mannschaft des SC Paderborn in die gegnerische Spielhälfte rückt,  gibt es schon auf Höhe des Strafraums nur wenig  Raum und Ruhe, den Ball sicher dem Mitspieler zuzupassen. Halblange und lange Bälle boten Lösungen für das Problem, obgleich auch die Versuche geordnet nach vorne zu kommen nie eingestellt wurden. So kamen die Chancen des MSV Duisburg nach nur wenigen Ballkontakten zustande, während der SC Paderborn sich kontinuierlich, Mann für Mann durch die Duisburger Defensive spielte. Mit dem Führungstreffer konnte Timo Perthel noch einmal seine Qualität als Distanzschütze beweisen. Das hatte im Hinspiel schon geklappt. Sicherheit gab diese Führung aber nicht, und der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit zu sein.

Auf der linken Abwehrseite scheint es Abstimmungsschwierigkeiten gegeben zu haben. Immer mal wieder hatte Andreas Ibertsberger zwei Paderborner Spieler gegen sich. Dementsprechend konnte er nicht alles richtig machen. Das war aber meiner Meinung nach weniger seinem Stellungsspiel geschuldet als mangelnder Zuordnung auf der gesamten linken Seite beim schnellen Paderborner Kombinationsspiel. Seine Auswechlung war deshalb wohl mehr durch die Platzwunde am Kopf verursacht als durch seine Leistung.

Die zweite Halbzeit begann der MSV Duisburg energischer. Der Druck auf das Paderborner Tor wurde größer, und das Kombinationsspiel der Paderborner konnte sich nicht mehr so eindrucksvoll entfalten. Dennoch erhielt der MSV Duisburg seine Chancen eher durch die steilen Bälle in die Spitze. Einen dieser Bälle erlief sich Daniel Brosinski, der beim Abschluss im Strafraum gefoult wurde. Branimir Bajic als Standardschütze trat zum Elfmeter an und traf. Der erneute Ausgleich fiel durch einen sehr gut geschossenen Freistoß von Mario Vrancic. Beide Mannschaften wollten dieses Spiel weiterhin gewinnen. So wurden die Räume beim Hin und Her offener. Während die Paderborner ihre Kombinationssicherheit etwas einbüßten, gewannen die Zebras sie hinzu.

Sören Brandy war für mich der Spieler dieses Spiels, nicht nur weil ihm das Siegtor dann aus spitzem Winkel beeindruckend cool gelang. In diesem Spiel zeigte er noch einmal alle seine Qualitäten, die ihn für den MSV Duisburg so wichtig machen. Er läuft ungemein viel, schafft Lücken und stößt selbst in freie Räume. Er hat ein Auge für die Entwicklung von Spielsituationen. Das macht seinen Kampf um den Ball so effektiv. Dabei verfügt er über eine gute Technik, und in der Rückrunde ist seine Spielweise zudem offener geworden. Er sucht öfter das Abspiel, was natürlich auch dank das besseren Eingespieltsein der Mannschaft gelingt.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel bedankt sich Kosta Runjaic bei allen, die mitgezittert haben in dieser Saison. Wieviel Zeit er sich für die Dankesworte nimmt, weist für mich auf die Zukunft dieses Vereins. Kosta Runjaic denkt in größeren Zusammenhängen. Er sieht nicht nur die sportliche Leistung seiner Mannschaft, sondern er weiß, wie diese sportliche Leistung auch von äußeren Einflüssen wie dem Umfeld des Vereins abhängig ist. In seinen Worten lässt sich erkennen, dass er ebenso weiß, jemand muss sich für die gute Stimmung rund um den Verein einsetzen. Dieser Trainer ist ein Glücksgriff für den MSV Duisburg gewesen. Ich hoffe sehr, dass er noch einige Zeit in Duisburg bleibt und beim MSV weitere Beweise für die Qualität seiner Arbeit abliefert.

Neben der Pressekonferenz sind zudem die Stimmen von Sören Brandy, Goran Sukalo, Timo Perthel, Daniel Brosinski, Julian Koch und Srdjan Baljak zu hören. Über Srdjan Baljak hätte ich natürlich gerne die wunderbare Geschichte von seinem letzten Tor der Saison geschrieben. Einmal blitzte diese Möglichkeit auf, als Daniel Brosinski auf das Tor zog und vielleicht hätte abspielen können. Aber es war ja Daniel Brosinski. Und Ruhmestaten herbeischreiben, das braucht Srdjan Baljak nicht. Auch wenn er souverän kurz vor Ende des Spiels noch einen Eckball für den MSV Duisburg herausgeholt hat. So etwas als besondere Leistung zu erwähnen, wirkt doch übertrieben. Dafür hat der MSV Duisburg diesem Spieler viel zu viel zu verdanken. Der Abschied von ihm schmerzt. Alles Gute, Srdjan Baljak!

Der Spielbericht bei Sky mit einem Klick weiter.

Die schönsten Fußballtorten der Welt – XI: Eintracht Braunschweig – Anlässlich des Aufstiegs

Mit freundlicher Unterstützung von „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben musspräsentiert der Zebrastreifenblog in loser Reihe die schönsten Fußballtorten der Welt.

Nicht dass Hertha BSC keinen Kuchen verdient hat, aber wenn außer dem Angebot des (semi-)professionellen Konditorenhandwerks im Netz kein Backwerk zu finden ist, kümmer ich mich lieber nur um die Fußballkuchen-Bäckerwelt von Eintracht Braunschweig. Zumal der Erfolg von Eintracht Braunschweig in dieser Saison einem Verein wie dem MSV Duisburg Vorbild sein kann und damit zugleich Hoffnung gibt. Manchmal geschieht etwas, was die Normalität durchbricht. Manchmal werden Erwartungen nicht unterboten, sondern übertroffen. Ivica Grlic will in der nächsten Zeit, das Wort „Aufstieg“ nicht mehr in den Mund nehmen. Aber vor einer neuen Saison dürfen wir in Zukunft alle immer mal dennoch kurz an Eintracht Braunschweig denken. Es könnte ja sein, dass etwas ins Laufen kommt, was irgendwann nicht mehr aufzuhalten ist.

Melabelle hat diesen Kuchen gebacken sowie das Foto gemacht, und wer nach Rezepten fragen möchte, muss sich im Forum von Brigitte anmelden.

Jeanette ist im schon bekannten Torten-Talk unterwegs und hat diesen Kuchen für den Sohn einer Freundin gebacken.

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Das Werk von Jeanette ist aber noch umfangreicher. Ein Kuchen für Erwachsene gehört ebenfalls dazu

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Versteckt in einem kurzen Erinnerungsclip zu einem Kindergeburtstag ist bei Minute 0.52 ein weiterer Kuchen zu finden.

Was geschah fünf Monate lang?

Gestern habe ich die Worte von Roland Kentsch nicht wirklich ernst genommen. Offenbar hatte ich ihn nicht richtig verstanden. Das führt nun dazu, dass ich heute etwas anderes noch weniger verstehe. Gestern schien mir die Aufgeregtheit um die mögliche Insolvenz des MSV Duisburg einfach nur die Nebenwirkung des taktischen Handelns von Roland Kentsch zu sein. Heute lese ich bei WAZ/NRZ von Gedankenspielen zum Arena-Erwerb durch die Stadt Duisburg, genauer durch eine Tochter-Gesellschaft der Stadt. Unabhängig davon, ob so eine Lösung überhaupt machbar ist, muss ich erkennen, die Lage scheint  doch recht ernst zu sein.

Ich verstehe deshalb nicht mehr, was nach dem letzten Bedrohungsszenario in den letzten fünf Monaten geschehen ist. War diese Zeit zu knapp, um eine Grundstruktur zur Lösung des Problems zu finden, dass die Stadionmiete viel zu hoch ist. Erinnere ich mich falsch, dass damals die Rettung des MSV Duisburg verkündet wurde und die Zuversicht vorhanden war, eine niedrigere Stadionmiete zu ermöglichen? Wieso gibt es jetzt wieder solch einen Zeitdruck? Folgt das Handeln beim MSV Duisburg dem anthropologischen Grundprinzip, Probleme nur dann richtig anzupacken, wenn die Gefahr am größten ist?  Manchmal gibt es Tage, da möchte ich im vergangenen Alltag dabei gewesen sein. Einfach nur, um zu verstehen, was mir unerklärlich ist.


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