Posts Tagged 'Filip Oršula'

Pokalsieg sehen, ohne da gewesen zu sein – Bilder vom Spiel

Einen Vorteil, den der Zwangsabstieg mit sich brachte, erleben ich und wahrscheinlich noch ein paar andere Anhänger des MSV nun nach dem Spiel im Niederrheinpokal vom MSV gegen den TSV Bockum. Obwohl sowohl wir als auch TV-Kameras nicht im Stadion waren, können wir können uns Bilder vom Spiel ansehen. Wenn nicht für jedes Spiel des MSV Duisburg die Bildrechte verkauft sind, können mit privaten Kameras nicht nur Bilder vom Spiel selbst eingefangen, sondern sogar online gestellt werden. Dirk Schales betreibt mit Zebras Welt einen Blog, in dem er sich eigentlich vor allem unanbhängig vom Fußball um Duisburger Themen kümmert, zum MSV aber hin und wieder Video-Clips postet. Schon bei den Fanaktionen war er regelmäßig filmend dabei – so nun auch gestern im Pokalspiel.

Vor dem Spiel hat Dirk Schales die Stimmung eingefangen.

Ausschnitte aus der 1. Halbzeit mit dem Führungstor durch Markus Bollmann als beendendem Vorgeschmack für die Bilder aus der 2. Halbzeit.

Ausschnitte aus der 2. Halbzeit mit den Toren von Kingsley Onuegbu und Filip Orsula

Gefeiert wurden Pflichtsieg und der Gegner TSV Bockum auch noch.

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Und nun die ganze Konzentration für Liga 3

Wahrscheinlich denken die Verantwortlichen vom SC Paderborn immer weiter über noch mehr Worte nach, die den 3:2-Sieg im Spiel gegen den MSV Duisburg als Resultat der eigenen Leistung beschreiben. Wenn etwas kaum vorhanden ist, bedarf es großer Erklärungen, damit die Menschen etwas so verstehen, wie man es selbst gerne wünscht. André Breitenreiter, der Trainer vom SC Paderborn, hatte nach der hohen Niederlage gegen den FC Energie Cottbus mehr Einsatz von seiner Mannschaft gefordert. Diesen Einsatz zeigten die Paderborner Spieler. Viel mehr aber auch nicht. Für den Sieg brauchte der SC Paderborn tatkräftige Unterstützung vom MSV Duisburg.

So fühlt sich diese Niederlage auf eine merkwürdige Weise unangenehm an. Es gibt verdiente Niederlagen, unglückliche Niederlagen, Niederlagen ohne notwendige Gegenwehr und diese Niederlage, die sich auf zwei Fehler reduzieren lässt, die innerhalb von einer Minute eine 0:1-Führung in einen 2:1-Rückstand verwandeln. Von weiteren Fehlern lässt sich natürlich auch erzählen. Doch diese eine Minute wirkt wie eine Skizze des Spiels, die das Wichtigste zeigt. Deshalb schillert dieses Gefühl der Enttäuschung so sehr. In diese Enttäuschung mischt sich immer mal wieder leiser Ärger, der keinen rechten Adressaten findet, weil ich dieser Mannschaft noch immer mit viel Nachsicht begegne. Zu Recht! Deshalb ist meiner Enttäuschung als Grundbass die so gegenläufige Begeisterung unterlegt.  Begeisterung über die weiter vorhandene Stimmung in diesem Stadion, aber auch über die immer klarer erkennbaren Möglichkeiten für eine druckvolle Offensive in dieser Mannschaft. Und letztlich mischt sich als Schlussakkord Sorge ein, dass diese Ansätze doch nicht in einer dauerhaften Wirklichkeit enden.

Die Mannschaft vom MSV Duisburg wollte den Sieg und im dritten Pflichtspiel der Saison war erneut ein Fortschritt zu erkennen. Die Mannschaft wollte sich den Sieg erspielen. Diese Mannschaft brauchte nicht die üblichen Mittel des niederklassigen gegen den höherklassigen Gegner. Kampf und durch begeisterte Zuschauer zusätzliche Kräfte kamen allenfalls hinzu. Die Grundlage des Spiels vom MSV Duisburg war der Versuch, schnell, geordnet und variabel den Ball nach vorne zu bringen. Die Paderborner spielten sehr zurückgezogen und attackierten nur manchmal plötzlich in der Hälft des MSV, was sofort aber ein grundsätzliches Problem im Spiel des MSV offen legte. Im zentralen Mittefeld fehlt der ballsichere Spieler als erste Anspielstation. Wenn es nicht im Klein-Klein über die Flügel gehen kann oder ein halblanger Ball als sicheres Anspiel ins Sturmzentrum kommt, wird es bei einem Angriff des MSV gefährlich und zwar für die eigene Defensive. Im schlimmsten Fall entstehen Gegentore wie das 2:1 für Paderborn.

Weil der Ärger über Fehler sich im Moment niemals gegen die eigene Mannschaft richten wird, musste im Stadion der Schiedsrichter als Sündenbock her. Verständlich, aber ohne Grund. Die gelb-rote Karte gegen Tobias Feisthammel war die Konsequenz aus seinem unsicheren Spiel auf der Position im defensiven Mittelfeld. Ob er auch immer wieder in Notsituationen gerät, weil der Mannschaftsverbund noch nicht perfekt harmonisiert, muss das Trainerteam beurteilen. Offensichtlich wird er aber immer wieder auch überfordert auf dieser Position, wenn er alleine gefragt ist und die Spielsituation lösen müsste. Das war schon in den ersten zwei Spielen so. Auf seiner Position gibt es also einige Arbeit. Überhaupt wirkt die Defensive in der Mitte anfällig, auch in der letzten Reihe. Beispielhaft ist für mich ein Freistoß der Paderborner, knapp in der MSV-Hälfte während der ersten Halbzeit. Irgendein Duisburger blieb sogar lange vor dem Ball, um die schnelle Ausführung zu verhindern. Dennoch schaffte es die Abwehrreihe nicht, sich so zu organisieren, dass der halbhohe Ball in den Strafraum kein Anspiel fand, ganz zu schweigen von dem folgenden freien Schuss. Sie durften sich dann beim Paderborner Spieler für seinen schlechten Abschluss bedanken. Vielleicht gehört der von Branimir Bajic verschossene Elfmeter in diese Schublade. Wer in der Defensive die Unsicherheit spürt, ist beim Schuss aufs Tor genauso beeinträchtigt.

Die Verpflichtung von Pierre De Witt wurde am Nachmittag bekannt gegeben, abends stand er von Anfang an auf dem Platz. Sofort wurde deutlich, seine Verpflichtung steigert die Qualität des MSV-Spiels. Wahrscheinlich hat er schon seit ein paar Wochen mit Bart und Perücke am Training teilgenommen, so gut fand er in die Mannschaft und so wenige Missverständnisse gab es zu sehen. Zehn Duisburger setzten die Paderborner weiter unter Druck. So wurde die Mannschaft anfällig für Konter. Doch auch die Konter spielten die Paderborner nur einmal mit Erfolg aus. Als nach diesem dritten Tor der Paderborner das Stadion fast sofort in den feiernden Gesang des MSV einfiel, wurde die Enttäuschung über das drohende Ergebnis das erste Mal gemildert. Wieder arbeiten die Anhänger des Vereins mit daran, dass eine Entwicklung stabil bleibt.

Zehn Minuten waren noch zu spielen und zehn Minuten wurde mit letzter Kraft das Tor der Paderborner bestürmt. Der Druck auf das Tor konnte nicht kontinuierlich hoch gehalten werden, dennoch wurde es immer wieder gefährlich, wurden die Paderborner selbst bei diesen zwei Toren Vorsprung nervös. Der verschossene Elfmeter von Branimir Bajic hätte den endgültigen Bruch im Spiel bedeuten können. Selbst das geschah nicht. Selbst in den letzten Minuten wurden Chancen erspielt und mit einem zweiten Tor durch Filip Oršula belohnt. Oršula von mir eher als schneller Flügelstürmer im Blick gewesen, behauptete im Übrigen immer wieder den Ball auch auf engem Raum gegen die mehrbeinige Defensive. Auch das sah für mich nach Zukunft aus. Eine Zukunft, die André Breitenreiter in der Pressekonfernz ausmalte, an die ich aber bislang nur mit einem heimlichen Seitenblick gedacht habe. Ab heute also, die ganze Konzentration für Liga 3 und das heimlich ins Auge genommene Unaussprechliche.

Mit einem Klick weiter zum Spielbericht der Sportschau.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel:

Mit Nehmerqualitäten englischer Art im Sturm bestehen – Filip Orsula

Kaum wurde die Verpflichtung des Stürmers Filip Orsula durch den MSV Duisburg vorgestern bekannt gegeben, schon kommentierte das einen Tag später im Kölner Stadt-Anzeiger der vom 1. FC Köln verpflichtete Verteidiger Roman Golobart.  Nun gut, er hat sich nicht im speziellen zu Filip Orsula geäußert. Sein Kommentar war mehr allgemeiner Art, und auch nicht unbedingt zum MSV Duisburg. Aber manchmal sagt einer was, ohne zu ahnen, dass seine Worte auch anderswo von Bedeutung sein können. Wie es der Zufall will, spielte Roman Golobart wie Filiop Orsula bei Wigan Athletic. Sie werden sich kennen, wenn auch Golobart zum Kader der ersten Mannschaft gehörte, wo Filip Orsula nur selten einen Platz einnahm. In Deutschland ist Golobart nun eines schnell aufgefallen, wie in dem Artikel über ihn im Kölner Stadt-Anzeiger zu lesen ist.

Mit körperlicher Härte hat Golobart generell eher kein Problem. Nach seiner fußballerischen Grundausbildung in Spanien trieb es ihn in die rustikalen Hochburgen England und Schottland. Herausgekommen ist eine kantige, technisch versierte, menschliche Maschine. An manche Eigenschaften seiner neuen Mit- und Gegenspieler muss er sich erst gewöhnen. „Es ist ein großer Unterschied. Der Fußball in Schottland und England ist viel physischer als in Deutschland. Hier machen viele Spieler großes Theater. Ich weiß nicht, warum. Sie gewinnen dadurch ja nichts.“

Jetzt nehme man die Verteidigerworte zur eigenen robusten Spielweise zusammen mit Carsten Baumanns Willkommensworte für Filip Orsula: „In England hat er gelernt, sich durchzusetzen“, dann erhalten wir einen noch deutlicheren Grund dafür, warum der Trainer des MSV Duisburg der Meinung ist, der neue Stürmer des MSV Duisburg werde uns Spaß bereiten können. Ich stelle mir jedenfalls schon mal zur Vorfreude einen Filip Orsula vor, der in jeder Spielsituation, in der etwa Sören Brandy zu Boden gesunken wäre, einfach mit dem Ball weiter läuft. Nichts für ungut, Sören Brandy! Irgendwie müssen wir schließlich endlich damit klar kommen, dass die Erinnerung an die letzte Saison immer mal wieder noch einen kurzen Stich versetzt. Und dazu erinnert man sich am besten erst mal nur an all die nervenden gemeinsamen Momente der Vergangenheit.

Zu Filip Orsula lässt sich im Netz kaum etwas finden. Einen Clip gibt es, in dem er eine winzige Randrolle spielt. Ich habe ihn dennoch eingebunden, um uns und Carsten Baumann für das Spiel gegen den SC Paderborn zu zeigen, mit knappen Ergebnissen plus Pokalatmosphäre kennt sich Filip Orsula aus. Sein Trainer bei Wigan Athletic traute ihm im League Cup Achtelfinale gegen Bradford City Nervenstärke und Treffsicherheit im Elfmeterschießen zu. Er wechselte ihn in der 120. Minute ein. Als einer der ersten fünf Schützen war er nicht vorgesehen. Mit der Nummer 35 steht er an der Mittellinie und muss dann mit ansehen, wie seine Mannschaft dieses Elfmeterschießen verliert. Das Gefühl zu gewinnen kann er also nun in Deutschland kennenlernen. Bei dem überraschenden Triumph von Wigan Athletic im FA Cup der letzten Saison war er, wenn überhaupt anwesend, auch nur auf der Tribüne dabei.


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