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Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 8: Emscherkurve 77

In Köln brauche ich bei einem Stadtteilfest oder zu Weiberfastnacht auch zu jedem Auftritt der Kölschbands aus der dritten Reihe ein Antidot, wie wir Musikmediziner gerne sagen, eine musikalische Gegenwirkung, etwas Ausgleichendendes. Deshalb erhält die letzte Folge des Ruhrstadt-Heimatlieds heute schon ein schnelles Gegenstück, das dem Punk gewidmet ist.

Es überraschte mich, bei Wikipedia zu lesen, Emscherkurve 77 sei erst im Jahr 2000 gegründet worden, wenn auch einzelne Bandmitglieder schon etwas länger im Punk unterwegs waren. Der Punk hat also auch eine Art Gegenwärtigkeit des Interesses entwickelt. Wir Fußballinteressierten des Potts wissen beim Bandnamen sofort: Rot-Weiß Oberhausen. Damit wäre also schon mal der Stadtteil der Ruhrstadt geklärt, aus dem die Band stammt. Es gibt die Nähe zum Verein, dem die Band sowohl Die Macht vom Niederrhein als auch Rot-Weiß Oberhausen gewidmet hat.

Wenn ich recht überlege, begegne ich mit den Stücken von Emscherkurve 77  zum ersten Mal auch im Ruhrgebiet jener andauernden musikalischen Beschäftigung mit der eigenen Heimatstadt, nämlich der Ruhrstadt, wie ich sie aus Köln kenne. Bislang bin ich keinem musikalischen Werk, egal welcher Musikrichtung, begegnet, in dem das Ruhrgebiet als Einheit wohlgemerkt derart oft besungen wurde. Ihr dürft mich gerne korrigieren. Alleine die Schlagerwelten kommen annähernd in diese Dimensionen. Da tut sich doch eine interessante Themenverwandtschaft in den so auseinanderliegenden musikalischen Geschmacksrichtungen auf.

Komm ma hier bei uns im Ruhrgebiet hin

Eine Live-Version des Stücks in der Zeche Carl am 12. Mai 2010

Bei uns im Revier

A40

 

Hinweise auf weitere online zu findende Ruhrstadt-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Alle Folgen

In eigener Sache: 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen

Immer mal wieder blicke ich hier auch über den Fußball-Tellerrand. Heute mache ich das in eigener Sache. Der ein oder andere wird es schon mitbekommen haben, seit einer Woche ist 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen im Buchhandel erhältlich. Inzwischen weiß ich manchmal nicht mehr, wer zunächst das Alter Ego des anderen war, jedenfalls hat dieses Buch nicht Kees Jaratz geschrieben sondern Ralf Koss.

Als Der Stig mich neulich beim Erscheinen fragte, was es denn mit diesen 111 Orten auf sich habe, erzählte ich ihm, mit diesen 111 über das Ruhrgebiet verteilten Orten wollte ich die gesamte Geschichte des Ruhrgebiets von der Antike bis in die jüngste Vergangenheit auf unterhaltsame Weise erzählen. Ich wollte die unbekannteren Geschichten an manchen bekannten, klassischen Orten dieser Region erzählen. Ich wollte an überraschenden Orten Bedeutsames für die Region vorstellen und den Bogen schlagen – wenn möglich oder nötig –  zur allgemeinen deutschen Geschichte. Ich wollte den Lesern des Ruhrgebiets zeigen, da kommt ihr her und  ihr habt eine gemeinsame Geschichte. Außerdem sollten historische Bilder der Orte zu sehen sein und mit einem aktuellen Bild sollte gezeigt werden, wie es heute dort aussieht. Ich hatte mir also viel vorgenommen.

Anschließend habe ich Dem Stig das Vorwort des Buchs zu lesen gegeben. Vielleicht hilft es euch ebenfalls einen Eindruck zu gewinnen, worum es mir bei der Arbeit an dem Buch ging.

Das Ruhrgebiet in der Vergangenheit, das sind Kohle und Stahl. So wird es meist erzählt. Tatsächlich führte erst die Industrialisierung in den Städten der Region zu dem Bewusstsein, eine gemeinsame Geschichte zu besitzen. Tatsächlich richtete sich die Aufmerksamkeit meist auf das Geschehen in der Montanindustrie. Hoffnung, Auseinandersetzungen und Sorgen brachte sie mit sich, oft stellvertretend für ganz Deutschland, sei es im Deutschen Reich oder nach dem Zweiten Weltkrieg, sei es im Zuge des so genannten Strukturwandels.
Doch so sehr die Industrie noch das gegenwärtige Bild des Ruhrgebiets prägt, diese Stadtlandschaft bietet selbstverständlich auch andere Geschichte(n). Ob es Ereignisse in den Hanse- oder Ackerbürgerstädten fernerer Zeiten sind oder Begebenheiten der jüngeren Vergangenheit, die im Ruhrgebiet nicht vermutet werden, weil sie selten erzählt sind. In Kultur und Sport geschah Bemerkenswertes. Was gibt es zur Identität des Ruhrgebiets zu sagen?
Bestimmte Plätze, Häuser, manchmal auch Schächte, einzelne Orte des Ruhrgebiets bestimmen diese Geschichten. Etwas geschah und wirkt weiter, auch jetzt, wo die Bevölkerung sich nicht mehr zu großen Teilen aus Bergleuten und Stahlarbeitern sowie ihren Familien zusammensetzt. Mit den erzählenswerten Geschichten der Vergangenheit geht es eben auch um die Frage, was diese Region für wichtig nimmt, und wohin sie vielleicht gehen wird.
Mit unseren Geschichten wollen wir auch Alltag und Lebenswirklichkeit des Ruhrgebiets durch die Zeitläufte einfangen. Wir wollen zum Weiterlesen anregen, zum Nachdenken darüber, wie die Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt. Wo sie bestimmend ist, ohne wahrgenommen zu werden. Wo sie hilfreich sein kann, weil mit ihr Stärken dieser Region aufscheinen.

Wer einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen will, klickt einmal weiter zu der Seite im Netz, auf der nicht nur zusätzliche Informationen rund um das Buch online gestellt werden, in Zukunft wird es dort regelmäßig um weitere Orte im Ruhrgebiet gehen, die Geschichte erzählen. 

 

Ralf Koss und Stefanie Kuhne
111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen
240 Seiten
Emons Verlag
€ 14,95


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