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Zu welchem Saisonerfolg führen 1:0-Siege

Vorab, mit diesem Text trage ich zum Marketing für einen Wettanbieter bei, aber gute Arbeit muss auch einmal belohnt werden, und die Mail vom Mitarbeiter des Wettanbieters an den Zebrastreifenblog war definitiv gute Arbeit. Mit dieser Mail hat der Mitarbeiter mich auf einen Text auf der Seite des Wettanbieters aufmerksam gemacht. Der Bezug des Textes zum MSV mitsamt des Marketingeffekts für den Wettanbieter ergab sich aber nur für jemanden, der sowohl das Fußballgeschehen in Deutschland aufmerksam beobachtete, als auch den Zebrastreifenblog auf dem Schirm hatte. Jemand hatte sich Gedanken gemacht. Aber vielleicht ist der verantwortliche Mitarbeiter auch MSV-Fan, wer weiß?

Sollte mir jemand Illusionen rauben wollen und auf eine Massenversendung über die Mailingliste Fußballblogs des Wettanbieters verweisen, mache ich mir heute Morgen trotzdem die Welt so, wie sie mir gefällt. Denn das muss ich mit Blick auf das Erreichen des Saisonziels vom MSV ohnehin machen, wenn ich die Statistik des Wettanbieters als Prognoseinstrument benutze. Mit Hilfe des Wettanbieters erfahren wir nämlich eine unangenehme Wahrheit über 1:0-Siege in der Bundesliga während der letzten zehn Jahre. Nur einmal ist die Mannschaft mit den meisten 1:0-Siegen in einer Saison auch Meister der Saison geworden. Das war Borussia Dortmund in der Saison 2008/2009. Gut, einmal ist die betreffende Mannschaft mit den meisten 1:0-Siegen der Saison Zweiter geworden. Das würde dem MSV für den direkten Aufstieg ja auch noch reichen. Aber ansonsten, Pustekuchen. In Deutschland führen 1:0-Siege in der Summe nicht zum ganz großen Erfolg.

Wenn ich an die 1:0-Siege des MSV in dieser Saison denke, macht mir allerdings der Gedanke Hoffnung, dass die Wettbewerbsbedingungen in Liga 3 ganz andere sind als in der Bundesliga. Von dieser Liga wird ja immer wieder gerne gesagt, jeder könne jeden schlagen. Dann sind 1:0-Siege vermutlich wahrscheinlicher als in einer Liga, in der die Leistungsunterschiede groß sind und die Mannschaften der oberen Tabellenregion mit der Ausnahme des einen Überraschungsteams schon vor der Saison feststehen. Also, im Grunde spricht die Statistik für den MSV, man muss sie nur richtig zu deuten wissen.

Beim Wettanbieter findet sich die Statistik für alle großen europäischen Ligen. Auch da gibt es Unterschiede bei den Erfolgsaussichten der Minimalisten. Wer sich das ansehen will, weiter mit einem Klick.

Klickhinweis: Woher stammt die Liga?

Auch wenn Geburtsorte heutzutage nicht mehr unbedingt etwas darüber aussagen, wo die geborenen Kinder dann auch aufwachsen, gefällt mir die Netz-Spielerei auf der Seite des Bayerischen Rundfunks „Woher stammt die Liga?“. Die in unterschiedlichen Infographiken, zum Teil indivduell aufbereitbaren Daten geben zumindest eine grundsätzliche Orientierung über die Herkunftsorte der Profis in den  Bundesligavereinen dieser Saison.  Brasilien stellt nach Deutschland die meisten Bundesligaprofis. Die Schwerpunkte des ausländischen Scoutings lassen sich je Verein herausarbeiten. Karten illustrieren das Ganze. Viele Daten werden dort sehr schön visuell und in interaktiver Form dargeboten. Guckt selbst, weiter mit einem Klick.

Finanzielle Schwierigkeiten am allgemeingültigen Beispiel 1. FC Köln

Im Kölner Stadt-Anzeiger las ich am letzten Donnerstag einen kurzen Aufriss zur finanziellen Situation des 1. FC Köln. Bekanntermaßen ist die schlecht. Den Artikel sollte man sich irgendwo ablegen, mit Lesezeichen versehen, was auch immer. Kurz und übersichtlich wird dargestellt, wie es zu den roten Zahlen kam, welche einzelnen Hilfsmaßnahmen zwischenzeitlich ergriffen wurden und was nun verzweifelt versucht wird. Das ist beispielhaft für die gesamte Branche.  Ob es da nun um Verwertungsrechte geht, schnelles Geld durch die Verwerter, einzugehende Risiken und eben der ausbleibende sportliche Erfolg. Die Situation beim 1. FC Köln unterscheidet sich da nicht von all den anderen Vereinen. Wie gesagt, beispielhaft der Verlauf der Entwicklung beim 1. FC Köln, man kann den FC und die Beteiligten durch jeden finanziell angeschlagenen Verein mit entsprechenden Personen und Unternehmen drumrum ersetzen, meinetwegen auch durch den MSV Duisburg der jüngsten Vergangenheit. Der Artikel findet sich mit einem Klick weiter hier beim Kölner Stadt-Anzeiger.

Saisonvorbereitung – Zweitligavereine wünschen heimlich Aufstockung der Bundesliga ab Saison 2012/2013

Erreichbare Ziele setzen. Das ist eine Grundbedingung für Erfolg. Weder überfordern noch unterfordern, heißt nicht nur die beste Richtschnur beim Lernen. Auch außerhalb von Schulen wäre es schön, wenn sich jede anstehende Aufgabe im Niveau ganz leicht über dem bereits vorhandenen Leistungsvermögen befände. Nie wäre etwas langweilig. Niemals geriete man in Bedrängnis, etwas nicht zu schaffen. Das Leben bestünde aus einem Rundum-Sorglos-Paket von gut abgefederter Weiterentwicklung.

Doch immer tauchen da andere Menschen auf, die einen beim Weiterkommen stören. Besonders stören sie dann, wenn Ranglisten gebildet werden und Tabellen. Denn dann gibt es für Ziele immer auch ein paar Anwärter mehr als Plätze vorhanden sind, und schon können Ziele noch so sehr punktgenau knapp oberhalb des Leistungsvermögens angesetzt werden, das Scheitern wird unweigerlich auf jemanden zukommen.  Zielbestimmung in Konkurrenzsituationen bleibt also einerseits notwendig, andererseits gefährdet diese Zielbestimmung vielleicht bereits den möglichen Erfolg. Ganz zu schweigen davon, wenn noch andere bei dieser Zielbestimmung mitmischen wollen. Dann heißt es für Verantwortliche in den Vereinen, schnell Meinung machen.

Milan Sasics Stellungnahme etwa war spätestens Ende Juni gefordert, als in den Redaktionsräumen vom Kicker die Sportjournalisten die vom MSV Duisburg eingehenden Pressemitteilungen über Spielerneuverpflichtungen kaum mehr  abarbeiten konnten. Die Arbeitsüberlastung ließ sie zum pauschalen Urteil finden, der MSV Duisburg sei endgültig zu einem Aufstiegskandidaten geworden. Milan Sasic gab sein bestes: „Es wäre bei 13 Neuen unprofessionell, vom Aufstieg zu sprechen. Welche Ziele sollen dann Eintracht Frankfurt, Bochum und St. Pauli ausgeben? Ich will mit dem MSV unter die ersten sechs Mannschaften.“ Milan Sasic konnte sich auf alte Vorhaben berufen. Drei-Jahres-Plan hieß das Ganze, als noch der Ex die Interviews gab. Und wenn Milan Sasic die ersten sechs Mannschaften erwähnt, wollen wir nicht vergessen, auf diese ersten sechs Mannschaften warten auch der erste, zweite und dritte Tabellenplatz. Es ist ja nicht so, dass in Duisburg nach Siegen gesagt würde: „Och nö, lasst das mal lieber mit den drei Punkten für uns, nachher bleiben wir noch zweiter und das haut uns unsere Aufstiegspläne kaputt.“ Da sind wir in Duisburg doch flexibel genug, mitzunehmen, was sich anbietet.

Andere Vereine können da sehr viel weniger flexibel sein. Wahrscheinlich nicht ganz zufällig sind es nur drei Vereine, die das große Ziel der kommenden Saison für die 2. Liga auch wirklich aussprechen. Sie waren entweder schon lange genug flexibel oder hinken ihrem Plan schon ein Jahr hinterher oder brauchen keine Pläne, weil sie gar nicht da sind, wo sie meinen, hinzugehören. Da ist es wieder, das Problem mit den anderen Menschen. Mindestens ein Verein von den dreien wird scheitern beim Streben nach dem sicheren Aufstiegsplatz.

SpVgg Greuther Fürth
„Doch mit dem ansonsten weitgehend unveränderten Kader soll es vielleicht schon 2011/12 endlich klappen mit dem großen Ziel Aufstieg. «Wir werden weiter daran arbeiten und ich bin zuversichtlich, dass ich das in meiner Zeit in Fürth mal erleben darf», sagte Manager Rachid Azzouzi. «Jeder in diesem Verein will das mit jeder Faser seines Körpers.»
dpa-Meldung in
Süddeutsche Zeitung – 16.5. 2011

VfL Bochum
„Der neue Sportchef Jens Todt hat den Aufstieg des VfL Bochum in die Fußball-Bundesliga als das erklärte Ziel bezeichnet.

Der Westen, 3.6.2011

Eintracht Frankfurt
„Es wird nicht einfach werden, aber wir haben ein Ziel, wir wollen aufsteigen.“
Armin Veh, Trainer –
  hr-online.de, 31.5.2011

In Frankfurt, Bochum und Fürth werden für die Saison 2011/2012 also klare Ansagen gemacht. Andere Vereine versuchen sich gleich dem MSV Duisburg an dem Balanceakt, die Kräfte für Aufstiegsanstrengungen zu bündeln, ohne dass die eine einzige Erwartung hemmungslos herumzutollen beginnt.

FC St. Pauli
Mit Eintracht Frankfurt ist eine Mannschaft dabei, die ähnlich wie zuletzt Hertha BSC der Top-Favorit ist. Kommt Gladbach runter, werden auch sie dazu gehören. Greuther Fürth sagt jetzt schon, dass sie den Aufstieg unbedingt schaffen wollen. Cottbus und Duisburg sind ebenfalls mit dabei. Das heißt aber nicht, dass wir die nicht packen können. Wir wollen oben mitspielen. Es wird kein Selbstläufer und wir sind realistisch. Aber es ist alles möglich.
André Schubert, Trainer – spox.com, 17.5. 2011

FC Energie Cottbus
„Lautet das langfristige Ziel Aufstieg?

Natürlich. Cottbus gehört aber nicht zu den Vereinen, die vor der Saison sagen können, dass sie in die Bundesliga wollen. … Wir können nur aufsteigen, wenn wirklich alles passt. Das kann man aber leider nicht planen
„.
Claus-Dieter Wollitz, Trainer – Eckball-Magazin, 20.5.2011

Alemannia Aachen
Eine Steigerung strebt auch für Benjamin Auer an. «Als ich im vergangenen Sommer einen Dreijahresvertrag unterschrieben habe, habe ich gesagt, dass ich gerne mit der Alemannia aufsteigen möchte. Dabei bleibe ich», sagte der Stürmer. «Vielleicht können wir in der neuen Saison die Qualität im Kader noch weiter steigern, damit dann die Plätze 3 bis 6 in der Abschlusstabelle möglich sind. Und dann bleibt ja noch mein drittes Jahr», so Auer: «Spätestens dann geht’s um Platz 1 bis 3.»
Aachener Zeitung, 12.5.2011

Nach der Saison 2011/2012 werden DFL und DFB allerdings nicht mehr daran vorbeikommen, die Bundesliga aufzustocken. Sonst werden deutschlandweit Hoffnungen enttäuscht und tiefe Depressionen werden unzählige Fußballfans arbeitsunfähig machen. Dann sollen ja nicht nur die Pläne oben genannter Vereine Wirklichkeit werden, dann wird auch mit jenen Vereine zu rechnen sein, die im Moment noch auf Wachstum setzen und sich über die deutsche Sprache freuen, in der die wunderbaren Wörter mittelfristig und langfristig die konkrete Zielbeschreibung in die Zukunft verlagern helfen.

TSV 1860 München
In drei Jahren möchen wir in der ersten Liga sein.
Hasan Ismaik, Großinvestor und Anteilseigner TSV 1860 München KgaA   Süddeutsche Zeitung, 8.6.2011

Fortuna Düsseldorf
Düsseldorf ist eine wahnsinnig attraktive Stadt, die sehr viel bietet. Die hat einfach Erstliga-Fußball verdient. Dafür arbeiten wir. Klar, ich würde mit Fortuna sehr gerne aufsteigen, das ist das mittelfristige Ziel.
Wolf Werner, Manager – Express, 13.6.2011

Eintracht Braunschweig
Eintracht Braunschweig besitzt im deutschen Fußball einen solchen Bekanntheitsgrad, dass es unser logisches Ziel ist, in der Bundesliga zu spielen. Allerdings wollen wir uns in den kommenden Jahren erstmal in der 2. Bundesliga etablieren. Denn wichtig ist auch, dass man sich in einem realistischen Zeitplan bewegt. Und ein solcher Zeitplan für die Zukunft existiert selbstverständlich auch bei Eintracht Braunschweig.“
Soeren Oliver Voigt, Geschäftsführer  – sportschau.de, 10.4.2011

FC Ingolstadt
Nun, ich habe eine ähnliche Situation beziehungsweise Entwicklung schon beim FC Augsburg erlebt. Als ich damals dorthin gekommen bin, war der Verein noch in der dritten Liga und hatte wenig Zuschauer. Sechs Jahre später sind sie nun in die Bundesliga aufgestiegen. Ich denke schon, dass man beide Klubs etwas miteinander vergleichen kann: Beide haben eine Perspektive nach oben – und auf Ingolstadt bezogen sollte es in nächster Zeit auf alle Fälle machbar sein, dass man in der 2. Bundesliga zumindest eine sehr gute Rolle und künftig nicht mehr gegen den Abstieg spielt. Was darüber hinaus noch möglich ist, wird man in den nächsten Jahren sehen.
Leo Haas, Neuzugang Saison 2011/2012 (offensives Mittelfeld) – Augsburger Allgemeine, 9.6.2011

FC Erzgebirge Aue
„Ich habe den Traum, mit Aue mittelfristig in die Bundesliga aufzusteigen und damit Einzigartiges für den Verein und die Region zu schaffen“.
Marc Hensel, Spieler (defensives Mittelfeld) – zitiert nach dpa-Bericht in der Leipziger Volkszeitung, 2.6.2011

SG Dynamo Dresden
Langfristig muss die Bundesliga das Ziel sein. Aber da gehört sehr, sehr viel Arbeit dazu. Es ist ja nicht nur die erste Mannschaft, sondern da gehört der gesamte Verein dazu. Ich denke, das wird noch ein paar Jahre dauern.
Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner, Berater – sid-Interview im RevierSport, 18.5.2011

So richtig zu Hause in der 2. Liga fühlen sich im Moment nur fünf Vereine.

1. FC Union Berlin
Es kann uns auf Dauer nicht genügen, drei oder vier Mannschaften hinter uns zu lassen. Die Mannschaft muss sich ebenfalls entwickeln“, sagt Zingler. „Dafür müssen wir die Strukturen schaffen.“ Das Wort Bundesliga wurde von Unions Präsidenten bewusst vermieden, Union soll auch in Zukunft „langsam wachsen
.
Dirk Zingler, Präsident – Tagesspiegel
, 18.5.2011

FC Hansa Rostock
„Ich bin keiner, der sagt, dass er eine Mannschaft in den nächsten zwei Jahren weiterentwickeln will. Fußball ist ein Ergebnissport, und ich orientiere mich immer an der Realität. Wenn wir es vom ersten Spiel an schaffen, von den Abstiegsrängen entfernt zu bleiben, kommt die Entwicklung automatisch.“
Peter Vollmann, Trainerkicker.de, 25.5.2011

Karlsruher SC
Wir werden wieder ein schweres Jahr haben, was nicht heißt, dass wir nicht ein Stück nach oben rutschen können. Aber die Liga wird brutal schwer. Mit Braunschweig und Rostock kommen sehr gute Aufsteiger. Von oben kommen St. Pauli und Frankfurt. Die Liga wird viel stärker. Da kann niemand ernsthaft erwarten, dass wir mit den oben genannten schwierigen Rahmenbedingungen sofort nach vorne durchstarten. Wir sind unten und wir müssen uns Schritt für Schritt nach oben arbeiten.
Rainer Scharinger, Trainer – Pforzheimer Zeitung, 18.5.2011

SC Paderborn
… Der SC Paderborn hat Mühe, mit dem Mini-Etat die 2. Liga zu halten …
Roger Schmidt, Trainer – Westfalen-Blatt, 4.6.2011

FSV Frankfurt
„Insgesamt 13 Neuzugänge muss Trainer Hans-Jürgen Boysen in diesem Jahr integrieren. „Ich bin davon überzeugt, dass wir im Vergleich zur Vorsaison einen stärkeren Kader haben“ zeigte sich der Coach aber durchaus optimistisch. Am Saisonziel Klassenerhalt habe sich dennoch nichts geändert, wie Geschäftsführer Uwe Stöver betonte: „Die Mannschaft und das Umfeld muss dafür viel Geduld und Herzblut aufbringen, damit wir dieses Ziel zusammen erreichen können.“
hr-online.de, 18.6.2011

Der Unterbau der Bundesliga wird in Zukunft wohl also nur noch aus sieben Vereinen bestehen, von denen fünf irgendwann den Rückzug in die Dritte Liga vorziehen. Dann wären die übrig bleibenden zwei Bundesligaabsteiger für ein Jahr endlich da, wo wir alle hin wollen. Selbstbestimmt könnten sie die Zielsetzung für die Saison gemäß des eigenen Leistungsvermögens ansetzen, ohne den Aufstieg und damit die eigene Weiterentwicklung durch zu viel Druck zu gefährden.

Radio Monte Carlo erklärt mit MSV-Torschützen-Rekord die Welt

An der deutsch-französischen Freundschaft ist nach dem Zweiten Weltkrieg so intensiv gearbeitet worden, dass manchem Kulturvermittler die Lage heute mit rückläufigen institutionellen Aktivitäten Sorgen bereitet. Ich halte das für ein gutes Zeichen. Wenn sich das gegenseitige Interesse von Franzosen und Deutschen am Nachbarland auf die normale Mischung von Urlaubsmöglichkeit, ereignisorientierter Aufgeregtheit und individueller Leidenschaft eingependelt hat, scheint mir das Verhältnis zwischen den Menschen beider Länder recht entspannt zu sein.

Am Tag nach der Niederlage von Olympique Lyon gegen Bayern München werden bei einigen der Fußballinteressierten unter den Franzosen zu dieser entspannten Grundstimmung Gefühle der Enttäuschung hinzukommen, ein grundsätzliches Interesse einiger Franzosen an der Bundesliga wird das sicher nicht gefährden.  Auf RMCsport, einer Webseite von Radio Monte Carlo, schrieb zum Beispiel „Monsieur“ Polo am Montag über den letzten Bundesligaspieltag. Für uns Anhänger des MSV Duisburg ist gerade das Ende des Textes besonders interessant, weil Polo an dieser Stelle seinen Lesern ein wenig deutsche Fußballhistorie mit auf den Weg gibt und dabei mit einem ehemaligen Spieler vom MSV Duisburg die Bedeutung des Fußballs für das wirkliche Leben erklärt. Der Einfachheit halber für euch versuche ich mich mal an der Übersetzung dieser Textstelle.

Wer ist der Spieler mit der besten Torquote der Bundesliga? Gerd Müller? Nein! Konietzka, Grafite, Toni, Hrubesch? Weder noch! Es ist der bewundernswerte und unbekannte Rüdiger Mielke mit dem Schnitt von 1. Ja! 15 Tore in 15 Spielen in der Bundesliga für den MSV Duisburg! Er, der lieber seine Lehre in einem deutschen Unternehmen beenden wollte, als eine Profi-Karriere voran zu treiben, bedauert er es nicht, den Fußball verlassen zu haben? „Auf keinen Fall, das runde Leder hat mir die Grundlage für meine berufliche Entwicklung gegeben.“ Voilà, es gibt nichts anderes als den Fußball im Leben.

Ein Übersetzer steht ja immer vor der Frage, wessen er mehr Bedeutung zumisst, der immer nur als Ideal vorzustellenden Wörtlichkeit oder der Anmutung des Textes und einer eingängigen Lesbarkeit. Um den Philologen unter euch die vergleichende Textkritik zu ermöglichen folgt hier auch noch der Ursprungstext.

Quel est le joueur qui a le meilleur pourcentage de buts en Bundesliga ? Gerd Müller ? Non ! Konietzka, Grafite, Toni, Hrubesch ? Que nenni ! C’est l’illustre inconnu Rüdiger Mielke avec la note de 1 oui ! 15 buts en 15 matchs en Bundesliga avec le MSV Duisburg ! Lui qui a décidé de continuer son apprentissage dans une entreprise allemande plutôt que de se lancer dans une carrière professionnelle ! Regrette t-il de ne pas avoir épousé le football ? „Aucunement, le ballon rond m’a juste donné les bases éducatives pour mon développement professionnel“. Voilà, il n’y a pas que le football dans la vie.

Als ich oben begann über Rüdiger Mielke zu schreiben, musste ich angesichts des Seitenbetreibers Radio Monte Carlo unablässig meine Erinnerungen an die „Fürstenfamilie“ der 60er Jahre beiseite schieben und an die schon mehrmals erwähnten Illustrierten bei den Großeltern. Rüdiger Mielke nahm ständig diese schnauzbärtige, etwas gedrungen wirkende und ordensbesetzte Uniformen tragende Gestalt von Fürst Rainier an. Und mir war es völlig verständlich, dass ein Mann mit einer so wunderbar aussehenden Frau wie Fürstin Gracia Patricia und einem Wohnzimmerblick über eine sonnenbeschienene Meeresbucht, keine Lust mehr hat, Fußball zu spielen. Und was sollte dieses Gerede von einer Lehre? Hatte das einer nötig, der eine Schauspielerin wie Grace Kelly so verwandeln kann, dass sie für einen Jungen im Grundschulalter unvorstellbar dieselbe Person war wie diese Fürstin. Diese Uniformen von Fürst Rainier, Rainer wie wir in Duisburg meist sagten, waren damals übrigens für mich eine sehr notwendige Hilfe zur Unterscheidung von dem anderen Paar ähnlicher Statur und gleichen deutschen Interesses, dem Anzugträger „Ari“ Onassis und seiner Frau Jackie Kennedy. Onassis hat Anfang der 70er mit einem Teil seines Geldes Panathinaikos Athen finanziert. Was uns wiederum zeigt, bekräftigt durch finanzielle und emotionale Verbindungen des „Fürstenhauses“ mit dem AS Monaco, Polo scheint recht zu haben: „Es gibt nichts anderes als den Fußball im Leben.“

DFB mit Lex MSV? Der Grund für mehr Busse und Bahnen?

„DVG setzt mehr Busse und Bahnen ein“. Als ich diese Überschrift las, fragte ich mich sofort, was weiß die Duisburger Verkehrsgesellschaft mehr als ich? Erwartet auch die Polizei einen plötzlichen großen Zuschauerandrang? Nichts deutete die Woche über darauf hin, dass das Spiel vom MSV Duisburg gegen Hansa Rostock morgen ausverkauft sein wird. Den Polizeipressesprecher habe ich nicht mehr erreicht, doch meine weitere Recherche hat mich auf diese Seite von „Der Westen“ geführt:

2009-10-24 DER WESTEN MSV 1. LIGA

(Zum Vergrößern anklicken)

Ganz versteckt, unterhalb der Überschrift,  ist hier der wahrscheinliche Grund für den erwarteten, großen Zuschauerandrang  zu erkennen. Ich nehme an, die entsprechende Pressemeldung zur Aufstockung der Bundeliga um zwei Vereine hat noch eine Sperrfrist bis morgen. Doch bei „Der Westen“ ist man stets der Zeit voraus. Verlinken kann ich den Artikel leider nicht mehr. Anscheinend hat man sich nun doch anders entschlossen und will keinen Ärger mit dem DFB provozieren. Für mich stellt sich die Sache so dar: Der MSV Duisburg und Hansa Rostock spielen die Saison in der 2. Liga zu Ende und haben eine Wildcard für die Bundeliga in der kommenden Spielzeit erhalten. Beim DFB gab anscheinend hauptsächlich die Erstligaausstrahlung von Peter Neururer den Ausschlag, die schon lange geplante Aufstockung der Bundesliga per Wildcard nun endlich in Angriff zu nehmen. Gerade weil  beim MSV Duisburg in den letzten Wochen doch Zweifel deutlich wurden, ob Peter Neururer seinen angestammten Platz in der Bundesliga per Qualifikation des MSV Duisburg in der Meisterschaftsrunde erreichen kann, wollten die DFB-Verantwortlichen auf Nummer Sicher gehen. Als Grund für die Vergabe der zweiten Wildcard an Hansa Rostock kommt aus meiner Sicht nur eine Strukturfördermaßnahme für den Fußball-Osten in Frage. Einen Vertreter vom DFB habe ich an diesem Freitagnachmittag zu dieser sensationellen Entwicklung nicht mehr befragen können. Morgen im Stadion erwarte ich deshalb nicht nur einen Sieg des MSV Duisburg, sondern auch die offizielle Verkündung der heute durchgesickerten Meldung.

25.10. 09 Nachtrag: Der Artikel in „Der Westen“ ist wieder da, und der DFB hat noch immer nichts offiziell vermeldet.

Der Rekordtabellenerste MSV Duisburg

Angesichts des derzeitigen Verlaufs der Erstligasaison mit dem häufigen Wechsel des Tabellenführers erlaubte sich die Süddeutsche Zeitung Anfang der Woche einen Rückblick auf die Punktestände der Tabellenersten der letzten Jahre. Denn früher war meist mehr Punkte. Einmal gab es früher aber auch einen Tabellenersten, der nach dem 22. Spieltag so wenig Punkte hatte wie seitdem kein anderer Verein mehr. Zudem hatte dieser Tabellenerste der Saison 1993/1994 sogar ein negatives Torverhältnis. Das ist nichts, worauf ein Verein großartig stolz sein sollte, aber dennoch ergreife auch ich die Gelegenheit, daran zu erinnern.


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