Archive for the 'Duisburg' Category

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 33: Wahre Freunde – Das Lied vom Landschaftspark

„Volksmusik – Schlager – Lieder mit Gefühl, verpackt mit einer guten Prise Humor, das sind wir die ‚Wahren Freunde‘.“ Das ist auf der Seite der Musikgruppe zu lesen, die aus Lust und Laune in der Freizeit Musik macht und die besagte Musiktraditionen ungebrochen aufgreift und eben auch ein Duisburg-Lied geschaffen hat.

Nicht Duisburg als Stadt wird darin besungen, sondern der Landschaftspark. Das ist ein gutes Zeichen für das Heimatlied der Sektion Duisburg, wenn Stücke entstehen, in denen nicht das Verhältnis zur Stadt als Ganzes das Thema ist, sondern Teile der Stadt in ihrer Besonderheit vorgestellt werden. Die Aktivitäten der „Wahren Freunde“ werden mit der Anmutung eines Hobbys und Freizeitvergnügens in die Öffentlichkeit gebracht. Dahinter steht kein professioneller Anspruch. Ich sehe das völlige Ignorieren medialer Bilder- und Designstandards mit viel Sympathie. Das ist gelingende Alltagskultur, die gängige Schlagermelodien der Gegenwart nutzt und sie in dem Fall mit einer eigenen Idee verbindet. Originalität braucht so etwas nicht. Für die „Wahren Freund“ geht es um etwas anderes.

Bitte schön: „Das Lied vom Landschaftspark“.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

Halbzeitpausengespräch: Platzhirsch Festival sucht die Crowd-Unterstützung

Was Crowdfunding bedeutet, wissen einige von euch schon länger. „Mehr als Fußball“, das Buch über den Zusammenhalt in Duisburg rund um den MSV im Sommer 2013 und die Folgen bis zum Aufstieg 2015, konnte ich mit Hilfe von vielen Unterstützern drucken lassen. Geld im Vorhinein geben, dafür je nach Betrag unterschiedliche Gegenleistungen erhalten und somit etwas ermöglichen, was ohne Vorfinanzierung nicht verwirklichkt werden kann. Das bedeutet Crowdfunding.

Startnext war die Crowdfunding-Plattform, mit der ich kooperierte und bei Startnext sucht auch das Platzhirsch Festival nun Unterstützer.  Als ich 2014 das erste Mal über das Festival schrieb, war ich noch ein begeisterter Festivalgast und unabhängig. Inzwischen bin ich Partei. Ich gehöre mit zu denen, die es ermöglichen wollen, die planen und selbst Teil des Programms geworden sind: Der Schreibwettbewerb in Kooperation mit dem MSV für Kinder und Jugendliche läuft noch bis August. 

Das Festival bereichert Duisburg auf eine sehr eigene Weise, weil es an einem zentralen Ort der Stadt Menschen im Zeichen freier Kultur zusammenbringt. Das Platzhirsch Festival macht Duisburg lebenswerter. Es schafft ein besonderes Programmangebot unterschiedlicher Kultursparten. Es schafft Öffentlichkeit und Zusammenhalt von und für Duisburger, die mit ihrem Interesse und Engagement in Sachen Kultur, was oft zugleich auch soziales Engagement ist, meist nur vereinzelt wahrgenommen werden. Deshalb ist dieses Festival wichtig. Deshalb braucht der Platzhirsch Planungssicherheit. Und deshalb lohnt es sich als Unterstützer des Platzhirsch Festivals dabei zu sein.

Deshalb ab zu Startnext und ausgwählt, was euch gefällt: Von T-Shirt über Festival-Pass hin zum Wohnzimmerkonzert.

Wenn Platzhirsch Festival, MSV Duisburg und DU schreib(s)t gemeinsame Sache machen

Unlängst hatte ich hier schon von dem Schreibwettbewerb  für Kinder und Jugendliche sowie der Zusammenarbeit von Platzhirsch Festival, MSV Duisburg und DU schreib(s)t berichtet. Nun zieht der Wettbewerb seine Kreise. Letzte Woche war ich im Landfermann-Gymnasium und konnte dem Neigungskurs Schreiben der fünften Jahrgangsstufe davon berichten. Ihr könnt mich also demnächst Platzhirsch- und MSV-Botschafter nennen, der jungen Menschen die exotische Welt von Kultur und Profifußball nahe bringt. Verstanden die Schüler zwar sofort, was die Lesebühne beim Platzhirsch Festival war, so tauchte beim Schreibwettbewerb selbst eine Frage auf, und die galt nicht den zu schreibenden Texten.

„Was ist das, MSV?“, fragte der elfjährige Junge und verblüffte mich damit. Ganz selbstverständlich war ich vom Wissen aller ausgegangen, wofür die drei Buchstaben stehen, zumal der Junge im Verein Fußball spielte. Allerdings wohnt er in Mülheim. Was die Aufgabe für die  Verantwortlichen des MSV, den Verein auf gute Weise im Gespräch zu halten, nicht gerade kleiner macht. Deshalb ist für einen Verein wie dem MSV Duisburg, das Verhältnis zu seinen Anhängern so wichtig. Denn wir Anhänger verfolgen über den Fußball hinaus viele soziale und kulturelle Projekte, bei denen der MSV mit im Boot ist. So wird der Verein in der Öffentlichkeit auf vielfältige Weise im Gespräch gehalten. Das ist für die Mitarbeiter im Verein manchmal anstrengend, weil zusätzliche Arbeit der Koordinierung und Hilfestellung auf sie zukommt. Gleichzeitig leisten die Anhänger aber eine Öffentlichkeitsarbeit an Orten, die der Verein nicht erreichen würde. Beides müssen sowohl die Verantwortlichen im Verein als auch wir Anhänger immer wieder bedenken. Der Mitarbeiterstab des MSV ist klein für die Menge der anfallenden Arbeit. Was wir Anhänger machen, kommt dem Verein aber zugute.

Als Samstag die Funke-Gruppe mit WAZ und NRZ über den Schreibwettbewerb berichtete, wurde online der MSV in der Überschrift des Artikels sogar zum alleinigen Organisator des Schreibwettbewerbs. „MSV sucht literarische Talente“ hieß es. Solche Fehler verantwortet die Online-Redaktion, denn im Online-Artikel steht nichts anderes als im Print-Produkt, wo die Überschrift treffender erfasst, dass der MSV nur Teil eines gleichgewichtigen Zusammenschlusses ist.

Und nun lest entweder, was WAZ und NRZ berichteten oder klickt ganz oben meinen Beitrag hier im Zebrastreifenblog an, damit ihr wisst, worum es geht und wohin eure Kinder ihre Texte über ihr schönstes Fußballerlebnis schicken können. Und immer weiter erzählen. Das Platzhirsch Festival, der MSV Duisburg, ich selbst und der zukünftige Wettbewerbs-Gewinner oder die -Gewinnerin werden es euch danken.

MSV beim Platzhirsch-Festival – Dein tollstes Fußballerlebnis und andere junge Texte auf der Bühne

Von Jugendzentrum Zitrone aus engagiere ich mich seit einigen Jahren für das literarische Schreiben von Kindern und Jugendlichen. Dort improvisiere ich dauerhaft eine Art Literaturbüro für den schreibenden Nachwuchs. Letzte Woche habe ich in Kooperation mit der Stadtbücherei Hamborn zum elften Mal die Offene Lesebühne durchgeführt. Auch in diesem Jahr wird die Lesebühne am ersten Septemberwochenende beim Platzhirsch-Festival am Dellplatz ein stadtweites Angebot sein.

Dieses Festival der freien Kulturszene macht das Erleben von Musik, Literatur und Kunst zu einer gemeinsamen fröhlichen Feier in Duisburg. Es bereichert das städtische Leben, und ich freue mich sehr, dass der MSV wieder bei dieser Feier dabei ist. Denn für diese Lesebühne beim Platzhirsch-Festival wird eine Gruppe der Teilnehmer durch einen Schreibwettbewerb ausgesucht, den der MSV mit auslobt. MSV-Profi Thomas Blomeyer, der Kindertheatermacher Tom Teuer und Kollege Koss werden die besten Texte aussuchen.

Erzählt von einem besonderen Stadionbesuch. Schreibt über den Fußball, den ihr spielt. Schreibt Siegeslieder oder Geschichten, wie ihr Niederlagen weggesteckt habt! Erzählt von besonderen Momenten mit eurem Team, ob als Fußballer oder als Zuschauer in der schauinsland-reisen-arena. Oder ihr lasst eure Fantasie spielen und erfindet die tollsten Geschichten rund um den Fußball.

Ihr könnt Aufsätze schreiben und kurze Geschichten. Oder ihr verfasst einen Rap oder Gedichte. Ihr könnt die Texte mit dem Computer schreiben und per E-Mail einschicken. Ihr könnt aber gerne auch handgeschriebene Texte per Post einreichen.

Einsendeschluss ist der 20. August 2017. Schickt eure Text bitte entweder per Post an MSV Duisburg, ZebraBande, Margaretenstraße 5 – 7, 47055 Duisburg oder per E-Mail an Riccarda.Schroeder-Lorenz@msv-duisburg.de.

Den kompletten Ausschreibungstext findet ihr mit einem Klick – auf der Seite des MSV Duisburg.

Unabhängig von dem Wettbewerb können sich aber auch Kinder und Jugendliche mit Texten anderer Inhalte für einen Auftritt bewerben. In dem Fall gilt ebenfalls, was gelesen wird, bestimmen die jungen Duisburger selbst. Das können sowohl Rap als auch Liedtexte sein oder Gedichte. Es kann eine Kurzgeschichte sein oder der Ausschnitt einer längeren Erzählung. Auch hier wählt eine Jury aus den Einsendungen aus. Ich werde die Veranstaltung moderieren und bei Lampenfieber zur Seite stehen. Bis zum 20. August sollten die Texte an  ralf.koss[at]web.de geschickt sein, dann haben die jungen Autoren die Möglichkeit sie am ersten Septemberwochenende auf der Bühne zu präsentieren.

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 32: Christian Spließ – Kein Duisburg-Lied

Eine Premiere für die Heimatlied-Abteilung im Zebrastreifenblog: ein Notenblatt statt des produzierten Lieds. Christian Spließ begleitet seit Jahr und Tag das Geschehen in Duisburg mit kritischem Blick. Auf seinen verschiedenen Plattformen im Netz finden sich immer wieder Kommentare zur Kultur in Duisburg oder zu städitscher Entwicklung. Mit einem Klick geht es zu seiner Seite im Netz. Auf xtranews veröffentlicht er immer wieder Meinung. Bei Facebook ist Cristian Spließ zu finden.

Nicht oft finden sich Heimatlieder, die von Ratlosigkeit und einem zwiespältigem Verhältnis zur eigenen Stadt bestimmt sind. Wenn Christian Spließ ein Lied über Duisburg schreibt, klingt in seinem Text Enttäuschung über die Stadt an. Er feiert Duisburg nicht. In Duisburg erfährt man etwas, was aus der Stadt hinaustreibt. Die Bindungskraft aber ist genauso groß. Das Verhältnis ist „kompliziert“. Zunächst einmal nur der Text, weiter unten finden sich die Notenblätter.

Kein Duisburg-Lied

Die Drähte singen ihre Melodien.
Sie fragen mich: „Warum willst du nicht fliehn?
Die Scherben deines Wollens: Hier liegen sie.
Sieh doch: Herz und Hände, schwarz wie nie.“

Refrain
Ich möchte bleiben, möchte gehn,
ich kann es einfach nicht verstehn;
Diese Sehnsucht voller Zorn,
drei Schritt zurück, einer nach vorn.
Der Status zwischen uns ist kompliziert.

Die Segel sind gehißt, der Wind steht gut.
Möwenkreischen, laute Taubenbrut.
Sollte ich doch länger hier bleiben?
Ich stehe still, seh die Gedanken treiben

Zeig mir doch dein Herz, zeig dein Gesicht.
Alles was du bist, das hat Gewicht.
Die Melodie der Drähte, sie hör ich kaum,
schenkst du mir Vertrauen, einen weiten Raum.

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Und hier nun auch die Notenblätter

 

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 31: Prinz Mark I. – Duisburg, ole

Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei. Am Aschermittwoch ist es Zeit für die Archivarbeit. In dieser Karnevalssession ist das Heimatlied – Sektion Duisburg durch das Mottolied des Duisburger Karnevalsprinzen Prinz Mark I. erweitert worden. Prinz Mark I. gehört der Römergarde der Stadt Duisburg an.

Ihr wisst, grundsätzlich begrüße ich jedes Lied, das die Stadt besingt, weil sehr gute Heimatlieder eine breite Basis brauchen. Man braucht viel vom deutschen Stadthymnen-Einheitsbrei für ein Heimatlied, das wahrhaftig ist und berührt. „Duisburg ole“ ist ein samba-inspiriertes Stimmungslied. Der Ansatz ist gut, doch beim Text hätte man zweimal etwas länger nachdenken müssen. Zum einen wird einmal kräftig im Städtevergleich daneben gegriffen, zum anderen wird eine Steilvorlage ausgelassen. Es gab die Möglichkeit für Tiefe in diesem Stimmungslied.

Beim Städtevergleich wird die Haltung, in der das Lied gesungen wird, für einen Moment lächerlich. In Duisburg lässt sich eine Zeile wie „Hier ist mehr los als in München, Hamburg oder in Berlin“ nur ironisch singen. Diese Ironie gibt es in dem Text nicht. Sie ist nicht als Größenwahn angelegt, sie ist aber auch nicht als feine Spitze angelegt. Dieser Satz ist ernst gemeint. Mit ein wenig Abstand macht mich solch ein Satz traurig, weil dahinter eine Sehnsucht spürbar ist, die unerfüllt bleiben wird.

Dabei beginnt der Text zunächst anders als mit dem provinziellen Selbsterhöhungseinerlei.  „International seit dem Römerwall, hier sind keine Fremden in der Stadt. Hamborn, Neudorf, Rahm, Buchholz, Beeck und Laar, alles Orte, wo man Freunde hat. “ So fängt es an. Die Namen, die dann aufgezählt werden, sind aber gar nicht so international. Werner, Anton, Magdalene und Justine. Schade. Guter Ansatz, verbesserungswürdige Ausführung.

Das nur im Ansatz des Textes gelungene „Duisburg ole“ gibt mir die Gelegenheit, an die Heimatliedfolge mit der Hochfeld-Serenade von Matthias Lixenfeld zu erinnern. Lixenfeld schrieb Karnevalslieder und stand in der Tradition des rheinischen Karnevalslied, bei dem der realistische Blick auf die Wirklichkeit jedes ungebrochene Bejubeln von eigenem Leben und Welt verbietet.

 

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Mehr als Fußball – Ein Beitrag zum Buch in Zebravision von Studio 47

Möglichst genaue Worte finden – dieses Ziel wirkt auch heute noch nach, wenn ich über die Arbeit an „Mehr als Fußball“ im Interview sprechen soll. Wie im Beitrag gesagt, gibt es das Buch in den Duisburger Buchhandlungen. Es lässt sich zudem bei mir direkt bestellten – support your local author, wo auch immer euer Herz für die Zebras schlägt.


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