Archive for the 'Saison 2016/2017' Category

Frauenfußball und die Wertigkeit von Trainerstellen

Nur kurz und ohne weitere Vertiefung: Als bekannt wurde, dass Inka Grings in der nächsten Saison die U17 von Viktoria Köln trainieren wird, habe ich doch gestaunt. Die Trainerin des Bundesligisten im Frauenfußball MSV Duisburg sieht beim Jugendfußball-Bundesligisten eine bessere Perspektive für ihren weiteren Weg. Solch eine Entscheidung weist auf die Wertigkeit der Positionen hin.

Viele Einflussgrößen hat diese Wertigkeit. Da spielt dann vielleicht auch das Gehalt eine Rolle. Mich interessiert aber vor allem, welche Fragen zur Identität der Trainerperson durch diese Entscheidung aufgeworfen werden. Denn diese Entscheidung leuchtet nicht sofort ein. Wir lesen zwar, ein Ziel von Inka Grings sei schon immer die Arbeit im Männerfußball gewesen. Aber sie verlässt den Bundesligisten der Seniorinnen, um zum Bundesligisten der männlichen U17-Jugend zu gehen. Darüber hinaus gibt es die beiden Gesamtvereine. Der MSV steht als Gesamtmarke besser da als Viktoria Köln.

So begann ich mich zu fragen: Wie groß ist die Durchlässigkeit bei Funktionsstellen auf hohem Niveau zwischen Frauen- und Männerfußball, wenn es von der Frauen- in die Männerwelt gehen soll? Wie sehr wird das Bild der Trainerposition durch die weiter vorhandene Geschlechterdebatte in unserer Gesellschaft mitbestimmt? Ist die U17 von Viktoria Köln ein Umweg, den Inka Grings  machen muss? Warum ist ein Wechsel in den Seniorenbereich nicht selbstverständlich? Stimmt das überhaupt, was ich da unterstelle? Über die Entscheidung von Inka Grings nachzudenken und sie womöglich dazu selbst zu fragen, finde ich interessant, weil diese Entscheidung von Inka Grings auf Fragen verweist, die über den Fußball hinausgehen und über die in unserer Gesellschaft weiter gestritten wird.

Wenn Fußball doch nur ein Ergebnissport wäre

Es gab mal eine Zeit, in der in deutschen Wohnzimmern millionenfach die Eheratgeber des Bertelmann Leserings standen. Männer und Frauen wussten noch, wohin sie gehörten. Er ging in die feindliche Welt hinaus, um mit harter Arbeit das Geld zu verdienen. Sie kümmerte sich um den Haushalt und sorgte für die Kinder. Der Eheratgeber dieser Zeit verrät, auch diese Paare hatten es schwer.

Wenn er erschöpft von der Arbeit nach Hause kam und sich nach Ruhe sehnte, brauchte sie Zuwendung nach einem Tag, an dem sie außer mit den Kindern mit niemandem sonst gesprochen hatte. Er verstand nicht, wieso sie unzufrieden war. Sie hatte doch alle Zeit der Welt, konnte machen, was sie wollte. Er dagegen schuftete, um den Wohlstand der Familie zu sichern. Dort, wo sie jetzt waren, wären sie ohne seine Arbeit niemals hingekommen. Sie dagegen vermisste nicht mehr als ein kleines Zeichen, dass auch er etwas fühlte in dem gemeinsamen Leben. Sie wollte mit ihm zusammen lachen, liebevoll sein, vielleicht auch weinen, all das spüren, was ihr wichtig war.

Vielleicht sollten wir alle beim MSV uns die alten Eheratgeber des Bertelsmann Leserings ansehen. Wir erleben gerade eine Saison, die mich an eine Ehe der 50er Jahre erinnert. Wir auf den Rängen sehnen uns nach Gefühl. Dort auf dem Spielfeld und auf der Trainerbank geht es um das Ergebnis. Wir auf den Rängen sehen den Moment des Spiels. Dort auf dem Rasen und auf der Trainerbank steht das Ziel für die gesamte Saison im Mittelpunkt.

Was für eine widerspruchsreiche Saison erleben wir gerade. Fünf Spieltage vor Saisonende kommen nur etwa 12.800 Zuschauer ins Stadion, um einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Aufstieg zu erleben. Dann gewinnt der MSV Duisburg das Spiel gegen den FSV Frankfurt nach 0:2-Rücksstand mit 3:2. Zudem führt der MSV Duisburg mit 6 Punkten Abstand auf den Relegationsplatz weiter die Tabelle an. Diese Tabellenführung gibt es seit dem 9. Spieltag. Die Stimmung rund um den Verein ist dennoch so, als würden wir seit Wochen vergeblich auf den Relegationsplatz schielen.

Das liegt natürlich auch an den gezeigten Leistungen der Mannschaft, und dass der Fußball nicht ausschließlich eine rationale Sache ist. Es geht eben nicht immer nur um das Ergebnis. Auch ich konnte mich nach dem Spiel gestern nicht richtig freuen. Die erste Halbzeit hatte meine Stimmung auf eine Weise in den Keller gebracht, dass dazu mehr als ein in acht Minuten heraus gespielter Sieg nötig gewesen wäre. Hätte die Mannschaft so einen Eheratgeber mal gelesen, hätte sie nach dem Führungstor noch ernsthaft versucht, ein weiteres Tor zu erzielen. Damit erst wäre die erste Halbzeit halbwegs in Vergessenheit geraten. Doch mit dem weiteren Verlauf bis zum Schlusspfiff machte sich die Sicherheit als notwendiges Spielkonzept wieder deutlicher bemerkbar und brachte die erste Halbzeit sogar wieder in Erinnerung.

Hätten allerdings auch wir auf den Rängen den Eheratgeber schon gelesen, könnten wir vielleicht besser verstehen, dass ohne das erfolgreiche Erledigen der Arbeit, sprich das Erreichen des Saisonziels, unser Ärger über das Ausbleiben eines emotionalen Spiels ganz von selbst verschwinden wird, weil auch dem MSV das Verschwinden in die sportliche Bedeutungslosigkeit droht. Sicherheit ist womöglich für diese Saison kein schlechter Gedanke.

Natürlich passt das Bild der 50er-Jahre-Ehe nicht vollkommen. Sobald die sportliche Leistung in den Blick gerät, geht es nicht mehr um gegenseitiges Verstehen sondern nur noch um die Leistung. In der ersten Halbzeit mangelte es dem MSV an allem, was für den Sieg eines Fußballspiels nötig ist. Wenn fast bei jeder Ballberührung eines Zebras die Sicherheit als erklärtes Spielprinzip im Kopf vorhanden zu sein scheint, entsteht kein Offensivdruck. Wie soll die Mannschaft so ein Tor erzielen? Hinzu kamen zwei Gegentore, bei denen die Defensive der Zebras so gut wie nicht vorhanden war. Bei so einem Spielstand ist Sicherheit als Spielkonzept nicht ganz gelungen gewesen.

In der zweiten Halbzeit sah man, wie das gelingen kann. Der vornehmliche Gedanke der Spieler schien nun nicht mehr die Sicherheit zu sein, sondern die Bewegung Richtung gegnerisches Tor. Die Offensivaktionen selbst unterschieden sich gar nicht so sehr von denen in der ersten Halbzeit. Alles geschah nun nur schneller und damit wurden die Frankfurter vor Probleme gestellt. Der FSV hatte nicht mehr jedes Mal die Zeit, die Defensive zu formieren, und nur dann macht so eine Defensive Fehler. Enis Hajri hatte schon in der ersten Halbzeit einige Flanken in den Frankfurter Strafraum geschlagen. Sie blieben ungefährlich. In der zweiten Halbzeit war das anders. So eine Flanke aus dem Halbfeld schlug er erneut. Vergeblich kam der Torwart aus seinem Tor heraus, und so fiel ein Kopfballtor fast ähnlich dem von Zlatko Janjic in Halle. Ein Tor, was in der 2. Liga eher selten fällt, weil die Flanke so lange in der Luft ist, und die Defensivspieler samt Torwart sicherer spielen.

Auch beim zweiten Tor zwang der Offensivdruck des MSV zu einem noch gewichtigeren Fehler. Tugrul Erat setzte sich am rechten Flügel mit rasantem Sprint durch. Die scharfe Flanke  in den Rücken der Defensive halbhoch vor das Tor folgte. Diese Art Flanken sind immer gefährlich. Wenn ein gegnerischer Verteidiger den Ball ins eigene Tor bringt, nehmen wir das ohne Murren, aber mit zwiespältigem Gefühl, weil auch damit die Leistung des MSV nicht alleine dasteht. Im Grunde war dieses Spiel ein Sinnbild für die Saison, bei der wir uns immer auch auf die Misserfolge der Gegner verlassen können. Das Führungstor durch Enis Hajri per Kopf nach einer Ecke war dagegen ein deutliches Zeichen für den Willen zum Sieg. So wuchtig ging er zum Ball, so sehr rannte er seine Freude aus sich heraus.

Die Frankfurter waren schockiert. Sie hätten weiterem Druck nicht stand gehalten. Dazu kam es nicht. Der Fußball war nach der Führung wieder zur rationalen Sache geworden. Wenn Fußball nur ein Ergebnissport wäre, hätten wir alle zusammen den Sieg nach dem Schlusspfiff unbändig gefeiert. Doch Emotionen spielen im Fußball eine ebenso große Rolle. Das haben schon die Eheratgeber des Bertelmann Leserings Ende der 50er Jahre gewusst.

Schritt für Schritt schwingt meine Ungeduld mehr mit

Nicht dass ich mich wichtiger als den Fußball des MSV nehmen möchte, aber mir fällt es nach Livestream-Schnipseln und zunehmender Ungeduld immer schwerer, anderes als Ergebnisse zu sehen. Mir gelingt es nicht, diese zufällige Livestream-Aneinanderreihung von einzelnen Spielszenen zu einem Ganzen zusammenzufassen. Es bleiben einzelne Eindrücke und das Ergebnis. Viel darüber schreiben will ich nicht. Dazu denke ich schon zu sehr an den nächsten Spieltag und an das Auswärtsspiel bei Fortuna Köln, wo der MSV doch voraussichtlich den Sack zumachen wird. Wenn es wie bisher weiterläuft. Die Sorge, den Mund zu voll zu nehmen, bekomme ich kostenlos dazu.

Nach dem Spiel gegen den Halleschen FC kam mir über das 1:1-Unentschieden nicht ein einziger Gedanke zur spielerischen Leistung. Vielmehr war ich damit beschäftigt, die notwendige Zufriedenheit über das Ergebnis herzustellen. Sofort nach dem Schlusspfiff war ich nicht zufrieden, obwohl ich die Ergebnisse der anderen Spielen kannte. Sofort nach dem Schlusspfiff bestimmte mich die Ungeduld mit dem MSV. Ich wollte endlich noch deutlicher wissen, dass das Saisonziel ungefährdet bleibt. Doch nur Schritt für Schritt geht es dem Aufstieg entgegen, und manchmal sind es eben kleine Schritte. Das reicht vollkommen, denn auch den Konkurrenten gelingen keine großen Schritte. Kleine Schritte und Ruhe bewahren. Sehr rational ist das, manchmal aber nötig.

Die Führung vom MSV erzielte Zlatko Janjic mit einem Kopfballtor, das in der Zweiten Liga kaum jemals fallen wird, so lange war der Ball als weiter Pass in der Luft unterwegs, so frei stand Janjic im Strafraum. Den Ausgleich habe ich ignoriert. Auswirkungen hatte das keine. Fußballmafia DFB, sage ich da nur. Die da interessieren sich für meine Interessen als Fan doch gar nicht. Die rote Karte für Kevin Wolze war eine harte Entscheidung, wenn man die Spielszene für sich alleine nimmt. Aber vielleicht gab es eine Vorgeschichte dazu. Aber wie gesagt, ich kenne keine Entwicklung in diesem Spiel. Ich kenne nur einzelne Momente.

Das Unentschieden war also ein kleiner Schritt hin zum Aufstieg, der mich lehrte, dass bei der Polonäse Blankenese „mit ganz großen Schritten“ losgezogen wird. Denn kurioserweise fiel mir diese Polonäse als Mottolied für dieses Unentschieden ein. Aus falschen Gründen. Bei Polonäsen denke ich immer an diese Tippelschritte, an den Stau der Polonäsen-Schlange, der unweigerlich entsteht. Ich denke doch nicht an den Start einer Polonäse. Dann habe ich mir das Stück bei youtube rausgeholt, und siehe da, die kleinen Schritte waren große Schritte. Wenn ich das nicht als unbewussten Ausdruck meiner Ungeduld sehe sondern als Vorzeichen, sollte also nichts mehr schief gehen in dieser Saison. In dem Sinne, Herr Wendehals, bitte schön.

 

 

Erst nicht mehr alles kontrollieren, führt zum Führen

Ein Mann, eine Mannschaft, ein Sieg. Der Mann: Stanislav Iljutcenko, die Mannschaft: der MSV Duisburg, der Sieg: ein 2:1 der Zebras gegen die SG Sonnenhof Großaspach nach einem 0:1-Rückstand. Wenn ich dieses Heimspiel des MSV mit einem Schlaglicht beleuchte, steht in diesem Licht Stanislav Iljutcenko, und die Mannschaft bildet einen Backgroundchor. Nicht seine zwei Tore rücken ihn in den Scheinwerfer. Mit seiner Spielweise in der zweiten Halbzeit lässt sich der Sieg versinnbildlichen. Zu erkennen ist dann ein unbändiger Wille dieses Spiel zu gewinnen und dafür Risiken einzugehen. Sein immenser Einsatz kommt hinzu. Vor allem aber gibt es die in jeder Spielsituation vorhandene Orientierung Richtung gegnerisches Tor.

Ob er sich im Zentrum in den Rückraum fallen ließ oder in die Halbräume auf Strafraumhöhe ging, er nahm sich keine Zeit zu überlegen, die Anschlussaktion folgte sofort und brachte Dynamik ins Spiel. Auch beim Rest der Mannschaft war klar erkennbar, die Spieler suchten nicht mehr nur den sicheren Pass. Stanislav Iljutcenko allerdings unterstützte durch seinen besonderen Kampf und seine Laufbereitschaft die entstehende Atmosphäre, die auf die Ränge überging. Dabei behielt er die Übersicht. Er bereitete Chancen vor, war Passgeber und eben im Sturmzentrum ein Strafraumstürmer, der zwei Tore erzielte.

Das alles geschah in der zweiten Halbzeit, nachdem wir 45 Minuten wieder ein sehr kontrolliertes Spiel des MSV gesehen hatten. Dieses kontrollierte Spiel führte allerdings und ebenfalls wieder zu keinen klaren Chancen. Ein Distanzschuss ging knapp am Tor vorbei. Für einen weiteren, gefärhlich wirkenden Schuss war der Torwart zuständig. Die Mannschaft des MSV machte, und ebenfalls wieder, nicht den Eindruck, sie könne auf diese Weise wahrscheinlich ein Tor erzielen. Sie spielte so, wie wir es kennen. Sie brachte den Gegner nicht wirklich in Verlegenheit, weil ihr aus der Kontrolle heraus, keine Tempovariation möglich ist. Zu diesem kontrollierten Spiel muss etwas hinzu kommen, damit ein Tor fällt.

Hinzu kamen ein Gegentor kurz nach der Halbzeitpause und für einen Moment lähmendes Entsetzen auf den Rängen. Das Tor fiel nach einer Kette von Fehlern, die so eklatant waren, dass ich an das Tor erst gar nicht habe glauben können. Ich musste mich bei meinen Freunden versichern, dass tatsächlich Mark Flekken aus einer wenig gefährlich aussehenden Schussposition den Ball hat passieren lassen. Den Fehler von Kevin Wolze hatte ich natürlich ebenso bewusst wahrgenommen wie den unnötigen Befreiungsschlag davor, der Wolze erst in die Verlegenheit brachte, einen Fehler zu begehen.

Das lähmende Entsetzen war der Angst vor dem Verspielen des Aufstiegsplatzes geschuldet. Für einen Moment schienen sogar die Spieler entsetzt gewesen zu sein. Doch schnell wandelte sich die Stimmung. Zunächst aber war es nicht entschieden, wohin sich die Stimmung im Stadion wandeln würde. Murren war aufgekommen. Ratlosigkeit schien auf dem Spielfeld vor dem Wiederanstoß vorhanden gewesen zu sein. Ratlosigkeit auch bei uns. Wie sollte diese Mannschaft ein Tor erzielen, den Rückstand aufholen? Diese Ratlosigkeit hing für Momente in der Stadionluft, als mit einem aufbäumenden Support sich der Stimmungsblock bemerkbar machte. Das Murren verschwand, geschweige denn dass Pfiffe zu hören gewesen wären.

Endgültig entschieden war die Stadionstimmung wenige Minuten später, als auch die Spieler ihre Ratlosigkeit abgestriffen hatten und schon die ersten Angriffszüge mit klarer Zielrichtung Strafraum Großaspach gespielt wurden. Von da an wurde der Kampf der Mannschaft auch auf den Rängen geschlossen unterstützt. Alle wussten, was auf dem Spiel stand. Das war nicht der verpasste Sieg in diesem einen Spiel. Das Scheitern am Saisonziel Aufstieg hatte ins Stadion hineingeschaut. Es schaute sich gerade etwas um, als Stanislav Iljutcenko und Zebras  es hochkantig wieder rausschmissen.

Mit allen Mitteln für den Heimsieg – Schlagerbattle Andrea Berg – Country George

Immer wieder betone ich in diesen Räumen, dass in der 3. Liga Kleinigkeiten ein Spiel entscheiden. Wir alle müssen uns aufs Spiel ausrichten. Diesen Gedanken des Gewinnens in den Kopf bekommen. Je mehr Gedanken wir an das Scheitern verschwenden, desto eher wird es eintreten. Unser Denken auf den Rängen wirkt auf das Spielfeld hinunter. So schadet es nichts, wenn wir im Vorprogramm des Spiels schon einen grandiosen Sieg aufweisen.

Souverän gewinnt Country Georg für den Pott und damit für den Duisburg im Schlagerbattle „Die schönste Heimatmelodie“ gegen Andrea Berg. Bekannterweise fiebert Andrea Berg bei Spielen der SG Sonnenhof Großaspach manchmal mit. Sie ist die Lebensgefährtin des Vorsitzenden  vom Verein. Aber die Hymnensängerin der Frauenselbsthilfegruppen „Verlassen – was nun?“ hat mit ihrem Heimatlied-Beitrag  völlig schief gelegen. Wenn sie morgen auf dem Feld stände, müssten wir feststellen, sie war nicht im Spiel. Großaspach mit einem Seemannlied zu besingen? Und sonst nichts anderes als enttäuschte Liebe und das Weiterleben? Was für ein Komplettversagen. Das sind 0 Punkte für Andrea Berg im Schlagerbattle „Die schönste Heimatmelodie“.

So ist es für Country George ein Leichtes in diesem Schlagerbattle mit ganz einfachen Mitteln zu gewinnen. Er ist ein Vorbild für den MSV morgen im Stadion.

Konsequenter Spielbericht

Anpfiff. Pass. Bewegt sich. Ja. Nein. Ja. Nein. Ja. Nein. Doch. Vielleicht. Nach kurze Pass. Der Ball landet. Wo? Natürlich landet der Ball. Der Balljunge, auch ein feiner Kerl. Einwurf. Passversuch. Wer? Schussversuch. Abschlag. Ein Rostocker nimmt sich ein Herz. Ein Duisburger Herz. Doppelherz. Hansa geht in Führung. Bemühen. Hinten rum, hinten rum. Wie? Hinten rum. Langer Ball. Versuch. Versuchen. Ach ja, versuchen. Was? Aber was? Konter. Linker Flügel. Rostock. Rostock. Rostock. Zebras. Zebras. Zebras. Halbzeitpause. Gab es. Wiederanpfiff. Gab es. Langer Ball. Gab es. Gegner. Gab es. Immer noch. Wieso? Wieso sind die immer da? Einwechslung. Gab es. Einwechslung. Auf beiden Seiten. Gab es. Alles versuchen. Zu wenig versuchen. Offensive. Wo? Versuchen. Langer Ball. Gab es. Gab es. Gab es. Ja. Langer Ball. Kopfballversuch. Langer Ball. Nein, nicht Knall auf Fall. Versuch des Dribblings. Versuch des kontrollierten Aufbaus. Ballbesitz. Langer Ball. Langer Ball. Langer Ball. Kopfballversuch. Torwart. Schlusspfiff. Niederlage. MSV Duisburg. Schlecht. Gespielt. Ganz schlecht. Gab es.

Stimmung aufhellen – oder doch nicht?

Beim MSV dieser Saison weiß ich inzwischen nicht mehr, ob ich auf eine frühe Führung für uns hoffen soll. Die Antwort wäre einfach durch die Statisitik zu erhalten. Ich müsste nur erheben, wann jeweils die Tore in den Begegnungen gefallen sind und welche Ergebnisse nach 90 Minuten zu verzeichnen waren. Zu dieser statistischen Erhebung habe ich jetzt keine Zeit. Vielleicht findet ja jemand anderer heraus, ob diese Stastitik Fakten bringt, die nicht nur meinen Eindruck entkräftigen, mit einem zählbaren Vorteil des MSV in der ersten Halbzeit wird die zweite Halbzeit eine Zitterpartie.

Vielleicht hilft mir jemand, den kühlen Verstand in Stellung zu bringen gegenüber der so schnell vorhandenen Sorge um das unbedingt notwendige Erreichen des Saisonziels, den Aufstieg. Vielleicht hilft die Rationalität mir morgen Abend, wenn es denn wieder vor dem Live-Stream unerträglich wird. Ruhig, könnte ich mir dann sagen, schau auf die Statistik. Alles im Lot. Helft mir! Sonst muss ich wieder durch die Räume joggen. Doch ich bin der Zeit voraus. Könnte ich doch überhaupt erst mal um einen Sieg bangen.

Erschwerend kommt hinzu, Hansa Rostock gehört für mich zu den Gegnern, die eine zusätzliche irrationale Angst vor der Niederlage auslösen. Da hilft keine Statistik. Die steht gegen die uns angeborene Möglichkeit der Welterfahrung durch Sinne. Mit der Statistik haben wir Menschen es schwer. Die verlangt nämlich nur zu oft, die persönliche  Erfahrung als vereinzelte, gegenüber dem großen Ganzen widersprüchliche anzuerkennen. Alles in uns strebt dagegen. Schwierig, so ein Mensch-Sein in dieser Welt der Gegenwart.

Da schau ich mir doch lieber noch einmal das Tor von Michael Gardawski gegen Hansa Rostock in der Saison 2013/2014 an, das zum 1:0-Auswärtssieg führte. Auch bei diesem Sieg, habe ich vor dem Live-Stream sehr gelitten. Und schon sind wir wieder beim Anfang. Denn auch dieses Tor fiel früh. Helft mir mit Zahlen. Und außerdem: Ist dieses Tor überhaupt noch ein gutes Zeichen, da Michael Gardawski nun bei Hansa Rostock spielt? Fragen, so viele Fragen.


JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 9,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: