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Auf ins Zeitalter des Kopediludium

Wer unter uns Sportwissenschaftlern noch jung und hungrig ist, dem tut sich gerade ein weites unbestelltes Feld zur Universitätskarriere auf. Im Fußball ist das Zeitalter des Kopediludium  angebrochen. Natürlich weiß noch niemand, was das bedeutet. Das war aber in der Bildung Anfang der 1960er Jahre mit der Koedukation nicht anders. Man muss dem Forschungskind aber einen Namen geben, der schon jetzt zukünftige C3-Professuren garantiert. Sportlich ambitionierte Männer- und Frauenfußballmannschaften spielen unter einem gemeinsamen Vereinsnamen, darum geht es bei der neue Ära. Im Ruhrgebiet gehört der MSV Duisburg nun zu jenen Vereinen, die die Markenbildung im professionellen Fußballsport vorantreiben.

Interessant wird es für uns Sportwissenschaftler in Duisburg, weil diese Markenbildung sich nicht aus einem organischen Wachstum im namensgebenden Verein ergibt, sondern eine Fusion versucht wird. Interessant ist es um so mehr als zwei wirtschaftlich schwache Partner gemeinsam stärker werden wollen. Gerade weil ich diesen Zusammenschluss begrüße, sei noch einmal an die vor Weihnachten von mir aufgeführte Kannbruchstelle dieser Einheit hingewiesen. Das Populärere und trotz wirtschaftlicher Schwäche finanziell Stärkere begegnet dem sportlich Erfolgreicheren. Verteilungsfragen in Sachen Gelder stehen aber erst für die Saison 2015/2016 an. Laut Udo Kirmse ist die Finanzierung der Frauenfußball-Spielzeiten vorher gesichert.

Weil die wirtschaftliche Zukunft des MSV Duisburg, Sparte Männerfußball, allerdings längst noch nicht gesichert ist, kriegt so ein hoffnungsfroher Aufbruch, wie unlängst auf der Pressekonferenz verkündet, eine kuriose Note. Ohne Randbemerkung zur gegenwärtige Lage bei den Verhandlungen mit den Kreditgebern geht es selbstverständnlich nicht. Diese Randbemerkung ist eine Zustandsbeschreibung des Arbeitens. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen. Schließlich sollten nur noch Abschlüsse berichtet werden. Wenn man nun recht überlegt, ist diese Randbemerkung die eigentliche Hauptsache der Pressekonferenz. Denn ohne Lösung der finanziellen Schwierigkeiten des Männerfußballs könnten die Verantwortlichen des Frauenfußballs ganz schnell darüber nachdenken müssen, wie sie ihrem noch recht eigenständig wirkenden Teil des MSV Duisburg erneut einen eigenen Vereinsnamen geben können. So macht mir im Umkehrschluss die Fusion auch wieder Hoffnung auf die Lösung der finanziellen Schwierigkeiten. Die Sache, um die es nun geht, ist noch größer geworden. Die Verhandlungsführer des MSV Duisburg haben nun ein wenn auch eher ideelles Argument mehr auf ihrer Seite, um die Verhandlungspartner zu finanziellen Zugeständnissen zu bewegen.

Wer sich selbst ein Bild von Udo Kirmses Worten machen möchte, die Pressekonferenz dank Duisburg365.de noch nachgereicht. Alle weiteren Bilder ebenfalls dank Frank-M. Fischer von Duisburg365.de

Später kamen die Mannschaftskapitänin Jennifer Oster und Trainer Sven Kahlert zu Wort

Noch ist ein ungewohnter Anblick, Frauenfußballerinnen im Zebra-Trikot beim sehenswerten Interview.

Gemeinsamer in die Zukunft – Kees Jaratz ist Der Fusionsberater

Überall in Deutschland bin ich unterwegs. Überall in Deutschland lerne ich Menschen voller Hoffnung kennen. Überall in Deutschland wird an die ewige Verbundenheit geglaubt. Doch leider erzählt uns die Wirklichkeit nur allzu oft andere Geschichten. Daimler und Chrysler, Glabotki oder die van der Vaarts – was zusammen kam, ging wieder auseinander.

Erhaltet ihr aber die Wahl, womit ihr dauerhafte Gemeinsamkeit mal versuchen wollt, probiert auf jeden Fall das Heiraten aus. Dieser Spezialfall einer Fusion bietet gute Erfolgsaussichten. Laut Statistischem Bundesamt werden von den im letzten Jahr geschlossenen Ehen bei gleich bleibendem Scheidungsverhalten nur etwa 37 Prozent wieder geschieden in den nächsten 25 Jahren. Das ist nichts, wenn wir uns etwa die gescheiterten Unternehmensexistenzen im Finanzdienstleistungsektor ansehen. Angelsächsische Studien sollen belegen, weltweit geht schief, was schief gehen kann. Gerade mal 15 Prozent der vereinten Unternehmen schaffen es, zusammen glücklich zu werden. Alle anderen müssen ihre Hoffnung auf sagenhafte Gewinne begraben. Sie lassen sich wieder scheiden oder gehen gemeinsam dem Ruin entgegen.

Guter Wille und berechtigte Hoffnungen auf gemeinsames Glück reichen also nicht aus, um Alltagskonflikte dauerhaft zu bewältigen und auseinderstrebende Interessen im Zaum zu halten. Das gilt natürlich auch bei der Fusion von Sportvereinen, wie sie nun der MSV Duisburg und der FCR 2001 Duisburg planen. Noch steht die Nachricht vom DFB aus, ob der Bundesligist im Frauenfußball unter dem Namen des Männer-Drittligisten weiterspielen kann. Trotzdem macht die Nachricht bereits die Runde, und die Vorfreude auf die gemeinsame Zukunft ist groß.

Denke ich an die für Unternehmen so überaus wichtige Marken-Bildung, so steht es außer Frage, dass die Marke MSV Duisburg durch den Zugewinn von Bundesliga-Frauenfußball gestärkt wird. Hinzu kommt die Aura der erfolgreichen Frauenfußball-Vergangenheit. In Duisburg könnte also ein Weg betreten werden, der in anderen Bundesliga-Vereinen bereits vorgemacht wurde. Allerdings waren beim FC Bayern München, beim VfL Wolfsburg oder bei Bayer Leverkusen die Männermannschaften immer die erfolgreicheren Teams. Über wirtschaftliche Fragen brauchte bei diesen Vereinen ohnehin nicht diskutiert werden.

Fusion in Duisburg heißt aber, zwei wirtschaftlich schwache Partner versuchen von nun an gemeinsam zu gesunden. Als Fusionsberater ist es zudem meine Aufgabe, die Schwachstellen des Zusammenschlusses zu benennen. Den Verantwortlichen beider Vereine sage ich deshalb, nehmt die unterschiedlichen Quellen eures Selbstbewusstseins und eurer Identität nicht auf die leichte Schulter. Sie bergen Konflikte. Denn Geld wird auch in Zukunft knapp sein und Etats müssen erstellt werden. Bei Sponsoren wird es demnächst also wahrscheinlich Diskussionen über Geldflüsse geben. Interessant wird deshalb auch die Frage, in welcher betriebswirtschaftlichen Form der Frauenfußball integriert wird.

Worauf Selbstbewusstsein und Identität der jeweils Verantwortlichen fußen, ist offensichtlich. Während der Männerfußball langlebiger, traditionsreicher und populärer ist, war der Frauenfußball erfolgreicher. Das muss man im Blick haben, weil sich hier mögliche Ursachen für Missstimmung verbergen, an die heute noch niemand denkt. Darauf würde wahrscheinlich auch die Sportsoziologin an der Universität Paderborn, Cindy Adolph-Börs, hinweisen. Sie betreibt den Blog Vereinsfusionen samt Info-Telefon und hat im Fachbereich Sportsoziologie eine Dissertation zum Thema geschrieben. Auf den ersten Blick erkenne ich zwar nur ambitionierte Breitensportvereine, die sie beim Zusammenschluss begleitet hatte. Doch es wäre mal eine Überlegung wert, im Vorfeld sich bei ihr nach ein paar Konfliktlösungsstrategien zu erkundigen. Denn weiterhin wird das Hauptaugenmerk beim MSV Duisburg dem Männerfußball gelten. Das liegt für mich auf der Hand. Nicht dass dann irgendwann die Löwinnen sich nostalgisch verbrämt an jene Zeiten erinnern, die es so nie gegeben hat; Zeiten, in denen sie vermeintlich die Zebras noch hatten jagen können. Denn jede Unruhe im Verein, egal, woher sie kommt, behindert sportlichen Erfolg.

Begeistertes Köln feiert Duisburgs Pokalsieg

In Duisburg, der Stadt, wo man sich notorisch selbst unterschätzt, wird der  Einzug des MSV ins DFB-Pokalendspiel beim Halbfinale gegen den FC Energie Cottbus, wenn überhaupt wahrscheinlich nur noch leise gefeiert. Das ist in Köln, der Stadt, wo man sich notorisch selbst überschätzt, natürlich ganz anders. Dort führt  der Einzug des Nachbarstadtteils der imaginären Kees-Jaratz-Stadt-am-Rhein dem Selbstbild der Kölner gemäß noch heute zu überbordender Begeisterung. Das Feiern, so habe ich den Eindruck, wird von Stunde zu Stunde maßloser. Der Kölner, der sonst immer glaubt, alles was es gibt auf der Welt, „dat-jibbet-so-nur-nur-nur-in-Kölle“, sah am Dienstagabend nach Duisburg, erinnerte sich an ein Gebot des Rheinländers und dachte, man muss och jönne könne. Da fiere mer ewe met, und dabei hätt uns noch keiner wat vürjemaacht. Die lokalpatriotischen Kölner können aber ihre sie selbst überraschende Freude über den Sieg des MSV Duisburg natürlich nicht offen zeigen. Was für ein Glück, dass heute mit Weiberfastnacht der Straßenkarneval beginnt. So können sie sich hinter der Maske des Frohsinns verstecken und behaupten, sie ständen bei diesem sonnigen Wetter doch nur „wegen dem Brauchtum“ auf der Straße.

Doch schon im Anschluss des Spiel am Dienstag waren in der Sportredaktion des Kölner Stadt-Anzeiger die Sportjournalisten aus dem Häuschen. Anscheinend waren sie so begeistert über den Einzug des MSV Duisburg ins Pokalendspiel, dass in ihnen der Wunsch entbrannt sein muss, dieses Endspiel mit Duisburger Beteiligung unbedingt in Köln sehen zu wollen. Oder wie soll der Untertitel für den Vorbericht zum Frauenpokalfinale zwischen Turbine Potsdam und dem FFC Frankfurt gedeutet werden, das ja bekanntermaßen am 26. März in Köln stattfindet? Etwa, dass an ein Frauenpokalfinale ohne den FCR 2001 Duisburg nicht zu denken ist?

Am Nachmittag werde ich mich als Duisburgstämmiger Kölner oder Duisburger mit Kölner Wohnsitz oder Kölner mit Duisburger Wurzeln oder auch als Imi unter die feiernden Menschen begeben und vorbildhaft für ein gelungenes integriertes Leben mit beiden Kulturen und in beiden Städten werben. Ich werde die Freude über den Finaleinzug keinesfalls hinter der Maske des rheinischen Frohsinn verstecken, dennoch allerlei kölsches Liedgut lauthals mitsingen und dabei auch in diesem Jahr sämtliche FC-Jubelgesänge allerhöchstens nachsichtig summen.

Nachtrag: Ich bemerke gerade, dass der Kölner in mir manchmal ein wenig übermütig wird und ich die Duisburger Bodenhaftung verliere. „Pokalsieg“ hört sich in der Überschrift einfach gut an, selbst wenn es nur ein Halbfinal- oder Pokalspielsieg. Ich lasse das stehen und betrachte es als Aufmunterung. Diese Überschrift hat überhaupt nichts mit möglichen Folgen von verfrühten Glückwünschen zu tun.

Frauenfußball ist doch ganz anders

Lasst mich heute morgen mal frohen Mutes das verminte Gelände des Frauenbildes unserer Gesellschaft betreten. Das traue ich mich, weil ich mir schon Ende der 70er Jahre, zu Zeiten der Erfolge des Kaßlerfelder BC, hin und wieder Spiele des Frauenfußballs gern angesehen habe. Wenn Frauen auf hohem sportlichen Niveau Fußball spielen, betreiben sie einen anderen Sport als Männer auf gleich hohem Niveau. Kraft und Technik stehen in einem anderen Verhältnis, was natürlich Auswirkung auf die Spielanlage der Mannschaften hat. Erfolgreich spielende Frauenmannschaften müssen  präziser in der Spielanlage sein. Die geringere Grundschnelligkeit der Frauen bietet ihnen auf der Weite des Spielfelds weniger Gelegenheiten alleine durch Kraft Druck auf den Gegner auszuüben.

Heute nun erhalte ich einen Hinweis, dass Frauenfußballerinnen auch eine andere Psyche besitzen als ihre männlichen Fußballkollegen. Bei Trainerentlassungen im Männerfußball heißt es ja häufig, mit der Maßnahme habe man der Mannschaft jegliche Ausrede für schlechte Leistungen nehmen wollen. So eine Trainerentlassung im Männerfußball nimmt die Spieler mehr in die Pflicht. Wenn Druck Thema wäre, müsste es heißen, wir wollen die Mannschaft mehr unter Druck setzen.

Beim Frauenfußball-Bundesligisten FCR 2001 Duisburg wurde Martina Voss-Tecklenburg gestern nach einer Reihe von Misserfolgen überraschend entlassen. Die Begründung des Vereins funktioniert nun genau anders herum als im Männerfußball üblich: „Der Verein hofft, durch diesen Schritt Druck von der Mannschaft nehmen zu können, damit sie befreit an die noch ausstehenden Aufgaben herangehen kann. Hierzu zählt insbesondere das Erreichen des Halbfinales in der Champions League.“

In welcher Weise Frau Voss-Tecklenburg für zu viel Druck verantwortlich war, wird nicht näher erläutert. Das Stochern im Nebel bei der Ursachensuche für Misserfolg muss eine erzählende Formel erhalten, und wir befinden uns nun vielleicht am Anfang der Debatte, ob diese erzählende Formel die Geschlechterdifferenz ausdrücken wird oder nicht. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt. Noch hatte mit dem FCR-Vorstandsmitglied Guido Lutz ein Mann die Hoheit über die Sprachregelung.

Köln, der Nachbarstadtteil von Duisburg

Ich weiß nicht, wie die Stadt heißt, aber auf meiner inneren Landkarte sind  Duisburg und Köln seit vier, fünf Jahren zu einem einzigen städtischen Raum zusammengewachsen. Nicht immer merke ich die Existenz dieses Gebildes meiner Gedankenkraft, und dass einige Gemeinden zwischen den beiden Stadtteilen liegen, stört mich nicht. Die A3 oder die Eisenbahnstrecke zwischen Köln-Mülheim und Duisburg Hauptbahnhof sind exterritoriale Gebiete, die mir die Illusion geben, meinen gedachten, einzigen städtischen Raum nicht zu verlassen. Dieser zwei Stadtteile umfassende städtische Raum ist mir zwar nicht immer als Idee, als innere Vorstellung präsent, aber manchmal merke ich es an meinem eigenen kurzen Stutzen, wenn Duisburger Freunde von Köln als einem entfernt liegenden Ort reden oder die Kölner von Duisburg in gleicher Weise. Dann erlebe ich einen winzigen Moment der Überraschung, wie fern sich für andere das befindet, was in meinem Innersten zusammen liegt.

Heute geht mir das ganz besonders so, weil zwischen Duisburg und Köln viel Bewegung sein wird. Duisburger werden sich auf den Weg machen, um sich in Köln den FCR 2001 Duisburg im DFB-Pokalfinale der Frauen anzusehen, und eigentlich wäre mein Platz an diesem Nachmittag auch in Müngerdorf gewesen. Doch gleichzeitig feiert in Duisburg die Basketballabteilung des V.f.v.B. Ruhrort-Laar ihr 60jähriges Bestehen. In einer gegenläufigen Bewegung werde ich mich also nach Duisburg aufmachen. Nicht nur weil ich selbst in diesem Verein begonnen habe, Basketball zu spielen, auch weil dieser Verein im Leben meiner Mutter eine große Rolle spielt.

Vor zwei Jahren wollte ich die Geschichte dieser Basketballabteilung gerne in einem kleinen Dokumentarfilm erzählen.  Das notwendige Geld habe ich bis jetzt nicht zusammen bekommen. Der V.f.v.B. gehörte 1950 zu einem der ersten Sportvereine, in dem im Nachkriegsdeutschland Basketball gespielt wurde. Zu dieser Zeit war Basketball in Deutschland ein exotischer Anblick. Das galt für den Universitätssport Basketball gerade im Arbeitermilieu des Ruhrgebiets. In Duisburg-Ruhrort lebende Franzosen hatten das Basketballspiel in die Ruhrgebietsstadt gebracht. Mit jungen Deutschen zusammen spielten sie regelmäßig auf einer Freifläche in Duisburg-Laar. Was Staatsmänner in ihren Reden propagierten, lebten diese jungen Deutschen und Franzosen im Alltag beim Sport, die deutsch-französische Aussöhnung. Ohne Vereinszugehörigkeit waren aber Wettkämpfe unmöglich. Deshalb erhielt der V.f.v.B. Ruhrort-Laar, vormals nur  für Fußball und Tennis zuständig, eine Basketballabteilung, die kurz darauf zu den Gründungsmitgliedern des Westdeutschen Basketballverbands gehörte.

Weiterhin glaube ich an die Geschichte des V.f.v.B. als Teil der Ruhrgebietshistorie, weil sich mit den Veränderungen im Verein bis in die Gegenwart hinein sowohl vom Strukturwandel im Ruhrgebiet erzählen lässt als auch von der unterschiedlichen Bedeutung dieses Vereinslebens für Menschen der verschiedenen Generationen. Meine Mutter stand zusammen mit einer alten Mannschaftskameradin bis noch vor zwei Jahren, da war sie 74, in Beeck in der Turnhalle, um Basketballanfänger zu betreuen. Diese Basketballanfänger kamen zum großen Teil aus Familien mit Migrationshintergrund. Da prallten immer wieder sehr unterschiedliche Welten aufeinander, doch meiner Mutter lag der Fortbestand dieser Basketballabteilung auf eine Weise am Herzen, dass sie alle Irritationen gegenüber dem Fremden aushielt. Dennoch spiegeln sich die schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse des nördlichen Ruhrgebiets auch im weniger vitalen Vereinsleben wieder. All das wäre zu erzählen. Ich hoffe, dass es mir noch irgendwann gelingt.

Während ich in Duisburg mit den alten Basketballkollegen zusammen sitze, werden sich in Köln schon ein paar Blogger zum DFB-Pokalfinale der Frauen getroffen haben. Mit Trainer Baade und Torsten Wieland werden zwei Duisburger dabei sein, mit denen – und vielen anderen – ich das Herren-Endspiel nach meiner Rückkehr am frühen Abend wiederum in der Kölner Hammond Bar mir ansehen werde. Es gibt also viel hin und her zwischen Duisburg und Köln, was den Städteverbund in meinem Kopf doch eigentlich einigermaßen erklärbar macht. Auch wenn ich mit meinem Rheinstadt-Gedanken eine sehr kleine Minderheit bin, könnten Ruhrstadt-Bewohnern aber erkennen, Identität ist machbar.

Attraktiv in Müngersdorf – DFB-Pokal der Frauen

Als der DFB den Austragungsort für das Pokalendspiel im Frauenfußball gesucht hat, war Köln meiner Meinung nach der einzig mögliche Endspielort. Denn das eigenständige Pokalendspiel der Frauen ist ein Experiment vom DFB, dessen Ausgang, nämlich die Zuschauerzahl, sehr viel offener ist als das Spielergebnis zwischen dem Favoriten FCR 2001 Duisburg und dem Außenseiter FF USV Jena. Ob Frauenfußball als familientaugliches Unterhaltungsereignis unabhängig von lokaler Gebundenheit funktioniert, weiß bislang niemand.

Sehr viel habe ich in Köln noch nicht von dem Ereignis mitbekommen. Womöglich liegt es daran, dass die Kölner Verantwortlichen für das Finale ihre PR-Arbeit im Vorfeld zu sehr mit dem DFB absprechen mussten und deshalb die wesentlichen Dinge dieses Frauenfußballnachmittags aus Kölner Sicht nicht deutlich genug gemacht werden können. Die Einsicht tut den Anhängern des Frauenfußballs vielleicht weh, aber sie ermöglichte ein volleres Stadion. Schnauzbärte, die es prima finden, immer dabei zu sein, sind ungleich wichtiger an diesem Nachmittag als das Frauenfußballspiel.

Hätte man Organisatoren und Vermarkter des kölschen Lebensgefühls mit ins Boot geholt, könnte man, so behaupte ich, mit bis zu 30. 000 Zuschauern rechnen. So aber meldet der Kölner Stadt-Anzeiger heute,  knapp über 8.000 Eintrittskarten seien erst verkauft, und der Newsletter der Kölner Sportstätten Gmbh des Monats April benutzt das für Kölner farblose Wort „Familienfest“, damit das Grundbedürfnis der Kölner nach „Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche“ wenigstens etwas Aufmerksamkeit erhält. „Um möglichst viele Menschen ins Stadion zu locken, veranstalten der DFB und die Stadt zusammen am 15. Mai ein „Familienfest“, so Roters, rund um das Stadion – inklusive Fanmeile, Mädchen-Fußballspielen im Vorfeld und einem attraktiven Bühnenprogramm, unter anderem mit den “Höhnern”. Der Ansatz ist schon richtig, und die Absicht wird nicht verhehlt. Die Einbindung  des Endspiels in die kölsche Brauchtumspflege muss aber offensiver betrieben werden.

Ihr seid das Ruhrgebiet

Frauenfußball, so kommt es mir heute morgen vor, ist bestens dazu geeignet als Beispiel dafür zu dienen, dass es beim Sport nie (!) immer nur um den Sport geht. Es geht immer auch um vieles andere mehr. Manchmal soll der Sport als Großereignis dazu dienen, Missstände einer Gesellschaft zu verdecken. Manchmal fokussieren sich in ihm aber auch soziale Entwicklungen und kann der Sport dazu beitragen, etwas voranzubringen, was auch in anderen Bereichen der Gesellschaft gewünscht wird.

Die Fußballerinnen des FCR 2001 Duisburg wollen für ihre Heimspiele in der Champions League  in die Nachbarstadt Oberhausen ausweichen. Die Betriebskosten der MSV-Arena sind ihnen angesichts vager Einnahmen zu hoch, ein kleineres Stadion, tauglich für die Abendspiele der Champions-League, steht in Duisburg nicht zur Verfügung. Das Niederrheinstadion als Heimat von Rot-Weiß-Oberhausen bot sich daher als Spielort an. In Duisburg wird nun sehr bedauert, dass ein Duisburg repräsentierender, erfolgreicher Verein die Stadt für wichtige Spiele verlässt. Das kann ich verstehen und wohnte ich noch in Duisburg, fehlte mir vielleicht jene Perspektive, die ich als zukunftsweisend empfinde und die man in Duisburg und Oberhausen probeweise einmal einnehmen könnte.

Das Bedauern in Duisburg speist sich ja nicht nur aus der Klage über die unzureichende Beachtung der Fußballerinnen sondern auch aus dem Gefühl, in einer Art Wettbewerb, dem Konkurrenten unnötigerweise einen Vorteil gewährt zu haben.  Wir wissen, städtische Identitäten im Ruhrgebiet sind trotz allen öffentlichen Redens um eine Einheit des Ruhrgebiets sehr lebendig. Für mich bietet nun gerade die Stadionsuche des FCR 2001 Duisburg die Gelegenheit, bei einem alltäglichen Geschehen die Perspektive der Einheit einmal einzunehmen. Probiert aus, wie sich das anfühlt, die Nachbarstadt nicht als Konkurrenten sondern als Partner wahrzunehmen.

Selbstverständlich wandelt sich so etwas wie städtische Identität nur über eine langen Zeitraum hinweg, und die Eliten der Ruhrgebietsstädte gehen da nicht immer mit gutem Beispiel voran, um die als positiv gewertete Idee einer stärkeren Einheit des Ruhrgebiets voranzubringen. Um so wirkungsvoller kann der Perspektivwechsel bei einem so bodenständigen Thema wie dem Sport sein. Sicher müssten beide Städte, das heißt ihre Bewohner, in ihrem Selbstbild etwas aufgegeben. Weil man gewohnte Dinge nun mal nicht gerne aufgibt, müsste gesagt werden, was man stattdessen erhält. Aus meiner Sicht wird in den Städten Handlungsspielraum hinzugewonnen. Und da geht es letztlich um Geld, um die möglichen städtischen Angebote und damit um die Lebensqualität der Bewohner des Ruhrgebiets.

Unabhängig von den genauen Umständen, warum es die Flutlichtanlage im Homberger Stadion noch nicht gibt, stellt sich mir mit dem Kölner Abstand die Frage, muss diese Flutlichtanlage wirklich notwendig sein. Es liegt auf der Hand, dass eine Antwort dann anders ausfällt, wenn die Zusammenarbeit von Duisburg und Oberhausen eine Selbstverständlichkeit wäre. Was gewinnt Duisburg aber hinzu, wenn der Ruhm der Fußballerinnen nach Oberhausen für einzelne Abende abgegeben wird? Eine Flutlichtanlage kostet Geld, und wenn ich die lokalen Gegebenheiten in Duisburg beobachte, kommt es mir so vor, als sei dieses Geld etwa viel besser im geplanten Neubau für Stadtbibliothek und VHS angelegt. Man mag einwenden, da gibt es noch ganz andere unsinnige Projekte in der Stadt. Mir geht es aber nicht um den Wert einzelner Projekte, sondern darum anhand eines Beispiels zu zeigen, warum eine andere Haltung zur Identitätsfrage im Ruhrgebiet ganz konkrete, für die Bewohner der Region  positive Folgen haben kann.

Der einzig mögliche Endspielort

Hat es ein offizielles Auswahlverfahren für den Spielort des DFB-Pokalfinales der Frauen geben müssen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es fraglich war, ob irgendeine der sich bewerbenden Betreibergesellschaften der Stadien die organisatorischen Anforderungen des DFB nicht erfüllt hätte. So ein DFB-Pokalfinale ist ja keine Fußball-WM. Da hätten die Verantwortlichen beim DFB auch sagen können, das Pokalfinale macht ihr jetzt in Sowiesostadt und wir sind sicher, das kriegt ihr hin. Dennoch wollten die Verantwortlichen beim DFB ein Auswahlverfahren. Es musste also um noch etwas anderes gehen, was die Entscheidung beeinflusste, und das scheint mit der Unsicherheit beim DFB zu tun zu haben, ob die Idee von einem eigenständigen Pokalendspiel der Frauen wirklich eine gute Idee ist. Der Zuschauer des Frauenfußballs ist nämlich ein unbekanntes Wesen.

Das aufwändige Auswahlverfahren hätte sich der DFB allerdings sparen können, wenn er meinen Nebenerwerbsbetrieb Consulting in Anspruch genommen hätte. Die einzig mögliche Stadt Deutschlands, in der ein Pokalendspiel der Frauen überhaupt eine Chance hat als eigenständige Veranstaltung zu einem besonderen Ereignis zu werden, ist nämlich Köln. Das von mir skizzierte Szenario hätte dann so ausgesehen: Wir wissen, es gibt nur kleines Stammpublikum des Frauenfußballs. Gleichzeitig ist aber auch ein flüchtiges, ereignisorientiertes Publikum vorhanden, das der DFB als Veranstalter gewinnen muss. Zu den Spitzenvereinen der Frauenbundesliga kommen durchnittlich vielleicht 2000- 3000 Zuschauer. Einzelne Länderspiele oder etwa das UEFA-Cup-Endspiel in Duisburg machen aber Hoffnung, dass besondere Spiele eine weitaus größere Attraktivität für Zuschauer besitzen können.

Welches Publikum kommt nun zu den besonderen Spielen des Frauenfußballs? Es kommen auf jeden Fall zu wenig eingeschworene Fans, die eine weite Reisen auf sich nehmen. Erschwerend kommt hinzu, viele Fans des Männerfußballs schätzen den Unterhaltungswert des Frauenfußballs weiterhin als gering ein. Man lese nur als ein beliebiges Beispiel einige der Kommentare zu diesem Artikel in der taz, der nach dem 7:0-Sieg des FCR 2001 Duisburg im diesjährigen Pokalendspiel das Zuschauerinteresse im Frauenfußball zu beleuchten versucht. Es kommen also Menschen, die mit dem Besuch des Stadions etwas Besonderes erleben wollen und für die der Fußball der Frauen ein Mittel zum Zweck ist. Diese Menschen werden wahrscheinlich in der Region gefunden werden müssen.

In Köln nun sind die Einwohner der Stadt immer auch gerne dazu bereit, ein Geschehen, das innerhalb der Stadtgrenzen stattfindet als weiteres Zeichen der Besonderheit Kölns zu deuten. Mehr noch, indem Kölner an einem möglichen besonderen Ereignis teilhaben, wollen sie diese Besonderheit spüren und erleben, sie möchten aber auch aktiv zur Besonderheit beitragen. So entsteht eine sich selbst verstärkende Dynamik. Die Zeichen der Besonderheit werden freudig begrüßt und stolz gezeigt. Einen Teil dieser Besonderheit Kölns macht das Feiern aus und das Gefühl, sich mit den anderen Kölner in diesem Wohlgefühl des Kölner-Seins eins zu wissen.

Es gibt keine Stadt in Deutschland, in der so viele Musikgruppen existieren, die nichts anderes als dieses Kölner-Sein besingen. Denn Kölner wollen sich selbst und der Welt zeigen und davon bestätigend hören, welch leichte Lebensart in dieser Stadt möglich ist. Sie wollen zeigen, dass Kölner zu feiern verstehen und dass das Wichtigste an Köln der Kölner selbst ist. Erst sein „Hätz“ und sein „Jeföhl“ machen aus Köln einen so lebenswerten Ort. Das hat sich, so meine ich, in den letzten zwanzig Jahren verselbstständigt. Die Heimspiele des FC sind immer ein Ereignis  eine halbe Stunde vor dem Anpfiff. Immer! Das Spiel selbst ist das nur manchmal. Beim Köln-Marathon wird am Straßenrand ein „Pittermännchen“ aufgemacht, um die Läufer, aber immer auch sich selbst zu feiern. Oder das Verhältnis Kölns zum Christopher Street Day. Auch diese Veranstaltung ist für viele Kölner keine schwul-lesbische Angelegenheit sondern eine Demonstration, welch grandioses Feiern in Köln möglich ist. Und das Literaturfestival  lit.cologne ist auch deshalb so erfolgreich und gut besucht, weil die Veranstalter von Anfang an das Atmosphärische des Köln-Gefühls als sinnstiftend für die Lesungen aufgegriffen haben.

Das  Selbstbild der Kölner wird auch bei Zugereisten, den Immis wie mir, wirksam. Das ist die Kraft von Kultur. Als Bewohner dieser Stadt komme ich nicht umhin, auf die sich zuweilen zum Größenwahn steigernde Kölner Selbstverliebtheit zu reagieren. Bin ich auf einer solchen besonderen Feier, bei der diese Selbstverliebtheit wieder überschwappt, werde ich ergriffen, wenn ich nicht gehe. Selbst in ironischer Brechung bleibt das Selbstverständnis von Kölns Besonderheit lebendig. Einer steht auf der Bühne und gibt vor, dass es das alles so nur in „Kölle“ gibt und wir im Publikum stimmen lachend mit ein. Ganz ernst nehmen wir das nicht, aber ein bisschen ernst schon. So werden wir hier in Köln alle Kölner mit der Zeit, egal woher wir kommen.

Deshalb war die Wahl des DFB eine gute Wahl. Für den Kölner könnte es zu einer Art Selbstverpflichtung werden, das Pokalendspiel zu jenem besonderen Ereignis zu machen, das Köln angemessen ist und das er von seiner Stadt erwartet. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wäre das, denn solch ein Pokalendspiel der Frauen, dat jibbet nur, nur, nur in Kölle.

UEFA-Cup, 28.112 Zuschauer und Duisburg im Wohlgefühl

Wenn ein Endspiel in Hin- und Rückspiel zerfällt und es schon im ersten Spiel einen deutlichen Sieger gegeben hat, steckt das zweite Spiel voller Unwägbarkeiten. Da gibt es den Ehrgeiz des Verlierers, sich nicht noch einmal zu blamieren. Da gibt es den Erwartungsdruck des Siegers auch vor heimischen Publikum zu glänzen. Da wirkt die Vorfreude auf den schon ausgestellten Pokal. Da gibt es eine Zuschauerkulisse, die zwar bereit ist, sich aufs Spiel zu konzentrieren, die aber dennoch für kleine Ablenkungen wie La-Ola-Wellen empfänglich ist. Kurzum, das Spiel selbst war gestern Abend keine große Offenbarung.

Zwar setzte der FCR 2001 Duisburg die gegnerische Mannschaft aus Perm zunächst immer wieder unter Druck, doch kleine Abstimmungsschwierigkeiten im Angriffsspiel ließen keine zwingenden Chancen entstehen. Das Zusammenspiel wirkte etwas gehemmt. Perm verteidigte mit Einsatz und die wenigen Angriffsbemühungen der Mannschaft bereiteten der Duisburger Verteidigung zunächst kaum Mühe. So fiel der Führungstreffer für Perm etwas überraschend. Danach wirkten die Duisburgerinnen wie übereifrige Gastgeber auf einer Party, die um das Wohl der Gäste besorgt sind und in ihrem Übereifer mal hier ein Glas umstoßen und mal dort jemanden auf den Fuß treten. Nach diesem ersten Treffer hat trotz des Ausgleichs kurz vor dem Halbzeitpfiff im Angriffsspiel nicht mehr viel zusammengepasst. Immer wieder wurde das Spiel in den freien Raum versucht und die Mitspielerin dabei nicht gefunden. Die Spielerinnen wollten nicht nur die Feier zum Erfolg, sie wollten auch den Sieg dazu. Doch mangelte es an diesem Tag an der Abstimmung des FCR 2001 Duisburg in Strafraumnähe. Obwohl der Ball in der zweiten Halbzeit von den Duisburgerinnen immer wieder druckvoll in die gegnerische Hälfte gebracht wurde, langte es nicht zum Führungstreffer. Perm wollte mit gut vorgetragenen Kontern sogar den Spaß erheblich verderben. Das Unentschieden war ein gerechtes Ergebnis. Schließlich hatten beide Mannschaften ihre Chancen in der zweiten Hälfte.

Am Ende war es gestern weniger ein Fußballabend als ein Abend zum Feiern. 28.112 Zuschauer waren ins Stadion gekommen und sorgten für einen neuen Zuschauerrekord bei Vereinspielen im europäischen Frauenfußball. Zu diesen Zuschauern zählten natürlich Menschen, die mit dem Verein verbunden sind. Um bei einem Frauenfußballspiel solch hohe Zuschauerzahlen zu erreichen, müssen aber auch Menschen kommen, die sich sonst selten Frauenfußball live ansehen.Viele Kinder und Jugendliche waren gekommen, viele ältere Menschen und viele Paare. Vor allem die älteren Zuschauer, so glaube ich, kamen als Duisburger ins Stadion und haben den Pokalerfolg des FCR 2001 Duisburg als besonderes Ereignis in ihrer Stadt wahrgenommen. Sie wollten dabei sein, wenn Duisburg stolz auf sich ist.

Durch diese andere Zusammensetzung des Publikums entstand eine völlig andere Atmophäre in der MSV-Arena und auf dem Weg dorthin als bei den Spielen des MSV Duisburg. Der hohe Hinspielsieg des FCR 2001 Duisburg trug selbstverständlich ebenfalls zur beschwingten und leichten Atmosphäre im Stadion bei. Vielleicht mag der ein oder andere bei vielen Zuschauern wieder das Gute-Laune-Publikum erkennen, mir dagegen fällt das Bedürfnis von Menschen nach identitätsstiftenden Ereignissen auf und die Tatsache, wie sehr sich ein Publikum des Männerfußballs auf den Verein ausrichtet und nicht auf die Stadt, in der der Verein beheimatet ist.

Habe ich schon geschrieben, dass auch ich es genossen habe, dabei gewesen zu sein und diese Feierstimmung erlebt zu haben? Was für eine Entwicklung zwischen jenem Tag Ende der 70er als ich auf einer Bezirkssportanlage in Kasslerfeld mein erstes Frauenfußballspiel gesehen habe. Das Wagnis mit dem Endspiel in die MSV-Arena zu gehen, hat sich gelohnt. Das war ein gelungener Abend für den FCR 2001 Duisburg, aber auch für die Stadt selbst.

Seltene Gefühle in der MSV-Arena

Das Vorhaben steht schon seit einiger Zeit fest. Am nächsten Wochenende wird zweimal in Richtung Duisburg gefahren. Natürlich bleibt es beim Stadionbesuch zum Saisonabschluss des MSV Duisburg am Sonntag, wo der Fußball nur noch am Rande interessiert und eher das Mittel für gute Laune mit Freunden sein wird. Dann ist da aber der Freitagabend mit dem Rückspiel um den UEFA-Cup der Frauen am selben Ort.  Dieser Freitagabend wird anders werden. Denn nach dem 6:0-Sieg des FCR 2001 Duisburg gegen Swesda Perm wird das Spiel selbst zwar auch nicht mehr große Spannung hervorrufen, guter Fußball könnte dennoch zu sehen sein und eins ist auf jeden Fall gewiss, in der MSV-Arena werden Gefühle in der Luft liegen, die man dort sonst nur selten kennt. Sicher wird es schwer für die Spielerinnen, das Spiel nicht nur als notwendige Pflicht vor der Kür des Feierns anzusehen und ich bin gespannt, wie das so ist mit der Motivation angesichts einer wahrscheinlich doch großen Kulisse. Denn die hohen Vorverkaufszahlen für das Spiel machen eines auch deutlich, der Wunsch, den Erfolg der Fußballerinnen vom FCR 2001 Duisburg zu sehen, spiegelt eine Stimmung in Duisburg wieder. Ich frage mich nun, ob das eher die Sehnsucht der vom Erfolg wenig verwöhnten Stadt nach Anerkennung ist oder ob ein Gefühl des Aufbruchs weiteren Antrieb erhält. Wahrscheinlich schließt das eine das andere nicht aus.


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