Posts Tagged 'Fußballbuch'

Fundstück: Lyrikverleger Jo Frank über Fußballerbiografien

Jeden Freitag gibt es in der Süddeutschen Zeitung die Rubrik „Reden wir über Geld“. Nicht immer steht dann tatsächlich das Geld im Zentrum der Gespräche mit Menschen jedweder Lebenslage, aller möglichen Berufe und Herkünfte. Jo Frank gehört zum Verleger-Trio vom Verlagshaus Berlin, einem Independent-Verlag für Lyrik und Illustration. Über Geld zu reden, lohnt sich für ihn eigentlich nicht und gerade deshalb zeigt dieses Gespräch mit Jo Frank, zu welch paradoxen Gegebenheiten es führt, den Leitgedanken des Ökonomischen hintanzustellen.

Davon ab nutzt er für das Beschreiben seines Handels auch den Fußball als Referenz, damit das Gegenmodell für das eigene verlegerische Handeln besser verständlich wird. Eine erste Orientierung erhält man zudem, wie hoch Lizenzkosten für im Ausland geschriebene Biografien von Fußballern sind.
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Ata, Ennatz, Susi, Yyyves. 82 Köpfe des Revierfußballs – Kai Griepenkerl

Ata, Ennatz, Susi, Yyves – Namen, die vorsichtshalber erklärt werden sollen. Schließlich gibt es hier auch ganz junge Leser, die sich dem Revierfußball noch nicht in jedem Detail seiner Geschichte genähert haben. „Ata“, so wird Michael Lameck genannt, der Held des VfL Bochum von Anfang der 1970er bis Ende 1980er Jahre. „Ennatz“ – da schreien mir die meisten Leser hier nun ins Ohr: Bernard Dietz. Dieselbe Zeit, gleicher Heldenstatus, anderer Verein, ein jeder weiß genau, das ist der EM-ES-VAU. „Susi“: nicht so der Held seines Vereins wie die anderen zwei Spieler, wahrscheinlich einfach weil Borussia Dortmund von solchen Helden wie Michael Zorc mehr im Angebot hat als die kleineren Reviervereine; dennoch nicht weniger wichtig für seinen Verein, ob als Spieler in den 1980ern bis Ende der 1990er Jahre oder nun als Sportdirektor. Yyyves – kein Spitzname, sondern der Stadionschlachtruf des Publikums für Yves Eigenrauch, einem der „Eurofighter“ beim FC Schalke 04 und schon zu aktiven Zeiten während der 1990er Jahre jemand, der sich zuweilen quer zum Fußballbetrieb bewegte.

Vier Namen also, die für insgesamt 82 Fußballer stehen, die im Ruhrgebiet aufwuchsen oder die, wie etwa Klaus Fischer, im Ruhrgebiet zu großen Fußballern ihrer Vereine wurden.  In 29  Portraits und 53 Interviews bringt Kai Griepenkerl  den Lesern diese Fußballer näher. Die Länge der Interviews variiert zwischen ein bis drei Druckseiten, hinzu kommt, ob Portrait oder Interview, ein Foto des Fußballers. Kai Griepenkerl ist als freier Journalist im Sport unterwegs und bedient verschiedene Print-Medien, darunter auch den RevierSport. So wurden die meisten der Gespräche im Rahmen der RevierSport-Serie „Mein erster Platz“ geführt, in der prominente Revierfußballer zu ihren Anfängen zurückkehrten.

In solch kurzen Interviews geht es nicht darum, sich einem tieferen Grund bestehender Selbstbilder zu nähern. Hier kann jeder sich selbst so darstellen, wie er möchte. Es hängt also sehr vom jeweils Interviewten ab, ob das Gesagte mehr wird als ein anekdotisches Erinnern. Auch wenn der ein oder andere Fußballer die eigenen Erfahrungen in einen allgemeinen Zusammenhang bringt, meist wird aus dem Interview der Blick auf die Vergangenheit in O-Tönen. Es sind nicht nur die Namen aus der ersten Reihe vertreten. Doch außer bei Manfred Rummel und Hans Dörre, die in den 1960ern ihre große Zeit hatten, wurden meine Erinnerungen sofort bei allen Namen geweckt,  und so wird es wahrscheinlich jedem gehen, der sich seit Anfang der 1970er bis heute für Fußball und insbesondere den im Pott interessiert.

Als kleine Randnotiz sei noch erwähnt, wie sehr bei vielen dieser Fußballer das Vergessen werden von ihren Vereinen ein Thema ist. Das Leben im Verein geht weiter, die Karriere ist zu Ende und bald schon fühlt sich niemand mehr in diesen Vereinen für die Vergangenheit verantwortlich. Darin unterscheiden sich die großen Spieler früher nicht von all den Ehrenamtlern im Amateurbereich. So viel Einsatz, so viel Herzblut und der Alltag macht das schnell vergessen. Ob das für die professionalisiertere Gegenwart nicht mehr so ein populäres Thema sein wird? Wahrscheinlich werden doch nur noch wenige Fußballer der Gegenwart ein derart inniges Verhältnis zu einem Verein aufbauen, wie es früher die Regel war.

Das Editorial sei auch noch erwähnt. Natürlich sollen so einführende auch werbende Worte für das Buch werden. Eine Nummer kleiner darf es in Zukunft aber gerne sein, denn ein Satz wie „Interviews, die so noch nicht geführt, und Antworten, die so noch nicht gegeben wurden“, greift sehr hoch. Wortwörtlich stimmt das natürlich, weil nur Kai Griepenkerl genau diese Fragen stellte, auf die er genau diese Antworten erhielt. Doch die meisten Interviews sind kurz und das zentrale Thema bleibt verständlicher Weise die Fußballerkarriere der Befragten verbunden mit dem bekannten Nacherzählen von Momenten dieser Karriere. Was bestimmt interessiert, aber so einzigartig, wie es das Editorial verspricht, nun doch nicht ist.

Vermutet werden darf, die Worte passen zum ambitionierten Selbstverständnis, mit der die Reihe „Edition RevierSport“ gestartet wird. Schließlich soll auch das Hard-Cover gehobenes Lesegefühl wecken – bei entsprechendem höherem Preis. Ich bin neugierig, ob für dieses spezielle Buch im Randbereich des Fußballfan-Artikels dieses Preisniveau passt. Ich selbst habe bei solcher Art Interviewbuch eher das Taschenbuch vor Augen.

Kai Griepenkerl: Ata, Ennatz, Susi, Yyyves. 82 Köpfe des Revierfußballs. Klartext Verlag, Essen 2012. 204 Seiten. € 17,95.

111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss

Der Kölner Emons Verlag  führt eine Buchreihe im Programm, die mir im Sommer letzten Jahres für ein Herzensprojekt bestens geeignet schien. In dieser Reihe werden Städte und Regionen mit 111 Orten in den Blick genommen. In den besten Büchern dieser Reihe erfährt man mit den 111 Orten Überraschendes über die Stadt oder Region, während die jeweils gängigen Vorstellungen stets noch  präsent sind. Diese Bücher handeln deshalb auch von der Identität der Städte und Regionen. Mich beschäftigt die Identität des Ruhrgebiets seit Jahren genauso wie der Fußball, auf den sich die Städte der Region als einer der wenigen symbolhaften Gemeinsamkeiten einigen können. So trennend er im Alltag der Ruhris oft auch wirkt. Was lag da näher, als mit 111 Orten beidem auf die Spur zu kommen. Der Kollege Frank Baade kam mit ins Boot, und das  Ergebnis, „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“, liegt ab Montag in den Buchläden aus.

Gesprächspartnern gegenüber beschrieb ich mein Anliegen folgendermaßen:  „In dem Buch werden nicht nur die Klassiker wie Stadien, Fußballkneipen oder Trainingsplätze dabei sein. In dem Buch sehe ich auch identitätsstiftende Orte der Region gesammelt, zu denen sich eine kleine Geschichte über den Fußball erzählen lässt. Um Beispiele zu geben: Neben Orten rund um Profi- und Amateurvereine ist das Lehmbruck-Museum dabei, weil für ein Werbeplakat des Museums Ende der 70er ein Profi des MSV Duisburg in der Pose der „Knieenden“ fotografiert wurde. Es sind die Landgerichte in Bochum und Essen dabei sein, als Prozessorte für Wettbetrug und Schalke-Meineid. Es ist das Ruhrmuseum dabei, weil in der Ausstellung Fußball als identitätsstiftendes Moment eine Rolle spielt. Es ist die Dortmunder Nordstadtliga als soziales Projekt dabei und der Friedhof Menglinghausen, gegenüber vom ehemaligen Dortmunder Mannschaftshotel „der Lennhof“, neben dem wiederum der Nordkurven-Regisseur Adolf Winkelmann lange wohnte.

Wer Appetit bekommen möchte auf 111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss, der sollte auf der Seite zum Buch vorbeischauen. Dort finden sich Infos zum Buch, das im Buchhandel nicht mehr erhältlich ist. Dort lässt es sich bei mir zum Ausverkaufspreis bestellen.

Halbwegs begründete Empfehlung für „Angriff von Rechtsaußen“ von Ronny Blaschke

Manchmal möchte ich mir hier einen Platz einrichten, an dem ich meine Gedanken völlig undurchdacht rausschreibe. Frei nach dem Motto: Betreten auf eigene Gefahr! Starke Meinungen ohne Argumente! Unklare Gedanken in verführerischen Worten! Einfache Wahrheiten erst nach drittem Lesen zu verstehen. Der aktuelle Grund dafür ist ein wachsender Bücherstapel auf meinem Schreibtisch. Die Bücher sind gelesen. Sie sollen empfohlen werden. Doch mir fehlt der Schwung drüber zu schreiben. Da spielt mir meine Psyche einen Streich. Aus Vergnügen ist Arbeit geworden, und die soll es hier nicht sein. Da lehne ich mich gegen mich selbst auf mit Wörterknappheit und Begründungsmüdigkeit. Ihr könnt euch etwa sicher sein, Ronny Blaschke hat mit „Angriff von Rechtsaußen“ ein sehr lesenswertes Buch über rechtsradikales Milieu im Fußball geschrieben. Mehr sage ich erstmal nicht dazu. Glaubt´s einfach, oder lasst es sein.

Andererseits fällt mir nun doch noch ein: Mit einer Vielzahl von Reportagen und einigen Interviews versucht er, zunächst die Wirklichkeit rechtsradikalen Handelns im Fußball zu erfassen. Das geht von der Fanszene beim 1. FC Lokomotive Leipzig, über Schiedsrichter mit NPD-Parteibuch hin zur Rechtsrockband Kategorie C oder Sicherheitsdienste mit fragwürdigen Kontakten zur rechtsradikalen Szene. Wenn es um Fans in Leipzig oder Lübeck geht, geht es aber auch um die Versuche, den Einfluss der Neonazis zu verhindern. Gerade O-Töne wie im Interview mit dem NPD-Funktionär Klaus Beier machen zudem deutlich, wie geschmeidig die unter Fans akzeptierte Kritik am Fußball als Geschäft und dem globalisierten Profitum, sprich: dem Ausländeranteil in den Mannschaften, in das rechtsradikale Argumentieren eingebaut wird. Im zweiten Teil des Buches richtet Ronny Blaschke seinen Blick auf jene Menschen, denen die Neonazis feindlich gesinnt sind. Mit dem Perspektivwechsel verliert das Buch an thematischer Schärfe, weil es in diesen letzten Kapiteln weniger um konkretes Geschehen geht als um atmosphärische Eindrücke und Willensbekundungen. Es kommen Interessenvertreter zu Wort und so wird das Gesagte allgemeiner und weniger anschaulich. Viel neues gibt es auf diesen letzten Seiten also nicht zu erfahren. Das mindert die Gesamtqualität nur wenig, soll aber nicht verschwiegen werden.

Ronny Blaschke: Angriff von Rechtsaußen. Wie Neonazis den Fußball missbrauchen. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2011. 223 Seiten. € 16,90.

Wenn Ansgar Brinkmann ins Erzählen kommt

Irgendwann hat im Ostwestfälischen wahrscheinlich mal jemand gedacht, wenn Ansgar Brinkmann über seine Laufbahn als Fußballer ins Erzählen kommt, könnte man eigentlich mal ein Aufzeichnungsgerät mitlaufen lassen. Dann wäre der Grundstock für eine ganz passable Fußballer-Autobiografie gegeben. Schließlich hatte Ansgar Brinkmann großes Talent. Weil er dieses Talent aber nicht dauerhaft zu seinem beruflichen Erfolg nutzte, gäben seine Anekdoten eine schöne Fallhöhe bei der Lektüre her. Es gäbe Brüche in der Laufbahn und Geschichten außerhalb des Fußballplatzes, die Ansgar Brinkmann schon zu aktiven Zeiten in die Schlagzeilen brachte.

Das Aufzeichnungsgerät hat schließlich der Journalist Bastian Henrichs bedient. Er hat das Erzählte vermutlich strukturiert, meist in chronologischer Form, und er hat den mündlichen Ton als Stilmittel beibehalten. „Der weiße Brasilianer“ lauten nun die Erinnerungen von Ansgar Brinkmann an seine Zeit als Fußballer. Ansgar Brinkmann beendete seine Laufbahn nach einer letzten Saison für Preußen Münster im Jahr 2007. Zwischen Münster, Bielefeld und Osnabrück war Ansgar Brinkmann verwurzelt. Dorthin zog es ihn als Fußballer immer wieder zurück, auch wenn die Vereine dort nur selten in der ersten Liga zu finden waren. Dort aber hatte er anscheinend das Gefühl, seinen Beruf als Fußballer einigermaßen mit seinem Hang zum Sorglosen und Handeln ohne nachzudenken,  in Einklang bringen zu können. Vielleicht war es auch umgekehrt so, die Verantwortlichen sahen die Chance für ihre Verein einen so talentierten Fußballer zu verpflichten, wie es ohne die Nebentalente als Persönlichkeitseigenschaften Brinkmanns nicht möglich gewesen wäre.

Ansgar Brinkmann erzählt also in „Der weiße Brasilianer“ von seinem Weg als Berufsfußballer. Das Wort Karriere scheint mir bei allem Talent von Ansgar Brinkmann angesichts des wechselvollen Hin und Her nicht ganz passend für diese Zeit als Fußballer. Weil Ansgar Brinkmann in so vielen Vereinen gespielt hat und dabei noch mehr unterschiedlichen Menschen im Fußballgeschäft begegnet ist, gibt es auch ohne fußballerische Momente von überregionaler Bedeutung in diesem Fußballerleben etwas zu erzählen.

Das ist gerade deshalb bemerkenswert, weil dieses Erzählen ohne viel reflektierende Distanz geschieht. Normalerweise sind Biografien dieser Art gähnend langweilig, weil das unreflektierte Ich die Banalität des eigenen Lebens aus Selbstverliebtheit überhöht und nie den Mut besitzt, in dunkle Ecken des eigenen Lebens Licht zu werfen. Ansgar Brinkmann und Bastian Henrichs lösen das Problem, indem die Fehler im Leben Brinkmanns mit ihren Konsequenzen auserzählt werden. Das erinnert manchmal an den Versuch einer Schelmengeschichte und dem augenzwinkernden Werben um das wohlwollende Urteil des Lesers über die Person Brinkmann. Wenn Fehler sich aber im Leben wiederholen, dann kommt  die Lebenserfahrung dieses Lesers dem Aufkommen grundsätzlicher Leichtigkeit ein wenig in die Quere.

Ansgar Brinkmann lässt hinter die Kulissen gucken und versucht, möglichst gut dabei wegzukommen. Weil er bei letzterem nicht zu aufdringlich wirkt, steht die interessante Anekdote aus seinem Fußballerleben im Vordergrund. Wir erfahren, so ging es zu im Fußballgeschäft der zweiten bis dritten Reihe dieses Landes ab Ende der 80er bis zum Jahr 2007. Allerdings haben diese schnell gelesenen Geschichten mit fast zwanzig Euro auch einen stolzen Preis.

Ansgar Brinkman – Der weiße Brasilianer. Aufgezeichnet von Bastian Henrichs. Delius Klasing  Verlag, Bielefeld 2011. 208 Seiten. € 19,90.

„Der Zeuge von Lens“ von Tibor Meingast – Eine Besprechung

Lens – eine Kleinstadt in Nordfrankreich. Touristen kommen normalerweise selten in die Stadt. 1998 war das anders. Damals, am 21. Juni, wird das Vorrundenspiel der Fußballweltmeisterschaft zwischen Deutschland und Jugoslawien dort ausgetragen. Die Stadt, in der etwa 35.000 Einwohner leben, ist voll von Fußballfans. Nicht nur Zuschauer des Spiels reisen an, sondern auch deutsche Hooligans ohne Eintrittskarten, gierend nach Gewalt. Eine Gruppe dieser Hooligans prügelt den französischen Gendarmen David Nivel an diesem Tag fast zu Tode. Nicht alle Täter können schnell identifiziert werden. In Gelsenkirchen aber gibt es mit Burkhard Mathiak einen Mitarbeiter des Fanprojekts vom FC Schalke 04, der sich sicher ist, den Haupttäter erkannt zu haben.

In „Der Zeuge von Lens“ erinnert der Fernsehjournalist Tibor Meingast an die Gewalttat von 1998 und schildert, wie es Burkhard Mathiak als Zeuge im Prozess gegen die Gewalttäter ergangen ist. Sein spannender, reportageartiger Text zeigt, welchem Risiko sich der Sozialarbeiter mit seiner Aussage ausgesetzt hat, welche Unterstützung er erhielt und wie der Prozessverlauf auch das Leben von Burkhard Mathiak grundlegend verändert hat.

Tibor Meingast hat viele Fakten gesammelt und Stimmen bei Polizei und Staatsanwaltschaft eingeholt. Vor allem war Burkhard Mathiak bereit, über Schwierigkeiten mit seiner Aussage zu sprechen, über seine Arbeit im Fanprojekt und seinen Alltag nach der Zeugenaussage. In sachlich, reportierender Sprache macht Tibor Meingast das Geschehen damals sehr anschaulich. Über den eigentlichen Vorfall und seine Folgen in Deutschland erzählt Tibor Meingast kein Wort zu viel. Gerade durch die Knappheit seiner Sprache entwickelt das Buch einen Sog durch den Verlauf des vergangenen Geschehens.

Für mich sind die letzten zwei Kapitel ein kleiner Makel dieses Buches, weil Tibor Meingast der Versuchung erlegen ist, dem präzise geschilderten Einzelfall Fangewalt noch einen Blick auf das Allgemeine der Gegenwart anzufügen. Angesichts des komplexen Themas bleibt dieser Blick oberflächlich, und zwangsläufig wirbeln unterschiedliche Phänomene der Gewalt durcheinander. Dann geht es noch rasend schnell von den Standardzitaten der Standardforschernamen hin zur gesellschaftlichen Lage in Deutschland überhaupt und schon soll das Thema Fangewalt der Gegenwart eingeordnet sein. Auf diesen Seiten greift Tibor Meingast viel zu hoch. Vielleicht könnten diese Seiten dem Gelegenheitszuschauer des Fußballs, dem Dossier-Leser in Der Spiegel oder Die Zeit, das Gefühl geben, den sozialen Ort und die Gründe für diese Gewalt jetzt mal so richtig zu kennen.  Ich vermute, der potentielle Leser von „Der Zeuge von Lens“ wird sich im Fußball auskennen und diese letzten zwei Kapitel als Bruch mit dem vorherigen Text empfinden. Dieser Makel soll aber nicht davon abhalten, mit dem spannenden Einzelfall auf den Seiten vorher wirklich etwas Neues zu erfahren.

Tibor Meingast: Der Zeuge von Lens. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2011. 127 Seiten. € 8,90.

Ein Buch verschenken! Weihnachtseinkäufe sind noch möglich

Auch in dieser Saison überrascht es nicht, welche Vereine sich für die Endrunde der Champions League qualifizieren konnten. Die Verhältnisse bleiben stabil. Erfolge von Außenseitern gibt es vielleicht in einzelnen Spielen, die Gruppenphase als Vorlauf des K.o.-Wettbewerbs merzt das fast immer wieder aus. Bekanntermaßen ist das nicht der wahre Grund für oligarchisch anmutende Verhältnisse im europäischen Fußball. Die Gruppenphase ist eher Symptom wirtschaftlicher Entwicklungen, dennoch kann sie als Orientierung für Epocheneinteilungen genommen werden. Denn als die Champions League noch Europapokal der Landesmeister hieß und mit UEFA-Pokal und Pokalsieger-Pokal zwei weitere Wettbewerbe in reiner K.o.-Form auf europäischer Ebene ausgetragen wurden, gelangten auch häufiger jene Mannschaften ins Endspiel, die normaler Weise schon froh über gute Spielzeiten auf nationaler Ebene waren. Einige von ihnen gewannen sogar.

Es waren Mannschaften wie Malmö FF, Hajduk Split, KV Mechelen oder auch Fortuna Düsseldorf.  Mannschaften, die eine Saison lang vom Gewinn des Europapokals träumten und die danach jahrelang wieder nur genug mit dem nationalen Ligabetrieb zu tun hatten. Diesen Mannschaften hat Terence Träber mit „Der Traum vom Europopokal Europapokal“ ein Erinnerungsbuch gewidmet. Von den Wolverhampton Wanderers, mit denen die Geschichte des Europapokals ihren Anfang nahm, über AS St.-Etiénne bis hin zu Dinamo Tiflis, vom 1. FC Magdeburg über Athletico Bilbao bis zu Malmö FF, Träber erzählt den Weg von 35 dieser Vereine zu deren einmaligem Endspiel auf europäischer Ebene in der Vereinsgeschichte. Dem folgen Portraits des zentralen Spielers jener erfolgreichen Fußballergeneration und des Vereins selbst. Zudem fasst Träber die Geschichte des Heimstadions in knapper Form zusammen.

Terence Träber geht es um die Fakten des Fußballs, die er zu lesenswerten Texten verarbeitet. Er greift dazu den Ton des sachlichen Sportjournalismus auf, dem feuilletonistische Nebengedanken ebenso fremd sind wie die heute  in Sportbüchern gern eingestreuten ironischen oder humorvollen Betrachtungen des Geschehens. Terence Träber verfolgt das ernsthafte Anliegen eines Historikers mit einem ungewöhnnlichen Spezialgebiet. Sein Interesse gilt dem Fußball in einer sehr speziellen Forschungsperspektive, deren Grundlage, die „Auswahlkriterien“, er im Vorwort minutiös umreißt. Allgemeines historisches und kulturelles Wissen greift er nur dann auf, wenn ein direkter Einfluss auf die Spiele der jeweiligen Europapokalsaison, die Vereinsgeschichte oder die Biografien der Spieler erkennbar ist. Gerade deshalb wirkt „Der „Traum vom Europapokal“ schnörkellos und geradlinig. Das Buch verströmt nostalgischen Charme jener Zeiten, als Zuschauer  noch im Regen standen und die Sitzplatzbesucher die dezente Kleidung bevorzugten und Vereinsutensilien den Jugendlichen überließen. Dem entspricht die Aufmachung, die eher an den Baumwoll-Trainingsanzug erinnert als an synthetische High-Tech-Textilien der Gegenwart. „Der Traum vom Europapokal“ ist Fußball pur, ohne nervtötende mediale Überhöhung. Da ist nichts schöner Schein, da ist alles interessierender Inhalt, sei es die sportliche Anekdote am Rande oder die Lebensgeschichte von Fußballern als Lokalhelden, die die Zuschauer ihrer Stadt mehr als nur die eine Europokal-Saison lang begeistert haben. Wer noch kein Weihnachtsgeschenk für einen Fußball-Enthusiasten weiß, hier kann er bedenkenlos zugreifen.

Terence Träber: Der Traum vom Europapokal. Fußballklubs auf internationalem Höhenflug. Agon Sportverlag, Kassel 2009. 404 Seiten. € 34,90.

Buch gewordene Partygespräche

Inzwischen gibt es den ersten Jahrgang Fußballfans, der Manni Breuckmann, wenn überhaupt, nur noch vom Hörensagen kennt. Wenn wir uns vorstellen, wie wir diesen unseren Kindern etwa von einer Herzschlag-Radioreportage erzählen, die er damals meinetwegen beim VfL Bochum gemacht hat und wie wir dabei kurz still in dieser Vergangenheit versinken, dann befinden wir uns bereits in jener Stimmung, die Manni Breuckmanns Buch „50 legendäre Szenen des deutschen Fußballs“ weckt.

Mit diesem Buch verhält es sich so wie mit einer Jubiläumsparty. Die meisten Gäste dort kennen sich schon seit Jahren und ihre Gespräche sind erfüllt von Erinnerungen. Meist erzählt jemand eine Anekdote von damals, die ein anderer zum Anlass nimmt, das Erlebte noch einmal mit eigenen Worten zu wiederholen. Seiner Betrachtung des damaligen Geschehens fügt er entweder manches hinzu, oder er greift das Erzählte allgemeiner auf. Grundsätzliche Überlegungen zur Gegenwart machen dann deutlich, früher war es anders. Dass es besser war, klingt vielleicht an.  Solche Gespräche enden manchmal abrupt, denn die nächste Erinnerung wartet schon.

Aus so einem imaginären Partygeplauder über den deutschen Fußball hat Manni Breukmann für uns die seiner Meinung nach legendärsten Anekdoten ausgewählt. Da wird von einzelnen Momenten erzählt, die sich durch Bilder ins Gedächtnis gebrannt haben, wie der entsetzte Blick von Ewald Lienen auf seinen aufgeschlitzten Oberschenkel während des Spiels von Arminia Bielefeld gegen Werder Bremen im August 1981. Da wird der Spickzettel von Jens Lehman im Viertelfinale der WM 2006 noch einmal hervorgeholt, um zudem die Geschichte des Elfmeterschießens anzureißen. Oder da wird mit Klaus Fischer an Fallrückzieher-Tore der 70er erinnert.

So die Beteiligten noch leben, lässt Manni Breuckmann sie zunächst zu Wort kommen, in einigen wenigen Fällen hilft die eigene Erinnerung. Anschließend kommentiert Manni Breuckmann die „legendäre Szene“ in seiner klaren, durch knappe Sätze ans Radio erinnernde Sprache. Manni Breuckmann will in diesen Kommentaren plaudern, er reißt die Themen nochmals an, manchmal mit fester Meinung, aber ohne etwas allzu sehr zu vertiefen. Nostalgische Gefühle werden kaum gestört, und so wirkt das Buch als Anstoß der eigenen Erinnerung. Mehr soll es auch nicht sein. Allerdings ist der Eintrittspreis für diesen Erinnerungsspaß deutlich zu hoch. Für 14,95 Euro erwarte ich ein Buch, dessen Lektüre sich nicht wie Jubiläumspartygespräche am Tag danach verflüchtigt.

Manni Breuckmann: 50 legendäre Szenen des deutschen Fußballs. Westend Verlag, Frankfurt a. M.  2009. 199 Seiten. € 14,95.

Der „Welttorhüter“ blickt zurück – Lutz Pfannenstiel: Unhaltbar

Dem größten Teil von Fußball-Deutschland wurde der Torwart  Lutz Pfannenstiel erstmals im Jahr 2000 bekannt. Damals spielte er in Singapur bei Geylang United und hätte mit Sicherheit gern auf die Schlagzeilen verzichtet. Die deutschen Zeitungen berichteten über ihn nämlich als Opfer der Justiz in Singapur. Man warf ihm vor, an der Manipulation von Spielen beteiligt gewesen zu sein. Betrachtete man die Vorwürfe näher, so beinhalteten sie sogar die absurde Unterstellung, durch die gute Leistung in einem Spiel die Niederlage seines Teams verhindert zu haben. Fünf Monate Haft, so lautete damals das Urteil. Während seiner Karriere spielte Pfannenstiel bei über 20 Vereinen und im letzten Jahr wurde er mit seinem Engagement bei dem brasilianischen Club Hermann Aichinger zu dem ersten Fußballprofi weltweit, der während seiner Karriere auf allen Kontinenten bei einem Verein einen Vertrag besessen hatte.

Lutz Pfannenstiel verkörpert also jenen Berufssportler der Gegenwart, den wir in Deutschland sonst meist aus Osteuropa, Afrika oder Lateinamerika kennen. Fans schimpfen solche Spieler Söldner, sobald sie mit deren Leistungen unzufrieden sind. Wenn ein Spieler aus Deutschland den umgekehrten Weg geht, raus aus Deutschland und hinein in die Welt, könnte ein Buch über diese Zeit nicht nur einen interessanten Einblick in das internationale Fußballgeschäft ergeben, sondern auch viel über die Haltung eines solchen Berufssportlers offenbaren.

Dazu muss der Leser allerdings seine eigenen Schlüsse ziehen. Lutz Pfannenstiel macht zusammen mit dem Journalisten Christian Putsch den Rückblick auf seine Erlebnisse zu einer Art Materialsammlung, die an der Oberfläche des Geschehens bleibt und wenig Distanz zu dem Erlebten erkennen lässt. „Unhaltbar“ gleicht einem zusammengestrichenen Tagebuch, in dem das Banale gleichgewichtig neben lebensverändernden Erfahrungen steht.

Die einzelnen Perlen seines Rückblicks muss man sich deshalb zusammenklauben. Da gibt es die Momente aus dem Leben eines jungen Berufssportlers, der in England, Südafrika oder Singapur im Alltag seinen Lebenshunger stillen will und das nötige Kleingeld und den Ruf dazu hat. Da wird blitzlichtartig der Fußball als globalisierte Unterhaltungsbranche erkennbar. Da zeichnet sich der Mensch Lutz Pfannenstiel vor allem in seinem Erzählen über die Zeit der Anklage in Singapur und der anschließenden Haftzeit deutlicher ab.

In „Unhaltbar“ wird der Ton jener Prominentenbiografien angeschlagen, die darauf zählen, dass die eigene Person Sensation genug ist, um den Leser bei der Stange zu halten. In solchen Biografien geben die Autoren gerne vor, wie die Ereignisse ihres Lebens zu bewerten sind. Lutz Pfannenstiel macht da keine Ausnahme und rückt den Scheinwerfer verständlicher Weise auf seine guten Seiten. Was mir manchmal etwas zu penetrant gerät, weil sogar die selbstkritischen Momente letztlich noch positiv gewendet werden.

Die Fallen einer solchen Haltung werden zum Ende des Buches hin in einer Selbstbeschreibung überdeutlich: „Ich bin vielleicht der Gegenpol zu den mediengeschulten Profis der Bundesliga mit ihren gleichermaßen durchgeplanten wie langweiligen Karrieren. Sie gewinnen Titel und verdienen Millionen, aber wecken keine Emotionen, die über die Inszenierung von Bundesliga und Champion League hinausgehen. Sie schaffen nur noch selten Träume in den Köpfen der Fans. Das ist mir mit den Höhen und Tiefen meines Lebens offenbar einige Male gelungen.“

Wer hier Selbstbeschreibung mit Medienkritik und Kritik am Fußballgeschäft vermischt, muss sich sagen lassen, aus dieser Position heraus, kann die Kritik nur ganz, ganz kurz greifen. Mal davon abgesehen, dass „mediengeschulte Profis“ wahrscheinlich mehr Träume schaffen, als Pfannenstiel da vermutet, Pfannenstiel selbst besetzt mit seiner Geschichte natürlich auch eine von den Medien mitgestaltete Rolle. Und wenn die einen sich im Umgang mit Medien schulen lassen, wird er vom Agenten angerufen, der ihn zum „Welttorhüter“ machen will. Liest man Pfannenstiels Darstellung des Brasilien-Engagements, dessen Motive sicher  vielschichtig waren, hat bei dem Gedanken an den Rekord das damit verbundene Medien-Interesse mit großer Wahrscheinlichkeit nämlich auch hineingespielt.

In „Unhaltbar“ hat Lutz Pfannenstiel kaum Interesse daran, seine Erfahrungen als „Welttorhüter“ bei den einzelnen Stationen seines Fußballerlebens zu deuten. Vielleicht hätte Christian Putsch besser über ihn geschrieben und nicht mit ihm. Vielleicht aber ist Lutz Pfannenstiel einfach auch mehr ein Mann der Tat. Bedenkt man sein Engagement für „Global goal“, macht er dort genau das, was ich im Text vermisse, er stellt seine Erfahrungen in einen größeren Sinnzusammenhang.

Lutz Pfannenstiel, mit Christian Putsch: Unhaltbar. Meine Abenteuer als Welttorhüter. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2009. 255 Seiten, € 8,95.

Football against the enemy – Simon Kuper

In künstlich aufgeregten Zeiten wie diesen, bin ich es schnell leid, mich mit so etwas Unbedeutenden wie der Zukunft von Peter Neururer zu beschäftigen. Jeder weitere Gedanke daran scheint mir verschwendete Lebenszeit, und zwar nicht weil mir das Schicksal des MSV Duisburg egal wäre, sondern weil ich nicht das Gefühl habe, Peter Neururer spielt mit offenen Karten. In solchen künstlich aufgeregten Zeiten halte ich es immer für eine gute Idee, sich dem Zeitlosen zu widmen, nämlich dem sehr interessanten, überaus klugen und unterhaltsam geschriebenen, kurzum dem äußerst gelungenen Fußballbuch von Simon Kuper „Football against the enemy“.

Simon Kuper ist ein 1969  geborener Sportjournalist mit britischer Staatsangehörigkeit, dessen Biografie ihn genau genommen zu einem Vorzeige-Europäer macht. In Uganda wurde er als Sohn südafrikanischer Eltern geboren. Die Familie scheint holländische Vorfahren gehabt zu haben, so wuchs Simon Kuper ab dem siebten Lebensjahr in den Niederlanden auf und lebt nunmehr in Frankreich. Das nenne ich multikulturell und weltoffen.

Das mag mit ein Grund dafür sein, dass Simon Kupers Interesse für den Fußball sich auf keine Region beschränkt. Fußball wird überall auf der Welt gespielt und überall sind interessante Geschichten rund um den Fußball zu finden. Kuper war knapp über 20, als er Anfang der 90er Jahre neun Monate durch die Welt reiste und dabei 22 Länder besuchte, einzig mit dem Interesse mehr über den Fußball der jeweiligen Region herauszufinden. Da ging es dann um den Fußball in einer Stadt ebenso wie um den Fußball einer Nation. Als Sportjournalist war er damals noch unerfahren und seine Unsicherheiten dieser Zeit fließen manchmal als humorige Randnotiz in diese spezielle Textmischung aus Essay und Reportage mit ein.

Die Texte dieser Zeit sind keineswegs überholt, sondern zeitlos, weil sie in immer neuen Perspektiven das Funktionärswort Lügen strafen, beim Fußball ginge es immer nur um den Sport. Fußball kann ein Projekt sein, mit der eine Gesellschaft versucht sich zu finden wie in Südafrika oder zu stabilisieren wie in Argentinien. Im Fußball können Politik und Kriminalität zueinander finden dank hoher Verdienstmöglichkeiten mittels Menschenhandel vulgo Vereinswechsel mit Ablösesumme wie in der Ukraine Anfang der 90er. Im Fußball können religiöse Konflikte ihre Fortsetzung finden wie bei Celtic und den Rangers in Glasgow. Kuper erzählt aber auch von einem Fan-Dasein, das die DDR als staatsgefährdend bewertete oder er findet weitere Mosaiksteinchen in der langen Kulturgeschichte der Fußballfeindschaft zwischen den Niederlanden und Deutschland.

Kupers Texte sind auch deshalb zeitlos, weil er die einzelnen Anstöße für seine Geschichten rund um den Fußball immer mit kulturgeschichtlichen und historischen Hintergründen erhellt. Zudem besitzt er einen scharfen Blick für typische Momente des Fußballs.  Was er erzählt, kann an einem anderen Ort in dieser Welt ähnlich geschehen, natürlich regional eingefärbt.  Kuper vergisst nie, dass es im Fußball immer auch um das Gewinnen geht, um das Mitfiebern der Zuschauer und um das, was den Fan am Fußball bewegt. Doch eines erfährt man durch ihn auf unterhaltsame Weise auch, Fußball ist immer mehr als nur dieser Sport. Manchmal verdeckt, manchmal ganz offensichtlich.

Simon Kuper: Football against the enemy. Oder: Wie ich lernte, Deutschland zu lieben. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2009. Aus dem Englischen von Markus Montz. 379 Seiten. € 16,90 (Original: Football against the enemy, Orion Publishing Group, London)


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