Posts Tagged '1970er Jahre'

Akzente inoffiziell: MS Franziska bringt 1978 TV-Deutschland die Binnenschifffahrt ins Haus

Wie im letzten Jahr begleite ich die 37. Duisburger Akzente mit einem inoffiziellen Programm. In diesem Jahr lautet das Akzente-Motto „Nah und Fern – 300 Jahre Duisburger Hafen“.

Noch bevor 1981 die erste Schimanski-Folge Ruhrort und damit Duisburg endgültig zum selbstverständlichen Handlungsort eines fiktionalen TV-Geschehens machte, nutzte schon 1978 die TV-Serie MS Franziska das erzählerische Potential von Duisburg und dem Ruhrorter Hafen als Teil der Binnenschifffahrtswelt. Regie führte Wolfgang Staudte, die Bücher hatte Heinz Oskar Wuttig geschrieben. Die ARD richtete mit der Erstausstrahlung der Serie seinerzeit den Montagabend als neuen Seriensendeplatz ein.

Wie sehr für mich die Welt der Binnenschifffahrt grundsätzlich mit meiner Ruhrorter Hafenwelt verschmolzen war, seht ihr daran, dass in meiner Erinnerung die gesamte Serie ihren Handlungsschwerpunkt in Duisburg besaß. Was nicht stimmt. Zwei Folgen nur spielen in Duisburg. Ein Binnenschiff liegt nun mal nicht vornehmlich vor Anker, sondern es ist in der MS-Franziska-Welt auch mal auf dem gesamten Rhein unterwegs.

Mit dem Anfang der ersten Folge sehen wir die MS Franziska im Mittelrheintal, und ein Grundkonflikt der Serie wird etabliert. Der von Paul Dahlke gespielte Binnenschiffer im Rentenalter Jakob Wilde ist ganz Patriarch alter Schule. Er glaubt weiterhin auf die Anforderungen des Lebens die besseren Antworten zu haben als seine Söhne. In dieser einführenden Szene geht es natürlich um die grundsätzliche Fähigkeit eines Binnenschiffers, das Steuern des Frachtschiffes, das er seinem von Ulrich von Dobschütz gespielten Sohn Paul in einer Gefahrensituation aus der Hand nimmt.

Die Folge 2, Zum Grünen Hahn, spielt vor allem in Ruhort und Homberg. Die MS Franziska liegt in Ruhrort vor Anker. Jakob und Paul warten auf einen lukrativen Frachtauftrag. Das Alltagsleben in der Binnenschifffahrt wird mit Fahrtauglichkeitsprüfung von Jakob und den Begegnungen mit dem Hafenpastor erzählt. Zudem beginnt für den von Jochen Schroeder gespielten Enkel Jakobs, Niko Wilde, ein zehnwöchiger Lehrgang auf dem im Homberger Eisenbahnhafen liegenden Schulschiff Rhein.

In der Folge 4, Probefahrt, liegt die MS Franziska mit einem Motorschaden in Duisburg fest. Dramatik erhält die Folge durch den Blinddarmdurchbruch von Paul. Für ihn muss Jakob einen Ersatz suchen muss, als er für die MS Franziska einen Frachtauftrag erhält.

Bei Wikipedia gibt es hauptsächlich die inhaltliche Zusammenfassung der einzelnen Folgen. Zusammen mit dem Episodenguide bei Fernsehserien.de erhält man ein gutes Bild vom Handlungsgeschehen.

Auf der Seite TV-Nostalgie gibt es Ausschnitte aus einem Interview, das der Seitenbetreiber mit dem Komponisten der Filmmusik, Peter Schirmann, geführt hat.

Sämtliche Folgen finden sich auf YouTube

 

Mit einem Klick weiter zu den bisherigen Beiträgen des inoffiziellen Akzente-Programms im Zebrastreifenblog.

Gastbeitrag: Klaus Hansen erinnert an Spitzenereignisse vom MSV – V – „Eia“ Krämer und Ennatz

Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV. Letztens schickte er mir noch ein Interview, das er in den 1990ern mit dem legendären Stadionsprecher des Wedaustadions, Gunter Stork, geführt hatte. Nun landete vor ein paar Tagen eine Mail in meinem Posteingang mit einem weiteren seiner Texte.

“Ein verbales Lokalderby mit einseitigem Ausgang – Das große Problem von Oberhausen heißt Duisburg”, hieß der Text. Für das von Sebastian Scharte herausgegebene Buch „Wer ist die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso?“ über Rot Weiß Oberhausen hatte Klaus Hansen ihn geschrieben. Die Gelegenheit nutzte er, um mit einer Sammlung von 25 bemerkenswerten Ereignissen rund um den MSV augenzwinkernd darauf hinzuweisen, welcher Verein in der Ruhrstadt im Grunde die einzig wahren Spitzenleistungen aufweisen kann. Ihr könnt euch denken, welcher Verein als unangefochtener Sieger aus dem Buch herauskommt, wenn ein MSV-Anhänger ihn schreibt.

Das waren nun die letzten Erinnerungssplitter, die ich aus seinem Text herausgegriffen habe. Noch einmal wunderbares Nostalgie-Futter. Noch einmal: Bitte schön! Noch einmal: Danke schön, Klaus Hansen.

 

Werner Krämer, das Ausnahme-Talent, genoss die unglaublichsten Sonderrechte im deutschen Fußball.
Im 61. Jahr seines Bestehens brachte der MSV mit Werner „Eia“ Krämer seinen ersten A-Nationalspieler hervor. Krämer, Vizeweltmeister 1966, wird wegen seiner eleganten Spielweise heute mit Arjen Robben verglichen. Eia Krämer genoss ein Privileg, das keinem anderen Fußballer je zuteil wurde. Auf Krämers Platz in der Umkleidekabine lag immer ein Päckchen Zigaretten („Ernte 23“) und eine Flasche Bier („König Pilsener“). Eia durfte als einziger Spieler vor dem Spiel und in der Halbzeitpause rauchen und Alkohol trinken. Trainer Eppenhoff rechtfertigte das so: „Nimmsu dem Eia die Fluppen un nimmsu dem Eia datt Pilsken, dann nimmsu dem Eia datt Können!“ – Kein anderer Club zwischen Oberhausen und Dortmund hat je so viel Nachsicht bewiesen.

Als Verteidiger in einem Meisterschaftsspiel 4 Tore zu schießen, das gelang in der langen Geschichte der Bundesliga nur einem einzigen Fußballer, natürlich einem MSV-Spieler.
Es war Linksverteidiger Bernard Dietz. Beim 6:3 über Maier, Beckenbauer, Müller und Co. (Bayern München) am 5. November 1977 gelangen ihm 4 Tore. Bald darauf wurde der MSV Duisburg von der Boulevardpresse in MSV Dietzburg umgetauft. – Auch da können die Nachbarstädte nicht mithalten.

MSV-Spieler wird als Kapitän der Nationalmannschaft Europameister.
1980 war’s, in Italien. Bernard Dietz empfängt in Rom den Coupe Henri Delaunay nach dem 2:1-Finalsieg der Deutschen gegen Belgien.

Lothar Matthäus’ Karriere ist ohne den MSV nicht zu denken.
Der Name Lothar Matthäus taucht 1980 zum erstenmal auf der ganz großen internationalen Bühne auf. Bei der Europameisterschaft in Italien gehört der 19jährige zum Kader der DFB-Auswahl und brennt auf seinen ersten Einsatz im Nationaltrikot. Als die deutsche Mannschaft dann im Spiel gegen Holland mit 3:0 führt, täuscht Kapitän Bernard Dietz eine Leistenzerrung vor, um dem Youngster zu seiner Premiere zu verhelfen und lässt sich gegen Matthäus austauschen. Bernard Dietz: „Ich kann stolz behaupten, für Lothars erstes Länderspiel gesorgt zu haben.“

„Niederlagen machen uns stark“ – Eine weitere außergewöhnliche Tabellenführung durch den MSV
Ein MSV-Spieler führt die Tabelle der Bundesliga-Spieler mit den meisten Niederlagen an. Bernard Dietz steht an erster Stelle mit 221 Niederlagen, gefolgt von Karl-Heinz Körbel (Eintracht Frankfurt) mit 220. Auch im Verlieren ist der MSV absolute Spitze! Auch Niederlagen wollen „errungen“ sein, wie Helmut Kohl (FSV Oggersheim) treffend festgestellt hat.

Zu den anderen Folgen des Gastbeitrags von Klaus Hansen mit einem Klick.

Gastbeitrag: Klaus Hansen erinnert an Spitzenereignisse vom MSV – IV – Rahn und Rekordmeister

Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV. Letztens schickte er mir noch ein Interview, das er in den 1990ern mit dem legendären Stadionsprecher des Wedaustadions, Gunter Stork, geführt hatte. Nun landete vor ein paar Tagen eine Mail in meinem Posteingang mit einem weiteren seiner Texte.

“Ein verbales Lokalderby mit einseitigem Ausgang – Das große Problem von Oberhausen heißt Duisburg”, hieß der Text. Für das von Sebastian Scharte herausgegebene Buch „Wer ist die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso?“ über Rot Weiß Oberhausen hatte Klaus Hansen ihn geschrieben. Die Gelegenheit nutzte er, um mit einer Sammlung von 25 bemerkenswerten Ereignissen rund um den MSV augenzwinkernd darauf hinzuweisen, welcher Verein in der Ruhrstadt im Grunde die einzig wahren Spitzenleistungen aufweisen kann. Ihr könnt euch denken, welcher Verein als unangefochtener Sieger aus dem Buch herauskommt, wenn ein MSV-Anhänger ihn schreibt.

Ich greife mal ein paar Erinnerungssplitter aus seinem Text heraus und stelle sie mit der Zeit online. Wunderbares Nostalgie-Futter. Deshalb bleibt manch Bekanntes dabei. Bitte schön! Und Danke schön, Klaus Hansen.

 

Fußballgeschichte wurde oft in Duisburg oft geschrieben. Hier ist es der allererste Platzverweis in der Bundesliga-Historie, an den wir erinnern möchten.
Wedau-Stadion, 14. September 1963. In der 77. Minute des Spiels MSV gegen Hertha BSC erlebt man in Deutschland eine Premiere: den ersten Platzverweis in der neuen Liga. Der Hertha-Linksaußen Beyer hatte den MSV-Rechtsaußen Rahn gefoult. Als Beyer scheinheilig Rahn die Hand zur Versöhnung anbot, schlug Rahn die Judas-Pfote aus und traf Beyer mit einer unwirschen Kopfbewegung im Gesicht. Das war’s. Eine Rote Karte gab es damals noch nicht, also musste die unerbittliche Geste des Schiedsrichters reichen.
Es war nicht irgendwer, der da als erster des Feldes verwiesen wurde. Es war einer der Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland, der in Duisburg vorzeitig unter die Dusche musste. FAZ-Herausgeber Joachim Fest rechnete neben Konrad Adenauer, zuständig für die Politik, und Ludwig Erhard, zuständig für die Wirtschaft, Helmut Rahn zum dritten Gründungsvater der jungen Bundesrepublik. Denn Rahn habe mit seinem Siegtor beim 54er WM-Triumph in Bern für ein neues Selbstbewusstsein der Deutschen gesorgt. Er ist der Gründungsvater einer neuen deutschen „Wir-sind-wieder-wer“-Mentalität. Helmut Rahn, der „Boss“, also war es, der damals das Zebra-Trikot trug und 9 Jahre nach Bern erneut Geschichte schrieb. Nicht zu vergessen: Auch Toni Turek, Torhüter beim „Wunder von Bern“, ist gebürtiger Duisburger und erlernte hier das Fußballspielen.

Der MSV ist der „deutsche Rekordmeister“ der 1970er Jahre.
So schrieb man in der Fachpresse zu Beginn der 80er Jahre. Die A-Jugend, heute: U 19, des MSV war 1972, 1977 und 1978 Deutscher Meister geworden, so häufig wie kein anderer Verein bis dahin.

 

Zu den anderen Folgen des Gastbeitrags von Klaus Hansen mit einem Klick.

 

Gastbeitrag: Klaus Hansen erinnert an Spitzenereignisse vom MSV – II – Wohlfahrt, Worm und Tagliari

Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV. Letztens schickte er mir noch ein Interview, das er in den 1990ern mit dem legendären Stadionsprecher des Wedaustadions, Gunter Stork, geführt hatte. Nun landete vor ein paar Tagen eine Mail in meinem Posteingang mit einem weiteren seiner Texte.

“Ein verbales Lokalderby mit einseitigem Ausgang – Das große Problem von Oberhausen heißt Duisburg”, hieß der Text. Für das von Sebastian Scharte herausgegebene Buch „Wer ist die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso?“ über Rot Weiß Oberhausen hatte Klaus Hansen ihn geschrieben. Die Gelegenheit nutzte er, um mit einer Sammlung von 25 bemerkenswerten Ereignissen rund um den MSV augenzwinkernd darauf hinzuweisen, welcher Verein in der Ruhrstadt im Grunde die einzig wahren Spitzenleistungen aufweisen kann. Ihr könnt euch denken, welcher Verein als unangefochtener Sieger aus dem Buch herauskommt, wenn ein MSV-Anhänger ihn schreibt.

Ich greife mal ein paar Erinnerungssplitter aus seinem Text heraus und stelle sie mit der Zeit online. Wunderbares Nostalgie-Futter. Deshalb bleibt manch Bekanntes dabei. Bitte schön! Und Danke schön, Klaus Hansen.

 

Der allererste brasilianische Bundesliga-Torschütze kommt aus Duisburg. Duisburg ist die Wiege der Brasilianer in der Bundesliga.
Der Brasilianer Raoul Tagliari schoss für den MSV am 21. 11. 1964 in der 34. Minute das zweite Tor beim 2:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg. Dies war die Geburtsstunde der brasilianischen Torjäger in der Liga. – Wenn man wissen will, wo alles angefangen hat, muss man, wie so oft, auch in diesem Fall nach Duisburg schauen!

MSV-Spieler wird als Kapitän der Nationalmannschaft Weltmeister.
Bei der Fußball-Militärweltmeisterschaft 1975 holte MSV-Stürmer Ronald Worm als Kapitän der Mannschaft den Titel. Statt einer Medaille gab es noch auf dem Platz die Beförderung zum Hauptgefreiten der Luftwaffe. – Weiß man ähnliche Heldentaten zwischen Oberhausen und Dortmund zu berichten?

Deutscher Rekord-Nationalspieler kommt vom MSV.
Von 1951 bis 1986 gab es neben der A-Nationalmannschaft auch eine B-Nationalmannschaft. Was die Einsätze in der B-Elf angeht, ist MSV-Stürmer Ronald Worm mit 12 Berufungen der deutsche Rekord-Nationalspieler.

MSV-Spieler wird Weltmeister in Australien.
MSV-Stürmer Roland Wohlfarth, wegen seiner Neigung zum Übergewicht gelegentlich „Prima Tonna“ genannt, wird 1981 mit der U-20-Nationalelf Weltmeister in Australien. Im Endspiel gegen Katar schoss er beim 4:0 der Deutschen ein Tor. Insgesamt war er mit 4 Toren der erfolgreichste deutsche Schütze.

Bundesliga-Torschützenkönige aus den Reihen des MSV.
1984 wurde Roland Wohlfarth mit 30 Toren, 1991 Michael Tönnies mit 29 Toren Torschützenkönig der Zweiten Bundesliga. – Da nehmen sich die 24 Treffer, mit denen Lothar Kobluhn (RWO) 1971 Schützenkönig der ersten Liga wurde, doch recht bescheiden aus.

Gastbeitrag: Klaus Hansen erinnert an Spitzenereignisse rund um den MSV – Folge 1

Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV. Letztens schickte er mir noch ein Interview, das er in den 1990ern mit dem legendären Stadionsprecher des Wedaustadions, Gunter Stork, geführt hatte. Nun landete vor ein paar Tagen eine Mail in meinen Posteingang mit einem weiteren seiner Texte.

„Ein verbales Lokalderby mit einseitigem Ausgang – Das große Problem von Oberhausen heißt Duisburg“, hieß der Text. Für das von Sebastian Scharte herausgegebene Buch „Wer ist die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso?“ über Rot Weiß Oberhausen hatte Klaus Hansen ihn geschrieben. Die Gelegenheit nutzte er, um mit einer Sammlung von 25 bemerkenswerten Ereignissen rund um den MSV augenzwinkernd darauf hinzuweisen, welcher Verein in der Ruhrstadt im Grunde die einzig wahren Spitzenleistungen aufweisen kann. Ihr könnt euch denken, welcher Verein als unangefochtener Sieger aus dem Buch herauskommt, wenn ein MSV-Anhänger ihn schreibt.

Ich greife mal ein paar Erinnerungssplitter aus seinem Text heraus und stelle sie mit der Zeit online. Wunderbares Nostalgie-Futter. Deshalb bleibt manch Bekanntes dabei. Bitte schön! Und danke schön, Klaus Hansen.

 

Der MSV war der erste Tabellenführer in der Geschichte der Bundesliga – wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre!
Nach dem allerersten Spieltag der Fußballbundesliga, 24. August 1963, sah die Tabelle so aus:

1. 1. FC Köln 2:0 Tore 2:0 Punkte
2. FC Schalke 04 2:0 Tore 2:0 Punkte
3. Meidericher SV 4:1 Tore 2:0 Punkte

Damals entschied nicht die Tordifferenz, sondern der Torquotient über die Platzierung. Nach heutiger Rechenweise, wo die Tordifferenz maßgeblich ist, wäre der MSV der historisch erste Spitzenreiter der Bundesliga gewesen. – Aber der MSV zeigte sich sportlich fair und überließ einer Stadt wie Köln, die ja sonst nichts Vorzeigbares hat, gerne den Vortritt.

Gastbeitrag: Die Stimme des Wedau-Stadions – Günter Stork im Gespräch mit Klaus Hansen

Neulich konnte ich über eine Lesung von Klaus Hansen und dessen neuestes Werk “11erpack” ein “fußball leporello” berichten. Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV.

Nach der Lesung schickte er mir einen gedruckten Schatz. Zumindest für all die Jahrgänge, die das Wedaustadion nicht nur aus Erzählungen kennen und in diesem zugigen Rund einen Teil ihres Lebens verbracht haben. Es war die Kopie eines Interviews mit dem Stadionsprecher dieser Wedaustadion-Zeiten, Günter Stork. Klaus Hansen hat das Interview geführt, das  1996 in der Zeitschrift Verlängerung erschienen ist. Er ist so freundlich, mich sein Interview in diesen Räumen noch einmal veröffentlichen zu lassen. Schwelgen wir also in alten Zeiten und hören dabei den unvergessenen Klang der Stork-Stimme, wenn er seine Werbesprüche sagte. „Müssen Sie einen Leihwagen haben, ganz einfach Feykes fragen.“

Anklicken vergrößert den jeweiligen Scan. Bitte schön!

Und Danke, Klaus Hansen!

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Fundstück: „Brain“ auf Spielerbrust beim MSV

Vielleicht könnten Jugendliche heute immer noch Sweatshirts aus Duisburg tragen, hätte in den 1970er Jahren der Strickwarenhersteller „Brian Scott“ tatsächlich so geheißen, wie es im Fußballhistorienfachmagazinbeitrag von Yahoo! Sports & Eurosports zu der am 24. März 1973 erstmals gesehenen Trikotwerbung in der Bundesliga geschrieben steht.

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„Brian Scott“ war ja bekanntermaßen der erste Trikotsponsor des MSV Duisburg. Mit einem Klick geht es zu MSVDuisburgtrikots.de und der dramatischen Geschichte einer Brian-Scott-Trikot-Rettung.

Im Rückblick statt „Brian“ also „Brain“. Das hätte Potenzial gehabt, so meine ich. Auch die Geschichte des MSV wäre ganz anders verlaufen. Um 1990 herum wäre aus „Brain Scott“ dann „The Brain“ geworden. Die biederen Herrenpullover des Sortiments hätte junge Markenmode im Hiphop-Style ersetzt. Ungeahnte Umsatzzuwächse wären zu verzeichnen gewesen,  und die ruhende Partnerschaft mit dem MSV wäre wiederbelebt worden, um den damaligen Wiederaufstieg der Zebras in die Bundesliga fortan finanziell und strategisch zu begleiten. Im Gleichschritt wären Unternehmen und Verein dauerhaft an die Spitze getrieben worden. Was Namen alles bewirken können. … Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt und drei macht neue. Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt.

Rot-Weiss ist durchweg Essens MSV

Wenn wir im April des kommenden Jahres zum Niederrheinpokal-Halbfinale nach Essen fahren, müssen wir uns erst einmal an der Hafenstraße zurechtfinden. Die Zeit des Übergangs vom Georg-Melches-Stadion zum Stadion Essen habe ich jedenfalls nur von außen mitbekommen. Noch immer bestimmen Bilder von der alten, 1956 erbauten Haupttribüne meine Erinnerungen an die Auswärtsspiele der Zebras bei RWE, dazu eine Gästekurve, in deren Architektur später, etwa bei dem ein und anderen DFB-Pokalspiel in den 1990ern, das oftmals Herbe der zwischenmenschlichen Begegnungen mit den RWE-Anhängern eingegangen war. Im Gegensatz zum Rest des Stadions war die Kurve nicht überdacht.

Als ich Mitte der 1970er Jahre das Georg-Melches-Stadion kennenlernte, waren die 3:0- und 5:2-Niederlagen des MSV für mich schmerzlich, und es tröstet auch nicht im Nachhinein, dass sie als Siege für RWE nur jeweils ein Zwischenhoch waren auf dem Weg in ein so tiefes Tal, das der MSV Duisburg bislang noch nicht hat betreten müssen. Viel mehr sage ich dazu besser nicht. Wenn ich nämlich die Wände um mich herum betrachte, bin ich nicht mehr sicher, ob hinter den Tapeten nicht schon das Mauerwerk großflächig durch Glas ersetzt wurde.

Die 1970er Jahre aber sind für Rot-Weiss wegen einer Häufung von Zwischenhochs mindestens genauso legendär wie sie es für den MSV Duisburg waren. Auch in der Gegenwart gibt es trotz unterschiedlicher Liga-Zugehörigkeit Parallelen.  Rot-Weiss Essen und die an diesem Verein interessierten Menschen schlagen sich mit denselben Fragen herum wie wir in Duisburg. Was ist das Wesen dieses Vereins, der früher sportlich erfolgreicher war als heute? Warum bewegt uns dieser Verein, obwohl wir Realisten sind und unsere Hoffnungen auf das Anküpfen an die besseren Zeiten der Vergangenheit in die unscharfe mittlere Frist verschieben? Hilfreich ist in so einem Fall die Selbstvergewisserung durch den Blick auf die eigenen Wurzeln, auf die eigene Geschichte.

Deshalb entsteht eine Erinnerungsliteratur um solche Fußballvereine wie den MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen, die nicht mehr sein will als authentisches Erzählen. Deshalb sind wir so neugierig auf die Stimmen, die von einer anderen Zeit berichten. Sie geben uns Sinn und vielleicht geben sie uns auch viel allgemeiner Heimat, weil unsere Identität mit dem schnellen Wandel der Gegenwart so angreifbar geworden ist. Das war neulich so in Duisburg mit den Erinnerungen von Günter Preuß. Für Rot-Weiss Essen nun lässt Karsten Kiepert in „Rot Weiss Essen – Die 70er – Interviews mit Legenden“ 16 Spieler der 1970er Jahre zu Wort kommen  sowie drei Fans, die damals Jugendliche waren.

Es sind andere Orte und handelnde Personen, doch es sind ähnliche Geschichten, die erzählt werden, ob in Essen, Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen oder Dortmund. In den Anekdoten der ehemaligen Spieler aus den 1970ern erleben wir einen Fußball, der trotz seiner Erstklassigkeit dem Sport der unteren Ligen sehr viel mehr ähnelte, als es im Fußball heute der Fall ist. Da wird viel Bier getrunken, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Platzwarte spielen im Vereinsleben große Rollen. Kneipenbesuche gehören zum selbstverständlichen Alltag dieser Sportler damals. Der irgendwann nicht mehr bespielbare Rasen des Georg-Melches-Stadions ist ein Leitmotiv dieser Anekdoten, weil er RWE Vorteile gegenüber den Gegnern brachte, die so einen tiefen Schlammplatz nicht gewöhnt waren. Es gibt interessante Blicke auf die Kräfteverteilung in Mannschaften, auf unterschiedliche Trainertypen, und wir erhalten verschiedene Antworten auf die Frage, warum RWE nach der guten Hinrunde in der Bundesligasaison 1970/71 doch noch abgestiegen ist. Es ist ein heikles Thema, weil jene Saison durch den Bundesliga-Skandal bestimmt wurde. Schnell entsteht der Eindruck, mit den Antworten ginge es auch darum, sich von diesem Skandal fernzuhalten und den Abstieg zur rein sportlichen Angelegenheit zu machen.

Wenn die Fußballer ihr Verhältnis zu RWE heute bestimmen, so heißt das meist, fehlender Kontakt zum Verein. Auch darin gleicht RWE dem MSV, wo erst in der Zeit nach Walter Hellmich begonnen wurde, wieder an die bedeutenden ehemaligen Spieler zu denken. Bezeichnenderweise trieb diese Besinnung auf die Geschichte des Vereins Andreas Rüttgers voran, dessen Engagement für den MSV Duisburg aus einer innneren Bindung an den Verein heraus geschah. Denn es sind die Fans der Gegenwart, die daran arbeiten die Bedeutung von ehemaligen Spielern für die Geschichte eines Vereins in Erinnerung zu halten. Es kommt mir fast wie eine Gegenbewegung zum Fußball als Medienereignis vor, und es ist mal eine eigene Betrachtung wert, weil der Vorwurf der Gedanken- und Gedächtnislosigkeit an so viele Vereine geht. Das Vergessen ist aber im Vereinssport über die Ligen hinweg normal. Denn es geht um den Verein, um den es ja auch uns Fans geht. Ein interessantes Spannungsfeld zwischen Würdigung und notwendigem Vergessen.

Nicht vergessen darf ich hingegen noch ein paar Worte zu den Fotos im Buch, die zum Teil von den Spielern zur Verfügung gestellt wurden. Fußball ist bei diesen Privatfotos nur das verbindende Randthema. Jugendkultur und Alltag der 1970er werden mit ihnen bebildert. Auch damit gelingt das Eintauchen in die Vergangenheit. Sportfotos aus dem Stadion gibt es natürlich zudem obendrauf. Den Blick auf die Zeit damals runden die drei Interviews mit den Fans ab. Auch in ihnen geht es um unspektuläre Jugend- und Alltagskultur der 1970er Jahre und wie RWE darin einen Platz gefunden hat. Heute 50-60-jährige können sich darin problemlos wiedererkennen, so sie RWE durch den Verein der eigenen Wahl ersetzen.

Heimmannschafts-Worte zum Buch findet ihr beim RWE-Blog Im Schatten der Tribüne.

Karsten Kiepert
Rot-Weiss Essen – Die 70er: Interviews mit Legenden
Agon Verlag, Düsseldorf 2013
216 Seiten
€ 24,90

Eine Geburtstagsfeieranekdote – Tradition sticht Zeitgeist in den 1970ern

Auf größeren Geburtstagsfeiern gibt es nicht selten das Hallo beim Wiedersehen nach längerer Zeit. Meist bringt man sich dann kurz auf den Stand der jeweiligen Geschichte, um später irgendwann auch mal die geteilten Erinnerungen hervorzuholen. Beim Geburtstagsfeiern des Vereins unserer Zuneigung will ich es heute nicht anders halten. Kollege Zeindler hat das folgende wunderbare Stück aus dem Archiv des Aktuellen Sportstudios hervorgeholt. Der ein oder andere wird es vielleicht kennen, aber wie das mit schönen Erinnerungen ist, sie tauchen immer wieder auf.

Nicht oft gibt es den Zeitgeist der 1970er Jahre nämlich derart vielschichtig in so kurzer Zeit zu fassen. Die Gesellschaft verändern, hieß es, überall, selbst in einem der konservativsten Bereiche dieser Gesellschaft, dem Fußball. In so einem Fall nahm man sich zunächst Äußerlichkeiten vor und begleitete das dennoch mit großem Gestus des Guten und Schönen. So will der Farbdesigner desingermäßig klug daherreden. In seinen Stichworten klingt er aber leider nur warenhausverkäuferhaft. Was dennoch die Richtung der Veränderung weist. Günter Netzer bringt es anschließend auf den Punkt: Service für den Zuschauer. Da steckt die ganze Veränderung des Fußballs ab Anfang der 90er Jahre in einem Satz. Hinzu kommen die Bewegungen der Tänzer und Tänzerinnen. So leicht und locker wollen sie sein, und so bemüht wirken sie zuweilen. Selbstverständliche Leichtigkeit in Zeiten des Wandels ist nicht einfach. Nun aber genug erzählt. Seht selbst, der Vorschlag für den MSV ist ab Minute 1.30 zu sehen. Man sollte sich den ganzen Clip aber nicht entgehen lassen. Nicht oft haben die Beharrungskräfte einer Gesellschaft derart leichtes Spiel. Tradition sticht Zeitgeist problemlos. Herzlichen Glückwunsch, MSV Duisburg!

Preview – Ronald Reng: Spieltage – Ein erster Blick ins Buch mit Zebra-Brille

Heinz Höher beim MSV Duisburg, das war für mich vor allem der wenig erfolgreiche Trainer der Saison 1979/80. Als Spieler des Vereins in den ersten beiden Bundesligajahren habe ich ihn noch nicht erlebt. Ich wartete damals noch auf meinen ersten Stadionbesuch. So überdeckte der Heinz Höher beim VfL Bochum jegliches Halbwissen von mir  zu seiner frühen Duisburger Vergangenheit als Spieler, versteckte sich sein Teil der Heldengeschichte über den Vizemeister meist doch hinter dem von Eia Krämer, Helmut Rahn oder Günter Preuß.

Wer aber wie Ronald Reng ein Buch über Heinz Höher schreibt, erzählt auch seine Duisburger Zeit als Spieler aus dessen Blickwinkel. Und zu erzählen findet sich genug. Heinz Höher war zusammen mit Manfred Manglitz unter Vertrag genommen worden. Beide kamen von Bayer 04 Leverkusen, und die gemeinsame Verpflichtung war ein früher Trick die finanziellen Forderungen von Bayer zu bedienen, ohne die Statuten des DFB zu verletzen. Denn die Einführung der Bundesliga war nur einem Kompromiss zu verdanken zwischen Streben nach Professionalität und Bewahren des Amateurwesens. Um diese allgemeine Historie geht es Ronald Reng neben Heinz Höhers Geschichte ebenfalls. Er erzählt die Biografie von Heinz Höher und stattet sie – wie der Untertitel des Buches verrät – als „Die andere Geschichte der Bundesliga“ aus.  Wannimmer etwas erzählt wird, entfaltet es seinen Sinn als Teil einer übergeordneten Historie des deutschen Fußballs. So zeigt er etwa Rudi Gutendorf als eine Art visionären Marketingmann des Meidericher SV, der Helmut Rahn vor allem wegen dessen Ruhm verpflichtet haben wollte. Damit der unbekannte Meiderichericher SV mehr Strahlkraft gewinnt. Das war die gelungene Variante dessen, woran Walter Hellmich mit Ailtons Verpflichtung Jahre später aus mangelndem Fußballverstand scheiterte.

Ronald Reng erzählt aber auch die Geschichte abseits des Fußballplatzes, die von Meidericher Fußballern in Duisburger Bars. Pils und Schnaps gehörten zum damaligen Fußballer-Alltag wie die Arbeit im Stahlwerk oder auf der Zeche. Er erweckt die Atmosphäre in Stadien und auf dem Trainingsplatz zum Leben. Als souveräner Stilist macht er den Alltag der 1960er Jahre mit vielen Details erfahrbar und behält die unterschiedlichen Ebenen seines Buches gekonnt im Blick. Muss ich betonen, dass ich „Spieltage“ von Ronald Reng kaum aus der Hand legen konnte? Noch freue ich mich auf gut ein Drittel Buch, auf den Trainer Heinz Höher in Nürnberg, auf all seine Macken und Fehler, die das Arbeiten mit ihm ebenso schwierig gemacht haben wie das gemeinsame Leben mit ihm in einer Ehe. Wie man Ronald Reng für dieses Buch nur applaudieren kann, so muss man Heinz Höher bewundern für seine Offenheit und für seinen Mut, sich seiner Lebensgeschichte auch in den unangenehmen Momenten zu stellen.

Ich schreibe euch auch noch eine Besprechung in klassischer Manier, vielleicht schreibe ich sie aber auch vor allem für Ronald Reng, weil in dieser Buchbranche der klassische Stil einer Besprechung auch über die Wahrnehmung von deren Seriösität bestimmt. Und Ronald Reng gebührt der Beifall auf allen Ebenen des Betriebs. Lest Spieltage! In diesem Buch verweist jede Anekdote über sich hinaus und erzählt euch entweder Historie des Bundesligafußballs oder etwas über die Persönlichkeit eines sehr eigenen Menschen.

Und noch eins: An einer Stelle des Buches musste ich sofort an den nächsten Samstag denken. Der Auslöser war eigentlich nur ein Satz zum ersten Spiel des Meidericher SV in der Bundesliga, das legendäre Auswärtsspiel beim Karlsruher SC. Ich will euch diesen Satz und ein paar folgende nicht vorenthalten.

Niemand konnte die Stärke von Karlsruhe und Meiderich realistisch einschätzen, die, getrennt in Süd und West, sich nie begegnet waren. Der Ahnungsloseste konnte schon nach wenigen Minuten erkennen, dass der vorgebliche Abstiegskandidat Nummer eins eine Nummer zu groß für den KSC war. Meiderich stürmte. Die Halbstürmer, Werner Krämer rechts und Heinz Höher links, schlugen Haken, passten auf die Flügel, boten sich postwendend für den Flachpass in den freien Raum an, nahmen den Ball auf und dribbelten dem Tor entgegen. Ließen sich Krämer und Höher einmal zurückfallen, glaubte das Publikum, nun ruhten sie sich einmal aus. Da spielten sie plötzlich einen Steilpass aus der Tiefe, der Karlsruhes Abwehr zerschnitt. Nach 37 Minuten stand es 0:3.

4:1 gewannen die Zebras, und vielleicht geht es euch auch so, dass trotz aller Unterschiede zur Gegenwart, dieser erste Satz euch bis zum Samstag begleiten wird. Niemand kann die Stärke des MSV Duisburg im Moment realistisch einschätzen. Und gerade in einem Auftaktspiel der Saison trifft diese Prognoseungewissheit vielleicht sogar auf einen Aufstiegsaspiranten wie den 1. FC Heidenheim zu. Mit der Wiederholung eines überraschendenden Leistungsunterschiedes samt entsprechenden Endergebnisses könnte ich gut leben. Ein Unentschieden machte mich aber auch schon mehr als zufrieden.

Spieltage

Ronald Reng: Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga. Piper Verlag, München 2013. 480 Seiten. € 15,99. ISBN: 978-3-492-96426-5


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