Posts Tagged 'Duisburg'

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 32: Christian Spließ – Kein Duisburg-Lied

Eine Premiere für die Heimatlied-Abteilung im Zebrastreifenblog: ein Notenblatt statt des produzierten Lieds. Christian Spließ begleitet seit Jahr und Tag das Geschehen in Duisburg mit kritischem Blick. Auf seinen verschiedenen Plattformen im Netz finden sich immer wieder Kommentare zur Kultur in Duisburg oder zu städitscher Entwicklung. Mit einem Klick geht es zu seiner Seite im Netz. Auf xtranews veröffentlicht er immer wieder Meinung. Bei Facebook ist Cristian Spließ zu finden.

Nicht oft finden sich Heimatlieder, die von Ratlosigkeit und einem zwiespältigem Verhältnis zur eigenen Stadt bestimmt sind. Wenn Christian Spließ ein Lied über Duisburg schreibt, klingt in seinem Text Enttäuschung über die Stadt an. Er feiert Duisburg nicht. In Duisburg erfährt man etwas, was aus der Stadt hinaustreibt. Die Bindungskraft aber ist genauso groß. Das Verhältnis ist „kompliziert“. Zunächst einmal nur der Text, weiter unten finden sich die Notenblätter.

Kein Duisburg-Lied

Die Drähte singen ihre Melodien.
Sie fragen mich: „Warum willst du nicht fliehn?
Die Scherben deines Wollens: Hier liegen sie.
Sieh doch: Herz und Hände, schwarz wie nie.“

Refrain
Ich möchte bleiben, möchte gehn,
ich kann es einfach nicht verstehn;
Diese Sehnsucht voller Zorn,
drei Schritt zurück, einer nach vorn.
Der Status zwischen uns ist kompliziert.

Die Segel sind gehißt, der Wind steht gut.
Möwenkreischen, laute Taubenbrut.
Sollte ich doch länger hier bleiben?
Ich stehe still, seh die Gedanken treiben

Zeig mir doch dein Herz, zeig dein Gesicht.
Alles was du bist, das hat Gewicht.
Die Melodie der Drähte, sie hör ich kaum,
schenkst du mir Vertrauen, einen weiten Raum.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen. Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

Und hier nun auch die Notenblätter

 

Auf zum Ball der Solidarität ab 18 Uhr in Hochfeld

Heute findet in der Alten Feuerwache in Hochfeld ab 18 Uhr bis 0 Uhr der Ball der Solidarität statt. Auf dem Plakat unten und in der Berichterstattung der lokalen Medien wird mit dem Stichwort „cooperative“ das Augenmerk vor allem auf das Verbinden und Kennenlernen gerichtet. Als ich von dem Vorhaben hörte, diesen Ball zu veranstalten, hatte ich den Ball vor allem als das angesprochene Zeichen für ein friedliches Zusammenleben im Blick. Ich hatte etwas im Blick, was meiner Meinung nach wichtiger ist als das Vernetzen.

Ich habe vor allem darauf geschaut, dass mit diesem Fest öffentlich werden kann, wieviele Menschen in Duisburg sich für ein mitmenschliches Zusammenleben in der Stadt engagieren. Ich sah den Ball vor allem als eine Veranstaltung, die in die Stadt hineinwirkt und den Duisburgern zeigt, was sonst, verstreut wahrgenommen, nicht als Kraft der Stadt erkennbar wird. Mich erinnerte dieser Ball in seinen Möglichkeiten an den Sommer 2013 rund um den MSV, als für die Stadt etwas sichtbar wurde, was sonst nur vereinzelt und in eigenen Gruppen gelebt wird.

So kommt zum Ball der Solidarität und zeigt Duisburg, wie viel von dieser besonderen Energie in der Stadt steckt,  diese besondere Energie, ohne die mitmenschliches und friedliches Zusammenleben nicht möglich ist.

 

 

Bild könnte enthalten: Text

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 31: Prinz Mark I. – Duisburg, ole

Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei. Am Aschermittwoch ist es Zeit für die Archivarbeit. In dieser Karnevalssession ist das Heimatlied – Sektion Duisburg durch das Mottolied des Duisburger Karnevalsprinzen Prinz Mark I. erweitert worden. Prinz Mark I. gehört der Römergarde der Stadt Duisburg an.

Ihr wisst, grundsätzlich begrüße ich jedes Lied, das die Stadt besingt, weil sehr gute Heimatlieder eine breite Basis brauchen. Man braucht viel vom deutschen Stadthymnen-Einheitsbrei für ein Heimatlied, das wahrhaftig ist und berührt. „Duisburg ole“ ist ein samba-inspiriertes Stimmungslied. Der Ansatz ist gut, doch beim Text hätte man zweimal etwas länger nachdenken müssen. Zum einen wird einmal kräftig im Städtevergleich daneben gegriffen, zum anderen wird eine Steilvorlage ausgelassen. Es gab die Möglichkeit für Tiefe in diesem Stimmungslied.

Beim Städtevergleich wird die Haltung, in der das Lied gesungen wird, für einen Moment lächerlich. In Duisburg lässt sich eine Zeile wie „Hier ist mehr los als in München, Hamburg oder in Berlin“ nur ironisch singen. Diese Ironie gibt es in dem Text nicht. Sie ist nicht als Größenwahn angelegt, sie ist aber auch nicht als feine Spitze angelegt. Dieser Satz ist ernst gemeint. Mit ein wenig Abstand macht mich solch ein Satz traurig, weil dahinter eine Sehnsucht spürbar ist, die unerfüllt bleiben wird.

Dabei beginnt der Text zunächst anders als mit dem provinziellen Selbsterhöhungseinerlei.  „International seit dem Römerwall, hier sind keine Fremden in der Stadt. Hamborn, Neudorf, Rahm, Buchholz, Beeck und Laar, alles Orte, wo man Freunde hat. “ So fängt es an. Die Namen, die dann aufgezählt werden, sind aber gar nicht so international. Werner, Anton, Magdalene und Justine. Schade. Guter Ansatz, verbesserungswürdige Ausführung.

Das nur im Ansatz des Textes gelungene „Duisburg ole“ gibt mir die Gelegenheit, an die Heimatliedfolge mit der Hochfeld-Serenade von Matthias Lixenfeld zu erinnern. Lixenfeld schrieb Karnevalslieder und stand in der Tradition des rheinischen Karnevalslied, bei dem der realistische Blick auf die Wirklichkeit jedes ungebrochene Bejubeln von eigenem Leben und Welt verbietet.

 

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In eigener Sache: VHS-Vortrag zum Sommer 2013 in Duisburg und der Rettung des MSV

Zwei Unterrichtseinheiten lang ist diese Veranstaltung, ein Vortrag mit anschließendem Publikumsgespräch – wenn man das liest, reden wir über eine Veranstaltung der VHS Duisburg. Am Montag, den 30. Januar, halte ich in der VHS im Stadtfenster, Steinsche Gasse 26, einen Vortrag über die Rettung des MSV im Sommer 2013. Um 20 Uhr beginnt die Veranstaltung, sie endet um 21.30. Zur Ankündigung im Programm der VHS geht es mit einem Klick. Mir geht es nicht nur um die Fakten selbst, sondern auch um die Frage, wie die komplizierte Rettung des MSV Duisburg nach dem Entzug der Zweitligalizenz als starke Geschichte in dem Buch „Mehr als Fußball“ erzählt werden konnte? Und was solch eine Geschichte für Duisburgs Stadtidentität bedeutet.

Stadtteil-Bestseller und der Neumühler Neujahrsempfang

2016-12-28_bestseller_msv_buchSchon beim Jahresendspurt 2016 las ich in der Mayerschen das Wort Bestseller unter meinem Buch. Aus dem MSV-Shop  erhielt ich eine Nachbestellung und ich begann mir Gedanken, über den Nachdruck zu machen. Wenn die Erstauflage nach etwas mehr als drei Wochen so gut wie ausverkauft ist, freut das das nicht nur Autoren sondern auch all die anderen Gewerke in meinem Ein-Mann-Start-Up-Unternehmen des Literaturbetriebs.

2017-01-07_bestsellerlisteAm Wochenende nun war in WAZ und NRZ wieder die Bestsellerliste einer Duisburger Buchhandlung abgedruckt. Dieses Mal waren es die best verkauften Bücher in der Hamborner Buchhandlung Lesezeichen. Und auch hier findet sich „Mehr als Fußball“ auf der Liste. Vier Bücher mit lokalem Bezug führen diese Liste an. Auch auf Platz 6 und Platz 9 finden sich weitere, in dem Fall erzählerische Werke über die Welt des Ruhrgebiets. Bemerkenswert, wie sehr das Interesse der Käufer in einer Buchhandlung des Stadtteils vom Wunsch geprägt ist, einen Blick auf die eigene Wirklichkeit zu erhalten.

Gestern habe ich übrigens als Vorsitzender von Lemonhaus e.V., dem Förderverein vom Jugendzentrum Zitrone, am Neujahrsempfang der Neumühler Pilssucher teilgenommen. Dieser vom Karneval geprägte Neujahrsempfang ist zugleich ein Ausdruck lebendiger Stadtteilkultur. Eine „Neumühler Bürgerin und ein Neumühler Bürger des Jahres“ werden für ihr Engagement innerhalb des Stadtteils ausgezeichnet. Gisela Usche und Jörg Weißmann wurden es in diesem Jahr. Ausdrücklich und immer wieder auch beiläufig wird an Werte erinnert, die das Zusammenleben in einem Stadtteil erst möglich machen. Das geschieht nicht in wohlfeilen Politikerworten, sondern das sagen Menschen des Stadtteils, die sich für ihre Welt verantwortlich fühlen.

Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link war ebenfalls gekommen und sprach ein Grußwort. Am Rande der Veranstaltung begrüßten auch wir uns persönlich, und Sören Link ließ es sich nicht nehmen, mir zu „Mehr als Fußball“ zu gratulieren. Ein schönes Buch sei das geworden. Mich freut es natürlich, dass auch der Oberbürgermeister Duisburgs dieses Buch wahrnimmt und so allmählich gelingt, was ich beabsichtigt  habe – eine starke Geschichte Duisburgs immer wieder neu zu erzählen.

cover_kleinRalf Koss, Kees Jaratz: Mehr als Fußball, 363 Seiten, € 14,90
ISBN 978-3-00-054423-1

Falls ihr Interesse am Buch habt, das Kontaktformular ausgefüllt und abgeschickt.

Rechtliche Hinweise und Datenschutz.

Wenn ihr einen ersten Eindruck gewinnen wollt, klickt auf die Vorschaubilder. Vorwort und die ersten Seiten der Geschichte des Sommers habe ich online gestellt.

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 30: Hilde Marie Zuschneid mit Duisburg

Eine Liedermacherin tourt durchs Land und lässt sich von ihren Auftrittsorten zu neuen Liedern inspirieren. So muss man es sich wohl vorstellen, wie Duisburg von Hilde Marie Zuschneid entstanden ist. Neben diesem Lied über den Ruhrstadt-Stadtteil gibt es von ihr bei youtube Stücke etwa über Frankfurt, Augsburg oder Eschwege. Im Netz findet sich so gut wie keine schnelle Information über diese Liedermacherin. Wer länger rechercherieren möchte, die Infos sind hier willkommen.

Musikalisch führt der Auftakt zunächst in die Folk-Ecke der 70er, um schnell  Richtung Lied-Tradtion á la der beiden Kurts, Weil und Eisner, abzubiegen. Textlich schmeißt sie sehr unterschiedliche Zeiten der Duisburger Arbeitswirklichkeit zusammen, um tief in die Versatzstück-Kiste des sozialkritischen Lieds zu greifen. Immer haben es die Arbeiter schwer, die herzlosen „Herren“ fehlen ebenso wenig wie die streikenden Arbeiter, auf die einmal geschossen wurde. Duisburgs Wirklichkeit ist eine der Akkordarbeit, des unbarmherzigen Arbeitsalltag und des kleinen Glücks einfacher Menschen, das zwischen den Finger zerrieselt.

Böse formuliert ist das ein Herzens-Schlager für das gereifte linke Publikum. Freundlicher geht es allerdings auch, und dann ist dieses Lied das Bemühen im Vorübergehen, etwas von Duisburg zu erfassen, was allerdings viel zu ungenau und oberflächlich bleibt, um als Beschreibung der städtischen Gegenwartswelt wirkliche Kraft zu entfalten.

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Halbzeitpausengespräch: Franz Voll – Inside Duisburg Marxloh

Im Oktober auf der Buchmesse sprang mir beim Vorübergehen am dtv-Stand das Wort „Marxloh“ ins Auge. Marxloh, ein einziges Wort in großen Lettern. Erst beim zweiten Blick las ich den erläuternden Vorspann zum Stadtteilnamen vom Gesamttitel des Buchs „Inside Duisburg“. Ein Buchcover als Beleg für eine Karriere der unangenehmen Art. Der Stadtteilname Marxloh ist in der öffentlichen Debatte über die Entwicklungen in Deutschland zu einer Chiffre geworden, mit der schnell eine Wirklichkeit behauptet werden kann, die als schreckliche Zukunft dieses Landes uns allen bevor steht.

Darauf werden die Duisburger auch von der lokalen Presse immer wieder hingewiesen. Das Schrecken verbreitende Schlagwort dieser Gemeingut gewordenen Marxloh-Beschreibung lautet „No-Go-Area“. Am Wochenende noch wurde in einem längeren Artikel der Rheinischen Post Marxloh als Biotop der libanesischen Clan-Kriminalität beschrieben.  Als Schauersoundverstärker fand sich selbstverständlich auch eine Politikerstimme, die mahnend „No-Go-Area“ brummte. Am Montag wurde das entworfene Bild in den Blättern der Funke Medien Gruppe korrigiert. Marxloh ist laut Polizeipräsidentin Elke Bartels keineswegs eine „No-Go-Area“. Die polizeiliche Präsenz müsse allerdings hoch gehalten werden, um die Entfaltung des kriminellen Milieus zu verhindern.

Festzuhalten bleibt, „No-Go-Area“ ist  kein Begriff, der Voraussetzungen der Polizeiarbeit beschreibt. Es ist ein Debattenbegriff, ein Schlagwort. Das wusste auch der Fernsehjournalist Franz Voll. Schlagworte vereinfachen und sind deshalb für recherchierende Journalisten eine bestens geeignete Arbeitsgrundlage. Schlagworte sind übergroße Hinweisschilder für geeignete Themen, weil die genau rechercherierte Wirklichkeit jedes Schlagwort zerbröseln lässt. Ein halbes Jahr hat Franz Voll in Marxloh zugebracht. Er hat mit vielen Menschen gesprochen und festgehalten was sie gesagt haben. Er hat seine eigenen Beobachtungen notiert, um mit „Inside Duisburg-Marxloh“ sein Bild der Wirklichkeit des Duisburger Stadtteils zu zeichnen.

Das Buch stellt vor allem diese vielen Stimmen des Stadtteils nebeneinander. Franz Voll lässt Marxloher der unterschiedlichen Generationen zu Wort kommen. Er befragt die Repräsentanten der Stadt wie den Ober- und Bezirksbürgermeister. Er verdichtet die Stadtteilgesellschaft, indem er typische Bewohner Marxlohs versammelt. Zu- und Weggezogene lässt er sprechen, Deutsche, Türken, türkischstämmige Deutsche, Flüchtlinge. Schüler kommen zu Wort, Rentner, die wegziehen wollen.

Er schreibt aus einer subjektiven Perspektive in einem gewöhnungsbedürftigen Stil, der an die TV-Dokumentationen des Privatfernsehens erinnert. Sein Blick auf Marxloh wirkt in Teilen bewusst naiv gehalten. Eigene Gefühle nutzt er immer wieder plakativ, um die erlebte Wirklichkeit darauf zu beziehen. So macht er sich zum Sprachrohr der Sorgen und Ängste eines vorurteilsbelasteten Besuchers des Stadtteils, der nach und nach seine Befürchtungen entkräftigt sieht. Dennoch beschönigt er nichts. Er lässt Menschen zu Wort kommen, die lieber gestern als heute dem Stadtteil den Rücken kehren wollen. Dagegen stellt er die Stimmen von überzeugten Marxlohenern, die dankbar sind, dass endlich mal jemand versucht zu beschreiben, wie es wirklich in dem Stadtteil aussieht.

Sein Fazit: Marxloh ist ein Stadtteil mit Problemen, aber keinesweg eine No-Go-Area. Franz Voll kennt Orte wie Marxloh überall in Deutschland und appeliert mit einer Auflistung solcher Orte am Ende an die Bereitschaft der Leser, die Wirklichkeit Marxlohs nicht als Besonderheit sondern als gewisse Normalität in diesem Land zu bewerten.

Franz Voll hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau hinzusehen und das ist schon viel in dieser Gegenwart, die Fakten gegenüber so oft gleichgültig ist. Allerdings führt sein Ansatz, dieses Marxloh in eine Reihe ähnlicher Orte in Deutschland zu stellen, nicht all zu weit bei der Korrektur des öffentlchen Bildes von Marxloh. Um diese Bestandsaufnahme auf grundlegende Weise fruchtbar zu machen, braucht es das Verstehen, wozu eine Gesellschaft solche Chiffren wie Marxloh benutzt.

Beim genauen Hinsehen auf eine vielfältige Wirklichkeit löst sich zwangsläufig ein Schwarz-Weiß-Denken auf. Doch wird jeder Leser in diesem Buch Argumente finden, um seine gewohnte Einstellung zu Vierteln wie Marxloh bestätigt zu sehen. Als aufklärerische Erkenntnis des Buchs ergibt sich alleine das Resumée, Marxloh ist keine No-go-Area. Das erstaunt nun nicht. Bei allen Problemen dieses Deutschlands lässt sich doch festhalten, dass das Gewaltmonopol des Staates nur in Ausnahmefällen gefährdet ist. Die Ausnahmen werden sogleich Skandale und führen zu großen öffentlichen Diskussionen. Der Ausnahmefall bleibt damit Ausnahmefall.

Wer also über die Wirklichkeit in Marxloh nachdenkt und Perspektiven aufzeigen will, muss in einem nächsten Schritt sich darüber Gedanken machen, welche sozialen Probleme mit einer Chiffre wie Marxloh im Gespräch gehalten werden. Es nutzt nichts, darauf zu verweisen, dass es an anderen Orten dieses Deutschlands genauso aussieht wie in Marxloh. Diese Gesellschaft braucht für das öffentliche Reden griffige Formeln, und so lange das Denken in dieser Gesellschaft an vielen Orten aus unterschiedlichen Gründen von Angst bestimmt wird, so lange werden Orte wie Marxloh für diese Angst symbolhaft herhalten müssen. Die Aufgabe die Wirklichkeit in ihren Facetten festzuhalten, gibt es dennoch. Das hat Franz Voll gemacht, und dafür hat sich sein Aufenthalt in Marxloh gelohnt.

Inside Duisburg-Marxloh, Umschlag gross anzeigen

Franz Voll: Inside Duisburg-Marxloh. Ein Stadtteil zwischen Alltag und Angst. Verlag Orell Füssli, 224 S., 17,95 €.


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