Archive for the 'Saison 2017/2018' Category

Ins Stadion trotz Mallorca-Kanone

Gestern hat der MSV im Testspiel gegen Norwich City 2:0 verloren. Egal ob Sieg oder Niederlage, um Testspielergebnisse mache ich mir nie viele Gedanken, zumal Gerrit Nauber schon Mitte der ersten Halbzeit eine rote Karte erhielt. Die Aufregung um diese Karte galt wohl weniger der Frage, ob sie berechtigt war oder nicht. Vielmehr sah Ilia Gruev die normalen Verhältnisse eines Fußballspiels bedroht. Verständlich. Man testet den Ausnahmefall „Spiel mit zehn Mann“ doch erst, wenn man genügend lange das Spiel zu elft geprobt hat. Für die sportlich Beteiligten wäre der Verbleib eines elften Spielers der Zebras von höherer Aussagekraft gewesen. Der Trainer von Norwich City wollte sich sogar auf das Gentlemen’s Agreement Auswechseln des zu Bestrafenden einlassen. Aber ein Schiedsrichter bleibt Verfechter des Regelwerks zu jeder Zeit.

Den MSV der neuen Saison werde ich zum ersten Mal am Sonntag beim Cup der Traditionen sehen. Allerdings bin ich gestern beim erneuten Blick in alte Zeitungen zusammengezuckt, als ich Randnotizen überflog. Noch ganz entspannt las ich, dass nach seinem Chelsea-Leben John Terry endlich Duisburg kennenlernen kann, weil er mit Aston Villa mal ganz andere europäische Ziele anreist. Direkt darunter aber musste ich für den Sonntag die Worte „Mallorca-Kanone“ und Rahmenprogramm lesen. Das Stadion des MSV ist also tatsächlich die heimliche Großarena der Geschmacksverirrung. Oder habe ich ein Mickie-Krause-Trauma, das mir die Saison-Dauerbeschallung mit der als gute Laune getarnten Zwangs-Enthemmung vorgaukelt. „Lorenz Büffel will für Frohsinn sorgen.“ Leute, vergesst die Auswärtsfahrten in die entlegensten Dörfer der Republik als den Beweis für eure Treue zum Verein.  Ich komme trotz dieser Ankündigung am Sonntag ins Stadion. Das ist die wahre Treue. Sie alleine zählt. Lorenz Büffel. Frohsinn.

Der erste Spieltag ist nicht mehr ganz fern. Die Saisonvorbereitung bei den Kollegen schreitet fort. Der Blog Calcio Culinaria Kiel begleitet Holstein Kiel auf seinen fußballerischen Wegen und wollte den Kieler Lesern die Social-Media-Welt der Zweiten Liga vorstellen. So erreichten mich Fragen aus Kiel, die samt Antworten nunmehr online stehen.

Der Wochenspaß mit Lukas Fröde und News zu zwei Ehemaligen

Warum soll eigentlich nur Ilia Gruev bei der Saisonvorbereitung mit Schwierigkeiten durch Spielerausfälle umgehen müssen?  Auch hier im Zebrastreifenblog musste der Illia in mir nach dem leichten Auftaktschreiben letzte Woche seine Pläne ändern. Sein Hauptautor, der Kees, schlug sich mit einem Infekt durchs Leben und hat sämtliche anderen Kollegen in mir gleich mit angesteckt. So musste ich mit dem Schreiben zwar kurz pausieren, aber es blieb Zeit alte Zeitungen zu durchblättern und mich durch ein paar Clips durchzuklicken.

Die Fluktuation von Spielern bei den Fußballvereinen heutzutage führt ja auch dazu, dass es immer wieder Neuigkeiten zu den Wegen ehemaliger Spieler eines Vereins gibt. Viele Spieler, viele Wege eben, der MSV macht keine Ausnahme. So lese ich Kevin Schindler wechselt in die USA nach Cincinatti.  Ich lese Jiayi Shao spielt eine Rolle beim DFB-Projekt den chinesischen Markt sichern, „Chinas U20 spielt in der Regionalliga Südwest“ . Mich interessiert der Inhalt der Nachrichten eigentlich nicht. Im Grunde sind solche Nachrichten nur Anlass für Erinnerungen an die Geschichte des MSV Duisburg. Der Verein ist eben mehr als alle seine ehemaligen Spieler. Mit den zwei Namen dieser Nachrichten steht nämlich sofort eine Legion von Verpflichtungen des MSV im Raum, die in Duisburg nicht überzeugen konnten. Dennoch klingt mit Shao zugleich Cottbus an, die Sasic-Zeit, die Pokalsaison. Man muss nur das Richtige erinnern und schon wird der Heilungsverlauf gefördert.

Beim Durcklicken der Clips des MSV bin ich dann auf ein Juwel gestoßen. Womöglich hat sein Vorname Lukas Fröde einen Auftrag mit auf den Weg gegeben. In Duisburg kann er ihm nun allmählich gerecht werden. Interviews mit ihm selbst habe ich mir nämlich extra angesehen, und dort war von seinem Auftrag nicht viel zu erkennen. Seine Entertainement-Qualitäten kamen erst im Trainingslager des MSV zur Geltung, wo er als Kollegenreporter die Neuen im Kader vorstellt. Kevin Wolze und Nico Klotz haben Konkurrenz vor der Kamera bekommen. Bitte mehr davon.

Auftaktschreiben in der Sommerpause

Kaum ist der Laden hier mal für ein paar Tage geschlossen, schon werden rührende Geschichten über zurückkehrende Spielersöhne Duisburgs geschrieben, der eine notwendige Stürmer wird verpflichtet und zum Standardprogramm der Sommerpause gehört natürlich auch die schwere Verletzung. Unter zwei Spieler, die länger ausfallen, machen wir es bei den Zebras dann ja nicht nach einem Aufstieg. Aber das wisst ihr ja alles selbst, ihr habt das gelesen, und ich betreibe hier heute nur ein lockeres Auftaktschreiben nach meiner persönlichen Zebrastreifenblogpause.

Pause hieß allerdings nicht, die Arbeit ruhte. Denn eine Rückkehr in die Zweite Liga stellt auch an sämtliche Medien rund um den MSV die alten neuen Aufgaben. Die 11-Freunde-Redaktion kommt in der Zweiten Liga fürs Sonderheft mit launigen Fragen um die Ecke und füllt ihr Medium mit kostenlosem Content. Kostenlos mache ich ja hier ohnehin immer, damit kenne ich mich aus, habe ich also geantwortet. In Kiel und in Ingolstadt wollten die Bloggerkollegen wissen, wie das in Duisburg beim MSV mit dem Fußball und als Fan so ist. Der Kollege aus Ingolstadt vom Blog Schwarz-Rot hat das Mail-Interview schon online gestellt. 

Ich schmunzel übrigens ein wenig über mich selbst, kommt mir doch der Titel seiner Rubrik, unter der das Mail-Interview erschien, für den MSV völlig unpassend vor. „Wir sind die Neuen“, steht da, und ständig ruft eine leicht empörte Stimme in mir: „Ey, wir sind doch nicht die Neuen.“ Uns kennt man. Das ist unsere Liga, diese Zweite Liga. Mindestens, und eigentlich kenne ich das noch ganz anders. Nun ja, ich habe jedenfalls erzählt, wie ich für uns die letzte Saison erlebt habe, was ich erwarte und wie nervenaufreibend die letzten Jahre gewesen sind.

Blick auf französische Mittelmeerküste. Ohne Meer mit Stadion.

Neben diesen Interviews habe ich zudem ein wenig Projektplanung betrieben und mir schon mal mögliche Spielstätten des MSV angesehen. Cup der Traditionen in der Heimspielstätte ist ja schön und gut, aber Europapokal heißt erst sich im Fremden zurecht finden. Deshalb habe ich bei den Stadien von Metz und Nimes auch abgewunken. Zweite Liga in Frankreich, das hat keine Zukunft für uns. Man muss sich immer auf das Wesentliche konzentrieren. Was das für den Zebrastreifenblog während der Saison bedeutet, muss ich mal sehen.

Brust raus. Kopf hoch. Bauch rein?

Die Saisonvorbereitung für den Klassenerhalt hat letzten Donnerstag begonnen, und eines ist jetzt schon deutlich erkennbar. Die Zweite Liga sieht in dieser Saison einen MSV Duisburg, der mit einem anderen Selbstverständnis in die Saison startet als vor zwei Jahren. Das ist ein guter Grund, um dieser Saison mit Zuversicht entgegen zu sehen. Der Kopf ist tatsächlich hochgereckt und die Brust rausgestreckt. Den Bauch müssen allenfalls wir auf den Rängen dabei einziehen, um eine gute Figur zu machen.

Vor zwei Jahren war das anders. Den Aufstieg des MSV Duisburg bestimmten 2015 noch immer die Nachwirkungen des Zwangsabstiegs. Ich spreche von atmosphärischen Auswirkungen. Der Verein, wir und die Mannschaft waren sich ihrer selbst nie ganz sicher. Der Aufstieg gelang durch eine immer mächtiger werdende, sich selbst nährende Erfolgsserie. Der Aufstieg war nicht das Ergebnis eines im Detail umgesetzen Plans.

Ungeachtet dessen fühlte sich die Zweite Liga nach der Klasse an, der der MSV mindestens angehören sollte. Gleichzeitig lagen zwei Jahre hinter uns, in denen die Verantwortlichen im Verein immer wieder von den Schwierigkeiten der Gegenwart, ob finanziell oder sportlich in Anspruch genommen waren. Die täglichen Anforderungen in der Dritten Liga hatten viel Aufmerksamkeit in Anspruch genommen, Aufmerksamkeit, die dem Blick auf die Zukunft verloren ging. Die Zweite Liga schien auf gewisse Weise trotz nur kurzer Abwesenheit Neuland gewesen zu sein. Vor dem Aufstieg in diesem Jahr hatte es mehr Ruhe gegeben, auch wenn die spielerische Leistung der Mannschaft vielen, mich eingeschlossen, nicht immer gefiel. Dennoch war die Zweite Liga die ganze Saison über stets als Bild der Zukunft vorhanden. Der MSV Duisburg kehrt in die Zweite Liga mit größerer Selbstverständlichkeit zurück als vor zwei Jahren.

Wenn Ilia Gruev sagt, wir müssten die Euphorie des Aufstiegs mitnehmen in die neue Saison, klingt das für mich nicht nach unbedingt notwendigem Hilfsmittel, um den Klassenerhalt zu schaffen. Das klingt nicht nach beliebiger Fußball-Floskel, sondern nach realistischem Bezug zur Gegenwart des MSV. Für mich zeigt sich in seinen Worten, dass der MSV gerade sehr mit sich selbst im Einklang ist und wir darauf vertrauen können, dass Verantwortliche und Mannschaft sich wie in der letzten Saison ihrer selbst und ihrer Fähigkeiten sicher sind.

Das ist der Unterschied zum Aufstieg von vor zwei Jahren. Damals wussten die Menschen im Verein und wir drumherum nicht so recht, wer der MSV in dieser Zweiten Liga nun war. Das wussten wir alle nicht, obwohl uns allen klar war, dass die Mannschaft gegen den Abstieg spielen würde. Dieses Nicht-Wissen erschwerte die Konzentration auf die eigentliche Aufgabe, den Sport. Heute wissen die Verantwortlichen im Verein und wir besser, wo der MSV Duisburg im Moment steht. Und deshalb wird es hoffentlich etwas leichter, sich auf den Sport zu konzentrieren. Die Ausgangslage sieht auf den ersten Blick genauso aus wie vor zwei Jahren. Doch die Rahmenbedingungen sind besser. Über die fußballerischen Möglichkeiten der Mannschaft wird dann auch noch zu sprechen sein.

Und noch eins, ihr könnt es ruhig zugeben. Sagt mir nicht, dass ihr nicht auch schon einmal dran gedacht habt nach der Pokalauslosung. Ein Pokalspiel gegen den 1. FC Nürnberg zu Beginn der Saison. Da gab es doch am Ende der Saison dann etwas, was uns sehr gefiel. Es muss ja nicht gleich noch einmal ein Aufstieg sein.

Fundstück: Nicht nur der MSV sucht einen Torwart

Am Samstag fand sich in der Süddeutschen Zeitung eine Stellenanzeige für Torhüter. Allerdigs ist sie in die Rubrik „Vermisches“ gerutscht. Deshalb weise ich hier noch einmal darauf hin. Zwar fischt der MSV bei der Kernkompetenz des Torhüters im selben Gewässer, allerdings brauchen wir die Münchner Vorstadt-Bezirksligakonkurrenz nicht zu fürchten, da Ivo Grlic einen deutlich jüngeren Torhüter als Buffon sucht. Eine Erinnerung an den August 2014 will ich zum Wochenbeginn ebenfalls nicht vergessen: Nürnberg im DFB-Pokal kann der MSV. Ein gutes Los.


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