Archive for the 'Historie' Category

Schauen Sie, wie schnell der Salou ist

Nicht nur mich beschäftigt dieser Tag heute vor 20 Jahren immer wieder. Ich bin mir dann nie sicher, ob ich mir die Bewegtbilder vom Führungstor ansehen soll oder nicht. Ist doch die Erinnerung an die guten Momente des Tages nicht ohne das Wissen um den Ausgang des DFB-Pokalfinales 1998 zu haben. Meist bleibt der Rest des Spiels aber verblasst, und das Tor von Salou begeistert nur wieder einmal. Ihr müsst es selbst wissen, ob ihr den Clip anklickt. Ihr steigt jedenfalls mit dem Mittelfeldpass des MSV in Minute 3.22 ein.  Der Rest der Geschichte spielt hier heute keine Rolle mehr. Darum kümmer ich mich an anderer Stelle, mit anderen Worten.

 

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Pelé im Düsseldorfer Weindorf der 60er – Fußball- und Lokalhistoriker sind gefragt

Ein Fundstück im Fotoalbum eröffnet eine Welt und regt zu Geschichten an. Pelé ist mir am Wochenende etwas näher gerückt, weil eine Tante ab Ende der 1950er Jahre bis in die 60er hinein im Düsseldorfer Weindorf gekellnert hat. Das Weindorf muss seinerzeit ein renommiertes Lokal gewesen sein. Den Ruf hatte es auch erworben durch Prominenz der Gäste.

Auf dem im Weindorf aufgenommen Foto erkenne ich einen Prominenten und das ist Pelé. Das Foto ist mehr als ein Erinnerungsschnappschuss, denn es erzählt offensichtlich eine Geschichte. Die wahren Fußballfreaks unter euch wissen vielleicht, wer der Mann ist, auf dessen Schulter die Hand der kellnernden Tante liegt. Vermutlich ist das ebenfalls ein Fußballer. Der stehende Mann rechts, Pelé, der trinkende Mann und die Kellnerin bilden die eine Gruppe des Bildes. Die drei älteren Männer am Tisch bilden die andere Gruppe, die vom Drama hinter ihnen nichts mitbekommen. Auf dem Tisch befindet sich ein Wimpel der ehemaligen brasilianischen Fluggesellschaft Panair do Brasil.

Der missbilligende Blick des stehenden Mannes und Pelés Blick richten sich auf den trinkenden anderen jungen Mann. Trank er zu viel? Suchte er zu sehr die Nähe der Kellnerin? Sieht ein Betreuer, der Trainer gar auf einen Fußballer, der über die Strenge schlägt? Am 5. Mai 1963 fand im Hamburger Volksparkstadion das erste Länderspiel gegen Brasilien statt. War Düsseldorf davor oder danach eine Zwischenstation für die Brasilianer? Und wenn ja, warum? Vielleicht weiß einer von euch, wer die anderen Männer auf dem Bild sind. Fußball- und Düsseldorfer Lokalhistoriker rührt euch.

 

 

Glückwunschausflug zu Ennatz und dessen Tore gegen die Bayern

Nun ist der 70. Geburtstag von Bernard Dietz schon wieder ein paar Tage her. Seit heute gibt es Bewegtbilder vom Besuch der MSV-Fans in Walstedde am letzten Donnerstag. Etwa zwei Wochen zuvor hatte auch mich die Frage erreicht, ob ich mitfahren könne und wolle. So war ich bei der durch Wetter, Arbeit und Gesundheit etwas geschrumpften Glückwunschabordnung mit dabei.

Beim McDonald’s-Zwischenstopp nach der Abfahrt von der Autobahn mussten wir zwar durch die uninformierte Landbevölkerung Nachfragen ertragen zu einem Verein, den wir nicht mögen, doch in Walstedde haben wir dann schnell klar gemacht, woher wir kamen.

Neben den Glückwünschen hatte ich Ennatz das von mir und Frank Baade geschriebene Buch 111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss mitgebracht. In dem Buch hat seine Geschichte zwar keinen eigenen Ort, dennoch kommt das Buch ohne ihn nicht aus. Das Lehmbruck Museum ist nämlich einer jener 111 Fußballorte, und das hängt mit dem MSV-Stürmer der 1970er Jahre Klaus Thies zusammen, der für eine Werbekampagne des Museums in jener Zeit die Lehmbruck-Skulptur, Die Kniende, im Wedaustadion nachstellte. Als ich den Text hatte schreiben wollen, fiel mir zum Einstieg Bernard Dietz ein und der legendäre 6:3-Sieg gegen Bayern München:

Unter kunstinteressierten Fußballfreunden sei für Duisburg folgender Vergleich erlaubt: Im Werk des 1881 in Meiderich geborenen Bildhauers Wilhelm Lehmbruck ist die »Kniende« wie das Spiel der Spiele von Bernard Dietz, der 1977 fast im Alleingang für den 6:3-Sieg des MSV Duisburg gegen den FC Bayern München sorgte. Anstrengung, das Ringen um das Ergebnis und die Zweifel am Erfolg sieht man dem Endstand genauso wenig mehr an wie der lang gestreckten Skulptur in Überlebensgröße.

Bislang waren Tore von diesem Sieg online nicht zu finden. Doch im Geburtstags-Clip vom MSV verstecken sie sich nun und sind endlich wieder zu sehen. Ein Clip, der auch ohne Ennatz-Geburtstag wunderbare Erinnerungen weckt.

 

Herzlichen Glückwunsch zum Siebzigsten, Ennatz!

Ohne Bernard Dietz, ohne Ennatz, wie er gerufen wurde, gäbe es den Namen Kees Jaratz nicht. Er war einer meiner drei Helden des MSV in den 1970er Jahren, aus deren Namen ich mein Alter Ego für den Zebrastreifenblog vor zehn Jahren zusammensetzte. Seine Bedeutung für die Zebras kann man gar nicht hoch genug ansehen. Als er zum Stammspieler der Nationalmannschaft wurde, hatte er diesen persönlichen sportlichen Erfolg auch für die Anhänger des MSV und für die Duisburger. Einer von uns hatte es gegen alle Widrigkeiten geschafft. Nach Duisburg blickten ein Trainer der Nationalmannschaft doch eigentlich nicht. Aber Ennatz spielte einfach zu gut. Es wäre fahrlässig gewesen, solch einen Verteidiger mit dieser Offensivstärke nicht für Deutschland spielen zu lassen. Das meinten erst Helmut Schön und dann Jupp Derwall.

Den Werdegang von Bernard Dietz, die Anekdoten über ihn, all das lässt sich bei den Kollegen nachlesen. Ich habe für den Zebrastreifenblog nach Bewegtbildern von Bernard Dietz geschaut. Es ist bezeichnend für seine Persönlichkeit, für seine Bescheidenheit, dass es davon nicht allzu viele gibt. Hinzu kommt wahrscheinlich noch der Status des MSV Duisburg in der Medienlandschaft jener Zeit. Sicher sind Interviews aus der jüngsten Vergangenheit zu finden, aber die klassischen Fußballerinterviews, die Erinnerung an bewegende Spiele, all das ist den Mitspielern seiner Generation vorbehalten. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren von Lesern mit Archivzugriffen außerhalb von youtube.

Die ältesten von mir gefundenen Bewegtbilder von Bernard Dietz zeigen ihn im Spiel des MSV gegen Borussia Mönchengladbach in der Saison 1972/73. Auch in diesem Spiel sehen wir ihn nicht bei einer Defensivaktion sondern zweimal in der Offensive. Auf dem Flügel setzt er sich jeweils durch einmal im eins gegen eins, ab Minute 0.29, und zum zweiten Mal als Vorbereiter des Ausgleichtores im Kurzpassspiel mit Michael Bella ab 1.49. Wenn Bernard Dietz in Strafraumnähe war, herrschte Torgefahr.

 

 

Wer übrigens bei Torgefahr und Ennatz nicht sofort in unseren Sehnsuchtschor einfällt, der macht fünf Linienpendel. Was für ein Spiel von Ennatz gegen die Bayern 1977 im November, als er sie beim 6:3 des MSV mit vier Toren fast im Alleingang besiegte. Und alle noch einmal: Was für ein Spiel von Ennatz…

Die einzigen Portrait-Bilder aus der aktiven Zeit von Ennatz stammen aus dem argentinischen Archivo DiFilm. Offensichtlich sollte mit diesem Clip Ennatz anlässlich der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien durch Szenen aus Spielen sowie bei der Arbeit in seinem Sportartikelgeschäft vorgestellt werden. Welchem Publikum wird nicht ersichtlich. Vielleicht war es das argentinische TV-Publikum? Sicher ist das jedoch nicht, weil DiFilm auch auf Quellen außerhalb Argentiniens zugreift. Das Archiv enstand – so weit ich das mit rudimentären Spanischkenntnissen verstehe – aus einer privaten Sammlung und wird weiterhin privat geführt. Die eigentliche Quelle des Clips ist auf der Archivseite nicht angeführt.

Zwei Jahre später war Ennatz bei der Europameisterschaft Kapitän der Nationalmannschaft, die im Finale Belgien besiegte und Europameister wurde. Ein schärferes Bild vom Überreichen des Europapokals als im verlinkten Clip habe ich leider nicht gefunden. Außerdem lässt sich der Clip nur bei Youtube ansehen. Ihr müsst also einmal klicken.

Der Jubel von damals soll Ennatz heute auch gelten. Herzlichen Glückwunsch, Ennatz! Vom Guten nur das Beste. Wir sehen uns beim MSV.

Das Straßenbahnderby

Wenn ich Straßenbahnderby höre, muss ich immer an einen Stein denken, der in den 1970er Jahren nach einem Abendspiel des MSV in Düsseldorf an der Haltestelle gegen die Scheibe eben einer Straßenbahn geflogen kam. Sicher bin ich mir nicht, was mit der Scheibe geschah. Die gute Geschichte suggeriert mir, sie ging zu Bruch. Beschwören kann ich das nicht. Erinnerungen sind ja manchmal einfach nur das Ergebnis einer als gut erachteten Geschichte.

Damit die Zweitligasaison 2017/2018 als die kurioseste der Fußballgeschichte eingeht, weil der Punkteabstand zwischen Erstplatziertem und Absteiger nicht mehr als sieben Punkte beträgt, hoffe ich auf einen Heimsieg des MSV. Ganz zu schweigen von meinem ureigenen Interesse am Erfolg der Zebras.

Genesene Spieler und eine deshalb hoffentlich stabilere Defensive lassen die Voraussetzungen für das Spiel gegen die Fortuna auf jeden Fall besser erscheinen als letzte Woche. Spielerzitate schaue ich mir nach der Erfahrung der letzten Woche allerdings lieber nicht an. Nicht dass ich wieder irgendwas von einer besonderen Einstellung der Spieler lese und irgendeiner Hitze, die die Spieler spüren, einer Hitze, die vermeintlich Leistungsbereitschaft zeigt, aber wahrscheinlich nichts anderes ist als hochtouriger Leerlauf.

Was die einstige D-Bahn angeht, habe ich übrigens ein paar Bewegtbilder gefunden. Diese D-Bahn erhielt ja immer mal wieder besondere Aufmerksamkeit, weil sie als Straßenbahn einen Speisewagen besaß. Beim Fantransport zwischen beiden Städten war der allerdings geschlossen, wenn nicht ohnehin ganz normale Straßenbahnzüge eingesetzt wurden.

Als der Speisewagenbetrieb aufgenommen wurde in den 1950er Jahren, war das wohl auch für das Fernsehen von Interesse. Auch wenn der folgende Clip nicht die D-Bahn zeigt, sondern die K-Bahn nach Krefeld, so wird der Speisewagenbetrieb selbst sich nicht unterschieden haben. Während der 1950er Jahre wurde auch im Nahverkehr auf äußere Formen noch sehr viel Wert gelegt. Kellnerinnen mussten unverkennbar Kellnerinnen sein.

In den 1980er Jahren hieß die D-Bahn dann schon Linie 79. Den Speisewagen gab es noch, doch der Kleidungsstil der Kellnerinnen hatte gelitten. Die Kittelschürze wirkt deutlich weniger stilvoll als das schwarzes Kleid mit weißem Kragen und weißer Schürze.

Ab Minute 1.29 ist die D-Bahn als Auftaktstraßenbahn der Ruhrgebietstour hier auch noch einmal zu sehen.

Wenigstens erinnern, wenn Kevin Wolze schon nicht noch ein Tor erzielte

Wie gestern schon gesagt, das Leben schreibt nicht immer die schönsten Geschichten. Sonst hätte das Spiel des MSV gegen Heidenheim als eine Mischung aus zwei legendären Spielen des MSV erzählt werden können. Man hätte Kevin Wolze dann Ennatz Ahanfouf rufen können.

Im November 1977 stand beim 6:3-Sieg des MSV gegen Bayern München ein Spieler besonders im Blick. Ennatz Dietz legte mit den ersten vier Toren die Grundlage für den Sieg. Die Bayern spielten damals eine schlechte Saison und kamen als 13. ins Wedaustadion. Der MSV war 14. und in den 1970er Jahren das Siegen gegen die Bayern noch gewohnt.

Bewegtbilder habe ich leider nicht gefunden. Wenn ihr persönliche Erinnerungen an das Spiel habt, gerne ab in die Kommentare für das Fangedächtnis des MSV Duisburg. Hier die Torfolge:

20. Minute    1:0 Bernard Dietz
24. Minute    1:1 Reiner Künkel
44. Minute    1:2 Gerd Müller (Foulelfmeter)

49.Minute      2:2 Bernard Dietz
57.Minute      2:3 Gerd Müller
76. Minute     3:3 Bernard Dietz
78. Minute     4:3 Bernard Dietz
83. Minute     5:3 Ronald Worm
85. Minute     6:3 Norbert Stolzenburg

Vom Spielverlauf wäre eine andere Begegnung vorbildhaft gewesen: das 4:3 gegen Wacker Burghausen am 1. Mai 2005. Der MSV war vor dem Spiel Zweiter. Vier Punkte Vorsprung vor dem Drittplatzierten Eintracht Frankfurt und sechs Punkte vor dem Viertplatzierten, dem TSV 1860 München, ergaben eine gute Ausgangsposition, um in den restlichen Spielen den Bundesligaaufstieg zu verwirklichen. Damals gab es auch noch für den Drittplatzierten den direkten Aufstieg. Burghausen kam als Achter der Tabelle. Auch hier gilt: Persönliche Erinnerungen an das Spiel gerne ab in die Kommentare für das Fangedächtnis des MSV Duisburg.

Hier die Torfolge:

Und von dem Spiel gibt es auch Bewegtbilder im Netz:

 

Trainingsauftakt 2018

Trainingsauftakt für den MSV nach der Pause im Winter, von dem es früher in der Werbung hieß, das sei die Erkältungszeit. Mal sehen, ob heute an der Westender Straße jemand fehlt. Früher hätte ich diese Frage nicht gestellt. Denn früher waren Fussballer noch ganz harte Jungs. Die spielten mit Halswirbelbruch ebenso wie mit gebrochenener Wade. Eine Erkältung war damals gar nichts, und notfalls gab es ein überraschendes Hilfsmittel, das die Leistungskraft zurückgab, äußerlich angewendet wurde und den Ruf des Fußballs ein dopingfreier Sport zu sein nicht gefährdete.

 

 

Wer den Jahresrückblick des MSV noch nicht gesehen hat, der schaue gerne weiter. Nach meinem Geschmack gibt es etwas zu viel Historie für einen Jahresrückblick. Denn die zwei Fliegen „Jubiläum“ und „2017“ mit einer Klappe zu schlagen und auch noch beide zu treffen, passt für mich nicht zusammen. Das sind aber nur ein paar gestalterische Gedanken, die mit jedem neuen Fußballbild immer mehr verfliegen. Am Ende denkt nur noch der MSV-Anhänger in mir und sagt, schön.

 


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