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Der rechte Zeitpunkt

Es hätte nur einen besseren Zeitpunkt für eine Niederlage des MSV Duisburg geben können, und der wäre so ungefähr um den 28. Spieltag der laufenden Saison gewesen, wenn die Mannschaft sich gegenüber den Verfolgern auf den Nichtaufstiegsplätzen bereits einen uneinholbaren Vorsprung erspielt hätte. Gesehen oder gehört habe ich von dem Auswärtsspiel gegen den FC Erzgebirge Aue nichts, und dennoch habe ich eine Meinung, nicht unbedingt zur Leistung des MSV Duisburg, sondern zu dem, was die Niederlage für die Mannschaft bedeuten kann.

Schon vor dem Spiel war klar, der FC Erzgebirge Aue ist in seinem eigenen Stadion ein unangenehmer Gegner. Dennoch scheint der MSV Duisburg viel richtig gemacht zu haben. Wenn ich den Nachberichten bei Der Westen oder im Kicker glauben darf, waren der Plan und die daraus resultierende Spielanlage klar zu erkennen. So können Niederlagen hingenommen werden. Sofort verständlich ist außerdem, dass Tore vom MSV Duisburg nicht unbedingt bei nur zwei wirklichen Chancen erzielt werden, wenn Sefa Yilmaz und Olcay Sahan zu diesen klaren Chancen kommen. Wir wissen schon länger über Olcay Sahan, das Tor und er sind erst auf dem Weg gute Freunde zu werden, und Yilmaz hielt sich in den Spielen zuvor so streng an sein Flügelspiel, dass er nur wenig Gelegenheit hatte, sich an Tornähe überhaupt gewöhnen zu dürfen. Es geht für Sahan und Yilmaz nicht anders, als auch den Abschluss immer und immer wieder zu trainieren. Was sie und Milan Sasic aber sicher selbst wissen. Wenn ich Milan Sasic in Pressekonferenzen vor Spielen höre, wirkt er auf mich mit seinen von ihm oft zitierten Statistiken wie ein sehr faktenhungriger Mensch, der solche Statistiken zu Stärken und Schwächen dann wahrscheinlich auch über die eigenen Spieler anfertigen lässt. Wenn so und so viel Prozent aller Tore durch Standards fallen und Sasic sie deshalb intensivieren trainieren lässt, wird er auch wissen, dass Sahan so und so viel Prozent seiner Schüsse am Tor vorbei setzt und ihm deshalb hoffentlich ein entsprechendes Trainingsprogamm geben.

Die Niederlage gibt der Mannschaft nun die Möglichkeit, so ein Gefühl des Rückschlags in einer Zeit zu erleben, in der dieser Rückschlag auf längere Sicht noch keine großen Auswirkungen haben muss. Die Mannschaft kann nun mit einem auszuhaltenden Druck lernen, damit umzugehen, das gesteckte Ziel einmal nicht erreicht zu haben. Durch so eine Erfahrung kann jeder einzelne weiter wachsen, und so die Mannschaft stärker machen. Das wäre ein idealtypischer Schritt im weiteren Saisonverlauf. Gedanken mache ich mir allerdings über die Spielsperre, die Bruno Soares und Daniel Reiche für ihre gelb-roten Karten erhalten. Da wird also gegen einen eingespielten FC Augsburg eine Mannschaft des MSV Duisburg antreten, die auf ihren Positionen etwas durcheinander gewirbelt sein wird. Ein Handicap, das mit zunehmender Spieldauer wir am Mittwoch hoffentlich vergessen werden.

Es hätte also nur einen besseren Zeitppunkt für den Einsatz von Babak Rafati in einem Spiel des MSV Duisburg geben können. Dummer Weise schlägt die Niederlage mir dennoch ein wenig auf die Wochenanfangstimmung. Auch ich muss wieder lernen, damit umzugehen, dass der Blick zurück nicht ganz so freudig stimmt wie die Arbeit für die Zukunft.


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