Archive for the 'Historie' Category

Vom DFB-Geschehen auf MSV-Historie schließen

In den letzten Wochen werde ich durch die Berichterstattung über den DFB immer wieder an die MSV-Vergangenheit kurz vor 2013 erinnert. Dass beim DFB die Spitzenverantwortlichen gerade ihren Endkampf bestreiten, wird wohl jeder mitbekommen haben. Alle Verantwortlichen kommen mir vor wie der schwarze Ritter in Monthy Pythons „Ritter der Kokosnuss“. Der Ausschnitt aus dem Film bei youtube hat eine Altersbeschränkung und ihr müsst bei youtube eingeloggt sein, um ihn zu sehen, wenn ihr weiterklickt. Ohne Arme und Beine stehen sie alle allmählich da und denken, immer noch weiterkämpfen zu müssen.

Die einschlägige Berichterstattung verlinke ich hier jetzt nicht extra. Mir kommt es auf den MSV an. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass Andreas Rüttgers viel Verständnis für Fritz Keller hat, auch wenn ihm niemals ein gemurmelter Nazi-Richter-Vergleich über die Lippen gekommen wäre. Dazu scheint er mir zu freundlich in der Welt zu sein. Die Angelegenheiten beim DFB lassen uns jedenfalls einen Eindruck gewinnen, wie es nach dem Amtsantritt von Andreas Rüttgers beim MSV zugegangen sein muss. In Duisburg gab es nur nicht so ein großes Interesse an Hintergrundberichterstattung. Außerdem wäre jeder Endkampf zu Zeiten der Präsidentschaft von Andreas Rüttgers das Ende vom MSV gewesen.

Mir geht es um die identische Struktur der Auseinandersetzung. Auf der einen Seite gibt es die Geschäftsführung mit eigenen nicht näher bestimmbaren Interessen, zu denen auf jeden Fall aber die Sicherung der eigenen Position zählt. Friedrich Curtius entspricht strukturell Roland Kentsch. Auf der anderen Seite gibt es den Präsidenten des Vereins mit einem Interesse an Aufklärung über Sachverhalte der Vergangenheit. Damals haben viele Fans des MSV nicht verstanden, warum die Vereinsführung nicht mehr Druck ausübt auf die vermeintlich weiter geschlossene Allianz von Kentsch und Hellmich. Ganz abgesehen von den vorhandenen finanziellen Risiken für so ein Vorgehen, gab es Verträge, Vereinbarungen, interne Vermerke usw., in die nur die Geschäftsführung Einsicht hatte.

Gibt es dann keine vertrauensvolle Zusammenarbeit, wird Einsicht verwehrt, wie es gerade wohl beim DFB wieder einmal der Fall ist. Beim MSV arbeitete Ronald Kentsch ebenfalls mit diesem Machtmittel des kontrollierten Informationsflusses. Die Recherchen zum Geschehen beim DFB machen es nun möglich, sich ein Bild vom Handeln unter solchen Bedingungen zu machen. Man ertrinkt dann in einer Abfolge von Fakten und verliert in dieser Draufsicht den Überblick, wer jetzt noch integer handelt. Die struktulle Gleichsetzung von DFB-Vizepräsident Rainer Koch und Walter Hellmich stimmt nur annähernd. Am ehesten ähnelt sich hier das diffuse Wirken von Macht im Hintergrund, auch wenn mir Koch bislang sehr viel mächtiger vorkam als Walter Hellmich damals. Aber wer weiß.

Wie erleichternd nun, dass Fritz Keller sich in so einer Situation zum gemurmelten Nazi-Richter-Vergleich hat hinreißen lassen. Wie erleichternd für einen Teil der Beteiligten und auch für die Medien, weil damit eine schnell verständliche Teil-Geschichte erzählbar wird. Wer dagegen ein Gespür für die ganze Geschichte gewinnen möchte, muss sich die letzte Ausgabe vom Sechszehner anhören. Ewald Lienen und Michael Born sprechen mit dem ehemaligen DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg. Er holt zu Beginn des Gesprächs etwas aus, um das gegenwärtige Geschehen als Ergebnis früherer Entwicklungen zu erklären. Gerade dann steht man vor einem neuen Kausalkettenwirrwarr, das in die Gegenwart hineinwirkt und beim Erhellen des Ganzen Verantwortlichkeiten unkenntlicher macht. Machtkämpfe im Detail zu verstehen zu wollen, ist eigentlich nur was für Fachhistoriker. Ab Minute 27.45


Erwin Kostedde und Gerald Asamoah über Rassismus im ZEIT-Magazin gibt Anlass zur Erinnerung

In der Saison 1967/68 spielte Erwin Kostedde beim MSV Duisburg. Er war aus der Regionalliga von Preußen Münster gekommen und hatte dort als Mittelstürmer überzeugt. In Münster war der 1946 geborene Sohn einer Deutschen und eines afroamerikanischen US-Soldaten auch aufgewachsen. In seinem ersten Jahr in der Bundesliga scheint er beim MSV seine Leistungen in Münster nicht bestätigt haben zu können. In 19 Spielen erzielte er fünf Tore. Nach seiner Karriere erzählte Erwin Kostedde mehrmals, ihm sei sein Erfolg zu Kopf gestiegen. Er habe die Nächte zum Tag gemacht. Seine Einstellung habe nicht mehr gestimmt. Deshalb sei es zum Konflikt mit dem Trainer Gyula Lorant gekommen.

Erst nach seinem Wechsel zu Standard Lüttich nahm die Karriere wirklich Fahrt auf. Er wurde einer der erfolgreichsten deutschen Mittelstürmer seiner Zeit. Allerdings entwickelte sich seine Karriere nahezu zeitgleich mit der von Gerd Müller, der noch ein wenig erfolgreicher war. Nach dem Rücktritt von Gerd Müller aus der Nationalmannschaft wurde er 1974 der erste farbige deutsche Nationalspieler. Da spielte er bei Kickers Offenbach. Seinerzeit war er auch mir als jungem MSV-Fan ein Begriff für Torgefahr, ohne dass ich ihn mit meinem Verein verbunden hätte. Niemand in meinem Umfeld erzählte über seine MSV-Zeit. Davon erfuhr ich erst sehr viel später, als ich mich mehr für die Geschichte des deutschen Fußballs interessierte.

Anlass für die kurze Erinnerung ist ein eindrucksvolles Gespräch im ZEIT-Magazin, das Stephan Lebert und Stefan Willecke mit Erwin Kostedde und Gerald Asamoah geführt haben. Im Kern geht es um den erlebten Rassismus von beiden im Fußball und Alltag. Zu lesen ist das Interview nur für Abonennten. Man kann sich das Gespräch aber anhören. Unterhalb des Vorspanns auf der Seite gibt es ein leicht übersehbares Icon „Anhören“. Computergeneriert strengt das Hören auf Dauer zwar etwas an, doch ist das ein nicht gering zu schätzender Service.

Für Kostedde bedeutete Rassismus auch 1990 eines Raubüberfalls verdächtigt zu werden. Ein „Schalke-Fan“, so betont Erwin Kostedde, war Zeuge des Überfalls und meinte, ihn als Täter identitifizieren zu können. Dabei war anscheinend das einzige, was der Zeuge wirklich erkannt hatte: der Täter war farbig gewesen. Bei der Gegenüberstellung wurde ihm nur Erwin Kostedde gezeigt. Da war der Zeuge sich dann erst einmal sicher. Ein halbes Jahr U-Haft führte zum psychischen Zusammenbruch von Erwin Kostedde.

Erwin Kostedde und Gerald Asamoah gehören zwei unterschiedlichen Fußballergenerationen an. Im Gespräch wird klar erkennbar, wie sich daraus auch verschiedene Möglichkeiten ergeben, Erfahrungen des Rassismus zu bewältigen. In einem für die Gesellschaft insgesamt bedeutsamer gewordenen Fußball hat Gerald Asamoah mehr Unterstützung erhalten als Erwin Kostedde.

Zurück zum Fußballer Erwin Kostedde. Im folgenden Clip ist das Spiel von Kickers Offenbach gegen Bayern München am ersten Spieltag der Bundesligasaison 1974/75 zu sehen. Erwin Kostedde erzielt zwei Tore und ist mit Siggi Held laut Kommentator der „Starspieler“ der Offenbacher. Ein schönes Zeitdokument nicht nur wegen der wehenden Haare bei fast allen Spielern. Klaus Wunder machte zudem sein erstes Spiel für Bayern München. Er war gerade vom MSV zu den Bayern für eine Rekordablösesumme gewechselt. Der Kommentator merkte allerdings an, er habe mehr verteidigen müssen als stürmen zu können. Wobei das Verteidigen damals eine sehr gemächliche Betätigung war.

Ahanfouf-Supervision beim DFB verhalf nur kurz zu Hoffnung

Der DFB und Joachim Löw haben im Vorfeld des WM-Qualifikationsspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Nordmazedonien nichts unversucht gelassen, die Fähigkeiten der Nationalspieler zu verbessern und sie für jede mögliche Spielsituation vorzubereiten. Lange wurde nach einem Berater gesucht, der nicht nur ein Gefühl für die Stadiondimensionen in Duisburg hat, sondern auch spezielles Expertenwissen vom Fußball in diesem Stadion.

Dass kurzfristig der Ex-Spieler des MSV Duisburg Abdelaziz Ahanfouf für zwei Tage zur Mannschaft stieß, war eigentlich ein Glücksgriff. Denn noch immer weiß er, wie man glaubwürdig im Strafraum fällt und welcher flüchtige Körperkontakt dazu Möglichkeiten eröffnet. Wie sich gestern beim Elfmeterpfiff vor dem zwischenzeitlichen Ausgleich zeigte, hatte Leroy Sané bei der Sondereinheit des Trainings Dribbling in einen Strafraum des Duisburger Stadions besonders aufmerksam zugehört.

Anscheinend hat Uli Hoeneß die Verantwortlichen auf Ahanfouf aufmerksam gemacht. Als er von der Suche beim DFB hörte, erinnerte er sich an das Bundesligaspiel der Bayern während der Saison 2005/2006 in Duisburg. Seinerzeit war ihm Ahanfouf aufgefallen, als der den MSV durch einen Elfmeter in der 40. Minute in Führung brachte. Ahanfouf selbst hatte den Elfmeter herausgeholt. Auch wenn dieses Foul zweifellos war, deutete der Sturz die besondere Qualität Ahanfoufs an. Der MSV verlor das Spiel dennoch 1:3. Welch bittere Parallele zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft.

Die Bewegtbilder im Netz von diesem Elfmeter sind nicht die besten:

Mehr noch als im Spiel gegen die Bayern lässt sich Ahanfoufs Können in Sachen „elfmeterreif gefoult werden“ im folgenden Clip ab Minute 2.10 sehen. Der MSV spielte während der Saison 2003/2004 am letzten Spieltag in Bielefeld. Erst hier zeigt sich die große Klasse des Stürmers deutlich, als er in den Strafraum zieht und der Bielefelder Verteidiger ihm in die Falle geht. Auch in diesem Spiel bringt der Elfmeter die 1:0-Führung. Das Endergebnis war ein 3:1 für den MSV, das für beide Vereine keine Bedeutung mehr hatte. Bielefeld war aufgestiegen, der MSV befand sich im gesicherten Mittelfeld. Schöner Nebeneffekt bei diesem Clip ist die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild von der spielerischen Klassse Ahanfoufs zu machen. Seine sehr unterschiedlich erzielten Tore bezeugen das.

Von Auswärtsfahrten in den 50ern und Kloppereien – Fangedächtnis MSV

Da der Zebrastreifenblog doch mehr Leser erreicht als drüben das „Fan-Gedächtnis“, stelle ich auch hier online, was Hans F. (*1939) mir  für das „Fangedächtnis des MSV Duisburg“ über seine Erfahrungen mit Auswärtsfahrten in den 1950er Jahren erzählt hat .

Bahnhof Meiderich-Süd 2020

Ich bin 54 hier runtergekommen, von Schleswig-Holstein, wo wir nach der Flucht erstmal gelebt haben. Und dann ging das los mit dem Fußball, erstmal in Meiderich, die Heimspiele, und dann bin ich einige Zeit auch immer mitgefahren. Nach Aachen nicht, das war zu weit. Aber so hier in der Nähe. Horst-Emscher, Bottrop, Schwarz-Weiß Essen, Schalke. Und Oberhausen, da sind wir am Kanal lang gelaufen. Da lief ne ganze Meute. Das war immer gut besucht, damals zu der Zeit. Dann hatte ich noch so einen Kollegen, dessen Vater war auch so ein Fanatiker. Der fuhr oft mit dem Auto. Da bin ich auch oft mitgefahren. Der hatte ein bisschen Geld. Der ging im Stadion dann dahin, wo so feinere Leute waren. Ich will fast sagen, so mit Schlips und so.

Mit dem Zug konnt’st du immer vom Meidericher Bahnhof losfahren. Das stand meistens in der Zeitung. Ich habe das aber von den Kollegen erfahren. Wenn du ein paar Pfennig übrig hattest, dann bist du mitgefahren. Die Fahrkarte, was die kostete, weiß ich nicht mehr, und der Eintritt kam noch hinzu. Das waren vielleicht zwei Mark zu der Zeit. Das wundert mich eigentlich, dass sie damals die Züge eingesetzt haben. Das ging ein paar Jahre so. Denn auf einmal war Schluss. Dann gab es das nicht mehr. Warum weiß ich nicht.

Als wir nach Horst-Emscher gefahren sind, also, der Zug war voll. Ich schätze, an die tausend Leute waren das, die alleine dann nur mit dem Zug gefahren sind. So tausend, das kam seltener vor. Meist waren es so vier-, fünfhundert, die fuhren immer mit. Als wir damals in Horst-Emscher ankamen, dann musten wir durch die ganze Stadt laufen. Da sind wir über eine halbe Stunde gelaufen, damit wir ans Stadion kamen.

In dem Zug waren überwiegend Männer und dann ja auch Kinder. Wir waren damals 15, 16. Aber sagen wir mal so, Frauen kaum. Du hast fast nur Jungen und Männer gesehen. Es gab auch schon so Grüppchen. So zwanzig, dreißig, die zusammenhielten, so Cliquen, die hatten Trikot an. So was alles, ’ne Fahne.

Ich glaube, nachher wurden sogar die Fahnen verboten, wegen der Stangen, weil sie damit gekloppt haben. Ich haben einmal so eine Klopperei mitbekommen. Das war damals bei Hamborn 07, da hatte Wuppertal gespielt. Die Jugend vom MSV, die hatte da ein Vorspiel gehabt. Ich war ja mit dem Pitter Danzberg befreundet, und mit dem bin ich immer mitgefahren, mit der A-Jugend. Der hat immer gesagt, der gehört zu mir, und dann konnt’st du mitfahren. Das war immer gut.

Die Klopperei war dann vorm Stadion. Das waren bestimmt 100, 150 Leute. Das war das alte Stadion noch. War das das mit der Rennbahn? Das mit der Schräge. Ich glaube, das war das mit der Rennbahn, Schwelgernstadion, oder? Ich weiß nicht mehr genau. Das Spiel war noch nicht zu Ende. Da war ein Foul, und auf einmal war die Klopperei da. Das Stadion war ja nicht so groß in Hamborn. Da gingst du fünf, sechs Stufen hoch. In Meiderich musstest du höher. Das war ja auch größer in Meiderich. Und dann war da so ein Vorplatz, da haben die sich gekloppt. Da gab es einen, der hatte so einen Motorradhelm. Früher war die ja noch so plump, da hat der mit dem Helm immer rumgeschlagen, und auf einmal war der Helm weg. Da war der am Heulen. Da kamen dem die Tränen. „Mein Helm. Der teure Helm.“ Da sagt einer: „Ja, warum haust du damit?“ Der hat da richtig mit draufgezimmert. Früher waren die ja richtig so mit Leder und auch was Stahl drinnen. Der hat da richtig mit gekloppt. Und dann auch mit Fahnen. Da ging es aber richtig zur Sache. Ich habe mich da so am Rand gehalten. Ich dachte, bloß nicht da so rein. Nein, das ging da zur Sache!

Da waren oft so Kloppereien. Auch in Meiderich bei den Heimspielen. Gegen Essen damals, du musst mal denken, was da Zuschauer aus Essen kamen, oder was das für andere Vereine waren, wo die alle herkamen. Da kam es dann leicht zur Schlägerei. Da kloppten die sich oft. Die Fans, die standen dann da. Da wussteste, da gibt es gleich Klopperei. Die waren da drauf aus. Genau wie heute auch. Da hat sich nicht viel geändert. Damals waren sie nicht so brutal wie heute. Wenn einer auf der Erde gelegen hat, dann war gut. Aber heute treten sie ja noch drauf und alles. Klopperei ist nie ganz fair, aber so wie heute, das gab es früher nicht. Das war dann nicht im Stadion. Das ging schon auf den Straßen dann los.
Auch im Zug gab es oft Krach. Selbst unter den Fans vom MSV. Vor allem auf der Rückreise immer. Wenn du dann noch verloren hattest. Oh je. Dann gingen oft entweder ein paar dazwischen oder die haben sich so beruhigt. Sicher, da war Zugpersonal, aber da fuhren nicht viele mit. Da war schon oft was los.

Und wenn wir dann in Meiderich ankamen, dann ging es raus, durch den Tunnel und da verteilte es sich dann. Dann war finito. Manche gingen noch in die Kneipe. Da waren ja etliche Kneipen, da in der Gegend am Bahnhof. Da war auch noch das große Tanzlokal. Aber ich hatte ja kein Geld mit 15, 16. Aber die, die Geld hatten, die gingen noch.

Weggelesen – 71/72. Die Saison der Träumer von Bernd-M. Beyer

Wenn ältere Menschen sich an die Vergangenheit erinnern, beschäftigt sie in der Neuzeit zugleich oft auch die Veränderung ihrer eigenen Welt. Inzwischen haben Gesellschaften sogar Schwierigkeiten mit dem Tempo der Verändungen. Es bleibt keine Zeit mehr, einen scheinbaren Zustand des Normalen zu bestimmen. Einen Zustand, auf den wir uns alle beziehen können und bei dem wir dann das Gefühl haben, wir streiten über dieselben Dinge.

Vielleicht ist deshalb der Fußball auch so wichtig geworden in der Gegenwart. Er lenkt ab von den wahren Problemen auf dieser Welt, und er erlaubt uns das Gefühl, wir wissen, wovon wir sprechen. Im Fußball kann der Einfluss des Gelds auf Leben und Erfolg so klar benannt werden, und trotz aller Unterschiede haben wir als Anhänger eines Vereins zudem Anteil an einer gemeinsamen Geschichte. Auch deshalb hat diese ominöse Tradition so große Bedeutung erhalten.

In der Bundesligasaison 71/72 war das alles anders. Bernd-M. Beyer hat mit 71/72 – Saison der Träumer ein wunderbares Buch über besagte Fußballsaison geschrieben. Zweifellos gilt das für Leser, die spätestens in den 1960ern geboren wurden. Ich frage mich allerdings auch, wie das Buch auf jüngere Leser wirkt. Das hängt mit dem Gestaltungsprinzip zusammen. Bernd-M. Beyer erzählt von Spieltag zu Spieltag zusammenfassend anekdotisch, Länderspieltage inklusive. Einordnende Erklärungen werden dabei elegant eingearbeitet.

Zudem montiert er das Fußballgeschehen mit der Bandgeschichte von Ton, Steine, Scherben in jenem Jahr sowie dem terroristischen Geschehen, das von der RAF bestimmt war. So schafft Bernd-M. Beyer einen ungemein lebendigen Einblick in einen spezifischen bundesrepublikanischen Alltag jener Monate. Ich kann mir dennoch vorstellen, dass jüngeren Anhängern des Fußballs eine solche Ereignisgeschichte zu gleichförmig ist, weil diese Vergangenheit auf sie fern wirkt. 

So anders war der Fußball in dieser Zeit. Die Bundesliga war vom Bestechungsskandal bestimmt. Das Zuschauerinteresse war gesunken. Die Saison wird geprägt durch den Zweikampf von Schalke und Bayern um die Meisterschaft. Es war die Gelsenkirchener Meineid-Mannschaft des Bestechungsbetrugs, in der die Spieler ihre Angst vor Strafverfolgung verdrängen mussten. Der politisierte und zugleich populärkulturell geprägte Zeitgeist war auch im konservativem Fußball angekommen – wenn auch selten in der Lebensführung der Fußballer. Vor allem die Frisuren waren ein Thema. Paul Breitner und Günter Netzer galten auf unterschiedliche Weise als Repräsentanten dieses Zeitgeistes. Beide vereinte zudem, dass sie in öffentlichen Stellungnahmen damals schon den Fußball als Teil des Wirtschaftssystem begriffen. Welch andere Bedeutung der Fußball in jener Zeit für die Gesellschaft besaß, zeigt sich vor allem nach Länderspieltagen. Die deutsche Nationalmannschaft damals war jene, die England im Wembley-Stadion auf grandiose Weise 3:1 besiegte und die die Europameisterschaft gewann. Von nationalem Freudentaumel keine Spur.

Bernd-M. Beyer gibt dem Geschehen außerhalb des Fußballs Tiefe, indem er Beweggründe der handelnden Menschen erwähnt und er für einzelne Ereignisse einen längeren zeitlichen Rahmen der Darstellung wählt. Neulich habe ich schon auf das Buch hingewiesen, weil der MSV Duisburg zweimal in einer für mich erwähnenswerten Nebenrolle genannt wurde und ich euch mit den entsprechenden Stellen schon mal einen Vorgeschmack geben wollte. Stil und Erzählweise lassen sich dort erkennen. Dass Fußballanfang des Bestechungsskandals und terroristisches Zeitgeschehen am Ende zusammenfallen, ist eine für mich so überraschende Pointe, dass ich sie nicht verraten möchte. Lest 71/72 – Die Saison der Träumer am besten ganz schnell selbst.

 

 

Bernd-M. Beyer
71/72. Die Saison der Träumer
Hardcover. 352 Seiten
ISBN: 9783730705407
€ 22,00

Fundstücke – Zugrandale und das Wunder in Wedau 1972

Bernd-M. Beyer hat mit 71/72 ein lesenswertes Buch über besagte Fußballsaison geschrieben. Das Fußballgeschehen montiert er mit weiteren zeitgeschichtlichen Ereignissen. Für die Bundesliga gilt sein Blick vor allem dem Wettstreit zwischen dem FC Bayern München und dem FC Schalke 04 um die Meisterschaft sowie dem Bundesligaskandal. Der MSV wie die meisten anderen Vereine jener Saison spielen nur kleine Nebenrollen. Das Buch bespreche ich in den nächsten Tagen noch ausführlicher.

Schon heute möchte ich euch aber mit zwei der Nebenrollenauftritte beglücken. Wenn ich selbst auch erst ab der folgenden Saison zum regelmäßigen Stadionbesucher wurde, so stoßen sie doch für die Älteren unter uns einige Erinnerungen an.

Am 11. März 1972 erwähnt Bernd-M. Beyer den MSV weniger wegen der Niederlage in Mönchengladbach als wegen der MSV-Fans. Erlebnisorientiert sind sie damals noch nicht genannt worden. Und die Kategorie C hat es auch noch nicht gegeben.

Im April dagegen fügt sich der 3:0-Heimsieg gegen den späteren Meister FC Bayern München in die Geschichte von den glorreichen 1970er Jahren des MSV.

Hier auch schon mal die Angaben zum Buch:

 

Bernd-M. Beyer
71/72. Die Saison der Träumer
Hardcover. 352 Seiten
ISBN: 9783730705407
€ 22,00

Der Storch Stefan Maierhofer ist keine Möwe

Im Sommer 2019 erschien mit Nicht wie ihr ein Roman von Tonio Schachinger mit einem Fußballprofi als Hauptfigur. Tonio Schachinger ist Österreicher. Die erzählte Fußballwelt hat ihre Wurzeln also in Österreich, auch wenn der Profi, ein österreichischer Nationalspieler, in England spielt und der Gesamtblick europäisch ist. Noch habe ich das Buch nicht ausgelesen, doch schon nach gut der Hälfte kann ich den Roman nur empfehlen. Die Begründung in einer Besprechung kommt später.

Den folgenden kurzen Ausschnitt vom Anfang des Romans möchte ich euch aber schon heute nicht vorenthalten, weil Tonio Schachinger uns nicht nur eine Erinnerung mit stimmiger Wertung an Stefan Maierhofer gibt, sondern auch weil er auf einer einzigen Seite die Fußballgegenwart Deutschlands auf für mich sehr amüsante Weise und natürlich in der Absolutheit ungerecht in den Boden stampft.

Da seit der Saison von Stefan Maierhofer als Stürmer im Zebratrikot schon einige Zeit vergangen ist, ein paar Worte für die ganz jungen Leser hier. Stefan Maierhofer spielte in der Saison 2010/2011 beim MSV, jener Saison des letzten Höhenflugs der Zebras, zu dem der österreichische Leihspieler viel beitrug. Für einen Spieler, der so kurz da war, hatte er großen Eindruck bei den Fans hinterlassen. Tonio Schachingers Wertung habe ich zwei Jahre nach Maierhofers Weggang vorweggenommen, als der MSV beim 1. FC Köln spielte. Dort war er für eine Halbsaison gelandet. Er kam bei vielen Vereinen unter, und der Ertrag für seine spielerischen Möglichkeiten war jeweils groß. Nun aber lest selbst

Wer bereits durch diesen Ausschnitt angefixt ist. Hier die Angaben zum Buch, das seit dem August auch als Taschenbuch erhältlich ist.

 

Tonio Schachinger
Nicht wie ihr ihr
304 Seiten

gebunden
Kremayr & Scheriau Verlag
€ 22,90
ISBN 
978-3218011532

Rowohlt Taschenbuch
€ 12,00
ISBN 978-3499004506

 

 

Von Nazihools, Identität und Real Madrid in drei Podcasts

Ohne Stadionbesuch beschäftigt mich immer intensiver die Fußballkulturwelt. Weniger der aktuelle Sport bewegt mich als das Schreiben und Sprechen über die Bedeutung des Fußballs in der Gesellschaft. Ich lese darüber, wie Mannschaftstaktiken und nationale Selbstbilder sich gegenseitig beeinflussen. Ich höre Podcasts, wenn über Fußball als soziales oder politisches Phänomen gesprochen wird. So haben sich drei Folgen vom Hörfehler angesammelt, auf die ich jeweils sofort nach dem Hören hatte hinweisen wollen. Daraus wurde nun ein Sammelhinweis, auf dass ihr euch das Hören verteilen könnt.

Der Sozialwissenschaftler und Buchautor Robert Claus ist in Folge 91 zu Gast. Im Verlag Die Werkstatt ist sein Buch Ihr Kampf – Wie Europas extreme Rechte für den Umsturz trainiert erschienen. In ihm beschreibt er das Wirken von Rechtsextremisten im Kampfsport und deren Vernetzung in Europa, nicht ohne Querverbindungen zum Fuball nachzugehen. Da er mit Hooligans zudem ein Buch über die gegenwärtige Holligan-Kultur geschrieben hat, kennt er sich auch gut in den Fankurven deutscher Stadien aus. Dieser Podcast bietet sowohl einen tiefen Einblick in die Strukturen gewaltbereiter Rechtsextremisten als auch in den unterschiedlichen Umgang von Vereinen und Fans mit dem Versuch von Rechtsextremisten Einfluss auf Fankurven zu gewinnen. Ganz grundsätzliche Fragen zu sozialen Entwicklungen werden angesprochen und indirekt wird einmal mehr deutlich, das Benennen von Strategien und Methoden des Rechtsextremismus ist die Voraussetzung, um vorgeblich unpolitisches Handeln als demokratiefeindlich zu erkennen.

In Folge 88 spricht Nick mit dem Historiker Julian Rieck über Real Madrid im Franquismus. Wer sich für europäische Geschichte interessiert, wird dieser Folge gebannt zuhören. Wieder führt das Gespräch über den Gesprächsanlass hinaus. Der genau Blick des Historikers Julian Rieck macht das komplexe und oft widersprüchliche Geschehen erkennbar, das wir sonst so gerne auf eine eindeutige Historienerzählung reduzieren. Wer so von der Historie erzählt, macht das allgemein Menschliche in dem Geschehen einer anderen Nation und Kultur deutlich.

In der zuletzt erschienenen Folge widmet sich der Hörfehler dem Thema Fußball und Identität. Nick spricht mit Hardy Grüne, dem Herausgeber vom Fußballmagazin Zeitspiel, und Bernd Sautter, der ebenfalls für das Magazin schreibt. Beide hatten sich für die letzte Ausgabe des Magazins mit dem Thema intensiv auseinander gesetzt. Interessant ist dieses Gespräch durch die besondere Mischung von Erzählen über die eigene Fußballzuschauerbiografie, bei der immer auch der lokalhistorische Kontext angerissen wird und der Betrachtung, wie sich durch die veränderte Gesellschaft die Verbindung zu einem Lieblingsverein in den letzten 60 Jahren gewandelt hat.

Nach Niederlagen auf Duisburgs Fußballjugend von 1965 sehen

Ich werde über dieses Spiel des MSV gegen Saarbrücken gestern nichts schreiben. Denn schon mit diesen wenigen ersten Worten beginne ich mich wieder über den Schiedsrichter zu ärgern. Das ist dieses verdammte „Denken-Sie-jetzt-nicht-an-einen-weißen-Bären-Phänomen“  . Schon durch diese wenigen Worte hole ich mir an der Wand der Wirklichkeit eine Beule, weil ich diese Wand umrennen möchte. Ich will diese Last-Minute-Niederlage immer noch nicht wahrhaben. Zu diesem Fußball der Corona-Zeit bekomme ich kein erträgliches Verhältnis hin.

Wie entspannend wirkt stattdessen ein WDR-Beitrag, wenn er im Dezember 1965 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Der ‚kleine‘ Fußball“ heißt diese knapp 30-minütige Reportage über Schwierigkeiten und Möglichkeiten von Duisburger Kindern und Jugendlichen, die in ihrer Freizeit Fußball spielen wollen. Im Laufe des Beitrags wird durch O-Töne von Vereinsvertretern aus ganz NRW deutlich, Duisburg steht als Beispiel für die Situation im ganzen Bundesland. Das kommt etwas überraschend, weil mit einem Mal Männer in breitestem rheinischen Singsang sprechen und man sich fragt, ob die jetzt alle im Pott wegen der Arbeit gelandet sind. Doch nach und nach wird klar, die sprechen für ihre jeweiligen Heimatstädte.

Überhaupt werden die anderen Sehgewohnheiten jener Zeit deutlich. Welch anderer Ton wird im begleitenden Kommentar angeschlagen. Zum einen soll der Beitrag Schwierigkeiten auf allen möglichen Ebenen zeigen. Zum anderen trägt ihn aber auch ein deutlich spürbares erzieherisches Anliegen, indem er die TV-Zuschauer animiert sich im Ehrenamt bei Sportvereinen zu engagieren und ihre Kinder dort zum Fußball anzumelden.

Schon in den heute als rosig scheinenden Zeiten des Vereinsengagements gab es zu wenige Betreuer für die Jugendmannschaften. Kurios muten die gestellten Szenen an, in denen der Jugendobmann des TuS Duisburg 48/99 sich mit einem Vater unterhält.

Duisburg in den 1960er Jahren (siehe den Zweifel am Datum der Ausstrahlung unten im UPDATE) war immer noch eine Stadt im Wiederaufbau. Kriegsschäden sind in den Straßen weiterhin überall zu sehen. Leerflächen sind voll von Steinen und Glas. Der Verkehr nimmt zu. Straßenfußball ist gefährlich, lautet die Botschaft zu Beginn. Sport im Verein ist die Lösung. Vorbildhaft wird die Sportanlage von TuS Duisburg 48/99 und das Vereinsleben dort gezeigt. Alles wäre gut, wenn es nur noch mehr Betreuer und mehr Plätze gäbe. Dagegen steht Duisburg 08 vor Schwierigkeiten. Den Sportplatz des Vereins beanspruchte in jener Zeit das benachbarte Industriewerk. Der Verein musste umziehen und der Vorstand arbeitete daran, ein neues Gelände zu finden.  Das alte Wedaustadion ist bei einem Meisterschaftsspiel der Senioren von 48/99 ebenfalls zu sehen. Der Meidericher SV spielte damals dort bei Auswärtsspielen. Im Beitrag steckt viel historische Lebenswirklichkeit der Stadt und des Sports. Der Zebrastreifenblog empfiehlt bei Niederlagenärger und Schiri-Wut den Klick zur Retro-Seite der Mediathek.

UPDATE: Bei Facebook merkte Sven Webers m. E. zurecht an, der Bericht könne nicht aus dem Jahr 1965 sein. Ich zitiere ihn: „Der Bericht kann auch nicht von Ende 1965 sein, weil der TuS schon im Sommer 1964 aufgehört hat zu existieren (fusioniert mit DSV zu Eintracht Duisburg) und von der großen Haupttribüne am Wedaustadion, die 1964 eingeweiht wurde noch nicht mal die Baustelle zu sehen ist, und der TuS nach 1963 auch nicht mehr da gespielt hat, sondern 1963/64 erst in Krefeld und dann nach der Fusion als Eintracht im kleinen Stadion (Fugmann-Kampfbahn) nebenan. Der Bericht wird wohl eher von Ende der 1950er Jahre sein (Olympia 1956 wird ja im Film als bereits gewesen erwähnt).“ Womöglich gab es bei der  Jahreszahl des WDR einen Zahlendreher? Intuitiv hatte auch ich zunächst von den 1950er Jahren in meinem letzten Absatz geschrieben, um es nach dem Blick auf das Sendedatum zu korrigieren.

Von unsinninger Droll-Frage hin zum Podcast-Fest für Fußballromantiker mit Hans-Günter Bruns

Was für eine unsinnige Droll-Frage war das wieder auf der Pressekonferenz vor dem Nachholspiel heute gegen Saarbrücken. Irgendwas mit Sieg und Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle. Als ob wir in normalen Zeiten lebten und der Tabellenstand die Mannschaft sorgen müsste. Torsten Lieberknecht machte das einzig richtige. Er sprach der Tabelle nicht nur für den Moment sondern sofort für den weiteren Saisonverlauf die Bedeutung ab angesichts von erwartbaren coronabedingten Spielausfällen. Das ist wichtig, um Folgen von solchen Tabellenbilder zu begrenzen. Ohne Spiele sind zu wenig Punkte die selbstverständliche Folge. Da braucht es etwas anderes als den üblichen Blick von Sportjounalisten auf Tabellenstände.

Lasst mich zu den schönen Dingen des Tages kommen, die wir mehr in der Hand haben als den erhofften Erfolg gegen Saarbrücken. Ich feiere gerade Hans Günter Bruns mit seinem Auftritt im Sechszehner-Podcast. Momentan ist der ehemalige Spieler von Borussia Mönchengladbach Hans-Günter Bruns Sportlicher Leiter bei Hamborn 07. Als Trainer oder Sportlicher Leiter arbeitete er im westlichen Ruhrgebiet seit 2003 vor allem im Amateurbereich. Bei Rot-Weiß Oberhausen war es für fünf Jahre von 2006 bis 2011 auch das Profi-Geschäft.

Mir war nicht klar, wie gut er und all diese Vereine im Ruhrgebietswesten zusammen passen. Nach dem Podcast-Gespräch von Hans-Günter „Bruno“ Bruns mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Ewald Lienen und dem Sportjournalisten Michael Born weiß ich es besser. Diese knappe Stunde vom Podcast Der Sechszehner ist ein Fest für Fußballromantiker und eine Feier der Ruhrpottmentalität dazu.

Anekdote auf Anekdote erzählt „Bruno“. Ob das nun ein nächtlicher Ausflug mit Lothar Matthäus während einer Länderspielvorbereitung war oder sein Verhältnis zu Jupp Heynkes als Trainer. Er brauchte kurz, um etwas aufzutauen, aber dann redete er wie unter Freunden. Vor allem Ewald Lienen regte ihn durchs eigene Erinnern an gemeinsame Zeit zum Erzählen an. Auch wenn „Bruno“ den größten Teil seiner Karriere als Spieler in Mönchengladbach verbrachte, kann er den Pott in seinem Wesen nicht verleugnen. So klingt das Ruhrgebiet an der Basis heute immer noch, wenn über Fußball gesprochen wird.

Den Sechszehner gibt es auf sämtlichen Podcast-Plattformen. Hier kommt ihr mit einem Klick zu Soundcloud, wo man ihn auch ohne Podcastplayer hören kann.


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