Posts Tagged 'Dynamo Dresden'

Man kann nicht nicht einen Spielbericht schreiben

Man kann nicht nicht kommunizieren. Von Herrn Watzlawiks Satz haben schon viele Menschen gehört oder gelesen. Er passt in gewisser Weise zu meinen Worten heute.  So schreibe ich auch ohne viele Worte zur 1:3-Niederlage des MSV gegen Dynamo Dresden einen Spielbericht. Ich hatte es schon mehrmals angedeutet, und heute passiert es. Mir fällt zu dieser Niederlage nichts mehr ein, was über das Spiel hinaus führt. Deshalb schreibe ich auch nichts zu dieser Niederlage. Ich war trotz Erkältung im Stadion, ich habe das Spiel gesehen, ich habe gesehen, was alle gesehen haben und das braucht keine Wiederholung in Worten, wenn diese Wiederholung nicht dem Spiel etwas hinzufügt, was diese schlechte Leistung des MSV erträglicher macht. Wie die Mannschaft in der ersten Halbzeit aufgestellt war, hat sie nicht funktioniert. Sinnbild dafür war Kevin Wolze, der im defensiven Mittelfeld von Anpfiff an unsicher wirkte, bloß keinen Fehler machen wollte und deshalb einen Fehlpass nach dem anderen spielte. Bedeuteten Worte zur Mannschaftsleistung also auch Worte zu Thorsten Lieberknecht? Kein Wort mehr. Es ist Heiligabendmittag, und man kann nicht nicht einen Spielbericht schreiben. Das ist schon klar. Manchmal reichen auch nicht gesagte Worte, um zu wissen, wie ein Spiel gewesen ist.

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Wenn Ansgar Brinkmann ins Erzählen kommt

Irgendwann hat im Ostwestfälischen wahrscheinlich mal jemand gedacht, wenn Ansgar Brinkmann über seine Laufbahn als Fußballer ins Erzählen kommt, könnte man eigentlich mal ein Aufzeichnungsgerät mitlaufen lassen. Dann wäre der Grundstock für eine ganz passable Fußballer-Autobiografie gegeben. Schließlich hatte Ansgar Brinkmann großes Talent. Weil er dieses Talent aber nicht dauerhaft zu seinem beruflichen Erfolg nutzte, gäben seine Anekdoten eine schöne Fallhöhe bei der Lektüre her. Es gäbe Brüche in der Laufbahn und Geschichten außerhalb des Fußballplatzes, die Ansgar Brinkmann schon zu aktiven Zeiten in die Schlagzeilen brachte.

Das Aufzeichnungsgerät hat schließlich der Journalist Bastian Henrichs bedient. Er hat das Erzählte vermutlich strukturiert, meist in chronologischer Form, und er hat den mündlichen Ton als Stilmittel beibehalten. „Der weiße Brasilianer“ lauten nun die Erinnerungen von Ansgar Brinkmann an seine Zeit als Fußballer. Ansgar Brinkmann beendete seine Laufbahn nach einer letzten Saison für Preußen Münster im Jahr 2007. Zwischen Münster, Bielefeld und Osnabrück war Ansgar Brinkmann verwurzelt. Dorthin zog es ihn als Fußballer immer wieder zurück, auch wenn die Vereine dort nur selten in der ersten Liga zu finden waren. Dort aber hatte er anscheinend das Gefühl, seinen Beruf als Fußballer einigermaßen mit seinem Hang zum Sorglosen und Handeln ohne nachzudenken,  in Einklang bringen zu können. Vielleicht war es auch umgekehrt so, die Verantwortlichen sahen die Chance für ihre Verein einen so talentierten Fußballer zu verpflichten, wie es ohne die Nebentalente als Persönlichkeitseigenschaften Brinkmanns nicht möglich gewesen wäre.

Ansgar Brinkmann erzählt also in „Der weiße Brasilianer“ von seinem Weg als Berufsfußballer. Das Wort Karriere scheint mir bei allem Talent von Ansgar Brinkmann angesichts des wechselvollen Hin und Her nicht ganz passend für diese Zeit als Fußballer. Weil Ansgar Brinkmann in so vielen Vereinen gespielt hat und dabei noch mehr unterschiedlichen Menschen im Fußballgeschäft begegnet ist, gibt es auch ohne fußballerische Momente von überregionaler Bedeutung in diesem Fußballerleben etwas zu erzählen.

Das ist gerade deshalb bemerkenswert, weil dieses Erzählen ohne viel reflektierende Distanz geschieht. Normalerweise sind Biografien dieser Art gähnend langweilig, weil das unreflektierte Ich die Banalität des eigenen Lebens aus Selbstverliebtheit überhöht und nie den Mut besitzt, in dunkle Ecken des eigenen Lebens Licht zu werfen. Ansgar Brinkmann und Bastian Henrichs lösen das Problem, indem die Fehler im Leben Brinkmanns mit ihren Konsequenzen auserzählt werden. Das erinnert manchmal an den Versuch einer Schelmengeschichte und dem augenzwinkernden Werben um das wohlwollende Urteil des Lesers über die Person Brinkmann. Wenn Fehler sich aber im Leben wiederholen, dann kommt  die Lebenserfahrung dieses Lesers dem Aufkommen grundsätzlicher Leichtigkeit ein wenig in die Quere.

Ansgar Brinkmann lässt hinter die Kulissen gucken und versucht, möglichst gut dabei wegzukommen. Weil er bei letzterem nicht zu aufdringlich wirkt, steht die interessante Anekdote aus seinem Fußballerleben im Vordergrund. Wir erfahren, so ging es zu im Fußballgeschäft der zweiten bis dritten Reihe dieses Landes ab Ende der 80er bis zum Jahr 2007. Allerdings haben diese schnell gelesenen Geschichten mit fast zwanzig Euro auch einen stolzen Preis.

Ansgar Brinkman – Der weiße Brasilianer. Aufgezeichnet von Bastian Henrichs. Delius Klasing  Verlag, Bielefeld 2011. 208 Seiten. € 19,90.

Saisonvorbereitung – Leichtes Aufwärmen mit Blogs zu den Neuen in Liga 2

Die Sommerpause ist zu kurz. Da haben die Trainer der Zweitliga-Vereine recht. Es gibt einfach einfach zu wenig Zeit, und dazu ist das letzte Wort noch nicht geschrieben. Ich bin völlig aus meinem Rhythmus für die Sommerzeit gekommen. Und wo jetzt noch zu Spielerverpflichtung und Saisonvorbereitung vom MSV Duisburg die Frauenfußball-Weltmeisterschaft hinzukommt, läuft die eigene Saisonvorbereitung völlig aus dem Ruder.

Zwar habe ich schon zwei Tage nach dem letzten Relegationsspiel zwischen Zweit- und Drittligisten mit den Aufräumarbeiten begonnen, doch das geriet irgendwann ins Stocken. Aufgeräumt wird immer bei mir, wenn ein Projekt abgeschlossen ist und Neues bevor steht. Was nicht mehr gebraucht wird, muss zum Wiederfinden abgelegt werden. Das Neue nehme ich in Augenschein durch wildes Herumlesen. Also, habe ich auf der Link-Seite Auf- und Abstiege nachvollzogen und nach Blogs zu den neuen Vereinen in Liga 2 gesucht. Den Faden nehme ich heute wieder auf zu meiner persönlichen Saisonvorbereitung.

Die Absteiger aus der Bundesliga sind bei mir blogwärts schon vorhanden gewesen.  Blog-G. Notizen zu Eintracht Frankfurt hat seine Heimat bei der Frankfurter Rundschau und wird mit entsprechender lokalsportjournalistischer Unterfütterung betrieben. Unabhängig, privat und gehaltvoll bietet sich The Diva and the Kid  dar. Aus Frankfurter Sicht werden wir also bestens versorgt werden.

In der weitläufigen Blog-Landschaft rund um den FC St. Pauli muss man sich ersteinmal zurechtfinden. Mein Orientierungspunkt dort war Jekylla mit ihrem Blog Fabulous Sankt Pauli. Nun teilte Jekylla Ende Juni mit, sie stellen ihren Fußballblog ein. Das ist sehr schade, und man weiß ja nie … Doch ihre Worte klingen sehr endgültig. Nun stehe ich vor der Aufgabe entweder die lange Liste von weiteren Blogs selbst durchzuarbeiten oder sie  unbesehen in diesen Beitrag  zu übernehmen. Weder das eine, noch das andere passt mir ganz in den Kram. Ich verweise deshalb auf die Link-Liste, wo die Blogs erstmal unkommentiert aufgenommen sind.

Übersichtlicher wird es bei den Aufsteigern. Zu Eintracht Braunschweig gibt es einen Blog, der sich auf den ersten Blick sehr auf das Sportliche konzentriert: Eintracht Braunschweig – Analysen, Stellungnahmen und vieles mehr …  Über den FC Hansa Rostock gibt es bei Blog 8 immer mal wieder etwas zu lesen. Fußball ist dort aber nur ein Teil der vielfältigen Interessen des Autors.  Zu Dynamo Dresden habe ich keinen Blog gefunden. Ich hatte doch einen gefunden, aber in der Menge der Lesezeichen wieder vergessen. Auch hier scheint zu gelten, Konzentration auf Verein und das Sportliche:  der Dynamo Dresden Blo(ck)g. Weiterhin gilt auch:  Zur Vervollständigung der Liste sind sachdienliche Hinweise gern gesehen.


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