Archive for the 'Halbzeitpausengespräch' Category

Mondfinsternis-Essenz weckt keine Zebraenergie

Auch heute werdet ihr feststellen, ich brauche momentan sofort Ablenkung, wenn ich an den MSV denke. Ich schreibe gerade an einem Projekt für die Akzente und machte eine Pause. Schon kam mir das Wort Aue in den Sinn. Als Übersprungshandlung wollte ich sofort etwas Spaß haben. Ich klickte mich bei youtube durch Clips, in denen es im weitesten Sinn um Energie ging. Energie für den MSV. Aue! Ihr versteht.

So führte mich mein Denken über den MSV in Bereiche unserer Wirklichkeit, die mich staunen ließen. Ich landete nämlich bei der Astrologin Susanne Gonschorek und lernte die Welt der Essenzen kennen. Susanne Gonschorek stellt solche Essenzen selbst her und sie lässt uns in dem Clip unten daran teilhaben, wie sie eine Schüssel Wasser mit kleineren Zutaten wie dem Allerweltskraut Hahnenfuß in eine Astgabel gestellt hat. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde diese Schüssel dem nicht vorhandenen Mondlicht ausgesetzt. Weil in dieser Nacht zudem ein paar Himmelskörper irgendwo irgendwie zueinander standen, floss deren Energie auch noch für umsonst in die Schüssel rein.

Außer Susanne Gonschorek war keiner da, der sich die Mühe gemacht hat, die vorhandene Energie aufzufangen. So ist der kleine Unkostenbeitrag von 11 Euro für ein paar Tropfen Zaubertrank mehr als verständlich. Ihr Wissen über diese Zusammenhänge musste sie sich ja auch erst einmal erarbeiten. Obwohl die Mondfinsternis-Essenz als Ausgleich für Menschen mit besonderem Energieverbrauch sehr gut geeignet ist, halte ich die Essenz bei den Spielern des MSV für unwirksam. Hahnenfuß und Zebras, das passt nicht zusammen.

Ich denke jetzt allerdings darüber nach, ob ich nicht meinen Angstschweiß während der Spiele der Zebras auffange und daraus eine Essenz herstelle. Das ist ja Überlebensschweiß, der unfassbare Kräfte wecken müsste.  Jede Niederlage überwinde ich. Selbst die schmerzhaftesten Gegentore in der Nachspielzeit hauen mich nur kurz um. Wenn, wie ich gestern in der Süddeutschen Zeitung las, es im Fan-Shop des Liverpool FC von Spielern gebrauchte Fußballschuhe für knapp 300 Pfund zu kaufen gibt, sollten doch Produkte in Sachen Fan-Regeneration auch Käufer finden.

Und nun noch ein wenig Entspannung mit Frau Gonschorek und ihrer Mondfinsternis Essenz.

 

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Der Himmel über der Ruhr ist blau – Das Programm in der Hamborner Buchhandlung Lesezeichen

Am Mittwoch, den 13. Februar, lese ich ab 19.30 Uhr in der Hamborner Buchhandlung Lesezeichen. Weil an dem Abend vor allem der Kollege Koss in mir spricht, wird es zwar auch um Fußball gehen, allerdings nur als ein Kapitel der Ruhrgebietsgeschichte. Nach meiner Arbeit an 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen gab es noch viel zu erzählen, was im Buch nicht hatte aufgenommen werden können. „Der Himmel über der Ruhr ist  blau“ heißt  das Programm zum Buch. Eintritt 12 Euro, Imbiss und Getränke inklusive. Wir sehen uns in der Buchhandlung, Emscherstraße 213, Duisburg.

 

Der Himmel über der Ruhr ist blau

Nein, das Ullige bekommt keinen Namen. Wo kommen wir denn dahin? Nachher stellt es noch Ansprüche. Lange Zeit wusste niemand, wie er das Schmuddelkind von Rheinland und Westfalen nennen sollte. Es war eine stürmische Zeit. Erst die ungeplante Schwangerschaft und dann das wilde Aufwachsen. Doch schließlich ließ sich das Schmuddelkind einfach nicht mehr übersehen. Ruhrgebiet wurde es irgendwann genannt. Zu bedeutend waren Zechen und Stahlwerke geworden. Seinen Ruf hat diese Bedeutung aber nur in einer Hinsicht aufpoliert. Trotz aller Erfolge haben es Schmuddelkinder schwer, wenn bei ihnen vieles nicht so ist, wie es die Menschen gewöhnt sind. Zudem dieser ungeheure Schmutz in der Luft!

Noch in den 1960er Jahren hieß es: Wasch dir bloß auch den Hals! Ohne diese Mahnung wuchs im Ruhrgebiet niemand auf. Heute ist der Dreck auf den Straßen verschwunden, aber auch ein Großteil der Industrie. Der Himmel über der Ruhr ist wieder blau, und die Nachkommen des Schmuddelkinds fragen sich immer wieder, wer sie eigentlich sind.

Ralf Koss lädt ein, sich die Biografie des Schmuddelkindes Ruhrgebiet näher anzusehen. Kleinstädte, Dörfer und Hansestädte wuchsen zusammen, doch der Blick auf die Industrie lässt oft Teile des Lebenslaufs außer Acht, die überraschen. Stadtluft machte in Dortmund, Essen und Duisburg frei. Der Ruhrgebiets-Fußball stellte früh den DFB-Präsidenten. Sinfonien wurden uraufgeführt und Orchestermusikern Zuflucht gewährt.  Ralf Koss geht auf eine Zeitreise durch die Ruhrgebietsgeschichte, die er im Alltag der Ruhrstädter auf berührende und manchmal komische Weise immer auch wiederfindet.

Wenn der Zufall mich auch noch zum volley führt

Es gibt nicht viele Möglichkeiten, einen Sturz mit dem Gesicht auf einem armdicken, kegelförmigen Betonpoller in Kniehöhe abzufangen, ohne sich schwer zu verletzen. Nennt mich Glückskind, ich habe das geschafft. Vorübergehend ist nun mein Gesicht deutlich asymetrischer, als es für uns Menschen sonst ohnehin der Fall ist. Andererseits gibt es auch nicht viele Möglichkeiten, den Betonpoller davor im Dunkeln so genau anzulaufen, dass er als Hebel wirkte und mich nicht als Stolperfalle irritierte. Der Poller hat mich gleichsam emporgehoben, ohne dass ich merkte, was geschah. Das nun lässt sich doch nicht Glück nennen.

Die Verbindung zum Fußball ist der Zufall. Was hatte alles zusammen kommen müssen, dass sowohl das eine als auch das andere geschah. Das Leben ist nicht kontrollierbar, so sehr wir es uns auch wünschen, ein Fußballspiel auch nicht. Ich weiß das eigentlich. Das eine und auch das andere. Daran erinnern muss ich mich dennoch ständig.

Zufällig habe ich mich dann gestern im Netz von einer Seite zur anderen Seite führen lassen. Seitdem weiß ich nun, was ich vermutete hatte. Der Begriff „volley“ wurde in der Sportsprache zum ersten Mal in England im Tennis benutzt. Das Online Etymology Dictionary verzeichnet für 1819 die erste Quelle eines Verbs und 1851 die eine, wo das Wort als Substantiv genutzt wurde. Über das Tennis ist es in die anderen Sportarten eingewandert. Den Tennissinn hat es beibehalten, den Ball im Flug treffen. Ins Englische gelangte das Wort in den 1570ern aus dem Mittelfranzösischen „volee“, der Flug. Es bezeichnete das Entladen von mehreren Kanonen zurselben Zeit. Der metaphorische Sinn im Sport ist sofort einsichtig. Ein volley genommener Ball besitzt besondere Angriffskraft. Mit irgendwas muss man sich ja die Zeit vertreiben, bis man sich wieder rasieren kann.

In eigener Sache: Das Junge Licht scheint heller als die Brennende Ruhr bei Tausendundein Buch

Am Freitag nächster Woche bin ich ab 19 Uhr in der Buchhandlung Tausendundein Buch in Duisburg-Neudorf, Oststraße 125, zu Gast. Dort werde ich dieses Mal nicht eigene Texte lesen, sondern an die Wirklichkeit von Arbeitern im Ruhrgebiet anhand von Erzählungen und Romanen aus dem Ruhrgebiet erinnern. Das Ganze ist ein unterhaltsamer Überblick. Dramatisch geht es dabei zu, komisch und immer wieder auch informativ, wenn ich zusätzlich Literatur- und Ruhrgebietsgeschichte hervorkrame. Als Programmankündigung sieht das so aus:

Das Junge Licht scheint heller als die brennende Ruhr

Die Arbeit in der Montanindustrie  – Das war nicht nur die Arbeit unter Tage und an den Hochöfen. Der Bergbau und die Industriearbeit prägten Mentalität sowie Alltag in Familien und im täglichen Miteinander auf der Straße. Gewohnheiten und Haltungen aus dem Pütt bestimmten, was richtig und was falsch war. In Arbeitersiedlungen traf Wohlverhalten bei Komplettversorgung durch die Zechen auf Mitbestimmungswillen von Arbeitern. Im Bandoneonorchester lernten Bergleute Instrumente spielen. In Vereinsheimen wurde eigene Kultur geschaffen. Der Autor Ralf Koss hat Texte zusammengestellt, in denen sich die Lebenswelt der Arbeiter wiederfindet. Ob in Karl Grünbergs „Brennende Ruhr“, in Max von der Grüns Romanen oder in den Krimis von Peter Kersken, ob in den 1920er Jahren oder in der Gegenwart, der Bergbau und die Industriearbeit wirkten sich auch auf die Literatur aus. Ralf Koss stellt Ruhrgebietsromane sowie ihre Autoren vor und wirft einen unterhaltsamen Blick auf Literatur- und Zeitgeschichte.

Ort: Tausendundein Buch, Oststraße 125, 47057 Duisburg. Kartenbestellung: Telefon 0203.35 66 75
Zeit: Freitag, den 22. Januar 2019, 19 Uhr
Eintritt: 5 Euro

Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 40: Nelson Müller und Jim Rockford Band mit Ruhrpott Style

Ein Teil des weiter verbreiteten Wissens der Gegenwart geht an mir vorbei. Nelson Müller zum Beispiel habe ich neulich erst kennengelernt, als ich mal wieder in Sachen Ruhrstadtsektion des Heimatlieds bei youtube unterwegs war. Ausgezeichnete Köche sind ja im Fernsehen schon seit geraumer Zeit als authentische Kochdarsteller gefragt. Das ist wie im Krimi. Ein Genre weitet sich aus. Die jeweils neuen Kochdarsteller brauchen dann ein eigenes Profil. Da bei Kochdarstellern immer die authentische Persönlichkeit gefragt ist, engt sich der Kreis der potentiellen Kochdarsteller schnell ein. Nelson Müller bietet mit seiner Person eine besondere Geschichte neben dem immerselben Kochen. Keine Frage, dass da die Fernsehmacher glücklich waren. So funktioniert das System, nicht dass ihr denkt, ich sei gerade wertend unterwegs.

Wie ich bei Wikipedia lese, ist Nelson Müller ein Pott-Imi. „Imi“, so sagt man in Köln. Ein sympathisches Wort in meinen Ohren, da es einen Unterschied benennt und dennoch keine Distanzierung oder Wertung enthält. Vielleicht nicht mehr. Nelson Müller ist in Stuttgart aufgewachsen. Er darf sich Sterne-Koch nennen und führt ein Restaurant in Essen. Außerdem fühlt er den Soul. Zusammen mit der Jim Rockford Band hat er im Vorfeld des Kulturhauptstadtjahres ein schönes Soulstück über das Ruhrgebiet präsentiert. Der Ruhrpott hat seinen eigenen Style. Wenn er über Maloche und Arbeit singt klingt das lässiger als in den Stücken des Rock oder Hiphop, die ich gerade erinnere. Ich bin mir nicht sicher, ob das womöglich alleine am Flow der Musik liegt oder weil das Motiv des Ausgehens hier so oft auftaucht.

 

Hinweise auf weitere online zu findende Ruhrstadt-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Alle Folgen

Halbzeitpausengespräch: Bergbau in Lyrik, Prosa und Reportagen

Das Erinnern gehört zum Abschied. Über den Steinkohlebergbau wurde so viel schon lange nicht mehr berichtet und gesprochen wie im letzten Jahr, als sein Ende in Deutschland nahte. Nun ist die Arbeit unter Tage Geschichte. Nun wird die Lebenswirklichkeit dieser Arbeit in Deutschland endgültig nur noch erinnert. Sie ist eine Sache der Worte geworden. Die Gegenwart findet jeweils neue Worte und wird in Zukunft auf alte Worte zurückgreifen müssen. Denn über die Wirklichkeit des Steinkohlebergbaus wurden über die Jahre immer wieder Texte geschrieben und veröffentlicht.

Es wurde in Reportagen berichtet. Prosa wurde über die Arbeit geschrieben, und es entstanden Gedichte. Arnold Maxwill hat in drei Bänden solche Texte über den Steinkohlebergbau gesammelt herausgegeben. „Schlot, Schacht, Arbeitslandschaft“ heißt die Sammlung von Berichten und Reportagen. In „Seilfahrt, Siedlung, Schwielenhand“ ist Prosa gesammelt, also kurze Erzählungen und Ausschnitte aus Romanen. Im dritten Band „Grube, Grus, Gedinge“ sind Gedichte zu finden.

Es gibt eine Gemeinsamkeit aller gesammelten Texte über die unterschiedlichen Form hinweg. Diese Gemeinsamkeit ist die notwendige Haltung der Schreibenden zur körperlichen Arbeit unter Gefahr. Ohne diese Haltung entstand kein Text. Alle Autoren und die wenigen Autorinnen sahen sich vor die Aufgabe gestellt, sich auf diese körperliche Arbeit zu beziehen. Meist richtete sich die Aufmerksamkeit also auf die schweren Arbeitsbedingungen unter Tage, auf lebensbedrohliche Gefahren, auf die Belastung, denen Männerkörper ausgesetzt waren, auf die notwendigen Eigenschaften der Arbeiter. Die Wertung der jeweiligen Stimmen war dabei unterschiedlich. Heroische Schilderungen von Arbeiterkraft gab es ebenso wie den dokumentarischen Realismus, der den Blick auf Opfer richtete und aufrütteln sollte, um Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Gerade im Prosaband finden sich fast ausschließlich Texte, mit denen die Autoren versuchen die Arbeit selbst zu schildern. Dagegen führen einzelne Berichte und Reportagen führen über die Arbeitswelt hinaus. In diesem Band gibt es auch die Lebenswirklichkeit der Bergleute außerhalb der Zechen. Gedichte waren Klage, sollten trösten oder feierten Arbeiter als Helden für die Gesellschaft. Der Gedichtband gefällt mir am besten, weil hier am meisten zu entdecken ist. Wer sich schon immer für die Lebenswirklichkeit im Ruhrgebiet interessierte, wird viele der Prosatexte und Reportage kennen.

Die drei Bände sind liebevoll gestaltet, und Arnold Maxwill hat jeweils drei ausgezeichnete Nachworte geschrieben. Er ordnet die Texte literaturgeschichtlich und historisch ein. Er macht aufmerksam auf Haltungen hinter den Texten und auf den Bezug zur Lebenswirklichkeit, die es zur Entstehenszeit gab. Arnold Maxwill hat, als Nachwort versteckt, gleichsam Grundlagenartikel zur Arbeiterliteratur des Ruhrgebiets geschrieben. Inhaltlich so reich und zugleich konzentriert habe ich solche Texte bislang nicht gelesen.

Schlot, Schacht, Arbeitslandschaft

 

Arnold Maxwill (Hrsg.): Schlot, Schacht, Arbeitslandschaft
Berichte und Reportagen zum Ruhrgebiet
272 Seiten
14,95 Euro
ISBN: 978-3-8375-1956-3

 

 

Grube, Grus, Gedinge

 

Arnold Maxwill (Hrsg.): Grube, Grus, Gedinge
Gedichte zwischen Flöz und Förderturm
272 Seiten
14,95 Euro
ISBN: 978-3-8375-1954-9

 

 

Seilfahrt, Siedlung, Schwielenhand

 

Arnold Maxwill (Hrsg.): Seilfahrt, Siedlung, Schwielenhand
Prosa aus dem Kohlenrevier
272 Seiten
14,95 Euro
ISBN: 978-3-8375-1955-6

 

Mit den Links gelangt man auf die Seite vom Klartext-Verlag mit den Verlagsinformationen zu den Büchern.

Alles Gute für 2019 mit Big Data von 2018!

Zwar war Der Stig in diesem Jahr im Zebrastreifenblog als Autor nicht präsent, doch lässt er es sich nicht nehmen, in Duisburg wieder Silvester zu feiern. So können wir euch wieder zu dritt ein frohes neues Jahr zurufen. Ralf, Der Stig und ich als Belegschaft im Zebrastreifenblog wünschen euch alles Gute. Fußballer und Verantwortliche im Verein unserer Zuneigung bekommen von diesen Wünschen wieder einen großen Sack abgepackt. Auf dass die Familie der Neururer-Unken möglichst bald wieder das Gegenteil von dem unken kann, was gerade in der Pott-Welt von ihnen über den MSV zu lesen ist. Wir ersparen uns die Details.

Wie in den Jahren zuvor verbindet sich mit den Wünschen für das neue Jahr der Blick zurück auf die meistgelesenen Texte des letzten Jahres. Im Zebrastreifenblog gibt es seit dem letzten Jahr Beiträge außer Konkurrenz. Denn über mehrere Jahre belegten die Fußballtorten aus Dortmund Platz 1 und 2 der meist gelesenen Texte des Jahres. Wahrscheinlich gab es 2018 für BVB-Anhänger weniger Frustessen mit Süßkram. Denn nur noch Folge eins der zwei Beiträge ist dieses Mal vorne mit dabei. Statt Zucker brachte der sportliche Erfolg des BVB im letzten Jahr den Anhänger-Flow. Nur noch Die schönsten Fußballtorten der Welt Folge VI – Borussia Dortmund bekommen eine namentliche Erwähnung.

Die Texte auf Platz 5 und Platz 4 zeigen, wie groß in der letzten Saison unsere Abstiegsangst war, wie wir versuchten sie in Schach zu halten und welch Feier der Klassenerhalt zwei Spieltage vor Saisonschluss gewesen ist. Platz 5 belegt der Spielbericht vom 4:1-Heimsieg gegen Jahn Regensburg am 32. Spieltag: Das Abschiedsspiel für den Tabellenrechner brachte den Klassenerhalt.

Auf Platz 4 landete Soll und Haben beim Tabellenrechner – 31. Spieltag. Der Tabellenrechner ist mein bewährtes Hausmittel gegen Abstiegsangst. Frühzeitig versuche ich mit ihm meine Nerven und die des MSV-Umfelds zu beruhigen, indem ich den Klassenerhalt bei möglichst schlechten Ergebnissen für den MSV errechne. Ich befürchte, auch in der laufenden Saison werden wir auf den Tabellenrechner nicht verzichten können.

Auf Platz 3 findet sich der Spielbericht zum sensationellen Auswärtssieg gegen den 1. FC Köln: Wie? Ihr steigt auf und wir steigen ab.. Der MSV gewann als Tabellenletzter beim Tabellenführer mit 2:1.

Seit dem letzten Jahr schickt Google viele Leser zu mir, die wissen wollen, warum die Bielefelder Alm so heißt, wie sie heißt. Wenn das so weiter geht, wird auch dieser Text bald außer Konkurrenz im Zebrastreifenblog vertreten sein, auf Platz 2: Das ist mal eine Anekdote über die Bielefelder Alm. Den Text habe ich schon 2010 geschrieben, als mir die Anekdote zur Namensgebung auf der Arminia-Seite beliebig und langweilig vorkam. Mit Dokumenten belegt ist die Geschichte dort ebenso wenig wie meine Geschichte.

Auf Platz 1 befindet sich ein Text, in dem es um politische Haltung im Stadion ging. Beim Auswärtsspiel in Darmstadt wurde die Zaunfahne der Faninitiative „Zebras stehen auf“ vom Zaun herunter gerissen. Die Faninitiative Zebras stehen auf engagiert sich für ein Stadion ohne Rassismus und Diskriminierung. Wie so oft gibt es eine öffentliche Erzählung von dem, was geschehen ist, und eine, bei der in der Fanszene um Deutungshoheit gerungen wird, wer vor Ort welche Verantwortung für Handgreiflichkeit zu tragen hatte. Bezogen auf die öffentliche Erzählung entstand: Zebras stehen auf und bleiben standhaft.

Und nun der Blick nach vorn: Der Stig, Ralf und ich, wir werden auch 2019 einen Teil unserer Arbeitszeit mit dem Zebrastreifenblog verbringen. Wahrscheinlich wird es aber nicht mehr zu jedem Spiel einen Spielbericht geben. Wer hier regelmäßig liest, weiß, ich habe das Gefühl, auf meine Weise habe ich das meiste über ein Spiel des MSV schon einmal geschrieben. Ich will mich aber nicht wiederholen und auch keine normale Sportberichterstattung betreiben. Der Mäzen für meine Spieltagslyrik hat sich zudem noch nicht gefunden. Also, ich muss mal sehen, mit welchen Themen ich mich bei weniger vorhandener Zeit hier beschäftige.

Nun auf ins neue Jahr! Wir sehen uns im Stadion, wir lesen uns und wissen hoffentlich schon bald den MSV auf einem sichereren Weg zum Klassenerhalt als in der Hinrunde der Saison.


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