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SGD-Trainer Peter Németh scheint Herrn Zimmermann nicht zu mögen

Wenn es wirklich um was geht, machen mich Sonntagsspiele des MSV Duisburg zum Ende der Saison hin sehr unruhig, geradezu missmutig. Der Samstag ist mir dann sehr im Weg. Du wachst auf, und vor dir liegt ein Tag voller lästiger Stunden, die verbracht werden müssen. Geht mir bloß weg, mit den schlauen Ratgebersprüchen vom Leben im Hier und Jetzt. Völliger Unsinn ist das. Hier? Hier passiert diesen Tag nichts von Interesse. Hier ist Berlin. Was für eine langweilige Stadt. Die Neustadt Dresdens ist das bessere Friedrichshain, haben mir irgendwelche Neustadt-Hipster-Tester auf den Journaillien-Seiten für junge Leute einmal geflüstert. Hier und Jetzt kann ich nur sagen, die hatten recht. In Dresden spielt die Musik. Naja, zwar auch nicht jetzt, aber morgen.

Wer sich das Leben im Hier und Jetzt als leicht abschüssige Allee zu dem idyllischsten Ort der Menschheitsgeschichte vorstellt, hat keine Ahnung. Auch das Leben im Hier und Jetzt kennt die mühselige Steilstrecke mit Schlaglöchern und Kopfsteinpflaster. Dann kann ich noch so sehr jeden einzelnen Schritt mit vollem Bewusstsein erleben. Anstrengend ist das doch, und unangenehmes Umknicken ist auf solch holprigen, steilen Straßen gerne auch mal dabei. Dann soll Hier und Jetzt ganz schnell Dahinten und Gerade Eben gewesen sein. Erst wenn aus Dort und Bald Hier und Jetzt geworden sind, kommt meine gute Laune zurück. Bis morgen ist es für mich gerade so eine Steilstrecke.

Einen kleinen Teil dieser Strecke konnte ich vorhin mit der Pressekonferenz von Dynamo Dresden bewältigen. Beim Warten auf das Spiel des MSV hatte ich meine Freude mit dem besonderen Verhältnis des Dynamo-Trainers zu einem Journalisten, das ich sofort in Klatsch verwandel. Schon gehört? Momentan sind Dynamo-Trainer Peter Németh und MDR-Journalist „Herr Zimmermann“ anscheinend keine besonders guten Freunde. Der Einstieg in die Pressekonferenz mit der Frage nach der Trainingswoche scheint Peter Németh – ab Minute 0.41 – jedenfalls an irgendwas zu erinnern, was ihm nicht gefallen hat. Gut, dass noch was Zeit bleibt, damit die Atrmosphäre in dem Raum, wieder auftauen konnte.

Wir erfahren außerdem, 21.000 Zuschauer werden erwartet. Das ist eine ansehnliche, erwartungsvolle Kulisse. Zwischen vier- und fünfhundert dieser Zuschauer werden aber etwas anderes erwarten als der Rest. Immer noch sind es mehr als vierzwanzig Stunden bis zum Anpfiff. Gibt es noch mehr Pressekonferenzen, die mich zum Schmunzeln bringen? Mal sehen.

Das besondere Sportfoto: Peter Langenhahn

Ein paar von euch kennen als Eltern wahrscheinlich Bilderbücher, in denen Vorschulkindern das Funktionieren unseres Alltags gezeigt werden soll. Die Bilderbuchillustratoren müssen in solchen Büchern immer das Problem lösen, mit einem ereignishaften Moment dieses Alltags möglichst viele Handlungen eines Geschehens auf einem einzigen Bild darzustellen. Deshalb wirken solche Bilder oft so, als seien unsere Städte zwar übervölkert, aber dennoch mit Vollbeschäftigung beglückt.

Mich erinnern die Sportfotos von Peter Langenhahn an solche Kinderbücher. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung wurde ich am Freitag auf den Fotografen aufmerksam. Für ein Foto fügt er etwa 300 digitale Bilder zusammen und schafft so eine faszinierende Gleichzeitigkeit von eigentlich nacheinander stattfindenden Ereignissen. Den Fußball hat er mit dem Relegationsspiel der vorletzten Saison 2009/2010 zwischen dem Zweitligisten FC Augsburg und dem Bundesligisten 1. FC Nürnberg vor die Kamera genommen. Das Foulspiel ist Grundmotiv dieses Fotos. Die Kopien der Fotos auf seiner eigenen Webseite sind noch etwas größer und lassen mehr Details erkennen, was unbedingt nötig ist, wenn er ein ganzes Sportgeschehen auf einem einzigen Foto anordnet. Am besten wäre es wahrscheinlich, sich die Fotos als Abzug ab August auf der Internationalen Ausstellung zeitgenössischer Künste in Dresden anzusehen.

 

 


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