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Wenn die Nachspielzeit zum Gesundheitscheck wird

Wenn ich noch zwei Stunden nach einem Fußballspiel Kopfschmerzen wegen meines zeitweilig viel zu hohen Blutdrucks habe, können wir bedenkenlos von einem aufregenden Fußballspiel sprechen. Wahrscheinlich brauche ich demnächst eine ärztliche Unbedenklichsbescheinigung, ehe ich ins Stadion gehe.

Aufregend war die 1:2-Niederlage des MSV gegen Fortuna Düsseldorf allerdings erst in der zweiten Halbzeit. Denn in dieser zweiten Halbzeit schaffte es der MSV als Mannschaft die individuelle Überlegenheit einzelner Düsseldorfer Spieler wett zu machen. Nachweis dieser individuellen Überlegenheit waren sowohl die präziseren und härteren Schüsse auf das Tor als auch das härtere und etwas sicherere Kurzpassspiel der Düsseldorfer. Der Vorteil der Düsseldorfer war nicht groß, er war aber vorhanden. Wegen dieses Qualitätsunterschieds führt die Fortuna die Zweitligatabelle an, und der MSV spielt oben zwar mit, aber hat weiterhin die 40, besser 42 Punkte im Blick, während wir im Stillen von einem Relegationsplatz träumen.

Kontrolliertes Spiel hieß in der ersten Halbzeit die Devise nach dem Spektakelfußball des Hinspiels. Dieses kontrollierte Spiel brachte für die Fortuna Schüsse aus der zweiten Reihe, die auf das Tor kamen. Schüsse, die auf das Tor kommen, können dann auch mal reingehen. So entstand das Führungstor der Düsseldorfer wenige Minuten vor dem Pausenpfiff. Einen hohen Abschlag in die Hälfte des MSV ließ Gerrit Nauber einmal auftitschen. Solche auftitschenden Bälle machen mir immer Sorgen. Sie sind oft unberechenbar. So machte nicht nur ein Düsseldorfer Spieler im direkten Zweikampf mit Gerrit Nauber Druck, ein zweiter Düsseldorfer Spieler konnte den nur schlecht geklärten Ball sofort aufnehmen. Die noch nicht wieder geordnete Defensive ließ zu viel Freiraum. Der Schuss aus der zweiten Reihe traf. Wenn ich in einer Schlagzeile von einem Sonntagsschuss lese, schüttel ich allerdings veständnislos den Kopf. Das war kein Sonntagsschuss. Das war einer von mehreren gefährlichen Schüssen. Die Düsseldorfer brauchen kein Glück für solche Schüsse. Die können das.

Demgegenüber stand eine Chance durch Ahmet Engin für den MSV, oder sagen wir, sich eröffnende Chance. Engin war in den Strafraum gezogen und versuchte quer zu legen statt selbst zu schießen. Das hätte eine große Chance werden können. So wurde der Konter nach Balleroberung im Mittelfeld nur etwas Halbgares.

Kurz nach dem Wiederanpfiff veränderte ein schneller Abwurf von Mark Flekken das Spiel. Aus diesem schnellen Abwurf entstand ein erster Angriff des MSV, der Fortunas Defensive durcheinander wirbelte. Von da an schwankte das Spiel hin und her. Während die Fortuna weiter auf die Schüsse von der Strafraumgrenze setzte, versuchten die Zebras immer wieder näher ans Tor zu kommen – mit schnellem Flügelspiel oder mit hohen Bällen. Als Kevin Wolze sich über den linken Flügel wunderbar durchgespielt hatte, war der Weg Richtung Tor frei. Nah an der Torauslinie, wurde er von den Beinen geholt. Der Elfmeterpfiff blieb aus. Blutdruckspitze, die erste. Kevin Wolze war in dem Fall mein Blutdrucksenker, weil er seiner Wut freien Lauf lassen konnte. Die gelbe Karte hatte er schon, ich fürchtete das Gelb-Rot. Sofortige Beruhigung war deshalb meine Devise. Vielleicht wirkte es auf das Spielfeld runter.

Kingsley Onuegbu wurde eingewechselt und erarbeitete sich seine Chance zum Ausgleich. Sein kunstvoller Seitfallrückzieher ging knapp am Tor vorbei. Auf der Gegenseite gab es einen Schuss gegen die Latte. Als kurz vor dem Abpfiff das 2:0 fiel, schien meine Gesundheit nicht mehr gefährdet. Doch weit gefehlt. Nach dem Anschlusstreffer durch Boris Tashchy zwei Minuten später kam erst die wirkliche Prüfung des Tages. In den vier Minuten Nachspielzeit war der Ausgleich tatsächlich zweimal möglich. Die erste Chance vom King wurde zur Ecke abwehrt, und es war klar, diese Ecke würde die letzte Spielaktión. Heute weiß ich nicht einmal mehr, ob der King bei seiner zweiten Chance nach dem Eckball köpfte oder schoss. Neben der Erinnerung an meine Kopfschmerzen ist nur meine Fassungslosigkeit geblieben, dass dieser Ball vom Torwart noch geklärt werden konnte.

So komme ich zu dem etwas merkwürdigen Eindruck, dass der Sieg der Fortuna einerseits in Ordnung geht, andererseits aber das Unentschieden verdient gewesen wäre.

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Das Straßenbahnderby

Wenn ich Straßenbahnderby höre, muss ich immer an einen Stein denken, der in den 1970er Jahren nach einem Abendspiel des MSV in Düsseldorf an der Haltestelle gegen die Scheibe eben einer Straßenbahn geflogen kam. Sicher bin ich mir nicht, was mit der Scheibe geschah. Die gute Geschichte suggeriert mir, sie ging zu Bruch. Beschwören kann ich das nicht. Erinnerungen sind ja manchmal einfach nur das Ergebnis einer als gut erachteten Geschichte.

Damit die Zweitligasaison 2017/2018 als die kurioseste der Fußballgeschichte eingeht, weil der Punkteabstand zwischen Erstplatziertem und Absteiger nicht mehr als sieben Punkte beträgt, hoffe ich auf einen Heimsieg des MSV. Ganz zu schweigen von meinem ureigenen Interesse am Erfolg der Zebras.

Genesene Spieler und eine deshalb hoffentlich stabilere Defensive lassen die Voraussetzungen für das Spiel gegen die Fortuna auf jeden Fall besser erscheinen als letzte Woche. Spielerzitate schaue ich mir nach der Erfahrung der letzten Woche allerdings lieber nicht an. Nicht dass ich wieder irgendwas von einer besonderen Einstellung der Spieler lese und irgendeiner Hitze, die die Spieler spüren, einer Hitze, die vermeintlich Leistungsbereitschaft zeigt, aber wahrscheinlich nichts anderes ist als hochtouriger Leerlauf.

Was die einstige D-Bahn angeht, habe ich übrigens ein paar Bewegtbilder gefunden. Diese D-Bahn erhielt ja immer mal wieder besondere Aufmerksamkeit, weil sie als Straßenbahn einen Speisewagen besaß. Beim Fantransport zwischen beiden Städten war der allerdings geschlossen, wenn nicht ohnehin ganz normale Straßenbahnzüge eingesetzt wurden.

Als der Speisewagenbetrieb aufgenommen wurde in den 1950er Jahren, war das wohl auch für das Fernsehen von Interesse. Auch wenn der folgende Clip nicht die D-Bahn zeigt, sondern die K-Bahn nach Krefeld, so wird der Speisewagenbetrieb selbst sich nicht unterschieden haben. Während der 1950er Jahre wurde auch im Nahverkehr auf äußere Formen noch sehr viel Wert gelegt. Kellnerinnen mussten unverkennbar Kellnerinnen sein.

In den 1980er Jahren hieß die D-Bahn dann schon Linie 79. Den Speisewagen gab es noch, doch der Kleidungsstil der Kellnerinnen hatte gelitten. Die Kittelschürze wirkt deutlich weniger stilvoll als das schwarzes Kleid mit weißem Kragen und weißer Schürze.

Ab Minute 1.29 ist die D-Bahn als Auftaktstraßenbahn der Ruhrgebietstour hier auch noch einmal zu sehen.

Das Dankeschön für Christian Gartners Verpflichtung – Die schönsten Fußballtorten der Welt: XXIX – Fortuna Düsseldorf

Mit freundlicher Unterstützung von „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ präsentiert der Zebrastreifenblog in loser Reihe die schönsten Fußballtorten der Welt.

Lese ich Fortunafan-Stimmen zu Christian Gartners Können kommt mir der Gedanke, die Fortuna braucht ein kleines Dankeschön. Im MSVPortal hat sich der User Yogi die Mühe gemacht, solche Stimmen zusammen zu stellen, und diese Stimmen lassen vermuten, der MSV konnte einen Spieler verpflichten mit großen technischen Fertigkeiten sowie gutem Auge für Räume und Mitspieler. Dieses spielerische Können ist in Düsseldorf durch vielschichtige Gründe irgendwann nur noch ein Versprechen gewesen. Christian Gartner ist ein Spieler mit großem Potential. Solche Spieler kommen immer mit dem Risiko, in Duisburg könne sich der Misserfolgsweg beim alten Verein wiederholen. Doch wenn das Risiko vorhanden ist, gibt es auch die Chance auf den Erfolg. Nur wegen des Risikos kann der MSV Spieler dieser möglichen Qualität verpflichten.

Die Chance ergibt sich, weil der Mensch ein soziales Wesen ist. Christian Gartner wurde in Düsseldorf von mehreren Trainern mit der Zeit vornehmlich auf eine bestimmte Weise gesehen. Ihr wisst das, Leistung lässt sich auch folgendermaßen erklären, je öfter Fehler gesehen werden, die jemand macht, desto eher wird er nicht nur diese Fehler noch einmal begehen. Für die Leistung noch gewichtiger ist das gefestigte Bild, das die Menschen von jemandem haben. Das Bild gibt eine Perspektive vor. Jede Handlung, die nicht zu diesem Bild passt, wird erst gar nicht wahrgenommen oder als Ausnahme angesehen. Deshalb verändert eine andere Umgebung den Menschen an sich. Es gibt in der anderen Umgebung noch kein gefestigtes Bild. Der betrachtende Blick ist freier. Dinge können gesehen werden, die zuvor gleichsam nicht vorhanden waren. Das ist Christian Gartners Chance beim MSV. Das ist unsere Hoffnung auf seine spielerische Qualität, die wirklich wird.

Der Fortuna gilt der Dank, weil sich dort ein Bild des Misserfolgs verfestigt hat. Darauf einen Fußballkuchen. Was mir zudem die Gelegenheit noch einmal auf mein super super Jahresübergangsangebot hinzuweisen. Die 111 Fußballorte im Ruhrgebiet für 5 Euro plus Versand. Gerne auch zusammen bestellt mit Mehr als Fußball als Paket für 20 Euro plus Versand. Klicken und bestellen.

 

 

Sämtliche Folgen von Die schönsten Fußballtorten der Welt findet ihr mit einem Klick weiter.

Mein MSV – Spektakelfußball mit offener rechter Defensivseite

Vor vielen Jahren trainierte ich beim Basketball regelmäßig intensiv die Man-to-Man Defense. Zwei Mann standen dann voreinander, als Verteidiger nahmst du Schrittstellung mit dem Rücken zum Korb ein, den Körperschwerpunkt möglichst weit nach unten verlagert. In dieser Schrittstellung bietest du dem Angreifer immer eine Seite an, auf der du ihn einfacher verteidigen kannst. Als Grundregel gilt dabei, dem Angreifer möglichst nur den Weg zur Seitenlinie zu öffnen. Aber wenn man wagemutig war, zwang man den Angreifer, mit seiner schwachen Hand zu dribbeln, auch wenn ihm dadurch der direkte Weg zum Korb geöffnet wurde.

Dieses individualtaktische Verhalten des Basketballs findet sich in dieser Saison als Teil der Mannschaftstaktik des MSV wieder. Eine Seite, die rechte wird dem Gegner geöffnet, so dass er dort den Durchbruch versucht. Gewollt ist das vermutlich nicht. Die Gegner nehmen diese Einladung zum Durchbruch aber gerne an, und wenn ich heute von einem rabenschwarzen Tag Tugrul Erats lese, kann ich nur sagen, diese Rabenschwärze hat System. Er tut mir leid, weil er in dieser Saison nicht das erste Mal so überfordert war wie gestern im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf. Und das hat nichts mit dem Offensivdrang des MSV zu tun. Sein Stellungsspiel ist für sein Grundtempo nicht gut genug. Oder er ist nicht schnell genug für sein Stellungsspiel. Das kann man halten, wie man will.

Mit dieser Lücke auf der rechten Defensivseite wird es auch in der Mitte schwer, schnell genug bei den Gegenspielern zu sein. Der Defensive bleibt einfach zu wenig Zeit, sich zu organisieren, wenn es auf der rechten Seite lichterloh brennt. Wenn der MSV in der 5. Minute 2:0 zurückliegt, könnte man meinen, es wird schwer, die Niederlage zu verhindern. Der MSV spielte aber nun zum wiederholten Mal so, dass wir uns nach dem Spiel sagen können, eigentlich war alles da für einen Erfolg. Und dieses „eigentlich“ muss in den nächsten Wochen sehr genau betrachtet werden. Wir können weiter sagen, die Mannschaft hatte die Chance, diese Niederlage zu verhindern. Das konnten wir aber nun schon mehrmals nach einer Niederlage sagen, und allmählich müssen wir uns damit beschäftigen, Zufall und Pech genauer zu identifizieren, damit von der Spielweise der Zebras übrig beibt, wie diese Mannschaft erfolgreich spielen kann.

Moritz Stoppelkamp hat schon früh mit einem vergebenen Elfmeter, die Chance auf den Anschlusstreffen nicht genutzt. Ja, es gab die Chancen, die Niederlage zu verhindern. Die Fortuna wirkte nicht souverän. Ein Spielaufbau war ihr fast unmöglich. Ballbesitz in der eigenen Hälfte führte oft zum blinden Wegschlagen in der Hoffnung, einer da vorne errennt sich diesen Ball. Die Fortuna brauchte das Konterspiel für die Torgefahr.

Dagegen kombinierte der MSV meist sicher und kam zu torgefährlichen Abschlüssen. Dennoch gab es Ballverluste bei so einer Spielweise. Nachdem Moritz Stoppelkamp der Ball in Strafraumnähe abgenommen wurde, rollte die Kontermaschine an, und schon stand es 3:0 zu Beginn der zweiten Halbzeit. Doch der MSV gab immer noch nicht auf. Die Mannschaft erarbeitete sich weiter Chancen. Knapp gingen Bälle am Tor vorbei. Den Lattentreffer hatte es schon vor dem dritten Tor gegeben. Die Krönung aber war ein viermaliges Pfostenbillard, bei dem ich den Beton unter mir mit meiner Fußramme fast zum Zerspringen gebracht hätte.

Der MSV bietet Fußballspektakel bislang in dieser Saison. Bei Twitter überschlugen sich die unparteiischen Zuschauer mit Beifall angesichts des Unterhaltungswertes dieses Spiels. Ach, wäre ich doch nur ein unparteiischer Zuschauer bei Spielen des MSV. Der bin ich nicht, und zum ersten Mal habe ich für einen kurzen Moment nach der Niederlage diese Bedrückung gespürt angesichts der Tabellensituation, jene Bedrückung, die sich einschleicht, wenn man wieder gut gespielt hat, man dennoch ohne Erfolg nach Hause fährt und man weiß, das könnte am Ende der Saison Folgen haben. Die alten individualtaktische Grundlagen aus dem Basketball gehören jedenfalls zur Mannschaftstaktik dieser Saison. Damit gilt es umzugehen. Entweder müssen Stürmer besser treffen oder die Defensive muss gestärkt werden. Eins von beiden muss sich verändern, sonst wird meine Bedrückung demnächst noch länger anhalten. Das will doch niemand, wenn er Anhänger vom MSV ist.

 

 

Zurück in die Zukunft mit 1991er-Bewegtbildern vom Spiel Fortuna – MSV

Neulich habe ich allerlei Bewegtbilder aus alten MSV-Zeiten bei YouTube für einen anderen Zweck als diese Räume hier zusammengesucht. Einer dieser Clips passt nun als Vorprogramm zum Spiel am Montag. Leider fehlt mir die Zeit, um ein paar Worte mehr über dieses 1:1-Unentschieden im September 1991 vom damaligen Bundesliga-Aufsteiger MSV gegen Fortuna Düsseldorf zu schreiben. Vielleicht habt ihr ja Erinnerungen an den Abend. Lasst uns teilhaben und ab damit in die Kommentare. Fürs Fangedächtnis des MSV wäre das natürlich dann sofort auch was.

So viel von mir nur: Der MSV führte damals mit 1:0 durch einen Distanzschuss von Toni Puszamszies. Dieser wunderbare Treffer war eines der wenigen Tore des vor vier Jahren verstorbenen Mittelfeldspielers. Ein wenig Nostalgie befällt mich angesichts des schnörkellosen Torjubels der Spieler. Auf beiden Seiten – denn Fortuna Düsseldorf gelang sieben Minuten vor Spielende der Ausgleich. Es war ein Freitag, aber eben auch ein Abend, und so ein Verlauf wie vor 26 Jahren könnte mir schon gefallen am Montag. Besser geht natürlich immer. Späte Ausgleichstore müssen sich die Zebras der Gegenwart ja nicht unbedingt zum Vorbild nehmen.

Wenn Fieberfantasien wirklich werden – Kees Jaratz, Gott der 2. Liga

Erinnerungen sind selbst auf kurzer Strecke keine verlässliche Quelle für die Fakten der Vergangenheit. Ende März hatte ich mit hohem Fieber im Bett gelegen. Wir hatten uns mit dem Abstieg des MSV angefreundet, doch hohes Fieber setzt das normale Denken gerne außer Kraft. Plötzlich spürte ich wieder die Macht des Tabellenrechners, den ich zum Wohle des MSV einsetzen wollte. Die Fieberfantasie sah wieder vielversprechend aus. 

Meine Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt war in den letzten drei Wochen aber anscheinend so groß, dass ich den damals schon wunderhaften Relegationsplatz als Vorhersage gar nicht mehr richtig im Kopf hatte. Ich dachte, ich hätte den 15. Platz prognostiziert.

Doch weit gefehlt, der MSV hat mit Ausnahme der Verdrehung der Heidenheim- und Nürnberg-Ergebnisse genauso  gespielt, wie ich es gewünscht habe. Es sieht so aus, als sei die Wirklichkeit Kraft des Tabellenrechners erst geschaffen worden. Allerdings haben einige der anderen Vereine die Wirklichkeits-Baupläne anscheinend verkehrt herum gehalten. Da das aber Frankfurt und Düsseldorf gleichzeitig gemacht haben, hat sich das wieder ausgeglichen.

Ich weiß es nicht genau, wie oft ich den Tabellenrechner in kritischen Saisonphasen zum Wohle des MSV inzwischen angewendet habe. Viermal? Bislang hat sich die Wirklichkeit in Abstiegsfragen immer daran gehalten, was ich vorhergesagt habe. Gott der 2. Liga spielen, fühlt sich gut an. Ihr wisst schon, Allmacht und so. Wundert euch nicht, wenn Fußballanhänger demnächst in einer Nischensekte ihr Seelenheil finden können.

Diese göttliche Größe strahlt übrigens gerade nicht auf die beiden Relegationsspiele aus. Da verfalle ich wieder in alten menschlichen Aberglauben. Alles in mir sträubt sich, es zu schreiben, was wir alle wünschen.  Das Schicksal möchte ich nicht herausfordern. Soll das mit dem Nischenangebot fürs Seelenheil was werden, sollte der MSV in Zukunft solche Entscheidungsspiele vermeiden.

Die Wirklichkeit

14. Fortuna Düsseldorf:  35 (31)   + 4
15. TSV 1860 München:  34 (32)  + 2
16. MSV Duisburg:  32 (32) +/- 0
17. FSV Frankfurt 32 (35) – 3
18. SCP Paderborn: 28 (28)  +/- 0

 

Die Prognose

2016-34

Nun gut – noch einmal der Tabellenrechner am 33. Spieltag

Normalerweise kann ich Paradoxien sehr viel abgewinnen. Es sei denn, es handelt sich um den Tabellenrechner und das Abgleichen mit der Wirklichkeit am vorletzten Spieltag. In allen vorherigen Spielzeiten hatte sich dieses Abgleichen zu diesem Zeitpunkt der Saison schon erübrigt, weil der MSV mein herbeigewünschtesgerechnetes Saisonziel erreicht hatte. Nun müsste ich dieses Mal angesichts des Tabellenstandes noch immer meine Rechnung mit der Wirklichkeit abgleichen. Nichts ist entschieden. Doch bei nur einem noch ausstehenden Spieltag erledigt sich das ebenfalls von selbst. Es bleibt nichts mehr zu erzählen. Eigentlich ist dieses Abgleichen auch diese Saison wieder überflüssig, nur aus ganz anderen Gründen, als es bislang der Fall war.

Eines fällt mir aber noch ein, weil es die gegenseitige Abhängigkeit der Bedingungsgrößen für so eine Tabelle sehr schön deutlich macht. Vor dem letzten Spieltag hatte ich den Sieg von Fortuna Düsseldorf befürchtet. Ein Unentschieden im Spiel gegen Frankfurt wäre aber nur gut gewesen für den MSV, wenn die Zebras in Sandhausen gewonnen hätten. Nun verbessert der Sieg der Fortuna die Ausgangslage für den MSV. Ohne diesen Sieg könnte ein Unentschieden des MSV im Spiel gegen Leipzig niemals langen, um den Relegationsplatz zu behalten, selbst wenn Frankfurt im Heimspiel gegen 1860 ebenfalls nur Unentschieden spielte.

Natürlich wissen wir, mit Sicherheit bleibt der MSV auf dem Relegationsplatz nur, wenn das Spiel gegen Leipzig gewonnen wird. Gelassen hätte ich das schon nicht schreiben können, bevor ich gestern die Nachricht las, dass Victor Obinna für den Rest der Saison ausfällt. Nun muss ich mich um meinen Optimismus für dieses Spiel gegen Leipzig sehr bemühen. Deshalb verstoße ich gegen eines der Grundgesetze des Profifußballs und schaue am nächsten Spieltag nicht nur auf uns. Damit werde ich nicht alleine sein. Wir alle werden verdammt aufmerksam auch nach Frankfurt sowie nach Paderborn schauen und auf die tatkräftige Mithilfe von 1860 sowie Nürnberg hoffen.

14. TSV 1860 München:  34 (32)  + 3
15. Fortuna Düsseldorf:  32 (31)   + 2
16. MSV Duisburg:  29 (32) – 2
17. FSV Frankfurt 29 (32) – 2
18. SCP Paderborn: 28 (28)  +/- 0

2016-34


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