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Das MSV Museum – Die Sammler III

Museums-Verwirklicher         Wolfgang Berndsen, 2. v. r.

Beim Cup der Traditionen gab der MSV Museumsverein einen Eindruck von seinen Aktivitäten. Erste Impressionen von der kleinen Ausstellung zu den vier Pokalfinalen waren im Zebrastreifenblog schon zu sehen.  Nun kommen hier in loser Folge Menschen zu Wort, die sich sich für die Eröffnung eines MSV Museums engagieren. Wolfgang Berndsen gehört zu den Gründungsmitgliedern vom MSV Museumsverein. Er ist einer jener Sammler, die mit ihren Exponaten die Grundlage für eine zukünftige Dauerausstellung bilden. Abschließend wird der Vorsitzende des Museumsvereins Volker Baumann noch über die notwendige Vereinsgründung, Perspektiven und Visionen zu lesen sein. Per Klick geht es zum Interview mit dem Sammler Willi Blomenkamp, sowie zum Interview mit dem Sammler Detlef Luderer.

Zebrastreifenblog: Wann hast du mit dem Sammeln begonnen.

Wolfgang Berndsen: Die ersten Zeitungsausschnitte habe ich schon in den 1970er gesammelt. Richtig gesammelt habe ich dann erst ab 86, als ich hier bei uns Pressesprecher war und das Zebramagazin geschrieben habe. Früher, in den 70er Jahren habe ich auch bei Auswärtsspielen mal ein Programmheft mitgenommen und so ein paar Sachen gesammelt, aber nie so intensiv wie ab 1986.

Dann bist einer der Sammler, die erst im Erwachsenalter ihre Leidenschaft entdeckt haben?

So kann man das auch nicht sagen. Ich habe schon als Kind die ganzen Sammelalben gesammelt, die Bergmann-Alben und Panini. Aber auch früher als Jugendlicher, ich bin in Meiderich zur Schule gegangen, da habe ich Trikots abgestaubt von den Spielern. Die Diebels-Alt-Trikots oder die Trikots mit der Eigenwerbung. Da gab es auch mal die kleinen Bergmann-Bilder, wie Autogrammkarten, die habe ich als Schüler gesammelt. Irgendwann hast du dann die Heimprogramme gesammelt, und wenn du auswärts warst eben die Auswärtsprogramme. Irgendwann hast du natürlich alles gesammelt.

Wo lagerst du die Sachen momentan?

Die sind alle bei mir zu Hause im Dachgeschoss auf 60 m² etwa.

Wie findest du dich in deiner Sammlung zurecht?

Ich habe alles in Excel-Dateien katalogisiert. Ich habe auch die ganzen Spieler archiviert. Jeden Spielbericht seit 1902 habe ich im Original vorliegen. Das sind mittlerweile über 7000 Spiele, die wir aufgelistet haben. Mit allen Freundschaftspielen.

Ich bin sprachlos.

Lückenlose Leidenschaft, ja.

Und diese Spielberichte von 1902, wie hast du die bekommen? Bist du in Archive gegangen?

Die habe ich teilweise von Presseleuten bekommen, die ihre Sachen vererbt haben. Viele Sachen habe ich von Herrn Köppen senior bekommen. Er hat die bekommen von einem Herrn Wende. Der war damals Spielausschussobmann in den MSV-Gründerzeiten. 20 Jahre hat er alles archiviert und festgehalten. Dann hat Herr Köppen das vererbt bekommen, und er hat weitergesammelt. Und dann habe ich das bekommen.
Was anderes sind natürlich Stadionhefte, von Auswärtsspielen, so was, die bekommst du bei ebay für viel Geld.

Die Lücken werden also durch Ankäufe gefüllt?

Genau, da wirst du ein Vermögen los. Aber meine Lücken sind nicht groß.

Ärgern diese Lücken?

Ich sag’ mal, wenn ich der Höchstbietende bin, ist das kein Thema. Da habe ich keine Schmerzgrenze.

Nun warst du als Mitglied der Zebraherde schon lange mit dem Gedanken an ein Museum beschäftigt?

Eigentlich hat das noch früher begonnen. Schon Mitte der 1980er Jahre habe ich zusammen mit Klaus Dings so Ideen gehabt. Später dann mit Holger Glücks bei der Zebraherde. Wie so ein Museum nicht aussehen soll, weiß ich auch. Ich bin jetzt in mehreren Museen gewesen. In Frankfurt war alles wie Kraut und Rüben, ohne zeitliche Einteilung. Auch Bayern München zum Beispiel, die haben zwar ein tolles Museum, aber von der Historie fehlt vieles. In München geht es erst ab 1965/66 richtig los. Oder in Barcelona – da kommst du rein, gehst 150 Meter und hast nur Pokale von den Handballern, dann 200 Meter nur Pokale von Basketballern. Dann gehst du in den goldenen Saal der Fußballer rein, und brauchst eine Sonnenbrille. Aber auch die haben kaum alte Sachen. Die haben zwei, drei Trikots. Von Kubala, Stojkovic, Neeskens und wie sie alle hießen. Eine Lederchronik gibt es noch und  irgendwelche Panini-Bildchen.

Aber das ist keine Ausstellung. Für mich beginnt die Geschichte eines Vereins mit der Gründung, beim MSV eben 1902. Die Geschichte eines Vereins soll auch mit alten Sachen belegt werden. Und viele Vereine haben keine alten Sachen. Es gibt viel Neuzeit. Bayern München etwa mit Multimedia und Räumlichkeiten, die mich natürlich interessieren würden. Aber als ich da rausgekommen bin, habe ich mich totgelacht. Ich denke schon, wenn wir Sammler alle zusammen schmeißen, spielen wir Champions League. Da bin ich sicher.

Wer das MSV Museum unterstützen will, findet auf der Seite des Museum alle nötigen Informationen. 

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Warum es MSV-Fans gerade besser geht als Carles Puyol, dem Handball-Fan

Carles Puyol war gestern Abend mit Sicherheit enttäuschter als ich. Jetzt, da er nach dem Ende seiner aktiven Zeit beim FC Barcelona ein wenig mehr Zeit hat, zeigte er sich nämlich gestern in Köln als Handball-Fan. Er sah das Champions League-Halbfinale seines Vereins gegen die SG Flensburg-Handewitt, auf das ich gleich noch zu sprechen komme, während ich den Tag über hin und wieder an den 5. oder 6. Juni dachte. Schließlich stimmen die Nachrichten aus der DFB-Zentrale die Verantwortlichen des MSV Duisburg und damit auch uns an dem Verein sehr Interessierten optimistisch.

Einmal mehr gefällt mir zudem der Umgang der Verantwortlichen mit dem Geschehen. Die erste Stellungnahme des DFB wird sofort nach Auftauchen der ersten Gerüchte im Netz nicht nur sachlich eingeordnet, deutlich wird auch, wie nah diese Verantwortlichen inzwischen an der einen Basis ihres Geschäfts sind, den Fans. Sie nehmen die unter ihnen kursierenden Gerüchte ernst, wenn nötig. Damit lassen sie ihr Wissen um die Bedeutung dieser Fans erkennnen. Wir warten also weiter auf die nächste Woche und lünkern schon mal ganz vorsichtig in die nächste Saison. Zum Beispiel hoffe ich zumindest auf ein Unentschieden von Fortuna Köln, heute um 14 Uhr gegen den FC Bayern München II. Dann hätten wir Kölner Exil-Duisburber demnächst mal wieder ein Auswärtsspiel als Heimspiel.

Außerdem vertreibe ich mir die Zeit mit dem Blick auf anderen Sport, den Basketball der NBA-Play-Offs etwa, wo es im Finale der Western Conference ein sehr spannendes sechstes Spiel gab, in dem die San Antonio Spurs die Oklahoma Thunder in der Overtime knapp besiegten.

Top-5-Moves des Spiels nach NBA-Geschmack als vierter Clip in der Play-List, bitte schön:

Dieses Basketballspiel war schon spannend. Spannend und zudem mit dramatischem Verlauf war dagegen jenes Spiel, wegen dem Carles Puyol nach Köln kam und dessen Ergebnis ihn letztlich enttäuschte. Der FC Barcelona sah in der zweiten Halbzeit allmählich wie der Sieger des Spiels aus, als eine Flensburger Aufholjagd begann, die mit einem Ausgleichsstor von Holger Glandorf zwei Sekunden kurz vor dem Schlusspfiff endete. Was für ein Jubel:

In diesem pathetischen Clip sind ein paar mehr Szenen des Spiels zu sehen, inklusive des prominenten und verzweifelnden Handballfans Carles Puyol bei Minute 1.54.

Zum Trost für alle mitleidenden Fans des Fans gibt es hier nun noch das wunderbare Abschiedsvideo des FC Barcelona für diesen so großen Fußballer.

Die schönsten Fußballtorten der Welt – I –

Mit freundlicher Unterstützung von „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben musspräsentiert der Zebrastreifenblog ab heute in loser Reihe die schönsten Fußballtorten der Welt.

                                                                                                                              Den Auftakt zu dieser Reihe mit den schönsten Fußballtorten der Welt kann am Tag nach dem ersten Halbfinale der Champions League nur eine Torte machen, zum Trost und zu Ehren der Mannschaft des F.C. Barcelona und aller seiner Anhänger. Nicht jeder wird den Gedanken mögen, dass mit dem Ausscheiden aus der Champions League der F.C. Barcelona dem Fußball einen größeren Dienst erwies als mit dem Erreichen des Finales. Diese Niederlage stärkt den Glauben daran, dass in einem Fußballspiel alles erreichbar ist, selbst für die schwächsten Mannschaften gegen übermächtige Gegner. Es muss immer wieder große Mannschaften geben, die ihn bestätigen. Und nun nehmt euch 1 Minute und 47 Sekunden Auszeit für eine F.C. Barcelona-Torte im Bewegtbild.


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