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FSK 16! Die schönsten Fußballtorten der Welt – XXVI – Brighton and Hove Albion FC

Mit freundlicher Unterstützung von „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben musspräsentiert der Zebrastreifenblog in loser Reihe die schönsten Fußballtorten der Welt.

Letzte Woche tauchte ich in England mal wieder beim Besuch von Freunden für drei Tage in ein anderes Leben ein. Der Fußball gehört dazu, und so war ich ganz erfreut, dass sich Brighton and Hove Albion FC, unter uns Teilzeitengländern auch “The Seagulls” genannt, am Dienstagabend mit einem 2:0-Sieg gegen Leeds United ein wenig von der Abstiegszone der Zweiten Liga hat absetzen können. Seit Sami Hyypiä im Dezember als Trainer zurückgetreten ist, gibt es zumindest fürs erste also wieder regelmäßiger Erfolge.

Dem Heimsieg wollte ich am nächsten Tag eine Fußballtorte widmen. Was mich mit grundlegenden Unterschieden zwischen deutscher und englischer Alltagskultur bekannt machte. Zunächst: In England backt kaum jemand selbst. Kuchen werden gekauft. Meine schon lange in England lebende deutsche Freundin erzählte, wenn sie, wie sie es von Deutschland her kannte, zu größeren Feiern selbst gebackenen Kuchen mitbrachte, stand sie sofort im Mittelpunkt der Feier. Die Gäste waren begeistert und staunten, dass sie so etwas wie Backen tatsächlich selbst macht.

Die Suche im Netz nach Fußballtorten der „Seagulls“ bestätigte dann die anekdotenhafte Erfahrung. Es gibt keine einzige selbst gebackene Fußballtorte, dafür aber viele Werke von  professionellen  „cake designern“. Bei Durchsicht dieser Kuchen wurde ich auf einen weiteren kulturellen Unterschied zwischen den Nationen aufmerksam. Es scheint in England recht selbstverständlich zu sein, Kuchen in der Form nackter Frauentorsen anzubieten. Sollte es solche Kuchen auch in Deutschland geben, werden sie jedenfalls sehr viel versteckter präsentiert. Untergekommen sind sie mir noch nie.

Klassische Fußballkuchen gibt es allerdings auch in unterschiedlichen Varianten. Auf der Seite von My sweet passion cakes findet sich folgende Torte noch aus weiteren Perspektiven fotografiert.

Buddy´s Home Bakery bietet das umfangsreichste Sortiment. Vom Stadion über das Trikot oder Wappen bis hin zum very special interest cake in Sachen nudity reicht das Sortiment. Wobei die sexistische Anmutung des special interest cake den cake designern anscheinend durchaus bewusst ist. Auf der Bakery-Seite, als offizielles Angebot, habe ich den Kuchen nicht gefunden. Präsentiert wurde er nur im Flickr-Account der Bakery.

Bei besagtem Torso-Kuchen fallen die Zeichen der Vereinsverbundenheit gegenüber dem Rest des Kuchens eher klein aus. Sollten mitlesende Frauen deshalb über Sexismus reden wollen, müsste ich sagen, das geht am eigentlichen Problem vorbei. Die Frage ist vielmehr, ist jemand, der seine Prioritäten derart setzt, überhaupt ein guter Fan? Und los: Streit über wahres Fantum.

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Ein ähnliches Motiv bietet Natty Cakes in West-Sussex. Sie kennt offensichtlich die Diskussion um das wahre Fantum und möchte zwischen Vereinsverbundenheit in blauweiß und optischem Reiz für den Kuchen essenden Mann eine Art Balance herstellen.

 

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Da Fußballstadien schon länger nicht mehr allein der Männerwelt gehören, erwarte ich in unserer durchsexualisierten Gegenwart bald das entsprechende Angebot für die vereinverbundene Frau. Mal sehen, welche Nationalkultur dabei die Nase vorn hat.

Sämtliche Folgen von Die schönsten Fußballtorten der Welt findet ihr mit einem Klick weiter.

Statt 0:0 ein 1:0 – und das auch noch am Samstag

Manchmal passiert mir das im Urlaub. Ich probiere mal ein anderes Leben aus. Deshalb war hier für ein paar Tage auch nichts zu lesen, und jetzt im Moment vermischen sich diese beiden Leben. Samstag war ich nämlich für einen Nachmittag Fan vom Brighton & Hove Albion FC. Der Club spielt in der englischen zweiten Liga, in The Football League Championship, kurz The Championship und die Hoffnungen für die Zukunft sind groß, wie mir der Pub-Besitzer in Brighton versicherte. Endlich gibt es in dieser Saison für den Verein wieder ein eigenes Stadion. Im American Express Community Stadium begann die Saison mit einem Heimspiel gegen Gillingham. Ich hatte mich auf ein sehr emotionales Spiel einzustellen. Auch das erfuhr ich vom Pub-Besitzer. Wir Fans haben nämlich ein Gedächtnis wie das der vereinten Elefanten lebend und selig. Vor etwa fünfzehn, sechszehn Jahren, so genau konnte sich der Pub-Besitzer nun doch nicht mehr erinnern, war da dieser knappe 1:0-Sieg. Oder war es die Niederlage, so genau konnte ich den was-weiß-ich-für-einen-Akzent sprechenden Mann nun auch nicht verstehen. Auf jeden Fall war alles bereit für das größte Spiel seit Jahren.Wir haben dann tatsächlich 1:0 gewonnen. Vom Tor hörte ich auf der A27 bei Sport und Musik auf britisch. Ich war zu spät im neuen Leben eingetaucht, um noch ins Stadion zu kommen. Für den MSV Duisburg lässt mein sonst fußballabstinenter Sohn ja hin und wieder aus Sympathie für die Interessen seines Vaters mir schon mal einen gemeinsamen Stadionbesuch durchgehen. Aber in Südengland war das für ihn gar kein Thema. Bei den Freunden bekam ich einen Tag später auch noch vom 0:0 des MSV Duisburg beim FSV Frankfurt mit. So zwischen den Leben habe ich dazu nun gar keine richtige Meinung. Gesehen, kein Grund zur Freude, kein Grund zum Ärger. Nächstes Spiel. Da bin ich dann auch fast schon wieder zu Hause.


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