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Fundstück II: In der Liga der großen Ligen

Passend zum Ausklang der Fußballsaison wurde für die Medien-Seite der Süddeutschen Zeitung am letzten Wochenende auch der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, interviewt. Das Interview gibt es meines Wissens nicht online. Christian Seifert zeigt große Sympathien für Sky und die als Marke der ARD angesehene Sportschau. Angesichts der hohen Summe, die die Deutsche Fußball Liga für die TV-Rechte erzielen konnte, lässt  Seifert erkennen, so eine Summe Geld wird nicht nur für die Rechte an bewegten Bildern vom reinen Sport gezahlt.  Da muss noch ein bisschen mehr als die Fußballer am Ball drin sein. Was genau? Wir lassen uns überraschen.

SZ: Gibt es eigentlich eine Verpflichtung für die Bundesliga-Klubs, Sky künftig umfrangreicher als bisher zur Verfügung zu stehen vor und nach den Spielen für Interviews, Storys und Analysen?

Seifert: Ich habe das ausdrücklich in der Mitgliederversammlung angesprochen: Wenn man so viel Geld bekommt, dann ist das kein Kultursponsoring. Das viele Geld bekommen wir auch nicht, weil die Bundesliga so sexy ist, dass man uns gefallen möchte. Jeder Bieter zahlt so viel, weil er sich positive Effekte für sein Geschäftsmodell verspricht, und zwar völlig egal, ob das Geschäftsmodell auf Gebühren basiert, Abos oder Werbung. Mit diesem Abschluss spielen wir in der Liga der großen Ligen mit, und dann müssen wir uns auch so eine große Liga verhalten. Man muss eine mediale Gegenleistung erbringen, und die besteht nicht darin, 90 Minuten Fußball zu spielen.

SV Rhenania Hamborn und der MSV Duisburg im Phoenix-Programm

Beim öffentlich-rechtlichen Sparten-Fernsehsender Phoenix beschäftigt man sich in dieser Woche während des Abendprogramms mit dem Thema „Integration“. Wie der Fußball zur Integration beitragen kann, wird morgen, am Mittwoch, ab 21.45 Uhr, in einer halbstündigen Reportage gezeigt und anschließend wie jedes Thema im öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch einmal gründlich besprochen.  In der Reportage geht es um ein Integrationsprojekt beim SV Rhenania Hamborn und vorbildhafte Profis des MSV Duisburg. Dort spannt sich der erzählerische Bogen also von der Basisarbeit hin zum professionellen Sport. Ob das anschließende Driegespräch zwischen Moderator Christoph Minhoff, der Bundesvorsitzenden Bündnis 90/Die Grünen  Claudia Roth und dem Vorsitzenden der DFL-Geschäftsführung Christian Seifert noch weitere Erkenntnisse bringt, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, „wir“ sind auf jeden Fall dafür, tragen große Verantwortung und kennen noch viele andere Initiativen in Deutschland, die wir und nicht zuletzt die Bundesligavereine  unterstützen.

Falls euch der Pressetext von Phoenix interessiert:

Völkerverständigung beim Fußball – In der Reportage „Sport verbindet – Der Nationalsport Fußball und das neue Wir-Gefühl“ (21.45 Uhr) besucht Christoph Minhoff den SV Rhenania Hamborn im Norden Duisburgs. Hier gehen die Verantwortlichen ganz neue Wege. Im Integrationsprojekt „Fußball für Mädchen mit Migrationshintergrund“ spielt die Herkunft keine Rolle. Aber es gibt Regeln. Auf dem Vereinsgelände wird deutsch gesprochen, Diskussionen oder gar politische PR etwa für Glaubensgemeinschaften oder Parteien sind untersagt. Dies soll durch die Konzentration auf den Sport und gemeinsame Unternehmungen erreicht werden. Zudem zeigt die Reportage, wie die Profifußballer des MSV Duisburg als Vorbilder fungieren.

Auf der Webseite von Phoenix wird die Reportage als Werk von Martin Priess unter der Mitarbeit von Gerlinde Pretli geführt. Die Reportage wird am Donnerstag um 18.00 Uhr wiederholt.

Die Dreiklassengesellschaft

Funktionäre und wirtschaftlich Verantwortliche des deutschen Fußballs sprechen immer öfter davon, wie sich die Verhältnisse in den Ligen verfestigt haben. Zunächst waren es in meiner Wahrnehmung die Verantwortlichen solcher Bundesligavereine, die die Abstiegszone der Bundesliga frühzeitig hinter sich lassen wollten und sich dauerhaft auf einem sicheren Mittelfeldplatz etablieren wollten. Allen voran war das bei Eintracht Frankfurt Heribert Bruchhagen, der sich mit seinen öffentlichen Kommentaren zu den Zielen der Eintracht stets darum bemühte, die Erwartungen von Fans zu dämpfen. Aus einem anderen Beweggrund heraus benennt nun auch der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung in einem Interview mit dem  Kicker zum gegenwärtigen Lizenzierungsverfahren die Bedingungen, unter denen die Vereine in den ersten beiden Ligen arbeiten:

Wir haben zwei Ligen, aber im Grunde reden wir über drei Tabellen. Die mittlere Tabelle beginnt bei Platz 13 der Bundesliga und geht bis Platz sechs der 2. Liga. Dort bewegen sich in der Regel Klubs, die nicht absteigen oder möglichst schnell aufsteigen wollen. In dieser Situation scheint die Gefährdung besonders hoch, tendenziell größere Risiken einzugehen. Es könnte daher sinnvoll sein, die Leitplanken enger zu setzen, selbstverständlich im Rahmen des gerade vom UEFA-Exekutivkomitee verabschiedeten Financial-Fairplay.

Die DFL hat deshalb eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge zu einer Verschärfung des Lizenzierungsverfahrens erarbeiten soll. Was wirtschaftlich sinnvoll ist, wird Möglichkeiten zum sportlichen Erfolg weiter beschränken.

Salami-Spieltags-Kritiker-Pseudokritik

Gegen die Spielplanzerstückelung wurden viele Argumente vorgebracht. Vor allem im Amateurfußball formierten sich Gegner der neuen Anstoßzeiten. Wie macht man als DFL-Geschäftsführer nun die erste öffentliche Stellungnahme der DFL über die Akzeptanz der neuen Anstoßzeiten zu einer umfassenden Erfolgsmeldung und vermeidet das erneute Aufkommen der alten Diskussion? Dazu nehme man mit Peter Neururer einen leicht angreifbaren Gegner, der zu dem Thema Amateurfußball und Anstoßzeiten nichts gesagt hat, sich aber glücklicher Weise einmal kritisch zum Anstoßtermin, 13 Uhr samstags, geäußert hat. Dann mache man sich über den Gegner lustig und rechne mit Beifall von Fans für billigen Spott über einen umstrittenen Trainer mit Neigung zur vollmundigen Selbstdarstellung.


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