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So fühlt sich also ein Leben ohne Fußballinteresse an

Wie viele Menschen sich für so was Unwichtiges interessieren! Welch hohe Einschaltquote für die TV-Übertragung. Unglaublich! Durchschnittlich 14,69 Millionen Zuschauer sahen zu und brachten der ARD  einen Marktanteil von 49,1 Prozent. Beim jungen Publikum der 14- bis 49-Jährigen reichte es mit 8,38 Millionen sogar für 61,1 Prozent. Vor Großbildleinwänden fanden sich tausende Menschen ein. Die haben ernsthaft mitgebangt und sich später gefreut. Deutschlandfahnen überall. Ein Ausnahmezustand. Woran haben die sich begeistert? An sich selbst oder tatsächlich an Lena Meyer-Landrut und ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest? Fast jede Nachrichtensendung begann am Sonntag mit der Meldung von diesem Sieg. Mich berührt das alles nicht. Ich verstehe nicht, was diese Menschen an so einem Wettbewerb für verwechselbare Popsongs begeistert. Ich staune nur, und fühle mich so alleine. Fast hätte ich nicht ein einziges Wort mitreden können.

Nur weil mein Sohn wissen wollte, wie erfolgreich Lena Meyer-Landrut sein würde, haben wir ab 22.20 Uhr ebenfalls in die TV-Übertragung reingeschaltet. Ich will es nicht beschwören, aber wahrscheinlich war es erst das zweite Mal, dass ich mir für etwas längere Zeit diesen Wettbewerb angesehen habe. Insgeheim sage ich dazu immer noch im ersten Moment „Grand Prix undsoweiter“. Das erste Mal war es jener Wettbewerb, als Abba mit Waterloo gewann.  Warum ich das im Jahr 1974 sah, weiß ich nicht mehr. Eigentlich war das Leben als Jugendlicher damals nämlich noch etwas überschaubarer. Wir wuchsen schließlich in der brennenden Sehnsucht nach so etwas wie Rockpalast-Nächten auf, und Abba spielten ihre Hits für uninteressante Mädchen aus der Parallelklasse.

Das sollte verständlich machen, warum ich auch heute kein Interesse für den Eurovision Song Contest aufbringe. Selbst wenn dieser Samstagabend dann mit der „armenischen Pressbrust“ sprachkreativ in die Familiengeschichte eingeht, verhilft mir der Wettbewerb nicht zu ursprünglichen Emotionen sondern zu so etwas wie abgeleitetem Wissen. Ich habe diesen Samstagabend und den Sonntag erlebt und gedacht, so fühlt es sich also an, wenn man sich nicht für Fußball interessiert und scheinbar alle Welt, während einer Fußballweltmeisterschaft etwa, über nichts anderes mehr redet als dieses Spiel. Noch vierzehn Tage, dann gehöre ich wieder dazu.


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