Archive for the 'Duisburg' Category

Advent in den Blogs – Der Fußball-Weihnachtskalender, Tür 5: Duisburg – die Fußballmacht der Anfänge im Westen

Noch ist der Fußball ein junger Sport in Deutschland. Doch 1905 zeigt der Duisburger SV als einer der ersten Vereine im Kaiserreich mit einem Zaun um die eigene Sportanlage, hier entsteht etwas Dauerhaftes, und das soll geschützt werden. Keine Leichenzüge zum nahe liegenden Friedhof unterbrechen nunmehr Spiele, und nicht zuletzt kann so von Zuschauern auf einfachere Weise als zuvor Eintrittsgeld genommen werden.

Manche Spieler des Duisburger SV kennen sich noch aus der Zeit, als sie Anfang der 1890er Jahre im Duisburger Turnverein von 1848 zum ersten Mal den Ball auf ein Tor geschossen haben. Auch im Ruhrgebiet sind es die jungen Söhne des Bürgertums, die sich mit dem neuen Sport Fußball gegen den Sport der Väter, das Turnen, wenden. Arbeiter haben im deutschen Kaiserreich keine Zeit, um Fußball zu spielen. Je intensiver die jungen Männer Fußball spielen, desto deutlicher wird eine Art Sportkulturkonflikt in den Turnvereinen. Dort gibt es das weiter gelebte Ideal der ganzheitlichen körperlichen „Ertüchtigung“. Sie ist eng verbunden mit dem Nutzen für das Militär. Im Fußball rückt der Wettkampfgedanke in den Vordergrund. Fußballer suchen Spannung und die besondere Leistung in Konkurrenz. Die Lösung des Konflikts ist die Trennung. Eigene Fußballvereine entstehen wie 1900 der Duisburger SV.

Die „Rotblusen“, so wird die Mannschaft ab der Saison 1905/1906 genannt, verlieren nur selten ihre Spiele. Als erster Verein der Region engagiert der DSV 1910 einen Trainer. Er kommt aus England, wo der Fußball schon professionell gespielt und entwickelt wird. Dagegen ist in Deutschland mannschaftliches Training statt individueller Körperertüchtigung kaum bekannt. Sein exklusives Wissen wird ihm mit dem damals sehr hohen Jahresgehalt von 2000 Mark entlohnt, das zur Hälfte mit den „Zaunkasse“ genannten Eintrittsgeldern gezahlt wird.

Bis 1927 gewinnt der Verein zehnmal die Westdeutsche Meisterschaft und erreicht 1913 als erste Mannschaft aus dem Westen sogar das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den VfB Leipzig, das allerdings 1:3 verloren geht. Alleine der Duisburger SC Preußen ist zeitweilig ebenso spielstark. Beide Vereine machen Duisburg vor dem 1. Weltkrieg zur frühen Fußballhochburg des Ruhrgebiets, in der Grundlagen des zukünftigen Massensports mitentwickelt werden.

Denn bis 1908 ist mit Gottfried Hinze ein Mann Torwart der Mannschaft, der zugleich als Schiedsrichter aktiv ist und im Rheinisch-Westfälischen Spielverband als Funktionär im Jahr 1902 entscheidend mitwirkt, einen regelmäßigen Meisterschaftspielbetrieb zu organisieren. 40 Vereine mit etwa 1000 Mitgliedern gibt es zu dieser Zeit in dem Verband, 23 Vereine nehmen am ersten Meisterschaftswettbewerb teil. Wenig später wird Gottfried Hinze den Zusammenschluss des Westfälischen Spielverbandes mit dem Deutschen Fußballverband voran treiben. Für all diese fußballerischen Aktivitäten bleibt dem 1873 in Aachen geborenen Gottfried Hinze die Zeit, weil er ein Geschäft für „Bergwerks- und Hüttenartikel“ führt. Zum Vorsitzenden des DFB wird er 1905 gewählt. Er bleibt es bis 1925 und wird danach zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als Gottfried Hinze 1953 stirbt, trauert Deutschlands Sportwelt, und deren bedeutendste Funktionäre sowie unzählige Fußballer von Nationalspielern bis hin zu Jugendspielern des DSV erweisen dem Fußballpionier bei seiner Beerdigung die letzte Ehre.

 

Tür 6 öffnet sich morgen in diesen Räumen wieder.

Der Fußball-Weihnachtskalender ist ein gemeinsames Projekt von @berlinscochise, Zebrastreifenblog, Cavanis Friseur, turus.net, Nachspielzeiten und 120minuten.

Informationen zur Fußballblog-Weihnachtskalender-Idee und eine Liste mit allen bisherigen Türchen, die natürlich fortlaufend aktualisiert wird, findet Ihr hier.

 

 

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Jetzt bestellen: Mehr als Fußball – Das Buch über Duisburg im Sommer 2013 und die Zeit danach

Mehr als Fußball ist weiter lieferbar. Das Buch ist in den meisten Duisburger Buchhandlungen erhältlich, im ZebraShop und beim Oligarchen des Onlinebuchhandels. Am meisten unterstützt ihr meine Arbeit hier, wenn bei mir bestellt wird.

Mehr als Fußball – so  habe ich das Buch genannt, in dem ich vom Zusammenhalt in Duisburg im Sommer 2013 rund um den MSV und von der Zeit bis zum Wiederaufstieg des Vereins in die 2. Liga zwei Jahre später erzähle. 

Mit einem Klick zu den Informationen zum Buch und zu Leseproben.

Ralf Koss, Kees Jaratz: Mehr als Fußball, 363 Seiten, € 14,90
ISBN 978-3-00-054423-1
Plus 2,10 Euro Versand, wenn ihr bei mir per Kontaktformular bestellt.

Zunächst habe ich das Buch immer sofort nach dem Mail-Eingang versendet im Vertrauen auf Bezahlung. Leider gab es so viele Besteller, die nicht bezahlt haben, dass ich nur noch nach Vorkasse verschicke.

 

Rechtliche Hinweise und Datenschutz.

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 35: Philipp Eisenblätter – Duisburg-Lied

Am 7. September stellte Phillipp Eisenblätter sein „Duisburg-Lied“ bei Facebook und YouTube online. Kurz nach der Veröffentlichung wurde mir das Stück zum ersten Mal in meiner Timeline angezeigt, weil jemand es geteilt hatte. Innerhalb der nächsten 24 Stunden wurde mir das Lied bei Facebook aus sehr verschiedenen Richtungen immer wieder in die Timeline gespült. Das Lied teilten Menschen, von denen ich wusste, wie unterschiedlich ihr Musikgeschmack war. Das Lied hat einen Nerv getroffen. Knapp eine Woche später ist das Lied bei Facebook über 150.000 mal gesehen worden. Bei YouTube ist die Klickzahl nicht ganz so hoch. Was mehr über das Funktionieren der Social-Media-Welt verrät als über das „Duisburg-Lied“.

Philipp Eisenblätters „Duisburg-Lied“ gehört fraglos zu den schönsten Stücken meiner Sammlung über den Ruhrstadt-Stadtteil Duisburg. Es vermittelt das Lebensgefühl von Duisburgern, die wachen Auges durch ihre Stadt gehen, nichts verherrlichen und zugleich innig verbunden sind mit der Stadt, in der sie leben. Das Stück verdichtet in seiner Gebrochenheit von Stimme, Text und Melodie das vielschichtige Heimatgefühl von Menschen, die Duisburg mit Wohlwollen betrachten und die ein realistisches Verhältnis zu den Möglichkeiten ihrer Stadt besitzen. Das „Duisburg-Lied“ ist große Singer-Songwriter-Kunst, von der ich gerne noch sehr viel mehr hören möchte.

 

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 34: Andrea Maria Schroeter – Duisburg Hymne

Vergesst Claudia Jung, Beatrice Egli und Helene Fischer. Ohne Schlager über Duisburg wird keine Erinnerung an die Karriere bleiben. Im Zebrastreifenblog gelten harte Kriterien. Die Walsumerin Andrea Maria Schroeter dagegen singt eine Duisburg Hymne, die sie selbst komponiert und getextet hat. Nun klingt diese Hymne weniger hymnisch als gegenwartsschlagerhaft. Sie ist unterlegt mit dem aus vermutlicher Produktionsnot heraus geborenen Rhythmusmaschinenbeat, der das Ganze beim ersten Hören Richtung Partyschlager zieht.

Wie es sich für einen Schlager gehört, singt Andrea Maria Schroeter in einfachen Reimen davon, was Duisburg bedeutet. „Du bist meine Sucht, haust mich um mit deiner Wucht. Hier in Duisburg, hier im Westen wohn’n  die Echten, wohn’n die Besten.“ Die idealisierte Selbstbeschreibung der Duisburger darf nicht fehlen. „Wir sind ein bunt gemischter Haufen und das genießen wir hier sehr“. Das ist nicht meine Musik, und ich habe Spaß an der Komik durch Satzreihen, die der Reimzwang schafft. Aber dieses Stück ist gutes Schlagerhandwerk und braucht den Vergleich mit Sängerinnen-Werken der größeren Reichweite nicht zu scheuen.

Am Schlagerstandort Duisburg muss allerdings zum Umsatz mit Konzerten noch dazu verdient werden. Noch kann man Andrea Maria Schroeter auch für Auftritte zu „besonderen Anlässen“ buchen. Als Hochzeitssängerin versteht sie sich bei bei Youtube. 

Bitte schön: „Die Duisburg Hymne“

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Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 33: Wahre Freunde – Das Lied vom Landschaftspark

„Volksmusik – Schlager – Lieder mit Gefühl, verpackt mit einer guten Prise Humor, das sind wir die ‚Wahren Freunde‘.“ Das ist auf der Seite der Musikgruppe zu lesen, die aus Lust und Laune in der Freizeit Musik macht und die besagte Musiktraditionen ungebrochen aufgreift und eben auch ein Duisburg-Lied geschaffen hat.

Nicht Duisburg als Stadt wird darin besungen, sondern der Landschaftspark. Das ist ein gutes Zeichen für das Heimatlied der Sektion Duisburg, wenn Stücke entstehen, in denen nicht das Verhältnis zur Stadt als Ganzes das Thema ist, sondern Teile der Stadt in ihrer Besonderheit vorgestellt werden. Die Aktivitäten der „Wahren Freunde“ werden mit der Anmutung eines Hobbys und Freizeitvergnügens in die Öffentlichkeit gebracht. Dahinter steht kein professioneller Anspruch. Ich sehe das völlige Ignorieren medialer Bilder- und Designstandards mit viel Sympathie. Das ist gelingende Alltagskultur, die gängige Schlagermelodien der Gegenwart nutzt und sie in dem Fall mit einer eigenen Idee verbindet. Originalität braucht so etwas nicht. Für die „Wahren Freund“ geht es um etwas anderes.

Bitte schön: „Das Lied vom Landschaftspark“.

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Halbzeitpausengespräch: Platzhirsch Festival sucht die Crowd-Unterstützung

Was Crowdfunding bedeutet, wissen einige von euch schon länger. „Mehr als Fußball“, das Buch über den Zusammenhalt in Duisburg rund um den MSV im Sommer 2013 und die Folgen bis zum Aufstieg 2015, konnte ich mit Hilfe von vielen Unterstützern drucken lassen. Geld im Vorhinein geben, dafür je nach Betrag unterschiedliche Gegenleistungen erhalten und somit etwas ermöglichen, was ohne Vorfinanzierung nicht verwirklichkt werden kann. Das bedeutet Crowdfunding.

Startnext war die Crowdfunding-Plattform, mit der ich kooperierte und bei Startnext sucht auch das Platzhirsch Festival nun Unterstützer.  Als ich 2014 das erste Mal über das Festival schrieb, war ich noch ein begeisterter Festivalgast und unabhängig. Inzwischen bin ich Partei. Ich gehöre mit zu denen, die es ermöglichen wollen, die planen und selbst Teil des Programms geworden sind: Der Schreibwettbewerb in Kooperation mit dem MSV für Kinder und Jugendliche läuft noch bis August. 

Das Festival bereichert Duisburg auf eine sehr eigene Weise, weil es an einem zentralen Ort der Stadt Menschen im Zeichen freier Kultur zusammenbringt. Das Platzhirsch Festival macht Duisburg lebenswerter. Es schafft ein besonderes Programmangebot unterschiedlicher Kultursparten. Es schafft Öffentlichkeit und Zusammenhalt von und für Duisburger, die mit ihrem Interesse und Engagement in Sachen Kultur, was oft zugleich auch soziales Engagement ist, meist nur vereinzelt wahrgenommen werden. Deshalb ist dieses Festival wichtig. Deshalb braucht der Platzhirsch Planungssicherheit. Und deshalb lohnt es sich als Unterstützer des Platzhirsch Festivals dabei zu sein.

Deshalb ab zu Startnext und ausgwählt, was euch gefällt: Von T-Shirt über Festival-Pass hin zum Wohnzimmerkonzert.

Wenn Platzhirsch Festival, MSV Duisburg und DU schreib(s)t gemeinsame Sache machen

Unlängst hatte ich hier schon von dem Schreibwettbewerb  für Kinder und Jugendliche sowie der Zusammenarbeit von Platzhirsch Festival, MSV Duisburg und DU schreib(s)t berichtet. Der Wettbewerb samt Lesebühne als Ziel und die dazu gehörigen Schreibwerkstätten werden von jugendstil – kinder- und jugendliteraturzentrum nrw und lemonhaus e.V. gefördert. Nun zieht der Wettbewerb seine Kreise. Letzte Woche war ich im Landfermann-Gymnasium und konnte dem Neigungskurs Schreiben der fünften Jahrgangsstufe davon berichten. Ihr könnt mich also demnächst Platzhirsch- und MSV-Botschafter nennen, der jungen Menschen die exotische Welt von Kultur und Profifußball nahe bringt. Verstanden die Schüler zwar sofort, was die Lesebühne beim Platzhirsch Festival war, so tauchte beim Schreibwettbewerb selbst eine Frage auf, und die galt nicht den zu schreibenden Texten.

„Was ist das, MSV?“, fragte der elfjährige Junge und verblüffte mich damit. Ganz selbstverständlich war ich vom Wissen aller ausgegangen, wofür die drei Buchstaben stehen, zumal der Junge im Verein Fußball spielte. Allerdings wohnt er in Mülheim. Was die Aufgabe für die  Verantwortlichen des MSV, den Verein auf gute Weise im Gespräch zu halten, nicht gerade kleiner macht. Deshalb ist für einen Verein wie dem MSV Duisburg, das Verhältnis zu seinen Anhängern so wichtig. Denn wir Anhänger verfolgen über den Fußball hinaus viele soziale und kulturelle Projekte, bei denen der MSV mit im Boot ist. So wird der Verein in der Öffentlichkeit auf vielfältige Weise im Gespräch gehalten. Das ist für die Mitarbeiter im Verein manchmal anstrengend, weil zusätzliche Arbeit der Koordinierung und Hilfestellung auf sie zukommt. Gleichzeitig leisten die Anhänger aber eine Öffentlichkeitsarbeit an Orten, die der Verein nicht erreichen würde. Beides müssen sowohl die Verantwortlichen im Verein als auch wir Anhänger immer wieder bedenken. Der Mitarbeiterstab des MSV ist klein für die Menge der anfallenden Arbeit. Was wir Anhänger machen, kommt dem Verein aber zugute.

Als Samstag die Funke-Gruppe mit WAZ und NRZ über den Schreibwettbewerb berichtete, wurde online der MSV in der Überschrift des Artikels sogar zum alleinigen Organisator des Schreibwettbewerbs. „MSV sucht literarische Talente“ hieß es. Solche Fehler verantwortet die Online-Redaktion, denn im Online-Artikel steht nichts anderes als im Print-Produkt, wo die Überschrift treffender erfasst, dass der MSV nur Teil eines gleichgewichtigen Zusammenschlusses ist.

Und nun lest entweder, was WAZ und NRZ berichteten oder klickt ganz oben meinen Beitrag hier im Zebrastreifenblog an, damit ihr wisst, worum es geht und wohin eure Kinder ihre Texte über ihr schönstes Fußballerlebnis schicken können. Und immer weiter erzählen. Das Platzhirsch Festival, der MSV Duisburg, ich selbst und der zukünftige Wettbewerbs-Gewinner oder die -Gewinnerin werden es euch danken.


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