Posts Tagged '1950er Jahre'

Nach Niederlagen auf Duisburgs Fußballjugend von 1965 sehen

Ich werde über dieses Spiel des MSV gegen Saarbrücken gestern nichts schreiben. Denn schon mit diesen wenigen ersten Worten beginne ich mich wieder über den Schiedsrichter zu ärgern. Das ist dieses verdammte „Denken-Sie-jetzt-nicht-an-einen-weißen-Bären-Phänomen“  . Schon durch diese wenigen Worte hole ich mir an der Wand der Wirklichkeit eine Beule, weil ich diese Wand umrennen möchte. Ich will diese Last-Minute-Niederlage immer noch nicht wahrhaben. Zu diesem Fußball der Corona-Zeit bekomme ich kein erträgliches Verhältnis hin.

Wie entspannend wirkt stattdessen ein WDR-Beitrag, wenn er im Dezember 1965 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Der ‚kleine‘ Fußball“ heißt diese knapp 30-minütige Reportage über Schwierigkeiten und Möglichkeiten von Duisburger Kindern und Jugendlichen, die in ihrer Freizeit Fußball spielen wollen. Im Laufe des Beitrags wird durch O-Töne von Vereinsvertretern aus ganz NRW deutlich, Duisburg steht als Beispiel für die Situation im ganzen Bundesland. Das kommt etwas überraschend, weil mit einem Mal Männer in breitestem rheinischen Singsang sprechen und man sich fragt, ob die jetzt alle im Pott wegen der Arbeit gelandet sind. Doch nach und nach wird klar, die sprechen für ihre jeweiligen Heimatstädte.

Überhaupt werden die anderen Sehgewohnheiten jener Zeit deutlich. Welch anderer Ton wird im begleitenden Kommentar angeschlagen. Zum einen soll der Beitrag Schwierigkeiten auf allen möglichen Ebenen zeigen. Zum anderen trägt ihn aber auch ein deutlich spürbares erzieherisches Anliegen, indem er die TV-Zuschauer animiert sich im Ehrenamt bei Sportvereinen zu engagieren und ihre Kinder dort zum Fußball anzumelden.

Schon in den heute als rosig scheinenden Zeiten des Vereinsengagements gab es zu wenige Betreuer für die Jugendmannschaften. Kurios muten die gestellten Szenen an, in denen der Jugendobmann des TuS Duisburg 48/99 sich mit einem Vater unterhält.

Duisburg in den 1960er Jahren (siehe den Zweifel am Datum der Ausstrahlung unten im UPDATE) war immer noch eine Stadt im Wiederaufbau. Kriegsschäden sind in den Straßen weiterhin überall zu sehen. Leerflächen sind voll von Steinen und Glas. Der Verkehr nimmt zu. Straßenfußball ist gefährlich, lautet die Botschaft zu Beginn. Sport im Verein ist die Lösung. Vorbildhaft wird die Sportanlage von TuS Duisburg 48/99 und das Vereinsleben dort gezeigt. Alles wäre gut, wenn es nur noch mehr Betreuer und mehr Plätze gäbe. Dagegen steht Duisburg 08 vor Schwierigkeiten. Den Sportplatz des Vereins beanspruchte in jener Zeit das benachbarte Industriewerk. Der Verein musste umziehen und der Vorstand arbeitete daran, ein neues Gelände zu finden.  Das alte Wedaustadion ist bei einem Meisterschaftsspiel der Senioren von 48/99 ebenfalls zu sehen. Der Meidericher SV spielte damals dort bei Auswärtsspielen. Im Beitrag steckt viel historische Lebenswirklichkeit der Stadt und des Sports. Der Zebrastreifenblog empfiehlt bei Niederlagenärger und Schiri-Wut den Klick zur Retro-Seite der Mediathek.

UPDATE: Bei Facebook merkte Sven Webers m. E. zurecht an, der Bericht könne nicht aus dem Jahr 1965 sein. Ich zitiere ihn: „Der Bericht kann auch nicht von Ende 1965 sein, weil der TuS schon im Sommer 1964 aufgehört hat zu existieren (fusioniert mit DSV zu Eintracht Duisburg) und von der großen Haupttribüne am Wedaustadion, die 1964 eingeweiht wurde noch nicht mal die Baustelle zu sehen ist, und der TuS nach 1963 auch nicht mehr da gespielt hat, sondern 1963/64 erst in Krefeld und dann nach der Fusion als Eintracht im kleinen Stadion (Fugmann-Kampfbahn) nebenan. Der Bericht wird wohl eher von Ende der 1950er Jahre sein (Olympia 1956 wird ja im Film als bereits gewesen erwähnt).“ Womöglich gab es bei der  Jahreszahl des WDR einen Zahlendreher? Intuitiv hatte auch ich zunächst von den 1950er Jahren in meinem letzten Absatz geschrieben, um es nach dem Blick auf das Sendedatum zu korrigieren.

Chargesheimer – Die Ausstellung auf Zollverein

Bis zum 18. Januar ist noch die wunderbare Chargesheimer-Ausstellung im Ruhrmuseum auf Zollverein in Essen zu sehen. Täglich von 10 bis 18 Uhr ist die Ausstellung geöffnet. Jeder, der sich nur halbwegs für die Vergangenheit des Ruhrgebiets interessiert und noch nicht dort war, sollte in den verbleibenden Wochen einen freien Nachmittag finden, um hinzufahren. Chargesheimer hatte 1958 zusammen mit Heinrich Böll den Bildband „Im Ruhrgebiet“ veröffentlicht, dessen spezieller Ausschnitt der Ruhrgebiets-Wirklichkeit von den Meinungsmachern der Region nicht gerne gesehen wurde. Die Ausstellung zeigt 150 bisher unveröffentlichte Fotografien und etwa 50 Fotografien, die im Bildband aufgenommen waren.

Fußball gehörte in diesen Alltag des Ruhrgebiets auch für Chargesheimer – als Straßenfußball der Jugendlichen …

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… und als organisierter Sport vor der Industriekulisse.

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Beide Fotos: Rheinisches Bildarchiv Köln

Weitere Impressionen aus der Ausstellung gibt es drüben bei den Orten im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen

 

Der vergessene Torjäger Heinz Bohnes – Teil 1

Manchmal gleicht städtisches Leben der Gegenwart doch immer wieder mal noch dem dörflichen der Vergangenheit. Lebenswege dieses Dorfes sind auseinander gegangen, doch die nächste Generation führt sie wieder zusammen. So war es, als Bernd Bohnes Ende letzten Jahres mir eine E-Mail schrieb, nachdem ich kurz zuvor an den MSV-Stürmer „Burger“ Hetzel erinnert hatte. Das Privatarchiv seines Vaters bot ebenfalls unzählige Erinnerungen an vergangene Zeiten des MSV Duisburg. Sein Vater war der Fußballer Heinz Bohnes, erfolgreicher Stürmer der Zebras Ende der 1950er Jahre, später beim Duisburger SV aktiv, dann Trainer bei verschiedenen Vereinen, vornehmlich am Niederrhein.

Wer schon wie meine Mutter zu Zeiten der Oberliga West ins Stadion an der Westender Straße ging, musste Heinz Bohnes also kennen. Für meine Mutter stieß der Name zudem weitere Erinnerungen an. Heinz Bohnes und sein Zwillingsbruder Paul hatten als Kinder in Meiderich-Berg auf derselben Straße wie meine Mutter gewohnt. Die Bergstraße rund um St. Matthias,  der längst profanierten katholischen Kirche von Berg, war damals Spielplatz für alle. Man lief sich über den Weg. Man kannte sich.

bohnes_PortraitIch hingegen kannte Heinz Bohnes nicht. Von ihm hatte ich noch keine romantische Oberliga-West-Anekdote gehört, und nun schickte mir sein Sohn Bernd Fotos über Fotos. Das Dorf fand wieder zusammen. Ich sah Heinz Bohnes im Trikot der deutschen Nationalmannschaft, und dachte, über den Mann lässt sich eine größere Geschichte erzählen. Wieso weiß ich nichts über einen Nationalspieler Heinz Bohnes? Darüber hinaus machten diese Fotos die 1950er Jahre auf wunderbare Weise lebendig. Wie konnte ich diesen Archivschatz zumindest mit den notwendigsten Hinweisen versehen?

Wenn ich das machen wollte, wie ich es mir vorstellte, würde darüber ein Jahr vergehen. Ich hatte für den Moment einfach keine Zeit für die Recherche, die noch nötig war, obwohl mir Bernd Bohnes schon einige Informationen über seinen Vater schickte. Deshalb entschloss ich mich zu einem anderen Weg. Dieser Beitrag heute und der morgige werden zu einer Art Mini-Wiki. Ich veröffentliche die Fotos und bitte euch, die ihr die Spieler der MSV-Geschichte in- und auswendig kennt, mir Hinweise zu den betreffenden Personen auf den Fotos zu geben. Dann ließen sich nach und nach Leerstellen füllen.

Außerdem fehlen mir Hinweise auf die Fotografen. Natürlich hätte ich diese Fotografen gerne angeschrieben, um die Erlaubnis zur Veröffentlichung einzuholen. Wenn es also von den jeweiligen Urhebern der Fotos Einwände gegen die Veröffentlichung gibt, so bitte ich darum, mit mir Kontakt aufzunehmen. Mit Hilfe der Erinnerungen von Margret Bohnes, der Ehefrau des Fußballers, kann ich zumindest ein paar kurze biografische Anmerkungen zu Heinz Bohnes Fußballerleben machen. Großer Dank deshalb nochmals an sie und Bernd Bohnes.

Heinz Bohnes wurde am 6. Juni 1935 in Duisburg-Meiderich geboren. Die Jungen seiner Generation spielten Fußball zunächst lange nur auf der Straße. Mit zwölf Jahren schließlich schloss er sich Wacker Meiderich an, dem Fußballverein, der an der Bergstraße seine Fußballspiele bestritt. Mit 14 Jahren gewann er mit seiner Schülermannschaft die Stadtmeisterschaft. Von Wacker Meiderich aus wechselte er 1953 mit seinem Zwillingsbruder Paul Bohnes zu Meiderich 06. Für Paul blieb der Verein bis ins hohe Alter die sportliche Heimat.

bohnes_sturmszene9Heinz Bohnes hingegen wurde 1955 vom Meidericher SV für die Regionalliga abgeworben, der damals zweithöchsten Spielklasse, in der der MSV Duisburg für diese Saison ein einjähriges Intermezzo gab. Unter Hermann Lindemann gelang der direkte Wiederaufstieg in die Oberliga West, in der Heinz Bohnes von nun an spielen sollte. „Heini“ wurde Heinz Bohnes gerufen, der auf dem Spielfeld durch seinen Laufstil mit weit ausholenden, rudernden Armbewegungen unverkennbar war. In der Saison 1957/58 gehörte er mit 17 erzielten Treffern zu den erfolgreichsten Torschützen der Liga. Was ihm nicht nur 1958 das Vertragsangebot  des damaligen türkischen Meisters Fenerbahce Istanbul bescherte, sondern auch Einladungen zur Nationalmannschaft. Bei einem A-Länderspiel eingesetzt wurde er allerdings nicht. In jener Zeit spielte er mit dem MSV  mehrmals im Ausland. So gab es Freundschaftsspiele in Spanien gegen  FC Real Saragossa, Valencia und in Barcelona. In Algerien wurde in Algier gespielt. Für den MSV bestritt er 100 Spiele in der Oberliga West und erzielte dabei 37 Tore.

In der Saison 1959/1960 wechselte er zu Eintracht Braunschweig in die Oberliga Nord. Die Normalität für einen Fußballer heute bedeutete damals einen tiefen Einschnitt in das Leben der Familie. Die gesamte Familie zog nach Niedersachsen um, ohne dort wirklich heimisch zu werden. Margret Bohnes wollte zurück nach Duisburg, und so wurde der Aufenthalt in Braunschweig zum einjährigen Gastspiel. Heinz Bohnes wechselte zurück in die Heimatstadt und spielte ab der Saison 1961/62 beim Duisburger SV, der später mit TuS Duisburg 48/99 zu Eintracht Duisburg fusionierte. Der Stürmer wurde nun als Defensivspieler eingesetzt. Er machte noch 59 Spiele für den DSV und erzielte zwei Tore. Nach der Saison 1965/66 ließ Heinz Bohnes seine Karriere als Spielertrainer bei unterschiedlichen Vereinen am Niederrhein ausklingen. Er erwarb die Trainer A-Lizenz und trainierte unter anderem den SC Kleve und den TV Voerde.

Ein Fußballerleben ohne Erwähnung nach dem Tod – „Burger“ Hetzel

Gibt es in der Genforschung eigentlich kein besonderes Interesse an einem Sammler-Gen? Ich erinnere mich an kein einziges öffentliches „Ich-habs-Gejubel“.  Sollte da noch Forschungsbedarf sein, die männliche Linie meiner Familie zeigt über Generationen phänotypisch einen ausgeprägten Sammeltrieb. Was das Ausräumen von Wohnungen zu einer aufwendigen aber immer interessanten und oft überraschenden Angelegenheit macht. Neulich konnte ich ja schon ein Fundstück aus dem – soll ich sagen? – Archiv meines Vaters präsentieren. Er hatte MSV-Deko-Kissen aus meiner Jugend aufbewahrt.

Gestern habe ich mir zwei Kisten Papiere vorgenommen, unzählige Zeitungsseiten und Illustrierten katapultierten mich in die 1960er und 1970er Jahre mit dem Ergebnis, das ich auf der Seite mit den Todesanzeigen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vom 22. April 1972 hängen blieb. Ob mein Großvater oder mein Vater diese Seite herausgerissen haben, weiß ich nicht. Mir bekannte Familiennamen gab es nicht auf der Seite außer einem, dem von Karl „Burger“ Hetzel. Nun frage ich mich, ob diese Todesanzeige der Grund dafür war, dass die Zeitungsseite aufbewahrt wurde.

Todesanzeige Karl "Burger" Hetzel

Die Anzeige der Familie verrät nichts von der großen Bedeutung, die der Fußball im Leben von Karl-Bubi Hetzel hatte, der Stürmer, der später „Burger“ gerufen wurde und Anfang der 1950er Jahre für die Zuschauer beim Meidericher SV einer der bedeutendsten Spieler war. Wer damals ins Stadion an der Westender Straße ging und sich heute an die Zebras dieser Generation erinnert, dem fällt der Name „Burger“ Hetzel als erstes ein. 

Die Anzeige verrät uns deshalb auch etwas über den Stellenwert von Fußball in der Generation von „Burger“ Hetzel. Dieser Fußball war keine Rede wert, weil er Teil des Alltags vor Ort war. Wenn davon zu sprechen gewesen ist, war das die Aufgabe des Vereins. Es kann sehr wohl sein, dass auch der MSV Duisburg eine Todesanzeige aufgegeben hatte, schließlich war „Burger“ Hetzel Wirt des Vereinslokals gewesen. Vielleicht weiß jemand, der mitliest, mehr.

Es ist ein merkwürdiger Zufall, dass auf der Rückseite der Todesanzeigen sich ein Bericht findet, in dem über Veränderungen an der Westender Straße die Rede ist. Der MSV Duisburg kaufte damals das Clubhaus des Meidericher TTC 47, um seine Geschäftsstelle dort einzurichten. Der Tischtennisclub, damals in der Tischtennisbundesliga spielend, zog um in Räume des Max-Planck-Gymnasiums. Es hieß, das Geld könne der Tischtennisverein angesichts der hohen Reisekosten gut gebrauchen. Der MSV Duisburg konnte den Kauf nur dank öffentlicher Mittel und Zuschüsse ermöglichen. Die Stadt war bei der Abwicklung des Geschäfts mit im Boot. Der eine Werbeträger der Stadt musste am Leben erhalten werden, der andere hatte bessere Möglichkeiten für die organisatorische Arbeit in der Fußball-Bundesliga gebraucht.

Halbzeitpausengespräch: Gummitwist in Schalke-Nord von Elke Schleich

Die Spekulationen um die Verpflichtung von Rasmus Jönsson haben uns also nur die Gelegenheit gegeben, uns ein schön geschossenes Tor anzusehen. Beim FSV Frankfurt wird nun versucht, dieses Können im Spieler wieder hervorzulocken. Ich hatte aber auch gar nicht erst viel Zeit in Herrn Jönsson investiert.  So Namen kommen eben und gehen. Ernsthaft beschäftige ich mich mit den Spielern erst, wenn Ivo Grlic und Kosta Runjaic zusammen mit dem neu verpflichteten Spieler für die Seite des MSV Duisburg in die Kamera lächeln.

Bleibt um so mehr Zeit für die Halbzeitpausenthemen. Heute geht es einmal um so etwas wie Ruhrgebietsliteratur. Die 1953 geborene Gelsenkirchenerin Elke Schleich erzählt in „Gummitwist in Schalke-Nord“ von der Welt eines Mädchens, das im Schalke der 1950er und anfänglichen 1960er Jahre aufwächst. Es sind episodenhafte Geschichten, in denen exemplarische Erfahrungen des Mädchens und der späteren jungen Frau geschildert werden. Freundschaft, unschuldige Lieben, erfüllt und unerfüllt, Alltag mit den Eltern, eine Fahrt zu den Verwandten in den Osten, das Herantasten an Sexualität. Als verbindendes Leitmotiv dient in dem „Roman in 18 Geschichten“ der Wunsch des Mädchens, ein Pferd zu besitzen.

Diese Geschichten so alltäglichen Lebens ähneln jener Erinnerungsliteratur, wie sie etwa Frank Goosen für die 1970er und 1980er Jahre geschrieben hat. Wo er aber mit Ironie und Komik Distanz zur Vergangenheit herstellt, bleibt Elke Schleichs Erzählen dem ernsthaften Erleben ihrer Hauptfigur verbunden. Deren Perspektive bestimmen die Möglichkeiten der Wahrnehmung und der Erkenntnis. So bleibt der Blick auf die Welt der Vergangenheit beschränkt.

Elke Schleich lotet weder die dargestellten Beziehungen tief aus, noch nimmt sie die Vergangenheit im Detail in den Blick, um die damalige Welt in romanhafter Breite lebendig zu machen. Wenn, dann leben ihre Geschichten vom naiven Blick des Mädchens und der unmittelbaren Sicht der späteren jungen Frau.

Elke Schleich zeigt aber eine Welt,  in der sich die meisten in dieser Zeit und sozialen Lage aufgewachsenen Bewohner des Ruhrgebiets werden erkennen können, egal ob sie in Duisburg, Gelsenkirchen oder Dortmund wohnten. Was bei all jenen, die solche Erfahrungen teilten, nostalgisches Erinnern anstoßen kann. Für mich, ein paar Jahre später Geborenen, fehlt den „18 Geschichten“ eine dramaturgische Bearbeitung, um tatsächlich zum „Roman“ zu werden. Was als Kurzgeschichte funktionieren kann, lässt in der Reihung die Oral History mit all ihren Längen des normalen Lebens immer wieder hervorschauen.

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Elke Schleich: Gummitwist in Schalke-Nord. Ein Roman in 18 Geschichten. Stories & Friends Verlag, Lehrensteinsfeld bei Heilbronn 2012, 214 Seiten, € 18,90.

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Und vor dem Spiel noch etwas ganz anderes: Ruhrorter Hafenhistorie – Ein Film

Im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt ist man  ins Filmarchiv gegangen und hat Filmaufnahmen vom Hafen der Stadt aneinandergeschnitten. Die Quellen der Ausschnitte wirken auf mich sehr unterschiedlich. Womöglich stammen die Ausschnitte der 1950er und 1960er Jahre aus Industriefilmen. Am Ende des Clips sind Ludwig Erhard und Queen Elisabeth bei ihren Hafenbesuchen zu sehen. Schon Anfang der 1960er Jahre konnte die Queen sehr anmutig von einem Schiff herunterwinken. Anscheinend bereitete sie sich damals schon auf ihre Thronjubiläumsfahrt auf der Themse vor. Die Bilder sind unkommentiert und  musikalisch untermalt. Den typischen Historiendoku-Sound des Anfangs ersetzt später der „Bolero“ von Maurice Ravel. Vom französichen Komponisten Maurice Ravel ist ja ein Besuch Hamborns Anfang des letzten Jahrhunderts verbürgt, bei dem er sich von der Industriekulisse entsprechend beeindruckt gezeigt hat. Eine gerne erzählte Anekdote in Ruhrgebiets-Heimatbüchern und eine Vorgeschichte für ein anderes Spiel. Eine Hafenrundfahrt müsste ich mal wieder machen. Der Besuch des Museums ist natürlich auch zu empfehlen.

Nachtrag: Am Freitag, 23. November, 18.00 Uhr, startet im Restaurant „Schiffchen“, Deichstraße 1, 47119 Duisburg, die „2. Ruhrorter Filmnacht – Alte Filme neu entdecken“, veranstaltet von der Fördergesellschaft Museum der Deutschen Binnenschifffahrt und dem Ruhrorter Bürgerverein.


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