Posts Tagged 'Ahmet Engin'

Auf dieses umfassende Berichten hätte ich gerne verzichtet

Womöglich war es meine Enttäuschung. Ich hatte am Sonntagmorgen beim Lesen im MSVportal über das Spiel vom MSV gegen Halle den Eindruck, derart genau habe ich mir noch nie nur durch Worte ein Bild von einem Spiel machen können. Vom Spiel hatte ich nämlich nichts gesehen. Am Samstag war ich mit den „111 Orten in Dortmund, die man gesehen haben muss gelesen“ wieder in einer Buchhandlung zu Gast. Während der ersten Halbzeit bin ich zur Buchhandlung gefahren und kannte deshalb zum Lesungsbeginn nur den Pausenstand. Mit dem 0:0 bin ich in die Lesung. Direkt danach schnell das Smartphone gezückt. Durch die Spielberichtsschlagzeile wurde das Ergebnis gleich noch enttäuschender. Boyd schockt MSV in der 88. Minute. So in etwa. Das las ich, und ich hörte sofort wieder auf.

Gestern erst las ich dann allerorten weiter. Nun weiß ich sehr detailliert, wie gut der MSV gespielt hat. Ich weiß, welche Chancen es zum Sieg gegeben hat. Ich weiß, dass die Verantwortung für die Niederlage eher in dieser Chancenverwertung zu suchen ist und dass sich zwei Fraktionen unter den Anhängern darüber nachdrücklich auseinander setzen, wie sich diese Verantwortung unter den Offensivkräften verteilt. Ahmet Engin hat dabei einen schweren Stand. Ich verstehe warum.

Denn ich sehe mir bekannte Bilder: Moritz Stoppelkamp, der einmal zu viel nicht abspielt. Leroy-Jacques Mickels, der beim Dribbeln den Ball verliert. Aber vor allem sehe ich Ahmet Engin, der alleine auf das Tor zuläuft und vergibt. Aber stop, auch das ist ein Streitpunkt. Engin war gar nicht alleine. Es gab Mitspieler, denen er hätte den Ball zuspielen können, die dann vielleicht getroffen hätten. Vielleicht.

Wenn es um die Bewertung der Spieler geht, kommt bei Ahmet Engin gegenüber etwa Moritz Stoppelkamp eine Last der Vergangenheit zum Tragen. Neben diesen bekannten Bildern des Chancenvergebens gibt es wenige andere Bilder des Erfolgs. Von Stoppelkamp gibt es sie in größerer Zahl. Deshalb sind viele inzwischen sehr ungeduldig mit Ahmet Engin. Was ich eben verstehen kann.

Auch ich hoffe inzwischen nicht einmal mehr auf das Tor, wenn ich Ahmet Engin alleine Richtung Strafraum ziehen sehe. Ich bin dann so entspannt, dass ich mich nicht mehr ärger, wenn er vergibt. Es ist für mich so, als ob es die Chance des MSV in meiner Wahrnehmung gar nicht erst gibt. Das ist deutlich gesünder für mich. Wenn das einzelne Spiel allerdings nur bewertet wird, sind die nachsichtigeren Stimmen mit ihm mir aber ebenfalls sofort verständlich. Im letzten Spiel zeigte er eine gute Leistung. Schlechter als die anderen scheint er in diesem einen Spiel auch nicht gewesen zu sein. Interessant, wie die Spielerbewertung bei einer unverdienten Niederlage gleich zur Gesamtbewertung wird.

Die anderen Ergebnisse des Spieltags bislang zeigen wieder, wie schwer es ist, kontinuierlich zu gewinnen, selbst wenn ein Verein in der Tabelle oben steht. Mal schauen, was Braunschweig heute noch macht. Danach hoffe ich dann wieder auf ein wachsendes Punktepolster. Denn auch das habe ich durch das immer genauere Erzählen vom Spiel gegen Halle erfahren. Der MSV ist sehr spielstark gewesen. Die Defensive hat sehr variabel gespielt und damit den Ausfall von Boeder kompensiert. Gute Voraussetzungen, um demnächst wieder Worte über Spiele zu lesen, die vor allem die eigene Freude zum Ausdruck bringen. Auf das immer genauere Erzählen von Spielmomenten, um die eigene Wertung zu begründen, hätte ich gerne zugunsten eines torlosen Unentschiedens oder gar eines Siegs verzichtet. Wie man als Anhänger des MSV ein Spiel der Zebras auch ganz anders erleben kann, zeigen die Bilder aus der Buchhandlung dreesen lesen in Dortmund.

Zebrastreifenblog vervollständigt Sammlung der Saisonverläufe

Zu Beginn der Saison habe ich auf zehn Jahre Zebrastreifenblog zurückgeblickt.  Ich überlegte zugleich, wie ich in diesen Räumen weiterschreiben kann. Denn ich möchte mit meinen Spielberichten, so es irgend geht, über den Sport hinaus ins wirkliche Leben führen. Ich hatte das Gefühl, das meiste schon gesagt zu haben. Diesem Gefühl war ich immer öfter begegnet. Allerdings war dieses Gefühl einem blinden Fleck geschuldet. Diesen Schluss konnte ich nämlich nur deshalb ziehen, weil ich dachte, in diesen letzten zehn Jahren hätte ich sämtlichen möglichen Arten eine Saison mit dem MSV zu erleben erlebt. Wir sind zusammen mit dem MSV an Aufstiegen gescheitert. Wir sind aufgestiegen. Dem Verein war sogar die Lizenz entzogen worden. Wir sind in diesen zehn Jahren  abgestiegen. Also, alles erlebt in den letzten zehn Jahren.

Seit gestern weiß ich, das stimmt nicht. Es fehlte ein Saisonverlauf mit den dazugehörigen Gefühlen in der Sammlung des Zebrastreifenblogs. Es fehlte die Saison, in der ich niemals eine wirkliche Zuversicht auf den Klassenerhalt habe entwickeln können. Ich musste mich zu dieser Zuversicht immer wieder neu überreden. Denn die Mannschaft alleine gab mir die Zuversicht nicht. Nach dem 2:2-Unentschieden gegen Sandhausen kann ich mich zu nichts mehr überreden. Gut, dass wir Ostern feiern. Da bleibt dann immer noch der Glaube an ein Wunder. Darauf lasse ich mich ein. Die Auferstehung des MSV liesse sich dann auch über die Saison hinaus weiterglauben, wenn wir das alle nur missionarisch genug erzählen. Die Geschichte könnte für wahr gehalten werden. Ob zukünftige Generationen auf die Speichermedien der Gegenwart zugreifen können, steht noch lange nicht fest.

Ein Sieg gegen Sandhausen musste her. Sandhausen ging 1:0 in Führung, ohne zuvor irgendwelche Anstalten gemacht zu haben, sich dem Tor des MSV gefährlich zu nähern. Das Tor war absehbar gewesen. In dieser Zone, knapp vor dem Strafraum verteidigt der MSV die ganze Saison über nicht gut. Die Paderborner haben ihr Führungstor auch aus diesem Schussfeld erzielt. Die Zebradefensive lässt dort den Gegenspielern zu viel Raum. Dort in dieser Zone geschieht der Wechsel zwischen Raumabdeckung und Mannorientierung. Das gelingt nicht gut. Ein Schuss, ein Treffer.

Auf der Gegenseite gelingen ähnliche Schüsse, weniger platziert. Vielleicht unter größerem Verteidigerdruck? Aus der Ferne ließ sich das nicht erkennen. Der Sandhausener Torwart hält. Nach dem Rückstand ist den Zebras die Verunsicherung anzumerken. Doch die Sandhausener nutzen das nicht aus. Sie bleiben bei ihrer defensiven Ausrichtung. Sie machen keinen Druck auf das Duisburger Tor. Der MSV fängt sich zwar, doch es entsteht nicht der Eindruck auf dem Spielfeld, die Mannschaft wolle sich mit Macht gegen die Niederlage wenden. Auch der MSV bleibt vorsichtig. Die Wege in die Spitze sind zugestellt. Die Mannschaft wirkt hilflos.

Nach dem Wiederanpfiff deuten sich zwar Chancen an, dennoch entfaltet sich keine Stimmung des Aufbäumens. Lässt sich das als planvolles Vorgehen begreifen? Das ist schwer zu verstehen, denn im Verlauf der Saison konnten wir mit solcher Spielweise nur wenig Erfolg erzielen. Erfolg gab es im Aufbäumen gegen mögliche Niederlagen, wenn mutiger gespielt wurde. Das ist ein Eindruck ohne Beleg durch Zahlen. Stimmt das? Sandhausen erzielt derweil das zweite Tor aus dem Nichts. Plötzlich pfeift der Schiedsrichter Elfmeter. Wir auf der Gegenseite wissen nicht warum. Der Abstiegt wirkt besiegelt.

Die Einwechslung von Joseph-Claude Gyau verstärkt den nun entstehenden Druck auf das Sandhausener Tor.  Zunächst hat er selbst die Chance zum Abschluss, doch er spielt den klassischen Pass zur Seite, allerdings katastrophal ungenau. Im zweiten Anlauf bedient er Harvard Nielsen als Strafraumstürmer, der den Anschlusstreffer erzielt. Schnelle Drehung auf der Stelle, Abschluss. Das Tor hatte er sich verdient. Er strahlt diesen Willen aus, sich mit Niederlagen nicht abzufinden. Das hat nicht nur damit zu tun, wie er in den Zweikampf geht. Da kommt mehr hinzu.

Von nun an zwingen die Zebras die Sandhausener Spieler immer wieder zu Fehlern. Die Ausbeute bleibt zu gering. So viele Ecken, so wenig Gefahr. Zudem verspringt Ahmet Engin der Ball nach einem perferkt herausgespielten Konter. Welch ein Aufstöhnen geht durch das Stadion. Was für eine todsichere Chance! Diese Chance ist im Entstehen so klar zu erkennen. Idealer lassen sich Laufwege nicht zeigen als an diesem Konter. Idealer kann ein Ball nicht im richtigen Moment abgespielt werden. Immer ist noch ein Mann mehr frei als Sandhausener defensiv bereit stehen. So muss ein Konter gespielt werden, damit der letzte Offensivspieler den Ball nur noch in eine Ecke des Tores einschieben muss. Nicht Ahmet Engin. Vergeben. Aufstöhnen.

Der Ausgleich fällt erst in der 88. Minute durch Kevin Wolze, der sich beim Elfmeter erneut nervenstark zeigt. Ein Handspiel eines Sandhausener Spielers war der Grund für den Elfmeterpfiff.  In den vier Minuten Nachspielzeit bleibt der Druck hoch. Der Siegtreffer fällt nicht mehr. Die Niederlage hätte alles festgeschrieben. Nach diesem Unentschieden bleibt tatsächlich noch Wunderglaube möglich. Ein Wunder mit Auswirkungen schon heute in Regensburg und Bielefeld. Auch das Wirken eines Wunders brächte übrigens für die Saisonsammlung im Zebrastreifenblog ein neues Exemplar.

Ein Fußball für St.Pauli- und Zebra-Fans

Wenn keine Tore in einem Spiel fallen und wir dennoch nicht gelangweilt sind, muss in diesem Spiel etwas zu erleben gewesen sein, für das sich der Fußball in seiner schon immer vorhandenen Weise lohnt. Das Spiel vom MSV Duisburg beim FC St. Pauli war das komplette Gegenmodell zum Fußball als Unterhaltungsprodukt. Es war ein Spiel für die Anhänger dieser zwei Mannschaften auf dem Platz. Es war ein Spiel ohne viele Torgelegenheiten. Es war ein Spiel voller Fehler, über die wir uns ärgern konnten. Es war ein Spiel, in dem wir dennoch immer wieder neu auf ein Tor hoffen konnten, ein Tor aus dem Nichts, wie es nun einmal im Zufallssport Fußball geschehen kann.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber dass mich dieses Spiel gepackt hat, macht mich für sämtliche Super-Hyper-Mega-Fantasie-Ligen mit irgendwelchen Super-Hyper-Mega-Stars als Zielpublikum ungeeignet. Gerade habe ich gelesen, die Generation der 20-30jährigen empfindet das aufgesplittete Fußballangebot als attraktiv. Ich weiß nicht, wer die Umfrage gemacht hat. Wahrscheinlich waren es die, die mit dem Unterhaltungsangebot Fußball nicht nur Geld verdienen wollen, sondern getreu dem Leitgebot unserer Welt Umsätze steigern und Profite maximieren wollen. Was mit einem Zufallssport nur unter erschwerten Bedigungen geschieht. Es sei denn, man kontrolliert immer mehr die Zufälle. Bei Klub-WM jedenfalls denke ich an Zirkus oder Wrestling und nicht mehr an einen Wettbewerb.

Der eine Punkt auf St. Pauli ist für mich ein Erfolg. Ich gehöre nicht zu der doch zahlreichen Anhänger-Fraktion, die mangelnden Mut beklagt und die vergebene große Chance auf drei Punkte bedauert. Ich habe keinen mangelnden Mut gesehen. Im Gegenteil, wenn ich diese Mannschaft in den letzten Spielen sehe, wie sie sich aus der eigenen Defensive mit kurzen Pässen ins Mittelfeld spielt, ob gegen starkes Pressing oder halbherziges Anlaufen, dann bin ich immer wieder vom Mut dieser Spieler beeindruckt. Da sehe ich, wie aus Mut Sicherheit geworden ist. Natürlich gab es im Verlauf des Spiels zwei bis drei Ballverluste auf dieser Strecke, die mich in Schockstarre fallen ließen. Aber diese verlorenen Bälle führten in diesem Spiel zu keinen großen Chancen der Hamburger.

Ich weiß, die Forderung nach mehr Mut bezieht sich auf das Offensivspiel. Doch mehr Offensivkraft bedeutet weniger Stabilität in der Defensive. Dieses Risiko muss in den Spielen gegen Ingolstadt und Sandhausen eingegangen werden. Gegen St. Pauli war dieses Risiko fehl auf dem Platz.

Die wirklich großen Chancen für St. Pauli hatte es nur in den ersten sechs Minuten gegeben. Einen Dreischritt haben wir gesehen von einer großen Chance über die sonst vom freien Alex Meier im Schlaf verwandelte Chance hin zum Billardball, der bei nur minimal veränderten Abprallwinkeln am Nauber- oder Wiedwaldkörper ins Tor getrudelt wäre. Damit war der Druck auf das Duisburger Tor aber fast schon vorbei. Danach gewannen die Zebras ihre Sicherheit und versuchten sich selbst im Spiel nach vorne.

Vor dem Tor von St. Pauli wurde das dann eine übersichtliche Angelegenheit. Der Ball kam einfach nicht in die Spitze zu John Verhoek. Wenn es Torgefahr gab, entstand sie durch Dribblings aus dem Mittelfeld heraus. Meist war es Cauly Souza, der sich beim Zug Richtung Tor versuchte. Sein Schuss ging auch an den ausgestreckten Arm von St. Paulis Defensivmann. Natürlich gab es schon genügend Elfmeterpfiffe in solchen Situationen. Der MSV bekam diesen Elfmeter nicht. Schiedsrichter nutzen Entscheidungsspielräume. Wahrnehmung ist individuell. Als Erklärung für die Entscheidung gab es wohl die Nähe des Verteidigers zum Schützen. Nun ja, diese Distanz war nicht wirkich nah, aber auch nicht deutlich weit. Wir Menschen legen Regeln aus, zum Nachteil des MSV in diesem Fall.

In der zweiten Halbzeit habe ich im Grunde genommen nur auf das Glückstor des MSV gehofft und das Glückstor St. Paulis befürchtet. Zwar versuchte St. Pauli mehr Druck zu entfachen. Es gelang ihnen nur nicht. Zwei Schüsse blieben das Ergebnis. Einmal war es noch wirklich gefährlich, doch Felix Wiedwald reagierte stark. Den zweiten Schuss brauchte er nur aufzunehmen. Ein freier Schuss genau auf Mann, den nehmen wir gerne.

Als Ahmet Engin für John Verhoek eingewechselt wurde, hoffte ich kurz auf die etwas andere Spielweise des MSV vor dem Strafraum. Harvard Nielsen war in die Mitte gerückt. Er ist wendiger als Verhoek, aber bei hohen Bällen natürlich weniger präsent. Doch Engin konnte sich am Flügel kaum durchsetzen. So kam es gar nicht erst zu Kombinationsversuchen mit Nielsen oder anderen Spielern vor dem Strafraum. Gefährlich wurde es für St. Pauli nicht mehr. Hans Albers mit seinem Trostlied musste nicht hervorgeholt werden.

In meinem Tabellenrechner war eine Niederlage verzeichnet. Der MSV ist nun einen weiteren Punkt im Plus. Wir wissen aber alle, entscheidender sind die Spiele gegen Ingolstadt und Sandhausen.

Das Abschiedsspiel für den Tabellenrechner

Dieses Foto enthält fast alles, was über diese Saison des MSV Duisburg erzählt werden muss. Dieses Foto zeigt das Endergebnis eines eindrucksvollen Spiels vom MSV Duisburg gegen den SSV Jahn Regensburg. Mit diesem 4:1-Sieg haben die Zebras so viele Punkte gesammelt, dass sie zwei Spieltage vor Saisonende mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben.

Dieses Foto zeigt aber auch eine Anzeigetafel, die in Teilen ausgefallen ist. Der oberste schwarze Balken war schon vor 14 Tagen im Heimspiel erschienen. Der untere schwarze Balken erschien im Laufe des gestrigen Spiels. Diese Anzeigetafel ist das Sinnbild für die finanziellen Möglichkeiten, mit denen der MSV Duisburg in dieser Saison die Klasse gehalten hat. Der MSV ist für die Instandhaltung der Anzeigetafel verantwortlich. Es fehlt das Geld, sie schnell zu reparieren, sie gar auszutauschen, weil sie in die Jahre gekommen ist. Mit dieser Anzeigetafel wird offenbar, was im Ligaalltag angesichts des über viele Wochen sehr guten Spiels des MSV Duisburg immer wieder vergessen wurde. Der MSV Duisburg muss die Wettbewerbsfähigkeit mit beschränkten finanziellen Mitteln erlangen. Diese Bedingungen machen eine ruhige, kontinuierliche Arbeit absolut notwendig. Der Vorstand des MSV, die sportlich Verantwortlichen, namentlich Ivo Grlic und Ilia Gruev stehen für diese Ruhe und den Glauben, dass sich das auszahlt.

Der MSV wollte gestern von der ersten Minute an den Sieg. Chance um Chance erspielten sich die Zebras. Als Cauly Souza sich am linken Strafraumrand, fast schon an der Torauslinie fantastisch gegen zwei Regenburger durchsetzte, sowie einen weiteren tunnelte, habe ich schon das vermeintliche Tor bejubelt. Der geschlenzte Schuss von ihm wurde vom Torwart abgewehrt, doch Dustin Bomheuter kam frei zum Kopfball und aus meiner Perspektive konnte ich es nicht verstehen, wieso dieser Kopfball neben dem Pfosten landete. Die TV-Aufnahmen haben dann gezeigt, wie schwer dieser abgewehrte Ball mit dem Kopf zu nehmen war. Der Offensivdruck hielt an. Wir fürchteten aber das präzise Konterspiel der Regensburger. Doch die Zebradefensive hämmerte nahezu jeden Ball mit Gefahrenpotential notfalls in die Tribüne oder in die gegnerische Hälfte zurück. Bei diesen Defensivaktionen hörte ich geradezu Ilia Gruev, der seine Spieler einschwor, nicht das winzigste Risiko einzugehen, sobald der Gegner Tempo aufnahm.

Die zweite Halbzeit begann, ohne dass der MSV mit dem Druck nachließ. Halblange Bälle ins Zentrum sorgten ebenso wie das schnelle Flügelspiel für Druck. Das Führungstor durch Gerrit Nauber ergab sich nicht aus einer zwingenden Kombination. Wie Boris Tachchy sich den Freistoß am rechten Flügel angelte, wirkte noch nicht gefährlich. Doch er leitete sofort hoch an den hinteren Pfosten weiter, wo Gerrit Nauber einköpfte.

Der baldige Ausgleich irritierte mich nur wenig, da mein Tabellenrechner nicht mehr als ein Unentschieden erwarten ließ. Die Zebras aber wollten mehr. Ein langer Ball in die Hälfte der Regensburger. Der Torwart kommt heraus, von unserer Ecke aus schien er den Ball sicher klären zu können, doch Stanislav Iljutcenko brachte den Fuß etwas schneller an den Ball. Herumgespitzelt und ins Tor geschoben, die erneute Führung.

Dieses Mal kamen die Regensburger nicht sofort wieder mit verstärkter Kraft. Ich empfand die sich abzeichnende Niederlage als gerecht, nicht nur weil der MSV das Spiel überlegen gestaltet hatte, sondern auch weil die Härte der Regensburger in weiten Teilen aus Nickligkeit bestand. Selbst in aussichtslosen Situationen wurden Spieler des MSV gecheckt, als seien wir beim Eishockey. Außerdem verdient keine Mannschaft einen Erfolg, deren Trainer einen sehr jungen Balljungen wütend anfährt, obwohl der so schnell wie er konnte, den Ball einem Regensburger an der Seitenlinie zuwarf. Schnell war diesem Trainer nicht schnell genug, als er fürchtete seine Mannschaft könne verlieren.

Zu dem Zeitpunkt hatte Moritz Stoppelkamp bereits das 3:1 mit einem wunderbaren Schuss aus dem Lauf heraus erzielt. Das vierte Tor erzielte kurz vor Spielende der eingewechselte Ahmet Engin nach einem klugen Pass vom eingewechslten Kingsley Onuegbu. Vorher schon hatte das Feiern begonnen. Vorher schon hatte es geheißen, nie mehr 3. Liga.

Mit Dynamik und Gefühl in das Winter Wonderland

Der MSV lehrt uns auch in dieser Saison etwas über das Leben. Neulich noch waren wir davon überfordert als Aufstiegsfavorit durch den Alltag zu gehen. Wir hatten keine passenden Gefühle. Wir wussten nicht, welche Erwartungen an ein Spiel die richtigen waren. Wir waren wie die Neureichen früherer Zeiten, die ihr Geld mal viel zu viel und mal viel zu wenig ausgaben. Wir waren mit den Erwartungen an die Mannschaft ganz oft ein wenig drüber. So wurden wir unzufrieden trotz Tabellenführung. Wir fanden keinen passenden Ausdruck für unsere Sorgen, dass die Mannschaft das unbedingt nötige Saisonziel verpassen könnte. Wir mussten erst lernen dem Favoritendasein zu vertrauen.

In dieser Saison zeichnet sich schon wieder etwas Neues ab. Ein paar Mal habe ich schon von meiner Entspanntheit im Stadion geschrieben. Immer wieder fällt mir auf, dass ein für mich in den letzten Jahrzehnten typisches MSV-Gefühl völlig fehlt. Es schwindet meine Sorge, in den letzten Minuten könne noch alles Erreichte gefährdet werden. Es schwindet meine Sorge das Saisonziel könne verfehlt werden. Über Jahre ging es in Duisburg immer dramatisch zu. Wenn wir ins Stadion gingen, schien sehr schnell immer alles auf dem Spiel zu stehen. Wir mussten unbedingt aufsteigen. Wir durften nicht absteigen. Und immer fielen Tore in den letzten Minuten.

Nun spielte der MSV gegen Dynamo Dresden und ich habe dieser Mannschaft vertraut, obwohl Moritz Stoppelkamp und Boris Tashchy fehlten. Ich wäre wegen dieser Ausfälle sogar mit einem Unentschieden zufrieden gewesen. Das ist ein Zeichen von Vertrauen in die Mannschaft. Denn ich bin mir des mittel- und langfristigen Erfolgs dieser Mannschaft sicher, so dass ich mögliche gegenwärtige Misserfolge einrechnen kann. Umso schöner ist der verdiente 2:0-Sieg gegen Dynamo Dresden. Das ist das neue MSV-Gefühl dieser Saison, die Bedrohung ist aus dem Spielverlauf geschwunden. Die Spannung im Spiel ist seit Jahren zum ersten Mal wieder eine durchweg angenehme Spannung.

Zwei Mannschaften mit ähnlicher Qualität haben sich gestern gegenüber gestanden. Zwei Mannschaften, deren Defensive gleich gut war, zwei Mannschaften, die im Offensivspiel sich ein wenig unterschieden. Dresden versuchte in Strafraumnähe etwas öfter das Kurzpassspiel, nachdem ein langer Ball das Mittelfeld überbrückt hatte oder die Mannschaft sich mühsam durch das Mitelfeld gespielt hatte. Der MSV suchte schneller den Abschluss und wollte mit weniger Pässen torgefährlich sein, nachdem der längere Ball gespielt worden war oder die Mannschaft sich mühsam durch das Mittelfeld gespielt hatte. Und dann gab es noch einen weiteren Unterschied. Für den MSV gab es das schnelle Flügelspiel auch ohne Flügelwechsel. Der Ball ging steil auf Ahmet Engin, und der nahm Tempo auf.

So war es klar, ein Tor würde nach einem Fehler fallen. Keine der beiden Mannschaften hatte die Möglichkeit, den Gegner auszuspielen. Der Fehler geschah auf Dresdner Seite kurz vor dem Halbzeitpfiff. Ein steiler Pass am linken Flügel auf Ahmet Engin rollte knapp an der Außenlinie entlang. Für einen winzigen Moment dachte der Dresdner Defensivspieler, der Ball geht ins Aus. Sein  Zögern war fast unmerklich. Es reichte aber zum entscheidenden Vorteil für Ahmet Engin im Sprint. Er zog am Defensivspieler vorbei Richtung Torauslinie, danach in die Mitte und passte zum hereinstürmenden Stanislav Iljutcenko. Das Führungstor fiel, angepfiffen wurde nicht mehr. Bis dahin hatte es schon zwei, drei gute Chancen für den MSV gegeben, während die Dresdner keine Torgefahr entwickeln konnten.

Nach dem Wiederanpfiff erwarteten wir ein ähnliches Auftreten der Dresdner wie von St. Pauli letzte Woche. Zum Glück, so dachten wir, gab es ja Gerrit Nauber, der erneut  souverän und ruhig die Defensive organisierte, dass es eine helle Freude war. Doch zunächst standen die Dresdner schwächer als in der ersten Halbzeit auf dem Platz. Der MSV drückte die Mannschaft sofort in die Defensive und versuchte, das zweite Tor zu erzielen. Diese Chance gab es, als Ahmet Engin erneut auf dem linken Flügel bei einem Konter davon zog. Besser lässt sich so ein Konter nicht spielen – bis auf den Abschluss des frei stehenden Fabian Schnellhardt, der den Ball mit der Sohle erwischte und nicht mit dem Spann. Der Ball kullerte dem Torwart in den Arm, und zum ersten Mal in dem Spiel blitzte für mich der Gedanke auf, hoffentlich rächt sich dieses Vergeben von Chancen nicht am Ende.

Tatsächlich wurden die Dresdner stärker. Dennoch war die Mannschaft nicht präzise genug im Abschluss. Einmal kam im Strafraum ein Dresdner zum freien Abschluss. Sein Schuss ging hoch am Tor vorbei. Dann kam der Auftritt des eingewechselten Lukas Daschner. Zunächst hatte er in der Rückwärtsbewegung etwas aufgeregt auf mich gewirkt, verständlich bei dem Spielstand und seiner geringen Erfahrung. Nun kam er an den Ball, trieb ihn kurz an der rechten Außenlinie entlang, um etwa auf Strafraumhöhe in die Mitte zu ziehen. Ein Abwehrspieler nach dem anderen versuchte ihn zu stellen, vergeblich, denn Daschner lief immer weiter an der Strafraumgrenze entlang auf die andere Seite. Wir warteten auf das Abspiel zum frei stehenden linken Flügel, doch dann kam das Foul.

Kevin Wolze trat zum Freistoß an, und wir wissen, dass er diesen Schuss aus der Entfernung über die Mauer kann. Die Dresdner bauten sehr optimistisch ihre Mauer in drei Meter Entfernung vom Freistoßpunkt auf. Der Schiedsrichter bat sie zurück. Kevin Wolze lief an und hob den Ball so weich und präzise über die Mauer knapp unter die Latte zum Endstand von 2:0 ins Tor. Ich zitterte nicht um den Sieg. Ich freute mich über diese souveräne Leistung des MSV. Auf diese Weise in die Winterpause zu gehen, macht Spaß, und ein wenig staunten wir nach dem Schlusspfiff noch über unser aller Entspanntheit und Vertrauen in diese Mannschaft. Für einen Moment waren wir mit diesem MSV auch ohne Schnee in einem Winterwunderland. Mit ein wenig Abstand ist das kein Wunder, sondern das Ergebnis von welcher Arbeit noch mal? Jetzt alle im Chor, weil es stimmt: von seriöser Arbeit. Winter Wonderland dürfen wir trotzdem fürs Gefühl mal singen.

Das Duisburger Fauna-Wunder: Aus Schwan wird Eichhörnchen

Warum hätte das Spiel gegen die Sportfreunde Lotte anders werden sollen als die Spiele der letzen Wochen? Weil es jetzt aber wirklich um den Aufstieg ging? Es geht die ganze Zeit wirklich um den Aufstieg. Sehr wirklich, ganz ganz wirklich. Das wissen alle. Deshalb wählt Ilia Gruev seine Taktik. Deshalb spielt die Mannschaft, wie sie spielt. Die gesamte Saison gibt es diesen Druck aufsteigen zu müssen für die Mannschaft und die sportlich Verantwortlichen. Es gab keinen realistischen Grund anzunehmen, wir könnten etwas anderes erleben als in den Wochen zuvor. Es gab nur die Hoffnung, dass jedes Fußballspiel seine eigene Geschichte haben kann. Es gab nur die Hoffnung, wir könnnten begeistert werden.

Aber um Begeisterung geht es nicht als erstes, es geht darum ein Spiel zu gewinnen. Es geht um das profane Ziel Aufstieg. Wir haben eine erste Halbzeit gesehen, in der der MSV das Spiel komplett unter Kontrolle hatte, eine Halbzeit, in der die Sportfreunde Lotte ihr eigenes Tor so dicht machten, wie es irgend geht. Der MSV hatte dennoch zu Beginn eine Chance durch Tim Albutat, dessen freier Schuss von der Strafraumgrenze aus den Lotter Torwart vor keine Probleme stellte. Nach etwa 20 Minuten verlor sich der Druck im Spiel des MSV. Blieb noch Zlatko Janjics Weitschuss über den weit vor seinem Tor stehenden Torwart, der ein Versuch wert war. Wirklich gefährlich war er dennoch nicht.

Das Offensivspiel war wie immer durch gleichmäßigen Rhythmus geprägt. Geduldiger Aufbau, Tempoaufnahme im Dribbling. Ahmet Engin unermüdlich am Flügel gegen zwei, drei Lotter Spieler. Ihm fehlte oft ein Mitspieler in der Nähe gegen diese Übermacht. Neben diesen Dribblings mit Zug zum Tor flog der Ball immer wieder auf verschiedene Weise in den Strafraum, wo Kingsley Onuegbu ebenfalls meist alleine auf sich gestellt war. Zwei, drei Lotter Defensivspieler standen bei ihm. Es wurde auf ihn von den Außenbahnen geflankt, oder es wurden hohe Bälle aus dem Halbfeld gespielt. Das Ergebnis: Keine Torgefahr.

Die Versuche der Lotter zu kontern endeten kläglich. Doch wer das Hinspiel gesehen hatte, erinnerte sich bei den Flügelläufen, wie gefährlich sie hätten sein können. Auf der Außenbahn geht es für die Lotter besonders über links sehr schnell. Um die Abschlüsse und Flanken musste sich niemand in der ersten Halbzeit sorgen.

In der Halbzeitpause war also offensichtlich, der Aufstieg sollte auch in diesem Spiel so kontrolliert geschehen, wie die gesamte Saison über dieses Ziel verfolgt wurde. Dennoch kann ein Gegentor ohne dauerhaften Druck auf das gegnerische Tor durch den eigenen Ballbesitz immer geschehen. Das war die Gefahr, und nachdem das Spiel wieder angepfiffen wurde, war zu merken, die Lotter kamen mit mehr Mut aus ihrer Kabine. Sie hatten auf einmal mehr Zugriff auf ihr eigene Spielweise. Die Konter wurden gefährlicher. Die Zebras mühten sich dagegen zu halten. Sie hatten nach einem Eckball sogar die große Chance mit dem gleichen Haijri-Kopfball wie gegen Frankfurt in Führung zu gehen. Der wuchtige Kopfball ging knapp am Tor vorbei.

Stattdessen fiel nach einem dieser immer besser vorgetragenen Konter das Lotter Führungstor. Dieses Tor ließ die Zebras für Minuten geradezu verzweifeln. In der Körpersprache fast aller drückte sich eine große Enttäuschung aus. Vielleicht kam Angst zu versagen hinzu. Die Mannschaft geriet ins Schwimmen und Mark Flecken war derjenige, der den MSV im Spiel hielt. Schon vor dem Führungstor hatte er zweimal großartig reagiert. Wenn es einen Sieger dieses Spiels gibt, ist es Mark Flekken.

Für zehn Minuten bestimmt drohte ein Totalversagen. Dann hatten sich alle gefangen. Ab der 80. Minute begann das Dauerspiel auf das Lotter Tor. Immer wieder wurden hohe Bälle aus dem Halbfeld geschlagen. Präzise war das immer noch nicht, aber es reichte, um die Lotter Defensive in Unordnung zu bringen.

Was für ein unsympathische Mannschaft im Übrigen. Jeder Spieler geht zu Boden, wenn er gefoult wird. Trashtalk ist anscheinend üblich, wenn ein Duisburger gefoult wurde. Zuminest lässt sich so die Körpersprache der Lotter oft deuten. Dazu Nickligkeiten im Zweikampf immer wieder. Für die stoische Ruhe vom „King“ in den letzten Minuten dürfen wir ruhig einmal besonderen Applaus geben. Wie er angegangen wurde, das war nicht feierlich. So war sein Ausgleichstor in der Nachspielzeit auch der Lohn für diese Kärnerarbeit im gesamten Spiel. Wer zwei Drittel des Spiels alleine auf sich gestellt im Sturmzentrum steht, kommt immer wieder in Situationen, in denen die eigene Leistung nicht gut aussieht. Dennoch immer weiter zu machen, das ist seine Qualität in diesem Spiel gewesen. Nur deshalb stand er an der richtigen Stelle. Nur deshalb konnte er die gar nicht einfach zu verarbeitende Flanke ins Tor bringen.

Die Enttäuschung der Spieler hielt nach dem Schlusspfiff an. Auf den Rängen herrschte eine gemischte Stimmung. Doch schnell war an allen Ecken von Köln zu hören. An diesen letzten Spieltagen geht es tatsächlich schnell wieder um das nach vorne Sehen. Das hässliche Entlein ist kein Schwan geworden sondern Eichhörnchen. In Duisburg schaffen wir solche besonderen Verwandlungen der Tierwelt. Punkt für Punkt sammeln wir uns dem Aufstieg entgegen. In Köln wird die Mannschaft dann hoffentlich das vollenden, was vom ersten Spieltag dieser Saison an von Bedeutung war – der Aufstieg.

Ein Loblied auf Sicherheit und Wohlergehen in Paderborn

Anhänger des MSV, die ohne Vollkaskoversicherung kein Auto fahren, die ihre Wohnungstür fünffach verriegeln und keine Folge der Lindenstraße seit dem Start im Jahr 1985 verpasst haben, können bedenkenlos zu einem Auswärtsspiel des Vereins unserer Herzen nach Paderborn fahren. Darauf muss ich einfach mal hinweisen in dieser Gegenwart, in der sich scheinbar alles so rasant verändert, in der ständig neue Schwierigkeiten zu bewältigen sind und viele Menschen auf die komplexen Probleme dieser Welt die ganz einfachen Antworten suchen. Ausnahmsweise gibt es nämlich mal eine einfache Antwort, die die vorhandenen Probleme nicht vergrößert.

Diese einfache Antwort lautet, fahrt nach Paderborn, wenn ihr glaubt, das Leben sei zu unsicher geworden. Gut, man muss für diese einfache Antwort ein Anhänger des MSV sein. Die Heimspielstätte des SC Paderborn ist für uns aus Duisburg aber ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit. Sie gibt uns Duisburgern jenes Regelmaß der Wiederkehr, das uns ermöglicht an die Zukunft zu glauben. Allenfalls mutet sie uns die kleine Enttäuschung eines Unentschiedens zu. Normalerweise gewinnen wir dort Lebensfreude und Zuversicht, wenn wir uns wie am Samstag in dieser Blechbox-Arena des SCP einen Auswärtssieg ansehen dürfen.

Deshalb habe ich es sehr bedauert, nicht nach Paderborn fahren zu können. Die TV-Bilder in der Konferenz waren nicht annähernd ein Ersatz, um die Freude über den 1:0-Sieg genießen zu können. Nicht annähernd war spürbar, wie auch der Tod von Michael Tönnies dort durch gemeinsame Trauer in der Zebraherde weiter bewältigt werden konnte. Nicht annähernd ist die Leistung des MSV für mich zu bewerten, weil die Schalten zwischen den drei Stadien der TV-Übertragung so unstrukturiert wirkten. Natürlich kann ich davon schwärmen, wie cool Ahmet Engin das Siegtor erzielte, wie seine gute Technik das Tor erst möglich machte.  Im Grunde steckt in diesem Tor die Zukunft des MSV. Ein Spieler, der sich im Verein entwickelt hat, wächst in die Profi-Mannschaft hinein und gewinnt Konstanz in seiner Leistung.

Zum Schluss des Spiele nur blieb die Regie in Paderborn, und es wurde erkennbar, dass  es für den MSV noch einmal schwierig wurde, die Führung zu behaupten. Das wegen Abseits nicht gegebene Tor der Paderborner erwies sich dann ja sogar als regelkonformes Tor. Glück war also auch nötig für den Sieg. Die vorherige Überlegenheit der Zebras war durch die TV-Bilder nicht nachzuvollziehen. Ich musste dem Kommentator glauben und lese davon heute.

Leider sind die Paderborner zu weit abgeschlagen, als dass sie noch einmal um Platz 2 oder 3 mitspielen könnten. Wir Duisburger sollten auf ein dazu notwendiges Wunder hoffen. Ein wenig Sicherheit und Regelmäßigkeit tut uns jetzt schon nach dem hoffentlich erreichten Aufstieg gut. Und was hilft da mehr als eine Auswärtsfahrt nach Paderborn.


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