Posts Tagged 'Fotokunst'

Chargesheimer – Die Ausstellung auf Zollverein

Bis zum 18. Januar ist noch die wunderbare Chargesheimer-Ausstellung im Ruhrmuseum auf Zollverein in Essen zu sehen. Täglich von 10 bis 18 Uhr ist die Ausstellung geöffnet. Jeder, der sich nur halbwegs für die Vergangenheit des Ruhrgebiets interessiert und noch nicht dort war, sollte in den verbleibenden Wochen einen freien Nachmittag finden, um hinzufahren. Chargesheimer hatte 1958 zusammen mit Heinrich Böll den Bildband „Im Ruhrgebiet“ veröffentlicht, dessen spezieller Ausschnitt der Ruhrgebiets-Wirklichkeit von den Meinungsmachern der Region nicht gerne gesehen wurde. Die Ausstellung zeigt 150 bisher unveröffentlichte Fotografien und etwa 50 Fotografien, die im Bildband aufgenommen waren.

Fußball gehörte in diesen Alltag des Ruhrgebiets auch für Chargesheimer – als Straßenfußball der Jugendlichen …

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… und als organisierter Sport vor der Industriekulisse.

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Beide Fotos: Rheinisches Bildarchiv Köln

Weitere Impressionen aus der Ausstellung gibt es drüben bei den Orten im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen

 

Lumpenbälle für das Spiel – Die Fotografin Jessica Hilltout

Die 1977 geborene Jessica Hilltout ist eine belgische Fotografin, von der sich im  SZ-Magazin eine Fotostrecke über Fußball in Afrika findet. Sie zeigt keinen vereinsgebundenen Fußball. Sie zeigt Fußball als Spiel zum Zeitvertreib, ein Fußball auf freiem Raum ohne ausgewiesene Plätze. Auf diesen Fotos begegnet man den zusammengeschnürrten Lumpen, die ich aus den Erzählungen über die Zeit im Nachkriegsdeutschland kenne. Auf diesen Fotos sieht man auf das Wesen von Fußballs. Dieser Fußball ist mit der Ausnahme von einem Foto entkleidet von allen Zeichen des Unterhaltungsprodukts, die für uns auch beim Fußball von unten normal geworden sind. Dieser Fußball ist reduziert auf wenige, aus der Not heraus benutzte Mittel, um das Spiel in Gang zu setzen. Da kommt keine Sozialromantik auf. Die Welt wäre schöner, hätten die Spieler richtige Bälle und vernünftige Schuhe.

Das besondere Sportfoto: Peter Langenhahn

Ein paar von euch kennen als Eltern wahrscheinlich Bilderbücher, in denen Vorschulkindern das Funktionieren unseres Alltags gezeigt werden soll. Die Bilderbuchillustratoren müssen in solchen Büchern immer das Problem lösen, mit einem ereignishaften Moment dieses Alltags möglichst viele Handlungen eines Geschehens auf einem einzigen Bild darzustellen. Deshalb wirken solche Bilder oft so, als seien unsere Städte zwar übervölkert, aber dennoch mit Vollbeschäftigung beglückt.

Mich erinnern die Sportfotos von Peter Langenhahn an solche Kinderbücher. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung wurde ich am Freitag auf den Fotografen aufmerksam. Für ein Foto fügt er etwa 300 digitale Bilder zusammen und schafft so eine faszinierende Gleichzeitigkeit von eigentlich nacheinander stattfindenden Ereignissen. Den Fußball hat er mit dem Relegationsspiel der vorletzten Saison 2009/2010 zwischen dem Zweitligisten FC Augsburg und dem Bundesligisten 1. FC Nürnberg vor die Kamera genommen. Das Foulspiel ist Grundmotiv dieses Fotos. Die Kopien der Fotos auf seiner eigenen Webseite sind noch etwas größer und lassen mehr Details erkennen, was unbedingt nötig ist, wenn er ein ganzes Sportgeschehen auf einem einzigen Foto anordnet. Am besten wäre es wahrscheinlich, sich die Fotos als Abzug ab August auf der Internationalen Ausstellung zeitgenössischer Künste in Dresden anzusehen.

 

 


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