Posts Tagged 'FC Energie Cottbus'



Siegesfreude, die sich zum Lobgesang auf Kosta Runjaic wandelt

Jetzt, nachdem alles gut ausgegangen ist, werfe ich den  Blick auf das mögliche Unentschieden im Spiel vom MSV Duisburg beim FC Energie Cottbus und denke mit wohliger Angst-Lust, eine weitere Enttäuschung wäre bis zum nächsten Spiel nicht zu überwinden gewesen.  Ich bin da ziemlich sicher, und um so begeisterterter erlebe ich noch einmal den gestrigen Schlusspfiff, sehe wenige Minuten zuvor den Ball am hechtenden Felix Wiedwald vorbei gegen den Pfosten rollen, erschauer angesichts des nachsprintenden Cottbusser Boubacar Sanogo und jubel über den reaktionsschnell und mutig sich ihm entgegenwerfenden Wiedwald. Er hatte den Ball. Tief durchatmen.

Diese letzten Minuten des Spiels waren kaum auszuhalten, und als die fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, dachte ich sofort wieder nur an die nächste Sekunde  und nicht an die zusätzliche gesamte Zeit für die möglichen Chancen von Energie. Verdrängen musste ich das Bild von hohen Bällen in den Strafraum, die irgendeinem Cottbusser hätten duselig vor die Füße fallen können. Wir alle wollten diesen Sieg als Lohn für eine über weite Strecken des Spiels ungeheuer kompakte Mannschaftssleistung. Wenn ich zudem einen Spieler besonders herausnehmen sollte, wäre das Srjdan Baljak, der mit Laufleistung, Schnelligkeit und Präsenz wieder dort anknüpft, wo er sich vor seiner langen Verletztungszeit befand. Natürlich wären auch andere Spieler zu nennen, doch wegen dieses ungeheuren Leistungsanstieg nach den ersten Einsätzen gebe ich ihm heute die Bühne alleine. Die Mannschaft wird es aushalten.

Der Sieg ist schon wunderbar, aber dass dieser Sieg die Folge einer so klar befolgten Taktik ist, gefällt mir noch viel besser.  Natürlich hat die Mannschaft noch eine weite Strecke Weg vor sich. Später in der Saison wird sie dann hoffentlich gar nicht mehr so unter Druck geraten wie in der zweiten Halbzeit. Die Spieler wollten nichts mehr riskieren, und ich nehme an, das liegt an weiter vorhandener Unsicherheit, weil die Passgenauigkeit beim schnellen Umschalten von der Defensive in die Offensvie einfach nicht gut genug ist. Deshalb aber wurde der Teufelskreis in Gang gesetzt, der einen Gegner mangels entschlossener Entlastungskonter immer sicherer werden lässt. Doch die Mannschaft hat die Nerven behalten. Sie hat, natürlich mit dem Glück in den letzten Minuten, standgehalten und befolgt, was Kosta Runjaic für sie als Mittel zum Sieg entworfen hat.

Das ist für mich die überdauernde Nachricht vom Sieg gegen den FC Energie Cottbus. Wenn all die Emotionen drumherum schon wieder verblassen, bleibt neben dem Ergebnis, die Mannschaft lebt nicht nur von Einsatz, Kampf und frischem Wind durch neuen Trainer, sondern von einem immer größeren Wissen der einzelnen Spieler, wie sie als Teil der Mannschaft besser werden, wie die Einheit sie zu besseren Spielern macht und ihre individuellen Fähigkeiten stärker zur Geltung bringt.

Milan Sasic etwa berief sich immer wieder vor allem auf die Emotionen in der Mannschaft, um Bedingungen für Erfolg zu umschreiben. Viel war seinerzeit die Rede vom Zusammenstehen füreinander. Natürlich ist die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft Teil von Erfolg, aber unter Kosta Runjaic wird so viel deutlicher, dass sie nur Voraussetzung für alles andere ist. Neben der Stimmung entwickelte er in kürzester Zeit auch das Wissen der Spieler von ihrem Zusammenspiel weiter. So deutlich wird erkennbar, in dieser Mannschaft weiß gerade jeder einzelne Spieler immer genauer, wie er sich auf dem Platz verhalten muss, um zum Teil eines größeren Ganzen zu werden und damit besser zu werden als alleine. Milan Sasic hatte auch seine Vorstellungen vom Spiel der Mannschaft, ihm fehlten aber sowohl pädagogische Mittel im Umgang mit Erwachsenen als auch anscheinend wirksame Trainingsübungen, um all den Spielern, die nicht von selbst wussten, wie sie zusammen spielten sollten, zu verbessern. Deshalb ist er gescheitert. Kosta Runjaic hat ganz offensichtlich diese pädagogischen Fähigkeiten. Er hat sehr klare Vorstellungen von den Möglichkeiten der Mannschaft und weiß, wie er den Spielern diese Vorstellungen vermitteln kann.

Er wird das Umschalten vom Defensiv- auf das Offensivspiel weiter verbessern, so dass bei einem immer druckvolleren Gegner wie Cottbus in der zweiten Halbzeit die Momente der Balleroberung tatsächlich zu gefährlichen Kontern werden. Er wird André Hoffmann zur weiterer Raffinesse verhelfen, so dass er den erstrebten Aus- oder Eckball kurz vor einem Spielende nicht mehr nur vergeblich versucht. Und bei Ranisav Jovanović wird er diese Fähigkeit vielleicht auch wieder in Erinnerung rufen.

Für mich sind diese zwei Momente, als beide Spieler den Ball kurz vor dem Abpfiff Richtung Eckfahne trieben und die erhoffte Ballsicherung dort nicht gelang, geradezu symbolisch für das momentane Leistungsvermögen.  Beide entscheiden sich in dem Moment grundsätzlich richtig, die allerletzte Aktion aber scheitert und Cottbus kann erneut angreifen, auch wenn der Startpunkt des Angriffs sich möglichst weit entfernt vom Tor der Zebras befand. Die Grundlagen sind nun vorhanden, die aus einer Taktik sich ergebenden Fehler geschehen inzwischen meist so spät, dass sie nicht mehr sofort für die Mannschaft gefährlich werden.  Individuelle Aussetzer à la Berberovic in der ersten Halbzeit kommen allerdings hinzu. Deshalb agiert die Mannschaft noch nicht so selbstbewusst, dass sie dauerhaft auf ein zweites Tor spielen kann. Aber es gibt  Kosta Runjaic. Die Entwicklung geht weiter. Mit Sicherheit.

Werbung

Wir warten aufs Spiel

Gestern Abend erinnerte ich mich an die Halbzeitpause im Heimspiel gegen Hertha BSC und dachte plötzlich, so einen Maskottchen-Wettlauf krieg ich doch auch hin. Nur Fußball im Blog, mein Gott, die Welt will mehr. Rahmenprogramm, so heißt das Zauberwort, Hoppelhase und den Kram eben. (Mal eben kurz dazwischen: Ich überlege die ganze Zeit immer wieder mal, wie die anderen drei Maskottchen hießen. Ich hab´s vergessen, geschweige denn, dass ich wüsste, für was die Maskottchen da herumrannten. Wie hießen die nochmal? Verratet es mir.) Das hat also jedenfalls bei mir nicht geklappt, das mit der Markenbekanntheit, als Anhänger der Zebras danke ich dennoch im Namen des Vereins den unbekannten Sponsoren. Und verratet meine Ignoranz bloß niemandem der Marketingmenschen in den betreffenden Unternehmen.

Zurück zum  Warten auf das Spiel vom MSV Duisburg beim FC Energie Cottbus. Bei so einem Warten hat der Fußball nur eine Nebenrolle, alles andere soll Unterhaltung sein für die Eventies und die nörgelnden Statler-und-Waldorf-Typen. Der Rest guckt ohnehin nicht hin, es sei denn ethnologisches Interesse bricht sich Bahn, wie bei mir hin und wieder, dann staune ich, was in dieser Welt alles so möglich ist. In der Lausitz etwa, wo der FC Energie Cottbus zu Hause ist und manches Heimspiel gerne auch mal verliert.

Diese Lausitz hat es in sich. Sie ist nämlich sexy, die Lausitz. Das weiß ein Radiosender, der mir zeigte, so richtig bin ich nicht auf der Höhe aller populären Themen der Zeit. Sara Kulka war mir unbekannt, wahrscheinlich auch, weil, wie ich höre, ihr vor einem Jahr immer so langweilig war. Doch dann kam die Zauberfee Fernsehen in ihr Leben. Die Zauberfee kaufte ihr Heels in highesten Höhen, verriet ihr was von weiblichen Reizen und seitdem trippelt Sara durch die aufregendsten Lausitzer Einkaufscentren, um Autogramme zu geben. Wer einmal unter die Fittiche von Heidi Klum bei „Germanys next Topmodel“ geriet, weiß seinem Leben Sinn und anderen „Mädels“ Rat fürs Fotoshooting zu geben.

An den Spielern vom FC Energie Cottbus ist der Rat von Sara leider völlig vorbei gegangen. Dabei hätte Progressivität beim Posing während der Aufnahmen den FC Energie Cottbus zum Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung machen können. Auch Jungens wollen sexy sein. Bislang noch  nur heimlich. Der Fotograf will zwar die Situtation retten, doch er redet schön.  Was sehen wir schließlich? Statt Brust raus, hängende Schultern. Statt High Heels Badeschlappen. Statt Blick über die  Schulter einer auf die Brust oder noch tiefer. Den Kalender kann sich der FC Energie Cottbus schenken.

Da kommt Rudi Bommer noch zum Interview. Er möchte die Niederlage vom FC Energie Cottbus  verhindern, indem seine Spieler den Kampf aufnehmen, den der MSV Duisburg seiner Meinung nach als Mittel der ersten Wahl momentan bevorzugt. Wir hoffen, dass die Allgemeinplätze im Allerweltsvorbericht darauf hinweisen, dass die spielerischen Möglichkeiten des MSV Duisburg in der zweiten Halbzeit des Spiels gegen Hertha BSC von Rudi Bommer tatsächlich unterbewertet werden.

Und mit dem Lied für den Tag gucken wir endlich auch mal wieder in Richtung der Spieler beim Warmmachen: Do your best!

Motivationshilfe für den potentiellen Torschützen gegen Dynamo Dresden

Mit dem Blick in die Paderborner Vergangenheit von Sören Brandy will ich noch ein wenig Schmetterlingsflügelschlagen, damit sich meine Prognose von gestern gleich erfüllt. Sören Brandy schießt heute das zweite Tor gegen Dynamo Dresden. Das könnte dann ungefähr so aussehen wie im Spiel des SC Paderborn gegen Energie Cottbus im April dieses Jahres. Damals traf Brandy zum 2:o per Kopf nach Freistoß (ab Minute 2.03) und zum 3:0 (ab Minute 2.58), indem er einem weiten Schlag in die gegnerische Hälfte entschieden nachging. Beide Tore ließen sich auch mit der momentanen Spielweise des MSV Duisburg problemlos erzielen. Die Bildqualität ist leider etwas getrübt.

Nicht die Mannschaft, ich brauche die Winterpause

Wenn ich zu einem Fußballspiel vom MSV Duisburg eigentlich nur noch so was schreiben kann wie, meine wie immer gehegten Hoffnungen auf den Sieg haben sich zwar nicht erfüllt, dennoch bin ich zufrieden mit dem Unentschieden, dann weiß ich, die Winterpause kommt mir sehr gelegen. Die Mannschaft scheint sie im Moment nicht so zu brauchen. Die Spieler könnten jetzt damit weitermachen, den Mittelplatz der Tabelle zu festigen, um dann den einstelligen Tabellenplatz allmählich in den Blick zu nehmen und schließlich mit Platz 8 auf jenem Tabellenplatz zu landen, der von den Verantwortlichen im Verein schlechtestensfalls auch erwartet wurde. Ich denke natürlich, vielleicht geht es sogar noch ein-zwei Plätze besser, lese von ersten Aktivitäten im Hinblick auf die kommende Saison, denke dabei zwiespältige Gedanken um Julian Koch und freue mich schon ganz kurz wieder auf das Ende der Winterpause. Im Februar sollte die Konzentration auf meine Aufgaben beim MSV Duisburg wieder möglich sein.

Ab der zweiten Halbzeit war die Saison noch lang genug

Gestern Mittag habe ich gedacht, nimm dir mal die Mannschaft vom MSV Duisburg im Freitagsspiel gegen den FC Energie Cottbus zum Vorbild und sei beim Schreiben über das erste Heimspiel dieser Saison während der Anfangsphase ganz einfach mal nicht so präsent. Für einen Leser hier ist das dann allerdings dümmer als für uns Zuschauer eines Fußballspiels.  Wenn ich als Autor nicht präsent bin, passiert nichts. Worte bleiben ungeschrieben und der Vorspiel-Text ist auch am Samstag nach dem Spiel der erste auf der Blogseite. Der MSV Duisburg  lässt in so einer Anfangsphase wenigstens zwei Tore zu und kitzelt unser Spannungsgefühl. Schließlich fiel der Anschlusstreffer von Jiayi Shao in der 16. Minute früh genug, damit noch alles möglich schien. Allerdings festigte das Shao-Tor im weiteren Spielverlauf seine äußere Erscheinung als Zufallsprodukt, als das es ins Spiel geschlichen kam. Was unsere Freude über das Tor selbstverständlich dennoch nicht störte.

Der Mannschaft vom MSV Duisburg gelang kaum etwas in dieser ersten Halbzeit. Da klappte es hinten mit der Zeit zwar etwas besser als vorne; aber das war immer noch nicht genug, um gegen sehr gut kombinierende Spieler vom FC Energie Cottbus auch nur den Hauch einer Überlegenheit zu erspielen. Mit einigem Wohlwollen aus besonders optimistischer Perspektive ließ sich allenfalls ein zunehmendes Gleichgewicht zwischen beiden Mannschaften feststellen. Wobei die Cottbusser dank ihres funktionierenden schnellen Passspiels mir bei Ballbesitz eher Sorgen bereiteten als der Ball in den Reihen des MSV mich auf den Ausgleich hoffen ließ.

In der zweiten Halbzeit behielt der Optimist in mir zunächst recht. Das Spiel des MSV Duisburg nahm Fahrt auf. Jürgen Gjasula und Daniel Brosinski waren eingewechselt worden. Endlich fand das Spiel meist in der Hälfte vom FC Energie Cottbus statt. An zwingende Chancen kann ich mich dennoch nicht erinnern. Wenn ein Ball einmal nicht so unpräzise in den Strafraum geflankt wurde, dass er mühelos geklärt werden konnte, kamen Flamur Kastrati oder wer auch immer in solch einer ungünstigen Position zum Schuss, dass ich schon auf die nächste Chance sehnsüchtig wartete, ehe der Ball überhaupt im Aus landen konnte. Hinzu kam die Sorge vor einem jederzeit möglichen Konter, gegen den auch eine beste Abwehr nicht immer ausreichend gewappnet ist.

Aus dieser Spielphase habe ich noch Benjamin Kern vor Augen, der beim Grätschen ein grandioses Timing zeigte und im letzten Moment einen Ball vor dem schon aufs Tor zulaufenden Cottbusser Spieler wegspitzelte. Zugegeben, ich mag die Spielweise von Benjamin Kern und sehe ihm Fehler vielleicht leichter nach als anderen Spielern. Aber im Moment halte ich ihn in bei der Mannschaftsfindung für ebenso unverzichtbar wie Branimir Bajic oder Goran Sukalo. Er war als Verteidiger bislang niemals ein Ausfall. Er spielte immer auf solidem Niveau mit eher häufigen Ausreißern nach oben. Für eine diffuse Haltung der Mannschaft könnte er ein Orientierungspunkt sein. Denn dieser Mannschaft vom MSV Duisburg fehlt es nicht nur noch an der Struktur ihres Spiels, auch die Energien der Spieler bündeln sich noch nicht. Benjamin Kern könnte zur Geschlossenheit beitragen, weil seine Haltung und Bereitschaft das Spiel anzunehmen sichtbarer ist als bei anderen Spielern. Er strahlt positive Energie aus.

Sucht man die der unentwickelten Mannschaftspsyche entsprechenden Momente auf der fußballerischen Ebene, so fällt auf, dass das defensive Mittelfeld beim Pressing wenig aggressiv wirkt. Kampfkraft, so weit vorhanden, verpufft meist. So wird der Angriffsdruck des Gegners auf die Abwehrreihe so groß, dass dort die einzelnen Spieler oft  ein schlechtes Bild abgeben. Da fehlt es an Einheit bei der Defensivarbeit. Und selbst eine Einheit wäre wahrscheinlich überfordert, wenn wie bei beiden frühen Gegentoren während der Vorwärtsbewegung noch in der eigenen Hälfte der Ball verloren wird. Reibungslos lief die Cottbusser Angriffskombination runter, alles orientierte sich auf die Ballverlustseite und schon steht Benjamin Kern alleine mit zwei Gegenspielern auf seiner  Seite. In der zweiten Halbzeit hat mir Kevin Wolze als Linksverteidiger übrigens sehr gut gefallen. Auch wenn er zuvor selten dort gespielt hat. Im Moment scheint er mir auf dieser Position am wertvollsten zu sein.

Als Belohnung für die Anstrengung in der zweiten Halbzeit wäre der Ausgleich gerecht gewesen. Als Ergebnis eines gut organisierten Offensivspiels konnten ihn allerdings niemand erwarten. Einige Male sahen wir in der zweiten Halbzeit Schlaglichter auf die mögliche Spielkultur dieser Mannschaft. Dauerhaft vorhanden war sie nicht. In der ersten Halbzeit ließ mich der MSV Duisburg einigermaßen ratlos auf meinem Stehplatz zurück. Zum Glück folgten nach der Pause 45 Minuten, nach denen ich zwar nicht zufrieden war, die mich aber nach ein paar Minuten haben denken lassen, die Saison ist noch lang.

Spielvorbereitung FC Energie Cottbus samt letzter Schelte für die DFL

Vor dem Spiel gegen den FC Energie Cottbus denke ich noch kaum an den heutigen Abend. Ständig gehen mir Bilder des Halbfinal-Siegs im DFB-Pokal durch den Kopf. Das sei uns Fans aber gestattet. Schuld daran ist ohnehin die DFL mit ihrer verrückten Idee, den Saisonstart der 2. Liga so früh zu terminieren. Ich wiederhole mich, alles geht ineinander über. Die letzte Saison lappt noch ins Heute hinein, und aus der blieben von der DFB-Pokalrunde die lebendigere Erinnerungen als vom durchwachsenen Rückrunden-Ligabetrieb mit der 3:1-Auswärtsniederlage gegen den FC Energie Cottbus.

Ich sage es jetzt zum letzten Mal in diesem Jahr. Der 1. Weihnachtstag wird ja auch nicht drei Wochen vorverlegt, damit das Hochamt dieses Tages mehr Aufmerksamkeit gegenüber der Christmette am Heiligabend erhält. Nur, um das noch einmal klar zu stellen. Die DFL ist keine hoheitliche Verwaltungsinstitution, die vom Himmel gefallen ist. Der frühe Saisonstart wurde von den Vereinsvertretern im Entscheidungsgremium mit nur der Gegenstimme vom FSV Frankfurt beschlossen. Ich verstehe überhaupt nicht, welche wirtschaftlichen Folgen das diffuse Motiv „mehr Aufmerksamkeit für die 2. Liga“ haben soll. Denn alleine darum geht es dann ja doch. Irgendwie soll mehr Geld generiert werden durch die alleinige Präsenz des Zweitliga-Spielbetriebs in der Öffentlichkeit. Aber wie? Mehr Zuschauer werden nicht in die Stadien gehen, und die Fernsehgelder gibt es auch nur im Paket. Sponsoren, die für drei Wochen mal eben was Geld locker machen sollen? Es geht doch immer um langfristige Verträge. Ich verstehe den Gedankengang des DFL-Gremiums nicht. Schmiss da einer vielleicht nur das Wort Alleinstellung in den Raum, und das reichte schon aus? Dieses Wort Alleinstellung hat ja seit ein paar Jahren einen überaus guten Klang, wenn Gründe für wirtschaftlichen Erfolg gesucht werden und damit notwendige Voraussetzungen für den zukünftigen.

Aber FC Energie Cottbus! So heißt der Gegner heute Abend, und so richtig wissen wir nicht, woran wir sind. Einerseits sieht die Niederlage gegen den Karlsruher SC nach noch notwendiger Trainingsmehrarbeit aus, andererseits hatte Milan Sasic vor dem Spiel gegen den KSC ein gutes Gefühl. Für dieses Gefühl fanden auch wir Zuschauer mit dem Auftreten der Mannschaft in den Vorbereitungsspielen Argumente. Ich hoffe natürlich auf einen Sieg, aber dem Realisten in mir reicht nach meinem Eindruck vom Karlsruher Spiel schon eine Mannschaft, in der das Zusammenwirken aller besser funktioniert. Dann wäre ich auch mit einem Unentschieden zufrieden. Die Saison ist lang genug für eine Siegesserie, die erst später beginnt. Meinetwegen ab dem dritten Spieltag.

Zur weiteren Einstimmung für heute Abend sei auf den von youttube-Kanal von luetteyeah verwiesen. Dort findet sich dieser von großem Fan-Pathos getragene Kurzfilm rund um das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den FC Energie Cottbus, 13 Minuten 8 Sekunden intensive Atmosphäre und abwechslungsreiche Bilder.

Saisonvorbereitung – Zweitligavereine wünschen heimlich Aufstockung der Bundesliga ab Saison 2012/2013

Erreichbare Ziele setzen. Das ist eine Grundbedingung für Erfolg. Weder überfordern noch unterfordern, heißt nicht nur die beste Richtschnur beim Lernen. Auch außerhalb von Schulen wäre es schön, wenn sich jede anstehende Aufgabe im Niveau ganz leicht über dem bereits vorhandenen Leistungsvermögen befände. Nie wäre etwas langweilig. Niemals geriete man in Bedrängnis, etwas nicht zu schaffen. Das Leben bestünde aus einem Rundum-Sorglos-Paket von gut abgefederter Weiterentwicklung.

Doch immer tauchen da andere Menschen auf, die einen beim Weiterkommen stören. Besonders stören sie dann, wenn Ranglisten gebildet werden und Tabellen. Denn dann gibt es für Ziele immer auch ein paar Anwärter mehr als Plätze vorhanden sind, und schon können Ziele noch so sehr punktgenau knapp oberhalb des Leistungsvermögens angesetzt werden, das Scheitern wird unweigerlich auf jemanden zukommen.  Zielbestimmung in Konkurrenzsituationen bleibt also einerseits notwendig, andererseits gefährdet diese Zielbestimmung vielleicht bereits den möglichen Erfolg. Ganz zu schweigen davon, wenn noch andere bei dieser Zielbestimmung mitmischen wollen. Dann heißt es für Verantwortliche in den Vereinen, schnell Meinung machen.

Milan Sasics Stellungnahme etwa war spätestens Ende Juni gefordert, als in den Redaktionsräumen vom Kicker die Sportjournalisten die vom MSV Duisburg eingehenden Pressemitteilungen über Spielerneuverpflichtungen kaum mehr  abarbeiten konnten. Die Arbeitsüberlastung ließ sie zum pauschalen Urteil finden, der MSV Duisburg sei endgültig zu einem Aufstiegskandidaten geworden. Milan Sasic gab sein bestes: „Es wäre bei 13 Neuen unprofessionell, vom Aufstieg zu sprechen. Welche Ziele sollen dann Eintracht Frankfurt, Bochum und St. Pauli ausgeben? Ich will mit dem MSV unter die ersten sechs Mannschaften.“ Milan Sasic konnte sich auf alte Vorhaben berufen. Drei-Jahres-Plan hieß das Ganze, als noch der Ex die Interviews gab. Und wenn Milan Sasic die ersten sechs Mannschaften erwähnt, wollen wir nicht vergessen, auf diese ersten sechs Mannschaften warten auch der erste, zweite und dritte Tabellenplatz. Es ist ja nicht so, dass in Duisburg nach Siegen gesagt würde: „Och nö, lasst das mal lieber mit den drei Punkten für uns, nachher bleiben wir noch zweiter und das haut uns unsere Aufstiegspläne kaputt.“ Da sind wir in Duisburg doch flexibel genug, mitzunehmen, was sich anbietet.

Andere Vereine können da sehr viel weniger flexibel sein. Wahrscheinlich nicht ganz zufällig sind es nur drei Vereine, die das große Ziel der kommenden Saison für die 2. Liga auch wirklich aussprechen. Sie waren entweder schon lange genug flexibel oder hinken ihrem Plan schon ein Jahr hinterher oder brauchen keine Pläne, weil sie gar nicht da sind, wo sie meinen, hinzugehören. Da ist es wieder, das Problem mit den anderen Menschen. Mindestens ein Verein von den dreien wird scheitern beim Streben nach dem sicheren Aufstiegsplatz.

SpVgg Greuther Fürth
„Doch mit dem ansonsten weitgehend unveränderten Kader soll es vielleicht schon 2011/12 endlich klappen mit dem großen Ziel Aufstieg. «Wir werden weiter daran arbeiten und ich bin zuversichtlich, dass ich das in meiner Zeit in Fürth mal erleben darf», sagte Manager Rachid Azzouzi. «Jeder in diesem Verein will das mit jeder Faser seines Körpers.»
dpa-Meldung in
Süddeutsche Zeitung – 16.5. 2011

VfL Bochum
„Der neue Sportchef Jens Todt hat den Aufstieg des VfL Bochum in die Fußball-Bundesliga als das erklärte Ziel bezeichnet.

Der Westen, 3.6.2011

Eintracht Frankfurt
„Es wird nicht einfach werden, aber wir haben ein Ziel, wir wollen aufsteigen.“
Armin Veh, Trainer –
  hr-online.de, 31.5.2011

In Frankfurt, Bochum und Fürth werden für die Saison 2011/2012 also klare Ansagen gemacht. Andere Vereine versuchen sich gleich dem MSV Duisburg an dem Balanceakt, die Kräfte für Aufstiegsanstrengungen zu bündeln, ohne dass die eine einzige Erwartung hemmungslos herumzutollen beginnt.

FC St. Pauli
Mit Eintracht Frankfurt ist eine Mannschaft dabei, die ähnlich wie zuletzt Hertha BSC der Top-Favorit ist. Kommt Gladbach runter, werden auch sie dazu gehören. Greuther Fürth sagt jetzt schon, dass sie den Aufstieg unbedingt schaffen wollen. Cottbus und Duisburg sind ebenfalls mit dabei. Das heißt aber nicht, dass wir die nicht packen können. Wir wollen oben mitspielen. Es wird kein Selbstläufer und wir sind realistisch. Aber es ist alles möglich.
André Schubert, Trainer – spox.com, 17.5. 2011

FC Energie Cottbus
„Lautet das langfristige Ziel Aufstieg?

Natürlich. Cottbus gehört aber nicht zu den Vereinen, die vor der Saison sagen können, dass sie in die Bundesliga wollen. … Wir können nur aufsteigen, wenn wirklich alles passt. Das kann man aber leider nicht planen
„.
Claus-Dieter Wollitz, Trainer – Eckball-Magazin, 20.5.2011

Alemannia Aachen
Eine Steigerung strebt auch für Benjamin Auer an. «Als ich im vergangenen Sommer einen Dreijahresvertrag unterschrieben habe, habe ich gesagt, dass ich gerne mit der Alemannia aufsteigen möchte. Dabei bleibe ich», sagte der Stürmer. «Vielleicht können wir in der neuen Saison die Qualität im Kader noch weiter steigern, damit dann die Plätze 3 bis 6 in der Abschlusstabelle möglich sind. Und dann bleibt ja noch mein drittes Jahr», so Auer: «Spätestens dann geht’s um Platz 1 bis 3.»
Aachener Zeitung, 12.5.2011

Nach der Saison 2011/2012 werden DFL und DFB allerdings nicht mehr daran vorbeikommen, die Bundesliga aufzustocken. Sonst werden deutschlandweit Hoffnungen enttäuscht und tiefe Depressionen werden unzählige Fußballfans arbeitsunfähig machen. Dann sollen ja nicht nur die Pläne oben genannter Vereine Wirklichkeit werden, dann wird auch mit jenen Vereine zu rechnen sein, die im Moment noch auf Wachstum setzen und sich über die deutsche Sprache freuen, in der die wunderbaren Wörter mittelfristig und langfristig die konkrete Zielbeschreibung in die Zukunft verlagern helfen.

TSV 1860 München
In drei Jahren möchen wir in der ersten Liga sein.
Hasan Ismaik, Großinvestor und Anteilseigner TSV 1860 München KgaA   Süddeutsche Zeitung, 8.6.2011

Fortuna Düsseldorf
Düsseldorf ist eine wahnsinnig attraktive Stadt, die sehr viel bietet. Die hat einfach Erstliga-Fußball verdient. Dafür arbeiten wir. Klar, ich würde mit Fortuna sehr gerne aufsteigen, das ist das mittelfristige Ziel.
Wolf Werner, Manager – Express, 13.6.2011

Eintracht Braunschweig
Eintracht Braunschweig besitzt im deutschen Fußball einen solchen Bekanntheitsgrad, dass es unser logisches Ziel ist, in der Bundesliga zu spielen. Allerdings wollen wir uns in den kommenden Jahren erstmal in der 2. Bundesliga etablieren. Denn wichtig ist auch, dass man sich in einem realistischen Zeitplan bewegt. Und ein solcher Zeitplan für die Zukunft existiert selbstverständlich auch bei Eintracht Braunschweig.“
Soeren Oliver Voigt, Geschäftsführer  – sportschau.de, 10.4.2011

FC Ingolstadt
Nun, ich habe eine ähnliche Situation beziehungsweise Entwicklung schon beim FC Augsburg erlebt. Als ich damals dorthin gekommen bin, war der Verein noch in der dritten Liga und hatte wenig Zuschauer. Sechs Jahre später sind sie nun in die Bundesliga aufgestiegen. Ich denke schon, dass man beide Klubs etwas miteinander vergleichen kann: Beide haben eine Perspektive nach oben – und auf Ingolstadt bezogen sollte es in nächster Zeit auf alle Fälle machbar sein, dass man in der 2. Bundesliga zumindest eine sehr gute Rolle und künftig nicht mehr gegen den Abstieg spielt. Was darüber hinaus noch möglich ist, wird man in den nächsten Jahren sehen.
Leo Haas, Neuzugang Saison 2011/2012 (offensives Mittelfeld) – Augsburger Allgemeine, 9.6.2011

FC Erzgebirge Aue
„Ich habe den Traum, mit Aue mittelfristig in die Bundesliga aufzusteigen und damit Einzigartiges für den Verein und die Region zu schaffen“.
Marc Hensel, Spieler (defensives Mittelfeld) – zitiert nach dpa-Bericht in der Leipziger Volkszeitung, 2.6.2011

SG Dynamo Dresden
Langfristig muss die Bundesliga das Ziel sein. Aber da gehört sehr, sehr viel Arbeit dazu. Es ist ja nicht nur die erste Mannschaft, sondern da gehört der gesamte Verein dazu. Ich denke, das wird noch ein paar Jahre dauern.
Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner, Berater – sid-Interview im RevierSport, 18.5.2011

So richtig zu Hause in der 2. Liga fühlen sich im Moment nur fünf Vereine.

1. FC Union Berlin
Es kann uns auf Dauer nicht genügen, drei oder vier Mannschaften hinter uns zu lassen. Die Mannschaft muss sich ebenfalls entwickeln“, sagt Zingler. „Dafür müssen wir die Strukturen schaffen.“ Das Wort Bundesliga wurde von Unions Präsidenten bewusst vermieden, Union soll auch in Zukunft „langsam wachsen
.
Dirk Zingler, Präsident – Tagesspiegel
, 18.5.2011

FC Hansa Rostock
„Ich bin keiner, der sagt, dass er eine Mannschaft in den nächsten zwei Jahren weiterentwickeln will. Fußball ist ein Ergebnissport, und ich orientiere mich immer an der Realität. Wenn wir es vom ersten Spiel an schaffen, von den Abstiegsrängen entfernt zu bleiben, kommt die Entwicklung automatisch.“
Peter Vollmann, Trainerkicker.de, 25.5.2011

Karlsruher SC
Wir werden wieder ein schweres Jahr haben, was nicht heißt, dass wir nicht ein Stück nach oben rutschen können. Aber die Liga wird brutal schwer. Mit Braunschweig und Rostock kommen sehr gute Aufsteiger. Von oben kommen St. Pauli und Frankfurt. Die Liga wird viel stärker. Da kann niemand ernsthaft erwarten, dass wir mit den oben genannten schwierigen Rahmenbedingungen sofort nach vorne durchstarten. Wir sind unten und wir müssen uns Schritt für Schritt nach oben arbeiten.
Rainer Scharinger, Trainer – Pforzheimer Zeitung, 18.5.2011

SC Paderborn
… Der SC Paderborn hat Mühe, mit dem Mini-Etat die 2. Liga zu halten …
Roger Schmidt, Trainer – Westfalen-Blatt, 4.6.2011

FSV Frankfurt
„Insgesamt 13 Neuzugänge muss Trainer Hans-Jürgen Boysen in diesem Jahr integrieren. „Ich bin davon überzeugt, dass wir im Vergleich zur Vorsaison einen stärkeren Kader haben“ zeigte sich der Coach aber durchaus optimistisch. Am Saisonziel Klassenerhalt habe sich dennoch nichts geändert, wie Geschäftsführer Uwe Stöver betonte: „Die Mannschaft und das Umfeld muss dafür viel Geduld und Herzblut aufbringen, damit wir dieses Ziel zusammen erreichen können.“
hr-online.de, 18.6.2011

Der Unterbau der Bundesliga wird in Zukunft wohl also nur noch aus sieben Vereinen bestehen, von denen fünf irgendwann den Rückzug in die Dritte Liga vorziehen. Dann wären die übrig bleibenden zwei Bundesligaabsteiger für ein Jahr endlich da, wo wir alle hin wollen. Selbstbestimmt könnten sie die Zielsetzung für die Saison gemäß des eigenen Leistungsvermögens ansetzen, ohne den Aufstieg und damit die eigene Weiterentwicklung durch zu viel Druck zu gefährden.

Die Zeichen dieser Zeit brauchen Chinesisch Einfach als Zeichensatz

Nachdem die Verpflichtung von Jiayi Shao durch den MSV Duisburg bekannt gegeben wurde, gab es im Umfeld vom FC Energie Cottbus keine so große Enttäuschung wie nach dem Verlust von Emil Jula. Wenn ich das richtig verstehe, sehen die Shao-Kritiker in Cottbus vor allem die mangelnde Laufbereitschaft als sein großes Manko.  Ich vertraue da ganz auf die sportliche Leitung des Vereins meiner großen Pokalfinalspielhoffnung. Sie werden für den Mann entsprechend seiner Qualitäten in den Spielen der kommenden Saison schon einsetzen.

Für uns, die wir die Geschicke des MSV Duisburg dank des Internets weltweit in jedem noch so entfernten Medium verfolgen, ergeben sich nun völlig neue Aufgaben. Wir werden immer wieder in den Eingeweiden unserer Browser zwischen den Zeichensätzen hin- und herwechseln müssen. Statt „Unicode“ oder „Westlich“ brauchen wir „Chinesisch einfach“, sonst können wir unsere Kinder gar nicht erst zur Hilfe holen. Endlich wissen wir nämlich, warum seit einiger Zeit in so vielen Schulen Chinesisch gelernt wird. Wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sichern? So ein Quatsch! Shao-Infos übersetzen helfen. Das sind die Zeichen der Zeit, und die müssen unsere Browser erstmal erkennen können. Sonst sieht das nämlich so aus:

Kardiologe für Blau-Weiß-Insuffizienz des Herzens gesucht

Das letzte Heimspiel der Saison steht an. Wahrscheinlich war es das Gefühl für für diesen Teil der Saisonanforderungen vor dem Ende zu stehen, warum sich Milan Sasic während der Pressekonferenz vor dem Spiel auf die Frage nach einem Höhepunkt dieser Saison einließ und einen Satz sagte, der als Bonmot in die Vereinshistorie des MSV Duisburg eingehen könnte. Zunächst einmal ist festzuhalten, wie präsent der Verlauf der Saison und die einzelnen Spiele für Milan Sasic ist. Es fällt ihm deshalb schwer, aus den vielen guten Spielen mit ihren Eigentümlichkeiten und eigenen Werten eines besonders hervorzuheben. Wenn er anfängt, sich zu erinnern, fällt ihm immer noch ein weiteres Spiel ein, in dem die Mannschaft auf eine besondere Weise gut gewesen ist. So reiht sich Spiel an Spiel, bis ihm auch das Halbfinalspiel im DFB-Pokal gegen den FC Energie  Cottbus durch den Kopf geht und er diesen einen Satz für den Zitatenschaft des MSV Duisburg sagt:

… die Kulisse, diese Choreografie, endlich die volle Bude gegen…gegen…Cottbus…ja, wenn dann…wenn dann eröffnet nicht Herz, wenn dann nicht Herz ist weiß-blau, dann tut mir Leid, dann muss er irgendwo allerbeste Kardiologe suchen, das irgendwo zu korrigieren.

Zum ersten Teil der Pressekonferenz geht es hier entlang.

Teil 2 der Pressekonferenz fällt wieder in die Rubrik Milan Sasic besser kennenlernen. Wir erleben erfolgreiche Strategien im Umgang mit Journalisten. Mit Ironie und dem steten Wechsel zwischen Distanz und Nähe behält er die Deutungshoheit über das Geschehen beim MSV Duisburg. Und als er jene Fragen abwehrt, die er offensichtlich als unpassend empfindet, nämlich die nach Kontakten mit dem 1. FC Köln, erhält man auch eine Ahnung von seiner Strenge und wie bestimmend er sein kann.

Traurige Tage

Gab es früher in den Ladenlokalen eigentlich diese handgeschriebenen Pappschilder wirklich: „Wegen Trauerfall vorübergehend geschlossen“? Oder ist das nur eine Erfindung für den Spielfilm? So ein Schild spart lange Erklärungen. So ein Schild ist ein erzählerischer Trick, um dem Helden die nächste Schwierigkeit seines Heldenlebens zu präsentieren. Ganz selten schickt es den den Zuschauer auch in bange Erwartungen. Immer wieder gibt es zurzeit Momente, in denen ich ein abfotografiertes Pappschild als nächsten Beitrag auf diese Seiten setzen möchte. Die Nachrichten über den MSV Duisburg fügen sich in meine Grundstimmung dieser Tage.

Schon wieder ist ein Wochenende vergangen, das Hoffnung nimmt und das eine Niederlage als befürchteten Ausgang des DFB-Pokalfinales ein wenig wahrscheinlicher macht. Nach Srdjan Baljkas Verletzung beim Spiel gegen den FC Energie Cottbus fällt ja nicht nur ein weiterer wichtiger Spieler dieser Mannschaft aus. Es braucht auch innerhalb der Mannschaft zusätzliche Energie nach jedem Rückschlag neue Zuversicht zu entwickeln. Im Fall Baljak gilt das besonders, weil er gerade dabei war, an sehr gute Leistungen der Vergangenheit anzuknüpfen.

Die Niederlage war erwartbar gewesen. Zu groß war das Bedürfnis in Cottbus, einen Ausgleich zu schaffen für all das, was dort tatsächlich Niederlage war, als Niederlage empfunden wurde oder als unangemessene Behandlung beim Aufenthalt in Duisburg. Der MSV Duisburg und Bruno Hübner haben Claus-Dieter Wollitz, Pele genannt, an wunden Punkten getroffen. Anders ist seine Reaktion auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, wie sie hier bei Der Westen geschildert wird, mir nicht erklärbar. Da geht es meiner Meinung nach mehr um ein Selbstbild und dessen Gefährdungen als um strategisches Handeln eines Trainers und das tatsächliche Fußballgeschäft.

Die Niederlage spielt nur eine kleine Rolle. In Cottbus mag sie Genugtuung verbreiten. In Duisburg wird sie mit Achselzucken zur Kenntnis genommen. In Duisburg geht es um Größeres. Es geht um das Weiterleben der Hoffnung auf den Erfolg im DFB-Pokalfinale. Diese Hoffnung wird zurückkommen. Denn Leben in jeder Form bleibt immer Dasein. Wir können nicht anders als zu hoffen, egal ob auf die Ewigkeit dieses Lebens oder auf den Sieg im DFB-Pokalfinale.


JETZT IM BUCHHANDEL
Die berührende, oft komische und tief emotionale Geschichte über ein Leben in Duisburg mit dem MSV

Und sonst

Statt 14,95 € nur noch 8,90 € Hier bestellen

Oder das und einiges andere mehr mit Klick

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Sponsored

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: