Archive for the 'Fußball im Buch' Category

Nach der Erbschaft traf ich noch Branimir Bajic

Zwei sehr schöne Erlebnisse hatte ich in den letzten Tagen. Zum einen habe ich eine Mail von Edward Amana, einem US-amerikanischen Rechtsanwalt, erhalten. Er klärte mich darüber auf, was mein Sohn in der Welt noch so treibt, während er zugleich studiert. Wenn ich den Rechtsanwalt richtig verstehe, versucht mein Sohn durch legal herbeigeführte Verkehrsunfälle mein Jahreseinkommen zu erhöhen.

Aber lest selbst: „Geben Sie bitte Ihr Interesse an, die Summe von Neun Millionen Fünfhunderttausend Dollar als Erbschaft zu erhalten. Das fragliche Geld gehört meinem verstorbenen Kunden, einem Bürger Ihres Landes, der bei einem Autounfall mit ihrem einzigen Kind gestorben ist.“ Wenn sonst das einzige Kind in einen Verkehrsunfall verwickelt ist, verursacht das mit dem üblich erzählten tödlichen Ausgang endlose Trauer bei den Eltern. Ganz anders bei meinem Sohn. Auf solch ein einziges Kind darf man wohl stolz sein.

Noch mehr als diese Nachricht hat mich nur der Abend beim Fanclub Innenhafen mit Branimir Bajić gefreut. Nicht nur, dass er sympathisch und geduldig auf viele Fragen zu seinem Leben nach der aktiven Zeit und seiner Karriere antwortete. Endlich hatte ich auch Gelegenheit, ihm mein Buch Mehr als Fußball zu überreichen. Schließlich hat er die Geschichte des MSV von der Zeit des Zwangsabstiegs bis zum Aufstieg 2015 mitgeprägt. Branimir Bajić ist einer der meist genannten Namen in dem Buch.

Das führt mich zurück zur Erbschaft. Bis ich die neuneinhalb Millionen Dollar aus den USA erhalte und mich vom beruflichen Schreiben zurückziehe, verschicke ich gerne auch noch meine Bücher. Mehr als Fußball gibt es einzeln oder im Zebrastreifenblog-Sonderangebotspaket mit den 111 Fußballorten im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss. Zum Bestellformular mit einem Klick.

 

 

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Weggelesen – Klaus Hansen: soccer

Seit der ersten Bundesliga-Saison kommt der 1948 geborene Sozialwissenschaftler Klaus Hansen zu den Spielen des MSV. Er reiste aus der Eifel an und kommt inzwischen aus Pulheim. Schon mehrere Male war er in diesen Räumen  zu Gast. In seinen Beiträgen erinnerte er an „Spitzenereignisse vom MSV“, er machte sich Gedanken über das WM-Endspiel 1966 und den Fußball der Gegenwart oder die postsaisonale Melancholie hatte ihn überfallen.   

Einen Teil der verlinkten Essays gibt es nun wiederum als Teil des neuen Buches von Klaus Hansen in gedruckter Form. „Soccer“ heißt dieses Buch, in dem eben nicht nur Essayistisches zu finden ist. Denn Klaus Hansen schreibt auch Lyrik und Prosa. Mit seinen lyrischen Texten steht er in der Tradition von Dadaismus und Konkreter Poesie. Und mit seiner Kürzestprosa gewinnt er dem gewöhnlichen Ereignis im Fußball eine im ersten Moment sinnfreie Pointe ab. Dann wirken die Texte nach und das Rätselhafte, Skurrile bringt die Gedanken in Bewegung.

Ob in den „Soccer stories“, in den „soccer lyrics“ und in den „soccer essays“ findet sich als Grundhaltung von Klaus Hansen eine gewisse Skepsis gegenüber dem Fußball der Gegenwart wieder. Demgegenüber steht aber nicht eine Verklärung der Vergangenheit, wie es vielleicht erwartet werden könnte bei einem MSV-Fan, der schon bei den Vizemeistern um Siege gebangt hatte. Vielmehr kann Klaus Hansen nicht nur mit den Auswüchsen des Unterhaltungsbetriebs der Gegenwart wenig anfangen, er betrachtet auch die kulturelle Überhöhung des Fußballs mit ironischer Distanz. Anekdotisches Erzählen über die Heldentaten im Fußball wird bei ihm formal und inhaltlich immer wieder gebrochen.

Wie passend, dass Klaus Hansen als Anhänger des MSV Duisburg durch sein Leben geht. Ein Verein, bei dem der sportliche Erfolg recht überschaubar ist, bietet in seiner Geschichte wenig Projektionsfläche, um die Standarderzählungen des Fußballs zu bedienen. Die Skepsis des Klaus Hansen ist gleichsam die gelebte Geschichte seines Vereins.

Vielleicht noch ein Beispiel aus dem Buch für die Konkrete Poesie, weil sich darunter wahrscheinlich nicht viele der Leser hier etwas vorstellen können.

 

 

 

Klaus Hansen: soccer
Roland Reischl Verlag
148 Seiten
€ 15,00
ISBN 978-3-943580-25-9

Sonderangebot – Das Fußballbuchpaket

Ich werde den Zebrastreifenblog nicht in einen Onlineshop verwandeln, dennoch will ich auf dieses nur bei mir erhältliche Fußballbuchpaket hinweisen.

Mehr als Fußball ist weiter lieferbar. Das Buch ist in den meisten Duisburger Buchhandlungen erhältlich, im ZebraShop und beim Oligarchen des Onlinebuchhandels. Mehr als Fußball – so habe ich das Buch genannt, in dem ich vom Zusammenhalt in Duisburg im Sommer 2013 rund um den MSV und von der Zeit bis zum Wiederaufstieg des Vereins in die 2. Liga zwei Jahre später erzähle

Mit einem Klick zu den Informationen zum Buch und zu Leseproben.

Ralf Koss, Kees Jaratz: Mehr als Fußball, 363 Seiten, € 14,90
ISBN 978-3-00-054423-1
Plus 2,10 Euro Versand, wenn ihr bei mir per Kontaktformular bestellt.

Nicht mehr im Buchhandel lieferbar ist dagegen 111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss. Deshalb finden sich die Leserstimmen zum Buch zwar bei Amazon, das Buch neu und ungelesen in der Hand halten, das könnt ihr nur, wenn ihr bei mir bestellt.

Beide Bücher gibt es im Paket für 20 Euro plus Versand von € 2,50. Je nachdem, wo ihr in Duisburg wohnt, kann ich euch das Paket auch vorbeibringen.

Alle, die Mehr als Fußball schon besitzen, können auch 111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss separat bestellen. Für euch gilt das Sonderangebot: 5 Euro plus 2 Euro Versand.

Zunächst habe ich bei Buchbestellungen immer sofort nach dem Mail-Eingang versendet im Vertrauen auf Bezahlung. Leider gab es so viele Besteller, die nicht bezahlt haben, dass ich nur noch nach Vorkasse verschicke. Kontodaten bekommt ihr nach Bestellung

Rechtliche Hinweise und Datenschutz.

Advent in den Blogs – Der Fußball-Weihnachtskalender, Tür 8: Dominique Manotti macht mit Fußball Krimikunst

In Lisle-sur-Seine, einer fiktiven französischen Kleinstadt, werden eine junge Frau und ein Polizist der Drogenfahndung von einem Motorrad aus mit einem Maschinengewehr erschossen. Commissaire Daquin und seine Kollegen können sich diesen Anschlag  nicht erklären. Der Drogenfahnder scheint mit der Frau verabredet gewesen zu sein, ohne sie gekannt zu haben. Die Ermittlungsmaschinerie läuft an und führt schnell zum lokalen Fußballverein, der aus der vierten Liga kommend in schneller Zeit zum ernsthaften Anwärter auf die französische Meisterschaft geworden ist. Groß wurde der Verein dank seines Vorsitzenden Monsieur Reynaud, einem Bauunternehmer und zugleich Bürgermeister der Kleinstadt.

Bereits 1998 ist „Abpfiff“ von Dominique Manotti in Frankreich erschienen. Nicht die Machenschaften im Fußball als zentrales Thema des Romans begründen für mich dessen Qualität. Der Fußball dient als Karriereinstrument außerhalb des Sports, es geht um Doping und Bestechung. Die Grundentwicklung des Plots ist bei all seinen Wendungen vorhersehbar für die meisten Fußballinteressierten und Krimikenner. So viele Möglichkeiten mit dem Fußball Krimininalität zu erzählen gibt es nun mal nicht. Das aber verweist zugleich auf die besondere literarische Qualität des Romans. Dieser Roman lebt von der Sprache der Autorin, die mit kargen, pointierten Sätzen ihre Wirklichkeit umfassend aufscheinen lassen kann. Manchmal reichen einzelne Worte für Gefühlslagen und Entwicklung, ganze Absätze wirken wie Szenenbeschreibungen von Drehbüchern. Dominique Manotti hat die Kunst des Weglassens perfektioniert. Das verhilft ihren Romanen zum eindrucksvollen Tempo, bei dem es ihr dennoch gelingt, die Figuren lebendig und facettenreich werden zu lassen. Dominique Manotti schreibt Sprachkunstwerke, die zugleich sehr unterhaltsam sind. Beeindruckend.

Kurios mutet mich manche Deutung dieses Romans bei seinem Erscheinen in Deutschland an. Dominique Manottis Geschichte wurde als Beleg für den korrupten Fußball der Gegenwart genommen. Auf die FIFA mit ihren Skandalen wurde reflexhaft verwiesen.  Die „dunklen Seiten“ des heutigen Fußballs soll sie sichtbar machen. Wer aus Romaninhalten solche Schlagwörter macht, beglückt den Verlag werbewirksam und könnte auch erzählen, dass das Romanportrait eines Pass- und Geldfälschers uns einen Einblick in die kriminelle Welt des Datenbetrugs im Internet gibt.

Der Roman erschien in Frankreich 1998 und bezieht sich dementsprechend auf einen Fußball der Vergangenheit und dabei nur auf den der Vereinsebene. Handlungszeit ist sogar 1990. Entsprechend ist die Kriminalität auch eine der Vergangenheit. Wenn sich Dominique Manotti von einem realen Geschehen inspirieren ließ, dann offensichtlich unter anderem von dem Bestechungsskandal bei Olympique Marseille aus dem Jahr 1993, in dem Bernard Tapie als Vereinspräsident Hauptakteur war.

Die Geschichte mit dem „Einblick in den Fußball der Gegenwart“ müsste auf Vereinsebene von Konzernstrukturen erzählen, von Abhängigkeiten zwischen Medien- und Fußballakteuren, von dem wirtschaftlichen Risiko auf Seiten der Medienkonzerne und der Sponsoren, wenn es um den Ruf des Fußballs geht. Dominique Manottis fiktiver Kleinstadtverein hat aber eine Organisationsstruktur des Fußballs zum Vorbild, wie sie im Spitzenfußball kaum mehr vorkommt. Ein Unternehmer, in dem Fall eben ein Bauunternehmer, pusht als Präsident den lokalen Fußballverein zum Erfolg und nutzt sein Engagement im Fußball zugleich, um persönliche Karriereziele zu verfolgen. Dieses erzählerische Motiv dürfte in den unterern Ligen noch für Wiedererkunng sorgen. Angesichts von Konzernstrukturen der Vereine in den europäischen Spitzenligen, ist so eine lokale Unternehmergröße zur Randfigur geworden, geschweige denn, dass diese Geschichte irgendetwas mit den FIFA-Skandalen zu tun hat, außer dass der Fußball eben Raum auf vielen Ebenen für Kriminalität bietet. All das berührt die literarische Qualität des Romans von Dominique Manotti nicht. Die bleibt unbenommen.

Dominique Manotti: Abpfiff. Deutsch von Andrea Stephani, Ariadne Kriminalroman.

Tür 9 öffnet sich morgen bei Cavanis Friseur.

Der Fußball-Weihnachtskalender ist ein gemeinsames Projekt von @berlinscochise, Zebrastreifenblog, Cavanis Friseur, turus.net, Nachspielzeiten und 120minuten.

Informationen zur Fußballblog-Weihnachtskalender-Idee und eine Liste mit allen bisherigen Türchen, die natürlich fortlaufend aktualisiert wird, findet Ihr hier.

Jetzt bestellen: Mehr als Fußball – Das Buch über Duisburg im Sommer 2013 und die Zeit danach

Mehr als Fußball ist weiter lieferbar. Das Buch ist in den meisten Duisburger Buchhandlungen erhältlich, im ZebraShop und beim Oligarchen des Onlinebuchhandels. Am meisten unterstützt ihr meine Arbeit hier, wenn bei mir bestellt wird.

Mehr als Fußball – so  habe ich das Buch genannt, in dem ich vom Zusammenhalt in Duisburg im Sommer 2013 rund um den MSV und von der Zeit bis zum Wiederaufstieg des Vereins in die 2. Liga zwei Jahre später erzähle. 

Mit einem Klick zu den Informationen zum Buch und zu Leseproben.

Ralf Koss, Kees Jaratz: Mehr als Fußball, 363 Seiten, € 14,90
ISBN 978-3-00-054423-1
Plus 2,10 Euro Versand, wenn ihr bei mir per Kontaktformular bestellt.

Zunächst habe ich das Buch immer sofort nach dem Mail-Eingang versendet im Vertrauen auf Bezahlung. Leider gab es so viele Besteller, die nicht bezahlt haben, dass ich nur noch nach Vorkasse verschicke.

 

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Nach dem Anpfiff alles möglich – Kees Jaratz beim Platzhirsch Festival

In 14 Tagen beginnt das Platzhirsch Festival. Dieses Festival bereichert Duisburg auf eine sehr eigene Weise, weil es an einem zentralen Ort der Stadt Menschen im Zeichen freier Kultur zusammenbringt. Das Platzhirsch Festival macht Duisburg lebenswerter. Umso mehr freue ich mich, in diesem Jahr dort mit meinem Programm „Nach dem Anpfiff alles möglich“ dabei zu sein. Um 18.30 Uhr lese ich im SG1 Kunstraum. Die Galerie befindet sich in der Schmalen Gasse 1. Und was euch erwartet? Bitte schön:

Zur Veranstaltung bei Facebook.

Eigentlich ist fast schon bald der erste Spieltag

Ein letztes Sommerpausenwochende liegt hinter uns. Das Sommerpausenende naht. Sommerpausenende. Das Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Zwar stehen wir noch nicht vor dem ersten Saisonspiel aber vor dem Trainingsauftakt. Das muss an diesem Internet und diesem digitalem Gedöns liegen, dass alles so schnell geht. Dass das aber nicht nur im Berufsleben sondern auch im analogen Fußball so ist. Wer hätte das gedacht? Der Aufstieg war doch gerade mal vorgestern. Vielleicht ist es aber auch einfach nur Entzug. Ich brauche meine Wochendosis Kurve.

So ein Andreas-Görkes-Cup am Wochenende ist deshalb leider nicht mal etwas wie ein Methadonprogramm. So schön es auch Freitag und Samstag auf dem Sportplatz des Ruhrorter Turnvereins war. In diesem Jahr stand der Andreas-Görkes-Cup im Zeichen von Michael Tönnies. Zum Auftakt am Freitagabend durften Jan Mohnhaupt und ich versuchen, den im Januar Verstorbenen zu würdigen. Wir unterhielten uns über ihn, und Jan Mohnhaupt las Passagen aus seinem Buch. Zudem hatte er ein Videoclips mitgebracht. Fast fünf Monate sind seit dem Tod von Michael Tönnies vergangen. Leise Melancholie hing in der Luft, die dem Lachen wich, als Jan Mohnhaupt eine der für den heutigen Fußball unvorstellbaren Anekdoten aus dem Leben von Michael Tönnies erzählte.

Am Samstag fand das Fan-Turnier statt samt Einlagenspiel zwischen dem Team Tönnies und der Traditionsmannschaft vom MSV. Pino Steiningen und Andreas Voss waren gekommen. Peter Közle war da, Michael Struckmann und noch einige andere mehr.  Bei Facebook finden sich Fotostrecken von dem Tag.

Als ich spät nach Hause fuhr, fragte ich mich die ganze Zeit, gegen wen wir gleich nochmal zum Saisonauftakt spielten. Am Bahnhof stellte ich mich erstmal an die Haltestelle am Ostausgang und wartete auf den Stadionbus. Ich wusste natürlich, wenn der Kurvendealer nichts im Angebot hat, bleibt auch das Dienstleistungsangebot drumherum spärlich. Ich konnte aber nicht anders. Sommerpausenende, welch schönes Wort.


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Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

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