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Dänen lügen nicht – Bewegtbilder aus der Pokalvergangenheit gegen den FC

Neulich erzählte ich es schon, ein nach Duisburg zugezogener Däne hospitiert momentan bei mir. Der Stig kommt aus Aarhus, und  wenn sich einer dort als Jugendlicher Ende der 1990er Jahre für Fußball interessierte, ist es schon verständlicher, warum seitdem sein Herz für den MSV Duisburg schlägt. Die Geschichte wird er sicher später mal selbst erzählen.

Gestern saß er schon an seinem Premierenbeitrag hier, den ich aber erst nach dem Spiel gegen Dresden online stellen werde. Denn Der Stig hat schöne Bewegtbilder zur Pokalvergangenheit mit dem 1. FC Köln gefunden. Allerdings versteht er nicht, warum ich mich heute noch voll und ganz auf das Punktespiel gegen Dynamo Dresden konzentrieren will. Das Pokalspiel ist doch nur das wunderbare Zusatzprogramm bei der viel wichtigeren Pflicht, drei Punkte gegen Dynamo Dresden zu holen. Jetzt schon einen Blick auf Dienstag zu werfen, das lenkt zu sehr ab. Wenn wir das hier machen, geht das vielleicht auch dem ein oder anderen Spieler so. Das Risiko will ich nicht eingehen. Der Stig ist zu ungestüm.

Zumal der Spieltag gestern schon sehr gut begonnen hat. Wieder neutralisierte ein Punkteschwächerer der neun Tabellenersten den Punktevorsprung des Gegners, Arminia Bielefeld besiegte Rot-Weiß Erfurt mit 3:0. Zur Halbzeit hoffte ich zudem sogar noch auf den Sieg von Fortuna Köln gegen Preußen Münster. Mit dem 1:1-Unentschieden bin ich aber auch zufrieden.  Zum Spiel der Ersten Liga sage ich jetzt nichts, das kann Stig Sonntagabend machen bei seinem Beitrag.

Nichts da Sonntag. Dänen lügen nicht! Klingt gut. Ab jetzt immer, wenn ich es bin. Ihr habt´s mitgekriegt? Hier schreibt jetzt Der Stig. Kees hat keine Ahnung. Ihr seid doch nicht weich in der Birne. Der macht´s manchmal einfach zu kompliziert. Natürlich wisst ihr, dass es heute WICHTIG ist. Aber heute Abend, nach dem Spiel kann man sich doch schon mal ein paar Bilder von früher angucken. Hat der sie noch alle? Ich habe die Clips gefunden. Und wenn ich die Dinger online stellen will, dann stelle ich die online. Sonst bleibt euch bis Dienstag doch auch gar keine Zeit, das alles zu gucken. Eine Reportage, ein ganzes Pokalspiel mit Verlängerung. Das musst du doch über ein paar Tage verteilen.

Bevor ihr die Bewegtbilder kriegt, könnt ihr euch mal ansehen, dass die Zebras Heimspiele im Pokal gegen den 1. FC Köln noch nie verloren haben. Passt doch, oder?

1981/1982, 1. Runde:         2:1

1990/1991, Halbfinale:     0:0 n.V. , da gab es dann noch dieses blöde Rückspiel. Sach ich gleich noch was zu.

1992/1993, 2. Runde:       0:0 n. V. , 4:3 im Elfmeterschießen

Das Halbfinale in der Saison 1990/1991 war ja vor meiner Zeit. Damals spielten die Zebras als Zweitligist gegen den FC als Bundesligisten und hätten ihn im Heimspiel fast besiegt. Kees war damals dabei und hat mir erzählt, dass es im Rückspiel am 7. Mai im Müngersdorfer Stadion dann keine Chance mehr gab. Undenkbar heute, dass sich im Müngersdorfer Stadion die Kölner Hools immer auf dem Oberrang der Nordkurve einfanden, weil sie von da aus problemlos mal eben oberhalb des Gästeblocks im Unterrang rübermachen konnten. In dem Spiel aber ergebnislos, sagt Kees.

Dazu passen die ersten beiden Clips, die ich gefunden habe. Die zeigen eine Reportage über die Fahrt der Kölner Hooligans zum Halbfinale nach Duisburg. Kees meint, das sieht im Gegensatz zu der Front zwischen Polizei und Fanszenen heute richtig gemütlich aus. Keine Ahnung, ob das stimmt. Könnt ihr ja mal was zu sagen. In dem Rückspiel gab es noch eine Besonderheit, die „Mach et Otze“-Geschichte. Was für ein Ding, dass FC-Trainer Erich Rutemöller dem Stürmer Frank Ordenewitz erlaubte, eine rote Karte zu provozieren. Der wäre im Pokalfinale wegen seiner gelben Karten gesperrt worden. Die Sperre für rot gab´s damals in den Punktespielen. Am Ende ist er dann doch gesperrt worden, weil Rutemöller nach dem Spiel einfach mal erzählte, wie sie das Sperren-Ding gedreht haben.Blöd gelaufen.

Nun aber zurück zum Hinspiel am 23. April 1991, hier erstmal die Reportage in zwei Teilen – dank mitderstrassenbahn.

Teil 2:

Das Hinspiel ist sogar in voller Länge online gestellt – der Dank gilt. Qualmi1982.

Die zweite Halbzeit samt Verlängerung

Halbfinale im DFB-Pokal mit Duisburger Beteiligung

Und noch etwas zum Zeitvertreib: Mehr für euch als für mich, denn es gibt nur wenig mehr als Daten. Vielleicht sind sie Anstoß für Erinnerungen. Meine ausführlicheren Geschichten dazu erzähle ich ein anderes Mal. Die Zeit kann heute nämlich auch ganz von selbst mit den Anforderungen des Alltags vertrieben werden. Die Verlinkungen führen zu weltfussball.de, wo die jeweiligen Spieldaten am ausführlichsten gelistet sind.

Nicht der Meidericher SV war die erste erfolgreiche Duisburger Mannschaft im DFB-Pokal sondern Hamborn 07. In der Saison 1960/61 trat am Mittwoch, den 23. August 1961, Hamborn 07 gegen den  1. FC Kaiserslautern im Halbfinale des DFB-Pokals an und verlor 1:2. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Hausgeburten waren damals in Städten eher die Ausnahme. Und selbst wenn es im Elisabeth-Krankenhaus Radios gegeben hätte, verstanden hätte ich mit Sicherheit nicht, worum es bei diesen fremden Geräuschen ging.

Das war in der Saison 1974/75 am Mittwoch, den 30. April 1975, schon anders. Da spielte der MSV Duisburg gegen Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals. Ich stand auf der Gegengerade im „Mob“, wie es damals hieß, an einem Wellenbrecher und hoffte, das Anrennen des MSV nach dem Rückstand in der 58. Minute könnte noch Erfolg haben. Tatsächlich fiel der Ausgleich in der 88. Minute. In der Verlängerung schoss Bernard Dietz das Siegtor. Das großartige Gefühl des Jubels vermengt sich in meiner Erinnerung mit einem kurzen Schrecken, als irgendwann die Menge um uns herum in Bewegung geriet. Dortmunder kamen aus der Südkurve rüber und wollten Rabbatz machen. Ich meine, in dieser Zeit gab es über dem Marathontor noch nicht einmal ein verschließbares Gitter. Als es vorhanden war, wurde es nur bei solchen Derbys verschlossen. Die Menge in Bewegung war äußerst unangenehm, weil ich vom Wellenbrecher nicht wegkam und sich die Qerstange in meinen Körper drückte. Erst bei einem kurzen Nachlassen des Drucks der Masse konnte ich ich an der Stange entlangrutschen und mit den anderen davonfluten.

Obwohl ich in der Saison 1977/78 am Mittwoch, den 25. Januar 1978, mit Sicherheit nach Düsseldorf gefahren bin, habe ich das Auswärtsspiel des MSV Duisburg bei Fortuna Düsseldorf aus meinem Gedächtnis getilgt. Da gibt es kein Fitzelchen Erinnerung an die hohe 1:4-Niederlage.

In der Saison 1990/91 wurden die Pokalspiele nach einem Unentschieden zwar verlängert, aber nicht durch Elfmeterschießen zur Entscheidung gebracht. Es kam zu einem Rückspiel beim Gegner.  Der MSV Duisburg als damaliger Zweitligist erspielte sich am Dienstag, den 23. April 1991, gegen den Erstligisten 1. FC Köln ein 0:0 nach Verlängerung. Zwei Wochen später fand am Dienstag, den 7. Mai 1991, das Entscheidungsspiel in Köln statt. Obwohl im Hinspiel der Einzug ins Finale möglich gewesen war, blieb der MSV Duisburg in Köln chancenlos und verlor 3:0. Es war jenes Spiel, nach dem „mach et, Otze“ zum geflügelten Wort wurde. Der damalige Trainer des 1. FC Köln Erich Rutemöller hatte es zu Frank Ordenewitz gesagt, der eine gelbe Karte erhalten hatte und deshalb im Finale wegen einer Gelbsperre nicht hätte dabei sein dürfen. Die Sperre für eine gelb-rote Karte hätte er dagegen im Liga-Alltag ableisten müssen oder können. Zum Leidwesen Rutemöllers und von Ordenewitz waren die TV-Kameras zu nah, und der DFB musste handeln.

An das DFB-Pokalhalbfinale in der Saison 1997/98 gegen Eintracht Trier erinnere ich mich so, als sei das Spiel vor etwa zwei, drei Jahren gewesen. Am Mittwoch, den 18. Februar 1998, stand es bei dem Auswärtsspiel 1:1 nach der Verlängerung. Ich hatte nicht nach Trier fahren können und war von Köln aus zu Freunden nach Duisburg gefahren. Es war das erste Elfmeterschießen, das ich sah, an dem sämtliche Spieler beider Mannschaften teilnehmen mussten und nach dem es bekanntermaßen am Ende 10:9 für den MSV Duisburg stand.

Bleibt die Saison 2010/2011, am Dienstag, den 1.3. 2011 spielt der MSV Duisburg gegen den FC Energie Cottbus. Endstand? Egal wie, siegen und bis es so weit ist, denke ich immer mal wieder zwischendurch an diese Kulisse in dem ausverkauften Stadion. Es wird gut werden.


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