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Tosic kommt nicht zum MSV – Und das ist gut so!

Mal ehrlich, der MSV Duisburg kann froh sein, dass Dusco Tosic lieber in England unterkommen möchte als in Duisburg. Alles, was ich seit gestern Mittag über ihn erfahren habe, lässt mich doch stark vermuten, seine Vorstellungen von Professionalität und gutem Fußballer-Leben hätten weder in die wenig glamouröse Stadt Duisburg gepasst noch zu Milan Sasic, den ich als sehr bodenständig erlebe.

Auch das gehört zu den Vorüberlegungen bei einer Verpflichtung: Welchen Einfluss hat es auf das Gefüge der Mannschaft und das sportliche Umfeld, wenn ich über den zu verpflichtenden Fußballer nicht nur im Sportteil etwas zu lesen bekomme sondern auch auf den Glamourseiten der Boulevard-Blätter? So ist es für mich ebenso ein verwegener Gedanke, seine Frau Jelena Karleusa in der VIP-Lounge der MSV-Arena Schnittchen essen und ein Wasser trinken zu sehen wie ein Foto von ihr mit neuester Frisur und gewagtem Oberteil im Duisburger Lokalteil von WAZ oder NRZ.

Dennoch will ich Bruno Hübners Aktivitäten beim Tosic-Teil des Ausleihgeschäftes nicht bewerten, weil es gerade bei solchen Paketgeschäften wie dem Wagner-Transfer auf die Details ankommt. Die kennen wir aber nicht. Womöglich war es bei diesem Geschäft so wie in der Politik, wenn einzelne Fragen zu Teilen einer mit dem Koalitionspartner mühsam ausgehandelten Gesetzesvorlage werden. Der Abgeordnete muss sich also überlegen, ob er wegen des ihm ungleich wichtiger scheinenden einen Gesetzes in dem anderen Fall  Zweifel vernachlässigt oder sich gar gegen seine innere Überzeugung wendet. All das kann auch bei dem Wagner-Paket-Transfer möglich gewesen sein.

Was wir jetzt sowohl aus Bremen als auch aus Duisburg zu lesen bekommen, rückt natürlich das Verhalten Dusco Tosics in den Blick. Klaus Allofs wird nach der Bremer Vertragsauflösung mit Tosic überall – und hier nur ein Beispiel – l mit diesem Satz zitiert: „Nach seinem erneuten Fehlverhalten in den vergangenen Tagen sind wir froh, dass dieses Kapitel nun abgeschlossen ist. Dass sich ein Spieler so verhält, haben wir noch nicht erlebt“. Und Bruno Hübner legt Wert darauf, dass der MSV Duisburg sich nichts hat zu Schulden kommen lassen.

Zu meiner großen Beruhigung war man beim MSV Duisburg schon gestern Abend in der Lage, eine Pressemitteilung mit der Stellungnahme Bruno Hübners herauszugeben. Vor der Saison waren offizielle Worte des MSV Duisburg doch immer mit einiger Verspätung verkündet worden. Manchmal möchte ich bei solch ungewöhnlichen Paket-Geschäften ein stiller Beobachter sein, um einmal genau zu erfahren, wie es zu dem kommt, was der Öffentlichkeit präsentiert wird. Für heute weiß ich nur, der Tosic-Teil des Geschäfts zwischen dem MSV Duisburg und Werder Bremen ist gescheitert. Und das ist gut so!

Kein Konzert im Ruhrgebiet von der „schärfsten Spielerfrau“

Es hätte so schön sein können. Dusco Tosic kommt für ein paar Monate zum Fußballspielen nach Duisburg, und seine Frau Jelena Karleusa gibt zum Kulturhauptstadtjahr ein von Funkhaus Europa gesponsertes Konzert. Doch so kurzfristig konnten Fritz Pleitgen und die Programm-Planer des Kulturhauptstadtjahres anscheinend keine freie Bühne mehr für die serbische Popsängerin finden. Vielleicht entsprach die –  laut Bild-Zeitung – „schärfste Spielerfrau“ aber auch nicht dem Programmprofil. Nun kann sie sich hier bei all den anderen abgelehnten Ruhr.2010-Projekten mit einreihen. Dusco Tosic kommt nun natürlich auch nicht mehr zum MSV Duisburg. Zum Trost gibt es ja Youtube:

Auf wiedersehen und herzlich willkommen

Lange habe ich von den Lobby-Arbeitern der Wirtschaftsverbände keine Klagen mehr über die mangelnde Flexibilität deutscher Arbeitnehmer gehört. Vor zehn Jahren ungefähr war das noch anders. Der unflexible deutsche Arbeitnehmer scheint allmählich in Rente zu gehen. Der Nachwuchs aber ist flexibel bis zum Wanderarbeiterdasein, weil er in diesen letzten Jahren als Fußballfan von Kind auf lernen musste, von jetzt auf gleich mit den veränderten Kaderzusammensetzungen seines Vereins zurecht zu kommen.

Gestern noch ein Lebenszeichen von Sandro Wagner aus der Reha-Maßnahme, morgen schon für den Boulevard zum Fototermin neben dem Roland von Bremen bereit. So geht das heutzutage, und man kann froh sein, dass Bruno Hübner eine Ablösesumme ausgehandelt hat. In Duisburg hoffen wir natürlich, dass die Vertragspartner über die Höhe dieser Summe deshalb schweigen, weil Klaus Allofs in Bremen kein Gerede aufkommen lassen will, viel Geld für einen verletzten Spieler auszugeben, der am Ende der Saison kostenlos gekommen wäre. So viel Geld! Ach, das wäre schön.

Doch nicht nur Geld wird da getauscht sondern auch Fußballer. Im Gegensatz zu Sandro Wagner sind die von Werder Bremen kommenden Kevin Schindler und Dusco Tosic nämlich sofort einsatzbereit. Für Schindler ist der MSV Duisburg  nach Hansa Rostock und dem FC Augsburg ja nun die dritte Ausleihstation. Vielleicht passt es ja in Duisburg für ihn am besten. Im Angriff brauchen wir jedenfalls neben Srdjar Baljak sofort jemanden, der eine Ahnung davon hat, wie es sich anfühlt, torgefährlich zu sein. Und wie ich lese, wollte Sasic Schindler schon in Kaiserslautern gerne in seiner Mannschaft haben.

Und Tosic? Ich weiß es nicht. Allerdings beginnt jetzt auch jene Zeit der Saison für mich, in der ich neben der eigentlichen Leistung der Mannschaft des MSV Duisburg auch auf die Mithilfe anderer Mannschaften zu setzen beginne und sich mein Blick für die Zeichen des Schicksals zu schärfen beginnt. In Köln wird gerade ein Ausleihgeschäft regelrecht gefeiert. Zoran Tosic kommt von Manchester United für den Rest der Saison. Vielleicht wohnt dem Namen Tosic ja so was wie eine Energie des Erfolgs inne. Ich hoffe das natürlich sehr, selbst wenn wir noch nicht recht wissen, wo Zorans Namensvetter Dusco im Mannschaftsgefüge des MSV Duisburg seinen Platz findet.

Fußballspieler wollen gerne spielen, aber die von Fußballwanderarbeitern geforderte Flexibilität ist dennoch nicht naturgegeben. Da kannte sich der deutsche Arbeitnehmer alter Zeiten zur Genüge mit aus. Es lässt sich einfach leichter arbeiten, wenn nicht nur die Bedingungen der Arbeit selbst stimmen, sondern auch nach der Arbeit weiter gute Laune herrscht. Ein paar nette Leute in der Nachbarschaft, die Familie in vertrauter Umgebung, so was hebt die Stimmung. Es sei denn, da bastelt einer noch an der großen Karriere. Dann lässt es sich auch einige Zeit im möblierten Appartement und mit leerem Kühlschrank aushalten. So viel gibt es, was wir nicht wissen bei so einem Ausleihgeschäft, wenn die WM in Südafrika nicht als symbolträchtiger Leistungsanreiz zur Schlagzeile gemacht werden kann.


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