Posts Tagged 'Europa'

Timothy Garton Ash über Deutschland als Zidane Europas

Gerade erst in der Süddeutschen Zeitung vom 1. Mai gelesen: Wenn der britische Historiker und Publizist Timothy Garton Ash über die Rolle Deutschlands im gegenwärtigen Europa nachdenkt, nimmt er den Fußball und Zinédine Zidane zum Vergleich. Timothy Garton Ash denkt immer anregend über Europa und seine Schwierigkeiten nach. Wahrscheinlich unbeabsichtigt aber unterstreicht der Zidane-Vergleich die aktuellen Schwierigkeiten Europas. Zidanes große Zeit ist schon einige Jahre her, die Probleme Europas sind gegenwärtig.

 

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Kurze Nachlese zur Fußball-EM samt Klickhinweis

Die Fußballeuropameisterschaft 2016 ist Geschichte. Nun sucht seit gestern eine neue Selbsthilfegruppe europaweit Räume für ihre Treffen. Die Anonymen Ballbesitzer können sich Niederlagen ihres Lebens nicht erklären. Fast alles machen sie richtig. Sie wirken überlegener als die Konkurrenz bei dem, was sie tun. Sie scheitern dennoch. Ihnen fehlt der Erfolg, den sie so sehr begehren.

Die Initiative dazu ergab sich aus einem SMS-Austausch zwischen mehreren deutschen und französischen Spielern nach dem EM-Finale. Den Text-Nachrichten folgten viele fast einstündige Telefonate bis in den Morgengrauen hinein. Danach stand fest, solche Gespräche müssten wiederholt werden. Manuel Neuer erklärte sich zusammen mit Thomas Müller bereit, Ort und Zeit des ersten Termins zu organisieren. „Die Franzosen können das noch nicht“, erklärte Manuel Neuer, „die weinen immer noch.“

Während die Fußballer Europas sich also um ihr Seelenheil kümmern, habe ich noch einen Klickhinweis. Im Deutschen Historischen Museum hatte jemand eine wunderbare Idee. Wie hätte eine Fußball-EM seit 804 in vier verschiedenen Jahrhunderten ausgesehen. Ein knapper Text, der schön vor Augen führt, wie veränderbar dieses Europa ist. Er lässt sich auch als Hinweis begreifen, für die Idee dieses Europas der Gegenwart einzutreten.

Hamit Altintop – ein Vordenker Europas

Zwischen Buchmesse und ein paar Tagen Herbsturlaub bleibt kaum Zeit, um hier zu schreiben. Zu meinem Bedauern verpasse ich in der nächsten Woche mit dem Spiel gegen Arminia Bielefeld ein Lieblingsauswärtsspiel von mir. Wer fährt nicht immer wieder gerne nach Ostwestfalen, um im Zentrum der Auswärtsfan-Phobie auf die einheimischen Angstpatienten durch zuvorkommendes Benehmen therapeutisch einzuwirken? Im Heimspiel gegen den Karlsruher SC bin ich dann wieder vor Ort.

Ich möchte aber vor der kurzen Pause hier noch auf einen wirklich bedeutsamen Satz hinweisen, den Hamit Altintop in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vor dem Länderspiel Deutschlands gegen dieTürkei gesagt hat. Mit diesem einen Satz gibt er dem ganzen Reden über Integration, Kultur und Nation einen Dreh. Da taucht ein Gedanke auf, den ich in diesem aufgeregten Reden bislang vermisse und auf den viel öfter hingewiesen werden müsste. Mit diesem Satz müsste Altintop von den Europa-Politikern bejubelt werden. Für einige unter ihnen mag es allerdings dann unangenehm sein, dass diesen Satz jemand formuliert, der türkische Wurzeln hat.

SZ: Können Sie sagen, was an Ihnen türkisch ist und was deutsch?

Altintop: Zunächst mal glaube ich, dass wir heutzutage alle Europäer sind, und unsere gemeinsame Sprache ist – in Anführungszeichen – europäisch. Und innerhalb dieses Gesamteuropas hat dann jeder seine eigene Welt – die ist bei mir eben türkisch. Wenn ich bei meiner Mama bin, dann bin ich drin in dieser Kultur: wie man empfangen wird, wie man verabschiedet wird, wie man isst und trinkt.

Sich in Frankfurt mit Büchern zu beschäftigen, kann übrigens sehr gefährlich sein, wenn auf dem Weg dorthin eine Hochhausbaustelle passiert werden muss. Da fährt schon mal ein mit Holzkisten bepackter Gabelstapler halb auf dem Bürgersteig und unversehens rammt der einem die Holzkisten in den Rücken. Nur gut, dass ich vom Basketball inzwischen gewohnt bin unter dem Korb auch mal vom gegnerischen jugendlichen Center einfach umgelaufen zu werden. Das stählt die Rückenmuskulatur und übt die Reflexe, die aufgenommene Energie des bewegten Objekts in eigene Bewegungsenergie zu verwandeln. Manchmal hat man Glück.


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