Archive for the 'Fundstücke' Category

Timothy Garton Ash über Deutschland als Zidane Europas

Gerade erst in der Süddeutschen Zeitung vom 1. Mai gelesen: Wenn der britische Historiker und Publizist Timothy Garton Ash über die Rolle Deutschlands im gegenwärtigen Europa nachdenkt, nimmt er den Fußball und Zinédine Zidane zum Vergleich. Timothy Garton Ash denkt immer anregend über Europa und seine Schwierigkeiten nach. Wahrscheinlich unbeabsichtigt aber unterstreicht der Zidane-Vergleich die aktuellen Schwierigkeiten Europas. Zidanes große Zeit ist schon einige Jahre her, die Probleme Europas sind gegenwärtig.

 

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Pelé im Düsseldorfer Weindorf der 60er – Fußball- und Lokalhistoriker sind gefragt

Ein Fundstück im Fotoalbum eröffnet eine Welt und regt zu Geschichten an. Pelé ist mir am Wochenende etwas näher gerückt, weil eine Tante ab Ende der 1950er Jahre bis in die 60er hinein im Düsseldorfer Weindorf gekellnert hat. Das Weindorf muss seinerzeit ein renommiertes Lokal gewesen sein. Den Ruf hatte es auch erworben durch Prominenz der Gäste.

Auf dem im Weindorf aufgenommen Foto erkenne ich einen Prominenten und das ist Pelé. Das Foto ist mehr als ein Erinnerungsschnappschuss, denn es erzählt offensichtlich eine Geschichte. Die wahren Fußballfreaks unter euch wissen vielleicht, wer der Mann ist, auf dessen Schulter die Hand der kellnernden Tante liegt. Vermutlich ist das ebenfalls ein Fußballer. Der stehende Mann rechts, Pelé, der trinkende Mann und die Kellnerin bilden die eine Gruppe des Bildes. Die drei älteren Männer am Tisch bilden die andere Gruppe, die vom Drama hinter ihnen nichts mitbekommen. Auf dem Tisch befindet sich ein Wimpel der ehemaligen brasilianischen Fluggesellschaft Panair do Brasil.

Der missbilligende Blick des stehenden Mannes und Pelés Blick richten sich auf den trinkenden anderen jungen Mann. Trank er zu viel? Suchte er zu sehr die Nähe der Kellnerin? Sieht ein Betreuer, der Trainer gar auf einen Fußballer, der über die Strenge schlägt? Am 5. Mai 1963 fand im Hamburger Volksparkstadion das erste Länderspiel gegen Brasilien statt. War Düsseldorf davor oder danach eine Zwischenstation für die Brasilianer? Und wenn ja, warum? Vielleicht weiß einer von euch, wer die anderen Männer auf dem Bild sind. Fußball- und Düsseldorfer Lokalhistoriker rührt euch.

 

 

Deutsche Regierung zeigt Herz für Zebrastreifenblog

Angela Merkel hat doch immer viel zu tun, nicht nur jetzt mit den Koalitionsverhandlungen, und dass sie selbst, also, das glaube ich nicht. Der Zebrastreifenblog gehört ja ins Ressort von Monika Grütters. Sie ist Staatsministerin für Kultur und Medien. Aber ob sie auch auf lokaler Ebene sich zuarbeiten lässt? Das scheint mir zweifelhaft. Vielleicht hat Ralf Jäger als MSV-Fan es dem Sigmar gesteckt? Im Auswärtigen Amt sind ja die Goethe-Institute zu Hause. Kulturvermittlung im Ausland. Bin ich demnächst mit dem Zebrastreifenblog für die deutsche Fußballkultur auf Lesetour in Asien? So was könnte doch sein. Seit gestern eine Mail bei mir reinrauschte, träume ich jedenfalls von einer paradiesischen Zukunft. Denn die deutsche Regierung will dem Zebrastreifenblog helfen:

Betreff: {zebrastreifenblog} deutsche Regierung will dir helfen!

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Jeden dieser Gründe für die Verteilung der Ressourcen kann ich für mich in Anspruch nehmen, besonders dieses „vieles mehr“. Etwas sorgenvoll schaue ich nur auf die Unsicherheit, die mit der Aufforderung zum Klicken einhergeht. Erst soll mir geholfen werden, dann wird später erst entschieden, ob ich mich qualifizieren kann. Und die Qualifikation ist offensichtlich mein Wissen, wo und wie ich fragen kann. Wahrscheinlich bin ich dann auf einmal mitten drin in diesen Koalitionsverhandlungen und keiner ist zuständig. Da weiß ich doch jetzt schon, was passiert. Jeder ist nur geschäftsführend da. Keiner will entscheiden, ob ich richtig den Richtigen gefragt habe. Und womöglich bin ich dann der Grund, warum die Verhandlungen platzen, weil sie sich nicht einig werden über meine Anfrage. Besser ich warte noch und versuche es später.

Fremdschamkitzel auf Schalke

Als ich gerade eben den Lobgesang auf Schalkes Trainer Domenico Tedesco in der Süddeutschen Zeitung las, machte mich einer der ersten Sätze neugierig auf einen Werbespot des Vereins. Die Merchandising-Abteilung des Vereins will nämlich die Umsätze im Kleidungssegment steigern. Der Verein möchte auf einer der bescheuertsten Modewellen der jüngsten Zeit mitsurfen – der Ugly Christmas Fashion.

Schon angesichts dieser Mode werde ich augenblicklich zum grantligen alten Zausel. Was für einen unglaublichen Spaß machen diese Pullover bei der After Christmas Family Show, wenn ihr euch mit euren Freunden trefft. Überall diese lachenden Gesichter, besonders bei uns Pulloverstrickern. Tatsächlich wird für so einen Mist Geld ausgegeben. Was haben wir gelacht, als wir merkten, dass nicht der hässlichste Jugendpullover aus dem Kleidersack genommen wird, sondern für den Einmalauftritt was unglaublich profimäßig Designtes gekauft. Mann, was fühle ich mich alt, wenn ich hier kopfschüttelnd über so einen Mist ins Nachdenken komme.

Doch bevor ich gar nicht mehr mit dem Schimpfen aufhören kann, gucke ich mir einfach den Werbespot der Schalker an und erfreue mich an Fußballern und jungen Frauen, die nicht schauspielern können. Dafür hat sich so ein Ugly-Dingens-Gedöns dann doch wieder gelohnt.

 

Fundstück: Fußball lesen wie ein Gedicht

Für die Süddeutsche Zeitung haben Sebastian Fischer und Maik Rosner mit dem Trainer des FC Augsburg Manuel Baum gesprochen. Ohne Abo ist das interessante Interview online nicht zu lesen. Zwei Bemerkungen Manuel Baums will ich aber hervorholen. Zum einen vergleicht er die Bewertung eines Fußballspiel mit der Interpretation von Gedichten.

Seine Bemerkung erinnert daran, dass die immer umfassendere Beschreibung des Fußballs mit statistischen Daten das einzelne Spiel nicht eindeutig erklären wird. Irgendwann muss interpretiert werden, weil das Wissen über die Leistungswerte einzelner Spieler nicht genügt, um die Qualität des Zusammenspiels aller Spieler zu bestimmen. Es gibt keinen absolut wahren Schluss, den die Daten ermöglichen.

Davon ab könnt ihr vielleicht denken, dass es mir sehr gefällt, wie Manuel Baum die beiden unterschiedlichen Sphären der Kultur zusammenbringt. Schließlich geschieht das in diesen Räumen desöfteren ähnlich.

Zum anderen weist er auf eine Grundlage von Erfolg hin. Das Tagesgeschäft entwickelt er, nachdem sich der Verein zu einem grundsätzlichen Spielstil entschieden hat.

Fundstück: Vorurteile machen einsam

Immer wieder begegnen wir bedauernswerten Schicksalen auf den Bekanntschaftsanzeigenseiten der Süddeutschen Zeitung.

Fundstück: Nicht nur der MSV sucht einen Torwart

Am Samstag fand sich in der Süddeutschen Zeitung eine Stellenanzeige für Torhüter. Allerdigs ist sie in die Rubrik „Vermisches“ gerutscht. Deshalb weise ich hier noch einmal darauf hin. Zwar fischt der MSV bei der Kernkompetenz des Torhüters im selben Gewässer, allerdings brauchen wir die Münchner Vorstadt-Bezirksligakonkurrenz nicht zu fürchten, da Ivo Grlic einen deutlich jüngeren Torhüter als Buffon sucht. Eine Erinnerung an den August 2014 will ich zum Wochenbeginn ebenfalls nicht vergessen: Nürnberg im DFB-Pokal kann der MSV. Ein gutes Los.


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