Archive for the 'Fußball im Buch' Category

Weggelesen – Erwin Kostedde von Alexander Heflik

Die Zeit war reif für den Dokumentarfilm Schwarze Adler und die begleitende PR-Arbeit sehr gut. Denn von April an berichtete nahezu jedes Medium in diesem Land über die Geschichte von afrodeutschen Fußballern und Fußballerinnen, von person of colour, wie ein Teil jener Deutschen sich selbst nennt. Auf Amazons Streamingdienst Prime Video hatte Schwarze Adler von Torsten Körner im April seine Premiere. Im Juni war er dann als Einzelausstrahlung auch beim ZDF zu sehen.

In vielen dieser Berichte, Portraits und Interviews kam Erwin Kostedde zu Wort. Als erster afrodeutscher Nationalspieler ist er einer der Protagonisten des Films. In der Saison 1967/68 spielte er beim MSV Duisburg. Er war aus der Regionalliga von Preußen Münster gekommen und hatte dort als Mittelstürmer überzeugt. In Münster war der 1946 geborene Sohn einer Deutschen und eines afroamerikanischen US-Soldaten auch aufgewachsen. In seinem ersten Jahr in der Bundesliga konnte er beim MSV seine Leistungen in Münster nicht bestätigen. In 19 Spielen erzielte er fünf Tore. Nach seiner Karriere erzählte Erwin Kostedde mehrmals, ihm sei sein Erfolg zu Kopf gestiegen. Er habe die Nächte zum Tag gemacht. Seine Einstellung habe nicht mehr gestimmt. Deshalb sei es zum Konflikt mit dem Trainer Gyula Lorant gekommen.

Ein älterer Anhänger des MSV erzählte mir neulich noch von einem Auswärtsspiel jener Saison, bei dem Erwin Kostedde zur vereinbarten Abfahrtszeit nicht erschienen war. Aus einer Kneipe gegenüber dem Schlachthof in Meiderich sei er dann herausgeholt worden. Ob er noch mitfahren durfte, wusste er nicht.

Diese Anekdote passt in das Bild, das der Münsteraner Journalist Alexander Heflik in seiner Biografie von Erwin Kosteddes Zeit in Duisburg zeichnet. Das kommt nicht von ungefähr. „Erwin Kostedde – Deutschlands erster schwarzer Nationalspieler“ fußt zum großen Teil auf Gesprächen mit dem Fußballer selbst. Außerdem sprach Heflik mit einigen Wegbegleitern sowie jüngeren Beobachtern der Fußballszene.

Der Duisburger Zeit sind nur wenige Seiten gewidmet. Liest man sie als Teil der gesamten Lebensgeschichte, wird deutlich, dass Erwin Kosteddes selbstkritische Wertung über seine Professionalität in Duisburg zu kurz greift. Die Flucht in nächtliche Trunkenheit lag nahe, wenn man von seinem Aufwachsen im Bewusstsein des eigenen Außenseitertums liest. Sie lag nahe für einen empfindsamen Menschen, dem ein autoritärer Trainer wie Lorant besondere Aufmerksamkeit widmete und nicht deutlich war, ob man für Misserfolge zum Sündenbock gemacht wurde. Im folgenden Jahr bei Standard Lüttich konnte er dann an alte Erfolge anknüpfen. Die Grundlage für seine weitere Karriere in Deutschland war von da an gefestigt.

Auch nach dieser Karriere als Fußballer war Erwin Kostedde Rassismus ausgesetzt. So meinte der Zeuge eines Raubüberfalls ihn als Täter identitifizieren zu können. Dabei war anscheinend das einzige, was der Zeuge wirklich erkannt hatte: der Täter war farbig gewesen. Bei der Gegenüberstellung wurde ihm nur Erwin Kostedde gezeigt. Da war der Zeuge sich dann erst einmal sicher. Ein halbes Jahr U-Haft führte zum psychischen Zusammenbruch von Erwin Kostedde.

Alexander Heflik lässt die Erfahrungen von Erwin Kostedde für sich sprechen. Deutlich wird auf fast jeder Seite: Wie Menschen angesehen werden, das hat Folgen. Die Biografie ist ein lebendiges Portrait in Buchform geworden. Alexander Heflik macht Erwin Kosteddes Persönlichkeit verständlich, die Zeit aber, in der er gelebt hat kaum. Historische Einflüsse und Zeitgeist werden meist nur indirekt erkennbar. Wer sich für besondere Lebenswege und Schicksale interessiert, wird diese Biografie mit Gewinn lesen.

Alexander Heflik

Erwin Kostedde. Deutschlands erster schwarzer Nationalspieler

Verlag Die Werkstatt

208 Seiten, Hardcover

ISBN: 9783730705735

Hardcover: 19,90 €

Ebook: 16,90 €

Auf der Seite vom Verlag Die Werkstatt finden sich weitere Zitate aus Besprechungen. Das Buch kann auch dort versandkostenfrei bestellt werden.

MSV-Gefühle in der Sommerpause

Wie schön, dass uns in diesem Sommer sogar der derzeitige EM-Fußball prächtige MSV-Gefühle gibt. Die deutsche Nationalmannschaft hatte im Spiel gegen Frankreich vieles aus den letzten Jahren beim MSV abgeschaut. Natürlich waren die Einzelspieler besser, aber ich habe mich ziemlich schnell wie oft auf meinem Stehplatz im Stadion gefühlt.

Du siehst eine hilflose Mannschaft, die das Spiel zu kontrollieren versucht und deshalb nach der Balleroberung kaum einmal schnell in die Spitzen spielt. Dort angekommen bleibt es meist statisch. Immer rum um den Strafraum. Über dem Spielfeld schwebt unausgesprochen die Frage, wie kommen wir da nur rein? Sobald der Gegner den Ball hat, bist du im Alarmzustand und hoffst, dass nur möglichst viele eigene Spieler schnell genug nach hinten vor den Spieler mit den Ball kommen. Der Sprint zurück zum eigenen Tor mit derselben Anzahl Spieler verspricht mit Sicherheit Torgefahr des Gegners.

Wie gesagt, damit war ich vertraut. Ihr ja auch. Und wir wussten schon früh, in diesem Spiel wird nur mit Glück der Ausgleich fallen. Die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass der Gegner ein Tor erzielt. Manchmal hilft es zur Gelassenheit, Fan des MSV zu sein.

Die anderen MSV-Gefühle sind in diesen Tagen für mich oft nostalgischer Art. Tina Halberschmidt und ich, also der Martin Wedau in mir, sind gerade auf den letzten Metern unseres MSV-Buchs, das im Oktober erscheint. Was wir da alles gelesen und erinnert haben. Viel zu viel für dieses Buch.

So lasst mich mit euch einmal seufzen, dass wir die großen Missverständnisse bei Neuverpflichtungen nicht mit aufnehmen können. Vor allem in den 1990ern war die Fallhöhe hoch, da der Erfolg des MSV unter Friedhelm Funkel den Blick der Verantwortlichen auf andere Bereiche des Spielermarkts hat richten lassen.

Das ist wie beim Essen. Wer vorher immer nur in die Pommesbude ging und dann allmählich mal die Restaurants besucht, wird der Pommesbude nicht abschwören, aber gutes Essen besser schätzen können. So jemand nimmt sich dann plötzlich auch andere Lokale vor.

Für den MSV war eines dieser anderen Restaurants zum Beispiel im Jahr 1998 Erik Bo Andersen als Neuzugang. Viel Geld wurde für ihn bezahlt. Der Mann hatte 1996 zum Kader Dänemarks bei der EM gehört. Zwar hatte er kaum gespielt, aber er gehörte zum Land der Überraschungseuropameister 1992. Und nun war er ein Zebra und bald verletzt. Danach hat er den Anschluss nicht mehr wirklich gefunden. Die Ersatzbank war sein Aufenthaltsort meist bei Spielen. Was habe ich bei seinen Einwechslungen immer wieder gehofft, er könne das Versprechen auf Tore einlösen. Denn meiner Erinnerung nach kam er immer nur dann, wenn es etwas aufzuholen gab.

Im Grunde ging es mir damals bei seinen Einwechslungen so wie heute auch oft. Ich dachte immer, irgendwas muss sich ändern im Spiel, sonst wird das nichts mehr für den MSV. Wir Gemeindemitglieder der Fußballkirche rufen dann gerne, Mensch, das Spiel braucht einen Impuls von außen. Erik Bo Andersen hat damals wenig impulst. So ist das mit den Missverständnissen. Im nostalgischen Blick auf die Vergangenheit wird daraus aber ein schönes MSV-Gefühl. Dafür hat sich das Ärgern in der Vergangenheit doch gelohnt. Von den anderen Missverständnissen erzähle ich später.

Lesen und Hören: Machtspieler von Ronny Blaschke im Podcast Nachspielzeit

Über die Jahre in der Kulturbranche hörte ich immer mal wieder von Buchkritiken, bei denen sich herausstellte, das höchste Lob oder das vernichtende Urteil geschah ohne wirkliche Lektüre des kritisierten Buchs. Konkreter wurde das nicht. Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob das nicht ein moderner Mythos ist, der aus Begegnungen von Autorinnen und Autoren mit uninformierten TV-Moderatoren entstand.

Andererseits empfehle ich heute auch ein Buch nachdrücklich, ohne es gelesen zu haben. Ich werde es aber noch lesen. Nun liegt meiner Empfehlung keine hellseherische Gabe zugrunde, sondern ein über dreistündiges Gespräch im Podcast Nachspielzeit, der von den Machern des Blogs Brustring 1893 verantwortet wird. Vornehmlich geht es dort um den VfB Stuttgart, oft aber auch um allgemeine Themen des Fußballs.

Ron und Daniel sprachen im April letzten Jahres mit Ronny Blaschke, der sich seit Jahren mit ganz unterschiedlichen Fußballthemen beschäftigt. Immer geht es ihm dabei darum, den Fußball in gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen genauer zu fassen. Schon vor langer Zeit habe ich mit „Angriff von Rechtsaußen“ hier ein Buch von ihm besprochen.

Im Gespräch unterhalten sich die drei über Ronny Blaschkes jüngstes Buch „Machtspieler“. In dem Buch beleuchtet er, wie in unterschiedlichen Regionen dieser Welt nationale und regionale Konflikte sich auch über den Fußball organisieren, zum Teil verstärken oder wie der Fußball Chancen bietet, sie aufzulösen. Beispielhaft wird das an Jugoslawien und den Nachfolgestaaten, Israel und Palästina sowie Ruanda erkennbar. Man erfährt in dem Gespräch überaus viel über die jeweiligen Länder und welche Rolle der Fußball bei den dortigen Konflikten spielte. Gleichermaßen erhält man einen Eindruck von Ronny Blaschkes Arbeitsweise in den jeweiligen Gebieten.

Das Gespräch ist überaus hörenswert, dank der Vorbereitung der Podcaster und des offenen Erzählens von Ronny Blaschke. Es wirkt informativ in alle möglichen Richtungen. Journalistisches Handwerk, Haltung und Ethos werden zum Thema, Kultur und Politik der jeweiligen Regionen und eben der Fußball in seiner gegenwärtigen Entwicklung sowie seiner Bedeutung in den jeweiligen Regionen.  Nutzt die Gelegenheit zum Weiterklicken.

Ich zögere keinen Moment, nach diesem Gespräch „Machtspieler“ auch zur Lektüre zu empfehlen, selbst wenn ich es erst demnächst lesen werde.  Auf der Webseite vom Verlag Die Werkstatt finden sich begeistert klingende Zitate aus Rezensionen quer durch die Print-Welt. Nach dem Podcast sind solche lobende Worte nicht überraschend für mich.

 

Ronny Blaschke
Machtspieler – Fußball in Propaganda, Krieg und Revolution

Verlag Die Werkstatt

Paperback € 19,90 oder als Ebook €14,90

ISBN: 9 783 73070495 0

Das Weihnachtsangebot – Ein Buchduo: MSV und Ruhrgebietsfußball

Wenn ihr zu Weihnachten an bessere Zeiten mit dem MSV denken wollt, habe ich einen Vorschlag: der Blick auf die MSV-Geschichte zwischen 2013 und 2015. Ich packe ich euch deshalb mein Sonderangebot zusammen: Für 19 Euro inkl. Versand bekommt ihr Mehr als Fußball – Die Geschichte des MSV vom Zwangsabstieg 2013 bis zum Wiederaufstieg 2015 – und 111 Fußballorte im Ruhrgebiet. Statt 30 Euro. Einzeln könnt ihr die Bücher auch kaufen. Mehr als Fußball kostet dann 12 Euro, das „111er“ Euro 7,00 incl. Versand. Wenn ihr sie zusammen kauft und in Duisburg oder Umgebung wohnt, bringe ich sie euch wahrscheinlich vorbei. Meine Tagesstrecken ließen sich sicher anpassen – natürlich nur mit Maske und Abstand.

Infos zum Inhalt von Mehr als Fußball findet ihr hier.

Leserstimmen zu den Fußballorten bei Amazon hier.

Falls ihr außerdem Interesse an Ruhrgebietsgeschichte habt: 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen könnt ihr auch hier bestellen.  Was euch das Buch bietet, erfahrt ihr hier.

Bestelllen könnt ihr über das folgende Kontaktformalur oder per E-mail an zebrastreifenblog[at]web.de:

Rechtliche Hinweise und Datenschutz.

Der Storch Stefan Maierhofer ist keine Möwe

Im Sommer 2019 erschien mit Nicht wie ihr ein Roman von Tonio Schachinger mit einem Fußballprofi als Hauptfigur. Tonio Schachinger ist Österreicher. Die erzählte Fußballwelt hat ihre Wurzeln also in Österreich, auch wenn der Profi, ein österreichischer Nationalspieler, in England spielt und der Gesamtblick europäisch ist. Noch habe ich das Buch nicht ausgelesen, doch schon nach gut der Hälfte kann ich den Roman nur empfehlen. Die Begründung in einer Besprechung kommt später.

Den folgenden kurzen Ausschnitt vom Anfang des Romans möchte ich euch aber schon heute nicht vorenthalten, weil Tonio Schachinger uns nicht nur eine Erinnerung mit stimmiger Wertung an Stefan Maierhofer gibt, sondern auch weil er auf einer einzigen Seite die Fußballgegenwart Deutschlands auf für mich sehr amüsante Weise und natürlich in der Absolutheit ungerecht in den Boden stampft.

Da seit der Saison von Stefan Maierhofer als Stürmer im Zebratrikot schon einige Zeit vergangen ist, ein paar Worte für die ganz jungen Leser hier. Stefan Maierhofer spielte in der Saison 2010/2011 beim MSV, jener Saison des letzten Höhenflugs der Zebras, zu dem der österreichische Leihspieler viel beitrug. Für einen Spieler, der so kurz da war, hatte er großen Eindruck bei den Fans hinterlassen. Tonio Schachingers Wertung habe ich zwei Jahre nach Maierhofers Weggang vorweggenommen, als der MSV beim 1. FC Köln spielte. Dort war er für eine Halbsaison gelandet. Er kam bei vielen Vereinen unter, und der Ertrag für seine spielerischen Möglichkeiten war jeweils groß. Nun aber lest selbst

Wer bereits durch diesen Ausschnitt angefixt ist. Hier die Angaben zum Buch, das seit dem August auch als Taschenbuch erhältlich ist.

 

Tonio Schachinger
Nicht wie ihr ihr
304 Seiten

gebunden
Kremayr & Scheriau Verlag
€ 22,90
ISBN 
978-3218011532

Rowohlt Taschenbuch
€ 12,00
ISBN 978-3499004506

 

 

Ein Pixi-Buch als MSV-Überraschungs-Paket

Manchmal verbirgt sich eine große Überraschung hinter der Verpackung. Neulich habe ich ein Pixi-Buch als liebevoll gedachtes Mitbringsel geschenkt bekommen. Das kleine Pixi-Buch heißt Beste Fußballfreunde, und es erzählt eine Geschichte, die uns mit den Superfußballkräften einer der Vereinslegenden des MSV Duisburg bekannt macht. Was sage ich?! Nicht einer der Vereinslegenden, sondern der Vereinslegende.

Die Eltern unter euch wissen wahrscheinlich, ein Teil der Pixi-Bücher richtet sich an ein Zielpublikum, das nach medialer Unterstützung eigener Erziehungsziele sucht. Eltern kaufen sie in der heimlich Hoffnung, tolle Pixi-Buch-Figuren-Vorbilder schaffen unangestrengt das, woran sie selbst mühselig Tag für Tag mahnend erinnern müssen. So sind Zähneputzen, das Aufräumen von Zimmern oder das Verhalten auf der Straße beliebte Themen für Pixi-Bücher.

Auch „Beste Fußballfreunde“ bringt dieses pädagogische Gepäck in subtiler Form mit. Eine der  Botschaften dieses Buches bleibt unausgesprochen, was ein erfreulicher Hinweis auf gesellschaftlichen Fortschritt ist.  Denn Kinder unterschiedlicher kultureller Lebenswelten spielen hier selbstverständlich zusammen und sind die besten Freunde. Das vermittelt schon das Titelbild. Für Hamit und Niki ist das Fußballspiel zwischen den Wohnblocks das Größte.

Manchmal rollt der Ball allerdings vom Rasen auf die angrenzende Spielstraße. Was dann passiert, kann nur durch eine MSV-Legende gelöst werden. Der Ball rollt gegen ein Auto. Der Autofahrer hält an. Er schimpf und droht. Doch dann kommt Super-Ennatz im nachfolgenden Auto und bringt die Welt wieder in Ordnung. Denn der drohende Autofahrer ist MSV-Fan und verehrt natürlich die Legende des Vereins. Im weiteren aber erklärt Ennatz noch mit gütigen Worten, er habe das Fußballspiel auf der Straße gelernt.

Martin Klein, Beste Fußballfreunde. Mit Illustrationen von Markus Spang © Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2019

Vielleicht sollte zum Ende der Geschichte nur eine Pointe her, doch unter der Hand verwandelt sich diese Pointe zum pädagogischen Hinweis. Und dieser Hinweis muss lesende Kinder in Verwirrung stürzen. Ennatz schickt sie zurück auf den Rasen, weil es Straßenfußball heute nicht mehr gibt. Dabei trifft der Ball das Auto ja unbeabsichtigt in einer Spielstraße, also dort, wo das Spielen erlaubt ist und sie im Recht waren.

Außerdem zeigt Ennatz sogar noch seine Fußballsuperkräfte, indem er von der Straße aus den Ball über 40 Meter im Winkel des nicht sichtbaren Tores auf dem Rasen versenkt. Solche Supertorschussqualitäten hat er doch auf der Straße erworben. Wenn ich als Kind so etwas lese, würde ich doch von da an diesen fantastischen Schuss von der Straße aus täglich üben wollen.

Wir sehen, von Zähneputzen ist deutlich einfacher zu erzählen als vom folgerichtigen Verhalten zwischen Wohnblocks und Spielstraßen, besonders dann wenn man dazu Ennatz mit Superfußballkräften wählt.

Martin Klein, Beste Fußballfreunde. Mit Illustrationen von Markus Spang, Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2019, Pixi-Serie 267, Nr. 2428, € 0,99

ISBN 978-3.551-04355-9

Welttag des Buches – Sparte MSV und Fußball

 

Statt zur Lesung gehen, selbst zu Hause lesen? Am Welttag des Buches packe ich für euch ein Sonderangebot zusammen: Für 15 Euro bekommt ihr Mehr als Fußball – Die Geschichte des MSV vom Zwangsabstieg 2013 bis zum Wiederaufstieg 2015 – und 111 Fuballorte im Ruhrgebiet. Statt 30 Euro. Einzeln könnt ihr die Bücher auch haben. Mehr als Fußball 10 Euro, das andere 5 Euro. Wenn ihr sie einzeln kauft, kommt 2,20 Euro Versand noch hinzu. Wenn ihr sie zusammen kauft und in Duisburg oder Umgebung wohnt, bringe ich sie euch wahrscheinlich vorbei. Meine Tagesstrecken mit ließen sich sicher anpassen. Und natürlich nur mit Maske und Abstand.

Infos zum Inhalt von Mehr als Fußball findet ihr hier.

Leserstimmen zu den Fußballorten bei Amazon hier.

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Das Profi-Traumziel Italien – Mein Bruder, der Torjäger

Einige von euch wissen vielleicht, das mir mit Abstand liebste Kinderbuch war 11 Freunde müsst ihr sein von Sammy Drechsel.  In diesen Räumen habe ich vor geraumer Zeit begründet, warum es auch heute noch ein besonders gutes Kinderbuch ist. Nun war es nicht mein einziges Kinderbuch, dessen Helden im Fußball zu Hausen waren.

Weniger wegen des literarischen Wertes möchte ich heute über Mein Bruder, der Torjäger schreiben. Als zeithistorisches Dokument erinnere ich an das Buch. Denn die Geschichte verweist auf eine Entwicklung des Fußballs in der Zeit seines Erscheinens. Als Schneider-Buch ist es 1971 erschienen, und Tony Schwaegerl hat es geschrieben.

Der Franz Schneider Verlag hatte seinerzeit auf dem Kinderbuchmarkt ein starkes Alleinstellungsmerkmal als Marke, weil junge Leser recht genau wussten, was sie als Leser erwartete. Meist waren die literarischen Helden Kinder der Gegenwart, wenn auch hin und wieder Science-Fiction in Büchern auftauchte. Der Autor Tony Schwaegerl ist nicht bei Kinderbüchern geblieben. Er wurde in der Medienbranche mit Unterhaltungs- und Informationsangeboten in unterschiedlichen Medien für Erwachsene weitaus erfolgreicher.

In Mein Bruder, der Torjäger erfahren wir durch die Augen des  vierzehnjährigen Edi vom Anfang der internationalen Fußballkarriere seines Bruders Jochen. Weil er beim FC Wacker Tor um Tor erzielt, wird Juventus Rom auf ihn aufmerksam. Der italienische Spitzenverein verpflichtet den Spieler. Edi begleitet ihn bei seinen ersten Tagen in Rom und erlebt natürlich ein besonderes Abenteuer, eine kriminelle Form des Konkurrenzkampfes in der Mannschaft, die durch Edis Zutun aufgeklärt wird.

Wie gesagt, literarisches Fastfood. Viele Zufälle spielen in dem Buch eine Rolle. Die Figuren bleiben blass. Zudem ist der erzählende Held Edi nicht identisch mit dem Fußballhelden des Plots Jochen, ein großes handwerkliches Problem, das sehr gute Literatur fast immer mit Beziehungsgeschichte löst. In dem Fall geht es aber nur um ein wenig Abenteuer und ein überschaubares Geheimnis, bei dessen Aufklärung der Zufall zu viel Regie führt. So berührte mich das Buch damals bei meiner Erstlektüre als Zehnjähriger kaum.

Sei es drum. Wir blicken nämlich zu Beginn des Buchs auf Lebensbedingungen jener Zeit. Einkommensverhältnisse und Wertvorstellungen spielen zunächst eine Rolle, als in der Familie Berger über das Vertragsangebot aus Rom gesprochen wird.

 

Schon damals sah Tony Schwaegerl aber auch schon Parallelen des Fußballs mit anderen Unterhaltungsangeboten der Populärkultur. Fußball als Teil der Unterhaltungsindustrie spielt da noch keine Rolle, auch wenn mit dem Zirkus als Vergleich schon andere Aspekte des Fußballerlebens als der Sport thematisiert werden.

 

 

Der Trainer von Juventus Rom ist ganz alte Schule. Zuckerbrot und Peitsche, heißt das Konzept.

Für die Stars jener Zeit galt es, im Leben nach dem Fußball an den eigentlichen, den bürgerlichen Beruf zu denken.

 

Inspiriert wurde das Buch sicher durch die Karrieren von Karl-Heinz Schnelliger und Helmut Haller. Schnelliger spielte Ende der 1960er Jahre beim AC Mailand als Defensivspieler, Haller als Mittelfeldspieler bei Juventus Turin. Beide waren in Italien sehr erfolgreich und boten damals schon, wenn auch selten, den Illustrierten meiner Großmutter Sonnengeschichten aus dem Sehnsuchtsland der Deutschen.

Radiogespräch mit Helmut Hahues beim Bürgerfunk Moers und Weihnachtsgeschenke

Neulich bekam ich eine E-Mail mit dem Betreff: „Zebrastreifenblog! Sie sind so verführerisch. Sie“. Man kann von Spam-Mails halten, was man will, aber manchmal machen sie mit einfachen Mitteln gute Laune. So eine gute Laune hatte ich auch nach meinem Gespräch mit Helmut Hahues vom Bürgerfunk Moers an jenem Samstag, als der MSV gegen Paderborn gespielt hat. Es war mein persönliches Vorprogramm zu dem Heimspiel, wie auf dem Foto unten leicht zu erkennen ist. Gutes Gespräch, gutes Spiel: Der Heimsieg folgte als Hauptprogramm.

Am 11. November wurde das Gespräch dann gesendet, bei dem uns wir zunächst über meine Fußballbuchprojekte unterhalten haben, über 111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss und über Mehr als Fußball. Anschließend kamen wir auf die Geschichte des Ruhrgebiets zu sprechen. Dabei hatte ich auch die Gelegenheit einen Text aus 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen zu lesen, den Text über die „Zeche Friedrich Heinrich“ in Kamp-Lintfort, ab Minute 12.35.

Und was die Bücher angeht, bleibt noch das Stichwort Weihnachtsgeschenke. Die Fußballorte im Ruhrgebiete gibt es zusammen mit Mehr als Fußball für 20 Euro statt früher knapp 30 Euro. Die Fußballorte alleine kosten 8,90 Euro statt früher 14,95 Euro. Mehr als Fußball alleine kostet 14,90 Euro. Einfach oben klicken und bestellen. Wenn ihr in Duisburg oder näherer Umgebung wohnt, bringe ich die Bücher auf meinen Wegen durch die Stadt vorbei, sonst kommt Versand noch hinzu.

Und wer die gesamte Sendung einschließlich Zebratwist und anderer Musik hören möchte, der kann das über NRWision machen.

Auf zu den Wochenendrebellen am 15.12. in der Sportschule Wedau

Als Mirco von Juterczenka und sein Sohn Jason das erste Mal an den gemeinsamen Besuch eines Fußballstadions dachten, war Jason sechs Jahre alt. Jason mochte Fußball, war aber kein Anhänger eines bestimmten Vereins. Für Jason war klar, wie sollte er seinen Lieblingsverein finden, wenn er nicht zuvor alle Fußballvereine spielen gesehen hatte? Eine bestimmte und sehr logische Haltung. Nun ist Mirco dreizehn Jahre alt. Unzählige Fußballstadien haben die beiden besucht und zusammen das Buch Wir Wochenendrebellen geschrieben.

In diesem Buch erzählen sie nicht nur von den den Fußballspielen, die sie gesehen haben, sondern auf berührende Weise auch über ihre besondere Sicht auf die Wirklichkeit. Denn Jasons Haltung und entsprechend die seines Vaters erklärt sich aus einer Besonderheit. Jason ist Autist. Auf Wochenendrebell, ihrer Seite im Netz, geben sie einen kurzen Einblick in das Buch:

2017 haben wir dann unser gemeinsames Buch „Wir Wochenendrebellen“ veröffentlicht. Die 18 Kapitel behandeln jeweils im Wechsel Geschichten, die wir auf unseren Reisen und in Fußballstadien erlebt haben und von Beschreibungen, wie wir als Familie mit der Behinderung unseres Sohnes umgehen, welche Lösungen wir für Probleme entwickeln und warum ich sehr stolz auf meine Frau, meine Tochter und meinen Sohn bin. Jason ist Autist und in Anbetracht der teils katastrophalen Berichterstattung über Autismus und den daraus resultierenden Konsequenzen entschieden wir uns für einen sehr offensiven Umgang innerhalb unseres Umfelds.

Dank Zebraherde e.V. und dem Fanprojekt Duisburg kommen die Wochenendrebellen zu einer Lesung am 15. Dezember nach Duisburg in den Panorama-Raum der Sportschule Wedau, Friedrich-Alfred-Straße 15. Begonnen wird natürlich um 19.02 Uhr. Wer keine Zeit hat, sollte sich unbedingt auf Wochenendrebell umsehen. Denn vor dem Buch gab es schon Blog und Podcast – mit Fortsetzung bis jetzt.

Vielleicht wird am 15. Dezember auch jener Satz Jasons zu hören sein, für den er fraglos begeisterten Zwischenapplaus bekäme. Die Wochenendrebellen waren nämlich auf Schalke, und irgendwann war „Steht auf, wenn ihr Schalker seid!“ zu hören. Jason saß  aber in dem Moment auf dem Boden und sagte: „Ich muss sitzen, ich bin kein Schalker.“ Dass er auch bei den Zebras sitzen bliebe, kann man an so einem Abend dann mal getrost außer Acht lassen.

Einen ersten Eindruck von beiden gibt der Clip unten, der für eine Lesung in ihrer Heimatstadt erstellt wurde.

 


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