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Ahanfouf zum zweiten

Die von Wehen Wiesbaden im Pressetext zur Ahanfouf-Entlassung benutzte Formulierung „laufendes Verfahren“ ließ mir keine Ruhe. Und auch wenn wir ja wissen, dass die BILD-Zeitung ihre Meldungen gerne selbst erfindet oder aufhübscht, steht hier also jetzt der Verweis auf die berühmten Quellen der BILD-Zeitung.

Wenn ich diese Information dann glaube, wirkt es so, als habe der Verfasser der Pressemeldung einfach nur zu wenig Sprachgefühl. Den dramatisierenden Klang des Ausdrucks hat er anscheinend nicht wahrgenommen. Denn was sich Ahanfouf geleistet haben soll, scheint mir nichts anderes als die oft gesehene Bockigkeit eines Spielers, der sich zu Unrecht degradiert glaubt.

Interessant an der Meldung ist aber auch diese selbstverständlich angenommene Dehnbarkeit des Wahrheitsbegriffs. Schließlich geht es um überprüfbare Fakten. War Ahanfouf im Stadion oder nicht? Ist er zu den Reha-Terminen erschienen oder nicht? Da sollte es doch keine Zweifel geben. Aber im Fußball sind es die Agierenden gewohnt, dass mit den Fakten auch andere Wirklichkeiten herstellbar sind. Das ist alles eine Frage des aktiven Zupackens auf möglichst vielen Ebenen. Berater können noch was drehen, denn es gibt immer Vereinsverantwortliche, die auf bislang übersehene Wege zum Erfolg hoffen. Manchmal lassen sich die Interessen eines Sportjournalisten mit denen des Fußballers in Deckung bringen. Und so wird um Wahrheit und Deutung gerungen, wo es früher einfach nur um zählbare Leistung ging. Auch in diesem Bedürfnis die Wirklichkeit zu kontrollieren und selbst zu inszenieren erweist sich Fußball als Teil der Unterhaltungsbranche.


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