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Warum BILD-Nachrichten über den MSV immer unwichtig sind

Ich muss gerade mal ganz, ganz schnell daran erinnern, dass man BILD-Nachrichten über den MSV Duisburg niemals wichtig nehmen darf.  Niemals! BILD ignorieren. Grundsätzlich. Keine Ausnahme. Ich muss daran erinnern, weil gestern doch glattweg der BILD-Mann Joachim Droll mit seinem Text zu Bernd Maas und dem MSV das erreichte, was er bezweckte. Nämlich ein Gefühl der Zwietracht und Unzufriedenheit mit Menschen rund um den MSV bei einigen, denen der MSV sehr am Herzen liegt. Zwar hielt sich das in Grenzen, doch nur einer, der auf ihn reinfällt und sich Gedanken über Sponsoreneinfluss macht, ist einer zu viel, und wenn ich den einen mit meinem Appell erreiche, ist für das nächste Mal, wenn es wirklich ernst ist, viel gewonnen.

Joachim Droll ist der Tullius Destructivus des Pott-Fußballs. Ihr erinnert euch doch an Cäsars Sonderbeauftragten aus dem Asterix-Band XV Streit um Asterix? Cäsar schickt ihn ins gallische Dorf, um den Zusammenhalt dort zu zerstören. Überall wo Tullius auftaucht, intrigiert er. Sofort bricht Streit aus und alle schlagen sich gegenseitig die Köpfe ein. Beim VfL Bochum hatte der BILD-Tullius auch seine Finger im Spiel. Dort wurden Fragen von Joachim Droll im Dezember nicht mehr beantwortet, berichtet BILDBlog. Das hatte eine längere Vorgeschichte, die schon im September jene legendär gewordenen Worte von VfL-Trainer Gert Verbeek hervorrief.

Joachim Drolls Ansinnen ist also keine Berichterstattung sondern Zwietracht sähen. Das hat er mit seinem Text über Bernd Maas und den MSV wieder versucht. Entnommen habe ich das mancher Reaktion auf den Text, ihn zu lesen habe ich mir gespart. Unzweifelhaft unter den Anhängern ist die Leistung von Bernd Maas bei der Rettung des MSV. Ich möchte sie auch noch einmal hervorheben, weil ich durch die Interviews zu dem Buch über die zwei Drittligajahre noch einmal das Ausmaß der damals geleisteten Arbeit sehr lebendig vor Augen geführt bekam.

Bernd Maas installierte  beim MSV eine Controlling-Software, als die Nachricht von der ausbleibenden Lizenz die Runde machte. Er bot sofort seine Hilfe an. Nach der Entlasssung von Roland Kentsch war er der einzige Mann im gesamten Verein, der wenigstens ansatzweise einen Einblick in die Zahlen hatte. Kentschs Mann für die Finanzen hatte sich am Tag des Lizenzentscheids krank gemeldet, weil er zu Hause die Treppe herunter gefallen war und sich dabei verletzt hatte. Bernd Maas arbeitete sich innerhalb kurzer Zeit in die vollständige Finanzsituation des MSV ein. Schon damals war es aber keineswegs im Lebensplan von Bernd Maas vorgesehen gewesen, noch einmal Geschäftsführer eines Fußballsvereins zu werden. Dazu waren seine Erfahrungen in Dresden zu schlecht gewesen. In Duisburg übernahm er diesen Job dann schließlich doch, weil er im Ruhrgebiet zu Hause ist. Sein Entschluss ergab sich in einer Mischung aus geschaffenenen Tatsachen durch seine für den MSV geleistete Arbeit und bewusster Entscheidung. Das muss man wissen, wenn man sich fragt, warum der Vertrag mit ihm auslief.

Wer nun die Nichtverlängerung seines Vertrages dazu nutzt, irgendwen, der dem MSV Duisburg gewogen ist, zu diskreditieren, wirft mit Dreck, sonst nichts. Den Dreck findet er nicht beim MSV. Den Dreck holt er aus dem eigenen Haus. Dort liegt er haufenweise rum. Und wer noch einen Beweis dafür braucht, der lese meinen oben verlinkten Text, denn wir alle, wir Anhänger des MSV, sind ebenfalls schon mit diesem Dreck beworfen worden. Im Sommer 2013 sollen unsere Aktionen rund um den MSV Duisburg nämlich nichts anderes gewesen sein als ein blinder Reinfall auf Manipulationen durch Vereinsverantwortliche wie Markus Räuber und dem Vertreter des Hauptsponsors Andreas Rüttgers. Zu dummen Schäfchen hat er euch damals machen wollen, der Joachim Droll. Vergeblich. Ihr seid nur diese dummen Schäfchen, wenn ihr schon ein Wort von ihm glaubt, selbst wenn es zufällig einmal die Wahrheit sein sollte.

Warum der Klassenerhalt wichtig ist – BILD erklärt

Erst heute habe ich verstanden, warum der Klassenerhalt so wichtig ist. Die Schlagzeile der BILD klärt auf. Nur der Klassenerhalt verhilft dem MSV Duisburg zur sicheren Lizenz für die 3. Liga.

 

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Nicht zuletzt aus diesem Grund sind auch wir auf den Rängen besonders gefordert. Für ein Wunder hielte ich den Klassenerhalt nach einem 2:0-Rückstand übrigens nicht, auf den Gesamtverlauf der Saison trifft das Wort natürlich, aber in der Relegation alleine bringt mir dieses Wort zu viel Aussichtslosigkeit mit sich. Aber selbstverständlich wird es verdammt schwer, und wir auf den Rängen werden da sein. Was am Samstag erst in Ansätzen zu spüren war, steht nun außer Frage. Das Stadion wird die „Hölle“, die Bernd Hollerbach für seine Spieler erwartet und wie ich es am Samstag nur erhofft hatte.

 

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Das Stadion ist ausverkauft. Die Mannschaft des MSV Duisburg wird nun hoffentlich ihren Teil zum Klassenerhalt dazu tun. Wir sind alle bereit. Endspieltag.

Muss man BILD-Nachrichten über den MSV wichtig nehmen?

Seit heute Morgen brodelt es immer wieder in mir. Doch erst jetzt finde ich Zeit für die Worte, die dieses Brodeln lindern. Grundsätzlich versuche ich, die Berichterstattung und Kommentare dieser Tage über den MSV als willkommenes Spielmaterial für eigene Texte zu nehmen. Das ist der Versuch, aus den Gegebenheiten des Journalismus das Beste zu machen, und ich kann mich nicht beklagen. Die letzten Tage lierferte mir diese Berichterstattung Steilvorlagen für eigene Texte. Da gab es sowohl den oberflächlichen Kommentar mit meiner Reaktion als auch den Kommentar ohne Argument mit denselben Folgen von meiner Seite.

Heute morgen aber fehlten mir solche selbsttherapierenden Möglichkeiten, als ich dem Facebook-Link zur BILD folgte. Diese wenigen Worte ärgerten mich mehr, als ich es zulassen wollte. Warum? Der Schreiber dieser Worte  in der BILD versucht, die in der Fan-Szene unabhängig geschehene Meinungsbildung als Ergebnis eines taktischen Handelns einer im Verein um Macht ringenden Partei darzustellen. Das ist schlichtweg der Versuch, die Wirklichkeit zu verfälschen. Das ist schlichtweg der Versuch, in der Öffentlichkeit die Aktivitäten von Fans des MSV Duisburg in ein schlechtes Licht zu rücken. „Geschickte Aktionen“ von Andreas Rüttgers und Markus Räuber hätten die Fans auf deren Seite gebracht. Von welchen Fans spricht der Schreiber dieser Worte? Von den Fans, die schon vor 2009 das Handeln von Walter Hellmich kritisch hinterfragten? Das war Jahre bevor Andreas Rüttgers überhaupt zunächst nur als Vertreter des Sponsors Schauinsland Reisen im MSVPortal in Erscheinung trat.  Andreas Rüttgers hat über lange Zeit heftige Kritik dafür hinnehmen müssen, dass er den Ausgleich mit Walter Hellmich suchte. Was für eine Verdrehung der Tatsachen!

Muss uns das interessieren? Ja! Das  muss uns interessieren, solange beim MSV Duisburg dieser Schreiber der Worte ernst genommen wird aus dem Gedanken heraus, der Schreiber dieser Worte erreicht mit seinem Medium sehr viele Leser. Dieses Argument gilt es im Blick zu behalten. Der Schreiber dieser Worte wirkt mit seinen Worten. Deshalb ist es weiterhin unsere Aufgabe im Gespräch, genau diese Worte als Lüge zu entlarven. Es ist das alte Spiel der BILD, auf das meine Generation in jungen Jahren niemals einen ironischen Blick hat werfen können. Das hat sich geändert. Es war in den letzten Jahren Mode geworden, mit diesem Worte-Produkt spielerisch  umzugehen. Aber nein! Haltet die Maßstäbe der Vergangenheit. Denn die Schreiber der BILD wollen den Ernst, wenn sie die Wirklichkeit so zurecht biegen, wie sie es kraft ihrer Marktposition glauben tun zu können.

Niemand braucht Andreas Rüttgers und Markus Räuber, um sich über das Wirtschaften von Walter Hellmich im MSV Duisburg eine Meinung zu bilden. Niemand! Momentan stehen MSV-Fans hinter dem Verein MSV Duisburg. Sie stehen hinter keinen Personen. Nicht nur diese Wahrheit muss weiter erzählt werden, sondern die grundsätzliche Skepsis in das, was von vielen Menschen noch immer als Zeitung verstanden wird. In dem Fall geht es darum, den Glauben an das Wissen der BILD vom Tisch zu fegen. Ihr seid Teil in diesem Spiel, wenn ihr diesem Wort-Produkt nur einen kleinsten Zugriff auf die Wirklichkeit des MSV Duisburg erlaubt. Es geht nicht diesem Wort-Produkt zuzubilligen, es sei immer gut informiert und gleichzeitig die Haltung dieses Wort-Produkts zu verachten. Ihr müsst ein grundsätzliches Urteil fällen. Und das heißt: dieses Wort-Produkt erzählt mir nichts, aber auch gar nichts über die Wirklichkeit. Und genau das werde ich immer und immer wieder jedem erzählen, der mit mir über den MSV Duisburg ins Gespräch kommt. Vielleicht werden dann die Verantwortlichen im Verein irgendwann einmal weniger Sorge um die Worte in diesem Worte-Produkt haben.

Meinungskampf auf Kölner Straßen spitzt sich zu

Für Journalisten des Kölner Express ist die BILD-Zeitung seit jeher nicht nur wirtschaftlicher Konkurrent, sondern auch Gegner im Kampf um die Meinungshoheit im Rheinland. In dieser mit Schlagzeilen geführten Auseinandersetzung verstand sich der Express als die liberalere Zeitung. Mancher schwärmte in früheren Zeiten sogar von einem linken Boulevardjournalismus. Noch heute, in den unübersichtlicher gewordenen Zeiten offenbart sich dieser Gegensatz, wie gestern wieder auf dem Titelblatt zu sehen war.

Die Lizenz zu welchen Bedingungen?

So, gestern haben wir es erfahren. Der MSV Duisburg hat die Lizenz für die Zweite Liga erhalten, muss aber die Planzahlen nacharbeiten. Denn diese sind, wie Roland Kentsch im RevierSport zitiert wird, „zur Diskussion gestellt worden“. Bestimmte Bedingungen müssen erfüllt werden. Wie diese Bedingungen aussehen weiß die Öffentlichkeit zurzeit nicht, auch wenn sich Sorgen machende MSV-Anhänger bei ihren Überlegungen zu diesen Bedingungen auf die BILD berufen. Wenn ich die Meldung in der BILD aber lese, sieht mir das nicht nach investigativem Journalismus und eingeholten Informationen aus. Da wird geschrieben: „Nach BILD-Informationen geht es bei den Auflagen um massive Transfer-Erlöse, die Vorlage bzw. feste Zusage eines Hauptsponsors, Mietminderung der Arena, Vermarktung des Arena-Namens und Sponsoring-Einnahmen.“  Meiner Meinung nach hat da einer in der Redaktion mal überlegt und nicht nur erfunden, welche Möglichkeiten  der MSV Duisburg hat, Geld zu erwirtschaften. Diese Möglichkeiten hat er alle aufgelistet und davor das „Nach BILD-Informationen“ geknallt. Da sage ich drauf, nach Zebrastreifenblog-Informationen weiß zurzeit Roland Kentsch, welche Bedingungen für die Lizenz-Erteilung noch zu erfüllen sind.

Sportjournalismus auf Vorrat

Bevor Peter Neururer in den Urlaub aufbricht, hat er noch Zeit seine guten Kontakte mit der meinungsbildenden Presse zu festigen. Letzte Woche  erzählt er der „RevierSport“ von seinen Plänen den Süden der USA auf der Harley zu durchfahren, gestern legt er mit einem Kurzinterview nach. Bei dem ein und anderen Journalisten hat er nun erst mal wieder einen gut. Die BILD-Zeitung macht aus dem Kurzinterview über Peter Neururers Kündigung seiner Mitgliedschaft beim „Herzensverein“ FC Schalke O4  sofort eine größere Geschichte. In allen Blättern Deutschlands wird zumindest in einer kurzen Meldung von der Kündigung berichtet. Und schließlich kann bei akuter Nachrichtenknappheit bis zum Saisonauftakt die Geschichte wieder aufgewärmt werden, indem man die Gegenseite beim  FC Schalke 04 oder das „Opfer“ Olaf Thon Peter Neururers Worte kommentieren lässt. All das, was Peter Neururer beklagt, ist nämlich schon einige Zeit her. Es geht also um nichts, außer um leeere Seiten, die gefüllt werden müssen. Solche Geschichten sind die Kartoffelchips des Journalismus. Am besten hat man immer welche im Schrank. Ob überraschende Gäste oder solche, die eingeladen kommen, auf jeden Fall steht dann etwas  zu essen auf dem Tisch. Zugegriffen wird da bestimmt. Wirklich satt macht das nicht, aber der Magen wird doch auch voll. Sicher, manchmal isst man einfach zu viel von dem Zeug und kann danach wochenlang nichts mehr davon sehen. Das ist aber nicht das Problem der Chipslieferanten. Ich bin da übrigens nicht anders, arbeite allerdings noch an meinen Kontakten zu den Chipsherstellern. Bislang backe ich meist noch selbst im Fett aus oder nutze den Einzelhandel. Doch auch ich habe meinen Vorrat an Chips. Ihr müsstet nur mal meinen Ordner „Entwürfe“ sehen.

Das war vorhersehbar

Die BILD ist nicht nur deshalb eine Boulevard-Zeitung, weil sie sich die Wahrheit ihrer Kürzest-Artikel zum Teil selbst erfindet, sondern auch weil sie diese Artikel gerne als Drama erzählt. Im Drama aber braucht es einen starken Konflikt, und dass dieser Konflikt im Verhältnis von Walter Hellmich und Peter Neururer angelegt sein könnte, war von Anfang an vorhersehbar. Zwei Menschen mit einer starken Persönlichkeit und unterschiedlich motivierter Neigung zur Selbstdarstellung treffen aufeinander.

Deshalb ist es auch nicht von Belang, ob diese heuchlerische Besorgnis tatsächlich auf einer Wahrheit des gegenwärtigen Verhältnisses zwischen den beiden beruht. Die BILD hat nur eins und eins zusammengezählt. Die für sich genommenen kleinen Vorkommnisse nach dem Spiel in Aachen bieten in Kombination mit der Persönlichkeit beider Männer das Zeug zum notwendigen Konflikt. In solchen Fällen erweisen sich die BILD-Journalisten ja im Übrigen stets als profunde Kenner der menschlichen Psyche. Es ist bedauerlich, dass der MSV Duisburg die Gelegenheit für solche Geschichten bietet und selbst, wenn es in Wirklichkeit noch nicht so dramatisch war, spätestens jetzt ist Vertrauen gemindert und Energie wird an einer Stelle gebunden, an der es nicht nötig wäre. Insofern befördert der Artikel nur jenen Vorgang, den er selbst beklagt. Das ist aber dieses Mal nicht die Schuld der Journalisten.


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