Archive for the 'Saison 2013/2014' Category

Pressesspiegel: Mehr als Fußball in 11 Freunde

Pressespiegel wollte ich immer schon mal schreiben in eigener Sache. Als nächsten Schritt denke ich an eine Presseabteilung für mein Ein-Mann-Unternehmen. Könnte eigentlich Der Stig übernehmen. Von dem haben wir hier schon lange nichts mehr gehört. Nun kann ich bei einer neuen Auflage von Mehr als Fußball neben einem Satz aus Funkes WAZ/NRZ ein weiteres Rezensions-Zitat auf den Buchrücken schreiben.  „…die zehntausende Retter von damals haben Kirmses SMS, den Wiederaufstieg und das Buch redlich verdient“ 11 Freunde.

Mehr als Fußball ist im MSV-Shop erhältlich, in den Duisburger Buchhandlungen, beim Versandbuchhändler-Oligarchen und natürlich bei mir selbst. Wer bestellen will, einmal das Kontaktformular ausgefüllt und das Buch ist fast schon im Haus.

Mehr als Fußball – Ein Beitrag zum Buch in Zebravision von Studio 47

Möglichst genaue Worte finden – dieses Ziel wirkt auch heute noch nach, wenn ich über die Arbeit an „Mehr als Fußball“ im Interview sprechen soll. Wie im Beitrag gesagt, gibt es das Buch in den Duisburger Buchhandlungen. Es lässt sich zudem bei mir direkt bestellten – support your local author, wo auch immer euer Herz für die Zebras schlägt.

Übers Leben nachdenken mit dem MSV Duisburg

Das Leben als Anhänger des MSV Duisburg ist auch deshalb so schön, weil wir mit dem Verein unserer Zuneigung seit etwas mehr als einem Jahr immer wieder tiefere Einsichten über diese Welt im Allgemeinen gewinnen können. Seit gestern lässt sich mit dem anstehenden Streit vor Gericht zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem MSV Duisburg trefflich über Gerechtigkeit nachdenken.

Kosta Runjaic konnte nur deshalb im Verlauf der Saison 2013/2014 Trainer beim MSV Duisburg werden, weil der Verein seinem damaligen Arbeitgeber SV Darmstadt 98 eine Ablösesumme zahlte. Sie war mit einer Erfolgsprämie gekoppelt. Nun verklagt der SV Darmstadt 98  den MSV Duisburg wegen der ausgebliebenen Zahlung dieser Erfolgsprämie.  Die Tatsache als solche ist ungangenehmer Alltagskram. So oder so kostet diese Klage Geld. Höhere Kosten entstehen, wenn die  35.000 Euro tatsächlich gezahlt werden müssen; wenn nicht, bleiben doch Anwaltskosten. Hinzu kommt dieser Beiklang, den der Vorgang mit sich bringt, wenn es heißt, der MSV werde verklagt. Im ersten Moment schwingt nicht selten bei der sachlichen Information vom Verklagen das fehlerhafte Verhalten des Beklagten mit – selbst wenn man schon mal gehört hat, dass Gerichte auch dazu da sind, einfache Meinungsverschiedenheiten zu klären. Denn eigentlich geht es um Streit.

Es gibt eine Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Vertragspartnern, was das Wort „Nichtabstieg“ im konkreten Fall bedeutet. Ist damit alleine die Leistung von Kosta Runjaic bei seiner Arbeit mit der Fußballmanschaft des MSV Duisburg in der Saison 2013/2014 gemeint? Mit ihm erreichte der MSV Duisburg den 11. Platz. Kosta Runjaic stieg mit der Mannschaft des Vereins nicht ab. Bonuszahlung also für den ehemaligen Arbeitgeber. Oder bezieht sich das Wort „Nichtabstieg“ auf das Wirtschaftsunternehmen MSV Duisburg, das bekanntermaßen keine Lizenz für Liga 2 erhielt und daraufhin in Liga 3 abstieg? Ebenso klarer Fall, keine Bonuszahlung.

Ich denke, mit neutralem Blick auf die Ausgangslage wird man beide Seiten verstehen. Beide Seiten haben  je nach Perspektive recht, und wahrscheinlich ist dieser konkrete Fall eines Abstiegs im Vertrag nicht ausdrücklich benannt. Das Gericht wird sich also in das Vertragswerk vertiefen und etwas entscheiden, was niemals in vollständiger Zufriedenheit aller Beteiligten enden kann. Eine Partei wird Abstriche machen müssen, weil etwas geschehen ist, was von den Vertragsparteien nicht bedacht war.

Egal, wie das Urteil also ausfällt, mich kitzelt das Gefühl von Ungerechtigkeit, weil beide Vertragspartner auf gewisse Weise „recht haben“. Denke ich weiter nach, komme ich zu dem Schluss, eigentlich müsste sich der SV Darmstadt 98 einer Klage des MSV Duisburg gegenüber Roland Kentsch anschließen. Bislang deuten die veröffentlichten Informationen darauf hin, dass er der Hauptverantwortliche für die fehlerhaft eingereichten Lizenzunterlagen ist, die zum Zwangsabstieg führten. Ich denke, fragten wir Roland Kentsch, würde er weiter ausholen und auf die Vorgeschichte für den Zeitdruck beim Erstellen der Lizenzunterlagen verweisen und auf die heikle Finanzlage, die er schon bei seinem Arbeitsbeginn als Geschäftsführer vorfand. Die Zeit vor ihm weist Walter Hellmich als Hauptakteur auf. Der wiederum könnte auf das drohende Aus des Vereins verweisen, mit dem er zu tun hatte. Alles hat also eine Vorgeschichte, und schon sind wir beim Nachdenken über Wertungen der Geschichtsschreibung und der Einsicht, dass sich das Gericht im anfänglichen Streitfall aus gutem Grund nur um ein konkretes Vertragswerk kümmern wird.

Im Vorbeigehen werden wir mit dem Streitfall Darmstadt 98 gegen MSV Duisburg aber auch noch auf etwas gestoßen, was zwischenmenschliche Beziehungen verstehen hilft. Denn mit diesem Streitfall lässt sich leicht  erkennen, dass beide Parteien wenig Verantwortung für die mit dem Streit verbundene Unzufriedenheit tragen. Im konkreten Handeln vertreten aber konkrete Menschen die jeweiligen Positionen. Unzufriedenheit, durch Vorwurf und Ablehnung ausgedrückt, gelten diesen Menschen. Unzufriedenheit, die entstanden ist, weil etwas geschah, was niemand der jetzt Beteiligten selbst zu verantworten hat. Schwierig, so ein menschliches Miteinander.

Fundstück: Christof Kneer über Arne Friedrich in der Süddeutschen Zeitung

Gerade lese ich im Sportteil der Süddeutschen Zeitung und stoße auf  einen schönen Absatz, den Christof Kneer über Arne Friedrich schreibt.

„So haben die Leute das jedenfalls wahrgenommen: 2006 war Arne Friedrich der Spielverderber. 2010 hat er dem Gegner den Spaß verdorben. Fußball ist ab einem gewissen Niveau immer auch Geschmackssache, und es kommt auch immer darauf an, in welche Zeit ein Spieler gerade gerät. 2006 war nicht die Zeit für Arne Friedrich, 2010 dagegen sehr.“

Christof Kneer nimmt die unterschiedliche Bewertung von Arne Friedrichs Leistung während der beiden Weltmeisterschaften 2006 und 2010 als Beispiel, um die spielerischen Möglichkeiten der deutschen Defensive während dieser WM zu umreißen. Zum gesamten Artikel geht es mit einem Klick weiter.

Sehr schön ist dabei übrigens auch festzustellen, wie selbstverständlich die avancierte Fußballberichterstattung und der Kulturjournalismus sich inzwischen derselben Deutungsmuster bedienen. Die unzeitgemäße Begegnung von Kunstwerk und Öffentlichkeit ist ja als Topos der Kultubetrachtung nicht unbekannt.

Oranje brillant

Nicht oft lässt sich mit dem Verweis auf eine Buchbesprechung ein Fußballspiel zusammenfassen.  Der  fantastische 5:1-Sieg der Elftal bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien lässt mir nichts anderes übrig. Spielberichte gibt es schließlich genug, und vom fünften Tor durch Arjen Robben habe ich inzwischen schon mit jedem Marktverkäufer geschwärmt. Wenn jemand es schafft diese hohe Sprintgeschwindigkeit ohne Auslauf, fast auf der Stelle so abzubremsen, dass er sogleich in einer 270-Grad-Drehung den Ball problemlos beherrscht, dann muss der Körper dieses Menschen wieder sehr verletzungsresistent sein. Brillant!

„Oranje brillant“ eben, wie David Winner sein Buch über den holländischen Fußball vor ein paar Jahren genannt hat. Passend zum Spiel, ein großartiges Buch, zu dem ich damals schon in diesen Räumen ein paar Worte schrieben habe – für den ersten Eindruck seien diese wiederholt:

Mir geht es um ein Buch, das ein absolutes Muss für jeden Fußballfan ist und das für uns Ruhrgebietler außerdem manches Wiedererkennen der netten Nachbarsleute von nebenan mit sich bringt. Der Brite David Winner hat mit “Oranje brillant” ein Buch über den holländischen Fußball ab Ende der 60er geschrieben. Gleichzeitig ist das eine Kulturstudie über die Niederlande. Außerdem steckt da ein Erinnerungsbuch drin für alle, die in den 70ern mit Ajax-Trikots rumgerannt sind. Was schon ganz was besonderes war, wenn ich mich an die Klassenspiele im Meidericher Stadtpark erinnere.

Für die mehr der Hochkultur zugeneigten Leser anderenorts habe ich das Ganze etwas seriöser klingen lassen:

Schließlich ist dieses Fußballbuch des Briten, der lange Zeit in Amsterdam gelebt hat, eine großartige Kulturstudie über die Niederlande, prall gefüllt mit interessanten Überlegungen und klugen Beobachtungen samt Schlüssen und Analysen. Winners Beschreibung der kulturellen, sozialen und politischen Entwicklungen ab Ende der 60er Jahre lässt sich zudem bei allen nationalen Besonderheiten in den Niederlanden als Teil einer europäischen Geschichte lesen. Und nicht zuletzt umreißt Winner in einem Kapitel, das extra für die deutsche Ausgabe des Buches geschrieben wurde, das deutsch-holländische Verhältnis und dessen Veränderungen über die Jahre.

Die gesamte Besprechung findet ihr mit einem Klick weiter.

Und wer das gestrige Oranje brillant noch einmal in der Essenz sehen möchte, bitte schön:

 

 

 

Lernen von den anderen – Dirk Zingler, 1. FC Union Berlin

Neulich sprachen nach dem Ende der Saison Sebastian Fiebrig und Michael Färber für die Berliner Morgenpost mit dem Präsidenten von Union Berlin, Dirk Zingler. Das interessante Interview ist zwar schon ein paar Tage alt, aber für grundsätzliche Wahrheiten gibt es ja kein Verfallsdatum. Was Dirk Zingler sagt, wirkt in notwendigem Maß transparent. Ziele formuliert er realistisch, argumentativ – der Mann klingt so, als sollte Union ihm lange noch vertrauen. Beispiele? Vielleicht eines, das uns in Duisburg natürlich leicht unruhig stimmt, wenn wir an die nächste Saison denken und an den sportlichen Erfolg, den diese Saison mit sich bringen soll.

Wie stehen Sie zu der Meinung, dass sich Union mit der Personalie Norbert Düwel zunächst von gehobenen Zweitliga-Ambitionen verabschiedet hat? Oder wie es auch oft heißt: großer Name, große Ambitionen – kleiner Name, kleine Ambitionen…

Das sind die einfachen Thesen einfacher Medien. Es benötigt eine kontinuierliche Arbeit, um auch tatsächlich Erfolg im Sinne von Aufstieg zu haben. Wir wissen, dass man solche Dinge nicht erzwingen kann.

In dem Zusammenhang beruhigt im Übrigen dann wieder, wie die Verantwortlichen beim MSV Duisburg den Zwang zum Aufstieg über die letzten Wochen hin relativiert haben. Indem die Beschäftigung mit einer möglichen übernächsten Viertliga-Saison öffentlich kommuniziert wurde, wich Druck aus dem Aufstiegsszenario der nächsten Saison. Was natürlich nichts an Ambitionen ändert.

Interessant ist auch diese Stelle des Gesprächs:

Wer gibt die neue sportliche Leitlinie vor: der neue Trainer oder Sie als Präsident, der den Trainer eingestellt hat?

Letzten Endes gibt der Trainer die Grundphilosophie vor. Das ist aber auch ein langjähriger Prozess, denn man braucht immer bestimmte Typen für eine bestimmte Art von Fußball. Die Ideen der Vereinsführung und die der sportlichen Leitung müssen natürlich zusammenpassen. Sonst kann man nicht leidenschaftlich arbeiten und hat keinen Erfolg.

Für mich beschreiben solche Worte tatsächlich auch etwas, was ich momentan beim MSV Duisburg wahrnehme. Es sieht ganz so aus, als seien Dirk Zingler und die Verantwortlichen des MSV Duisburg in dieselbe Schule gegangen. Hoffen wir also, dass dieser Eindruck nicht täuscht und die in dieser Schule vermittelte Fußballbildung auch in Duisburg den Erfolg zurück bringt. Interessante Interviews und Gespräche zum Thema können gerne immer mal wieder hinzukommen.

Gestern Aufstieg, heute schon Historie

In Großaspach vergeht die Zeit schnell, so schnell, dass der gestrige Aufstieg der SG Sonnenhof Großaspach in die 3. Liga im Wikipedia-Artikel zum Verein heute so klingt, als läge dieser Aufstieg schon Jahre zurück. Wir leben in einem ungemein beschleunigten Zeitalter. Ich verstehe das schon.

2014-06-02_grossaspach_wikipedia


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